Wie oft ist eine Intimrasur gesundheitlich unbedenklich?

Die Intimrasur ist für viele Menschen ein fester Bestandteil ihrer Körperpflege geworden. Doch wie oft sollte man sich im Intimbereich rasieren, um die Hautgesundheit zu erhalten und Irritationen zu vermeiden? Dieser Frage gehen wir in diesem Artikel auf den Grund.

Körperbehaarung erfüllt heute nicht mehr den Zweck, den Menschen vor Kälte zu schützen. Vielmehr bieten Haare unter den Achseln und im Intimbereich eine kuschelige Angriffsfläche für Bakterien, so Dermatologe Golüke.

Laut Statista gaben 2008 97 Prozent der befragten Frauen und 75 Prozent der befragten Männer an, dass sie sich unter den Achseln rasieren. Wer sich also - wenn auch nur aus ästhetischen Gründen - an ihnen stört, darf Schamhaare und Co. guten Gewissens entfernen.

So gelingt die Intimrasur | Dr. Johannes Wimmer

Risiken und Nebenwirkungen der Intimrasur

Es ist grundsätzlich nicht schädlich, seine Haare an den Beinen, im Intimbereich oder unter den Armen zu rasieren. Dabei wird jedoch die Haut gereizt.

Aber: „Beim Rasieren entstehen Mikroverletzungen, die Eintrittspforten für Erreger darstellen können“, erklärt Golüke. Wenn Frauen und Männer zwischen den Rasuren an den entsprechenden Stellen kleinere Pickel finden, könnte an einer zu oft gebrauchten oder minderwertige Klinge liegen.

„Ist diese stumpf und gleitet nicht reibungslos, muss man noch mehr Druck ausüben. Aus Pickeln und kleineren Entzündungen können sich Furunkel und daraus Abszesse (Eiterbeulen) entwickeln, die schlimmstenfalls zur Blutvergiftung führen. Gleiches betrifft natürlich auch das sogenannte Waxing, also die Haarentfernung mit Wachs oder feiner Zuckerpaste.

Dennoch kann die Prozedur mitunter schädlich für den Körper sein, wie Dermatologe Christoph Liebich erklärt:

  1. Eingewachsene Haare: Durch das Rasieren wird das Haar nicht an der Wurzel entfernt, sondern nur gekürzt. Es ist also ziemlich scharf und kann durch die Bewegung der Beine an der Seite einwachsen.
  2. Infektionen: Auch Infektionen können sich durch das Rasieren übertragen. Der Erreger einer Warze im Genitalbereich wird zum Beispiel so weiterverbreitet und so können weitere Warzen entstehen.
  3. Schutz: Denn von Natur aus sind die Genitalien eigentlich verdeckt. Haare halten hierbei Krankheiten fern. Schamhaare sind eine Barriere für Fremdkörper, Bakterien, Krankheitserreger und auch Schmutz.

Die Intimrasur hat aber auch Vorteile. Sehr unangenehm sind Filzläuse oder auch Schamläuse, die sich im Genitalbereich des Menschen ansiedeln. Die Intimrasur mache es Läusen schwer bis unmöglich sich im Genitalbereich anzusiedeln, sagt Brockmeyer. "Die Haare, die Läuse zur Vermehrung brauchen, sind einfach nicht da.

Tipps für eine schonende Intimrasur

Damit man nach der Intimrasur eine Haut ohne Rötungen, Entzündungen und kleine Pickel hat, sollte man einige Dinge bei der Haarentfernung beachten. Hier ist eine Anleitung mit den wichtigsten Tipps für die Intimrasur:

  1. Der passende Rasierer: Verwenden Sie für die zarte Haut im Intimbereich am besten einen Rasierer, der einen Schwingkopf und maximal drei Klingen hat. Wechseln Sie die Klingen regelmäßig aus.
  2. Vorbereitung: Kürzen Sie die Schamhaare vor der Rasur mit einer Nagelschere. Rasieren Sie die Schamhaare nicht zu Beginn des Duschens, sondern erst, wenn Sie schon ein paar Minuten unter der Brause stehen oder wenn Sie ein Bad genommen haben.
  3. Rasierschaum: Tragen Sie vor der Intimrasur einen Rasierschaum oder -gel auf und lassen Sie es kurz einwirken. Verwenden Sie zudem keinen Rasierschaum für die männliche Gesichtshaut, dieser ist schärfer und kann die empfindliche Haut im Intimbereich reizen.
  4. Rasurtechnik: Ziehen Sie die Hautstelle, die Sie rasieren möchten, etwas straff. Rasieren Sie die Haare immer in Wuchsrichtung, also von außen nach innen und nach unten. Führen Sie die Rasierbewegung nicht schnell, sondern langsam, gleichmäßig und vorsichtig durch und üben sie nur sanften Druck aus.
  5. Nachsorge: Spülen Sie die rasierten Haare mit einem kühlen Duschstrahl ab. Achten Sie darauf, den Rasierschaum vollständig zu entfernen.

