Im Durchschnitt haben die Menschen etwa 100.000 Haare auf dem Kopf. 100 davon verlieren sie täglich - das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Doch wenn man morgens und abends seine Bürste anguckt und dann noch dazuzählt, was man über den Tag verteilt so rauszupft, kommen an die 100 Haare schon hin. Klar, das klingt viel, aber bei etwa 100.000 Haaren auf dem Kopf relativiert sich das schon wieder.
Es ist tatsächlich völlig normal, am Tag zwischen 50 und 100 Haare zu verlieren, auch wenn es einem etwas viel vorkommen mag. Die Anzahl der ausfallenden Haare kann saisonal bedingt für einige Wochen bis wenige Monate etwas schwanken.
Knapp fünf Millionen Haare wachsen bei jedem Menschen auf dem Körper. Davon befinden sich zwischen 100.000 und 150.000 auf dem Kopf. Wie viele es genau sind, hängt von den Genen, der Gesundheit und der Haarfarbe ab: Blonde haben mit 150.000 meist mehr Haare, die aber feiner sind. Bei Dunkelhaarigen sind Kopfhaare dicker, bei ihnen wachsen circa 100.000 davon. Rothaarige besitzen auf dem Kopf rund 90.000 Haare.
Jedes Haar wächst zwei bis sechs Jahre lang. In der Wachstumsphase bildet der Körper an der Haarwurzel ständig Zellen, die miteinander verkleben und verhornen. Das Haar schiebt sich so aus der Haut heraus. Pro Monat wächst es knapp einen Zentimeter.
Am Ende dieser Phase löst sich das Haar von der Blutversorgung. In der folgenden Ruhezeit wird das Haar über mehrere Monate langsam aus der Haut gedrückt. Am Ende fällt es aus - das ist ganz normal. Parallel hat sich an der Wurzel schon ein neues Haar gebildet.
Während der Übergangsphase trennt sich das Haar von der Haarwurzel und wird langsam der Kopfhaut entgegen geschoben. Ist das Haar vollständig von der Wurzel abgetrennt, wird es nicht länger mit Nährstoffen versorgt. Das alte Haar wird verdrängt, bis es schließlich ausfällt.
Auf den Köpfen ist ein ständiger Kreislauf im Gang: Viele Haare wachsen, andere gehen in die Ruhephase über und fallen aus, neue ersetzen sie. Haarausfall ist ganz natürlich, man nimmt ihn oft gar nicht wahr. 70 bis 100 Haare verlieren wir alle jeden Tag. Das ist bei einem gesunden Erwachsenen normal. Auch wenn man mal ein paar mehr auf dem Kopfkissen oder im Waschbecken findet, muss man sich in der Regel keine Sorgen machen.
Beim Haarewaschen gehen übrigens mehr Haare verloren: Dann können es durchaus mal 300 sein, die ausfallen.
Wie viele Haare sich vom Kopf lösen, kann variieren, mal sind es mehr, mal weniger. Im Herbst oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente können beispielsweise mehr ausfallen.
Ärzt:innen reden dann von krankhaftem Haarausfall, wenn jemand über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare pro Tag verliert.
Es gibt Fachbegriffe für unterschiedliche Arten von Haarverlust: Effluvium meint Haarausfall, der über das normale Maß hinausgeht. Alozepie ist dagegen fehlender Haarwuchs auf dem Kopf, der meist sichtbar ist - etwa mit kahlen Stellen.
Sollte aber auffallen, dass man über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Haare verliert, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache des verstärkten Haarausfalls zu ermitteln.
Dafür gibt es einen simplen Trick: Sammle deine ausgefallenen Haare jeden Tag in einem Briefumschlag, etwa von der Bürste und aus dem Waschbecken. Mache das vier bis fünf Tage lang und nimm jeweils einen neuen Umschlag. So kannst du die Menge ungefähr vergleichen.
Sind es täglich gleich viele Haare oder nehmen sie sogar zu, spricht das eher für Haarausfall. Berücksichtige dabei aber, ob du Haare gewaschen hast. Das Ergebnis ist allerdings nur ein Indiz, eine genaue Diagnose können nur Ärzt:innen vornehmen.
Mediziner:innen unterscheiden zwischen drei Hauptformen von Haarausfall:
Die erblich bedingte Form des Haarausfalls ist die weitaus häufigste. 95 Prozent aller Fälle sind laut AOK darauf zurückzuführen. Es handelt sich nicht um eine Krankheit: Die androgenetische Alopezie ist eine normale Folge des Älterwerdens - so wie graue Haare. Sie trifft vor allem Männer: Weltweit sind knapp 80 Prozent davon betroffen. In der Regel bilden sich zuerst Geheimratsecken, dann nimmt das Haar am Scheitel ab. So kann sich eine Glatze bilden.
Bei der Hälfte aller Frauen kommt es ebenfalls zu androgenetischer Alopezie. Sie tritt häufig nach der Menopause auf, also den Wechseljahren. Dann lichtet sich das Jahr am Mittelscheitel und wird dünner. Kahle Stellen entstehen aber nicht.
Verlierst du Haare über den ganzen Schopf verteilt und werden sie gleichmäßig dünner, sprechen Expert:innen von diffusem Haarausfall. Die Kopfhaut schimmert stärker durch, aber es gibt keine kahlen Stellen. Von dieser Form sind mehr Frauen betroffen. Für diffusen Haarausfall kann es viele Ursachen geben.
Wenn du dein Haar nicht gut pflegst, führt das übrigens nicht zu klassischem Haarausfall. Föhnst du zu heiß, färbst du viel oder nimmst du Lockenstäbe zu lang, kann das Haar aber verstärkt abbrechen und spröde werden.
Wenn du ungewöhnlichen Haarausfall bei dir feststellst, solltest du zu Hautärztin oder Hautarzt gehen. Nur Mediziner:innen können den Grund feststellen und die passende Therapie wählen. Sie untersuchen dafür Kopfhaut und manchmal Blut sowie Haarwurzeln. Du darfst Medikamente nicht eigenmächtig absetzen.
Der diffuse Haarausfall bessert sich in der Regel, wenn die Ursache klar ist - und wenn sie beseitigt wird. Es kann aber mehrere Monate dauern, bis dein Schopf wieder voller wird. Das liegt daran, dass du die Haare in der Ruhe- und Ausfallphase verloren hast. Es müssen sich erst neue bilden.
Anders sieht es nach dem Ende einer Chemo- oder Strahlentherapie aus: Die Haare wachsen wieder, sobald die Behandlung abgeschlossen ist. Das Haar kann dann lockig werden, wenn es vorher glatt war - und umgekehrt.
Beim kreisrunden Haarausfall wachsen die Haare oft innerhalb eines Jahres von selbst nach. Die Hintergründe für diese spontane Selbstheilung sind oft unklar.
Den erblich bedingten Haarausfall kannst du nicht aufhalten, aber manchmal bremsen. In der Apotheke bekommst du Lösungen mit dem Wirkstoff Minoxidil. Dieser wirkt erst nach einigen Monaten. Zudem können Ärzt:innen rezeptpflichtige Mittel verschreiben. Allerdings können diese Nebenwirkungen haben und beispielsweise Potenzstörungen oder Depressionen auslösen.
Wenn du deine Haare kräftigen willst, kannst du die folgenden Tipps befolgen. Sie werden zwar früher oder später trotzdem ausfallen, aber du kannst bestimmten Ursachen vorbeugen.
Vor allem verschiedene Pflanzen sollen Haarausfall bremsen. Du kannst sie ausprobieren, allerdings ist der Erfolg nicht garantiert. Wenn du eine Wirkung erzielen willst, musst du die Mittel regelmäßig nutzen. Verlierst du allerdings viele Haare, solltest du unbedingt medizinische Hilfe suchen.
tags: #wie #viele #haare #verliert #der #mensch
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.