Klare Antwort: Wer Hautreizungen, rote Punkte und Pickel vermeiden will, sollte nass rasieren. Durch das Wasser weichen die Haare auf und sie lassen sich besser entfernen als bei einer Trockenrasur.

Auch die Pflege nach der Intimrasur ist wichtig, um Hautreizungen, Rötungen und kleine Pickel zu vermeiden. Achten Sie nach der Haarentfernung auf folgende Maßnahmen:

  • Wenn Sie mit der Rasur fertig sind, tupfen Sie den betroffenen Bereich vorsichtig mit einem weichen, sauberen Handtuch trocken.
  • Cremen Sie die Haut nach der Intimrasur ein. Welches Pflegeprodukt Sie verwenden, hängt von Ihrem Hauttyp ab. Es sollte auf keinen Fall Duftstoffe und Alkohol enthalten.
  • Sie können auch eine Wundcreme oder ein Körperöl verwenden. Nach der Intimrasur können Sie zudem etwas Babypuder auf den betroffenen Hautbereich (den Genitalbereich aussparen) geben. Dies kann Reizungen und Rasurpickel vermeiden.
  • Tragen Sie möglichst Unterwäsche aus Baumwolle. Slips aus Synthetik sind weniger atmungsaktiv, der Schweiß bleibt länger auf der oberen Hautschicht liegen und stellt einen Nährboden für Bakterien dar.
  • Rasieren Sie sich am besten abends vor dem Schlafengehen und tragen Sie während der Nacht keine enganliegende Kleidung, sondern einen lockeren Pyjama oder ein Nachthemd.

Ist die Haut im Intimbereich nach der Rasur gereizt und gerötet (sogenannter Rasurbrand) oder treten kleine Pickel auf, können Sie eine kalte Kompresse auf die gereizte Hautstelle legen. Sie reduziert die Rötung und kann Pickel verhindern. Ein Aloe Vera-Gel hilft ebenfalls gegen die Symptome. Es beruhigt die Hautirritationen und wirkt entzündungshemmend. Alternativ können Sie eine Zinksalbe bzw. Wund- und Heilsalbe verwenden, um die Beschwerden zu lindern und die Pickel loszuwerden.

Mittlerweile entfernen sich jedoch viele die Schamhaare lieber - und nutzen dafür ganz unterschiedliche Mehtoden. Egal ob waxen, rasieren oder epilieren: Bereits kleinste Verletzungen der Haut können das Infektionsrisiko für Geschlechtskrankheiten erhöhen.

7.570 freiwilligen Probanden zwischen 18 und 65 Jahren nahmen an der Studie teil und wurden in diesem Zusammenhang zu ihren Haarentfernungsgewohnheiten und damit einhergehenden Verletzungen befragt. Das Ergebnis: 66,5 Prozent der teilnehmenden Männer und 85,3 Prozent der Frauen entfernten ihre Schambehaarung. Davon verletzten sich 1.430, also mehr als ein Viertel (25,6 Prozent) dabei.

Dabei hat uns die Evolution Scham- und auch Achselbehaarung mitgegeben, damit diese die Sekrete unserer Duftdrüsen, sogenannte Pheromone, aufnehmen und eine "öffentlichkeitswirksame" Verdunstung bewirken. Der dabei entstehende, ganz individuelle Körpergeruch sollte nonverbale Botschaften, unter anderem Paarungsbereitschaft, aussenden.

Das dichte Schamhaar beschleunigt durch die Oberfläche der vielen Haare die Verdunstung, was Kühlung und Belüftung bewirkt.

Wie oft sollte man sich rasieren?

Da die Schamhaare in der Regel rasch nachwachsen und sich innerhalb weniger Tage kleine Haarstoppeln im Intimbereich bilden, stellt sich die Frage, wie oft man die Intimrasur durchführen sollte. Das hängt vom Zustand der Haut und der persönlichen Präferenz ab. Eine normale Haut verträgt in der Regel alle zwei bis drei Tage eine Rasur im Intimbereich.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Um sehr sensible Haut zu behandeln, können Sie auch eine Wundcreme oder ein Körperöl verwenden. Nach der Intimrasur können Sie zudem etwas Babypuder auf den betroffenen Hautbereich (den Genitalbereich aussparen) geben. Dies kann Reizungen und Rasurpickel vermeiden.

Polnische Forscher der Universität Krakau machten sich auf die Suche nach weiteren Faktoren, die UTI fördern. Dabei wurden sie auf den Umstand aufmerksam, dass bei Männern ein Bart oder die Kopfbehaarung das Wachstum pathogener Bakterien hemmen könnte, während glatt rasierte Männer mit 10% höherer Wahrscheinlichkeit pathogene Bakterien aufweisen. Stellt also die Behaarung einen Schutz vor pathogenen Keimen dar? Und wenn ja: gilt dies auch für den Genitalbereich?

Die Krakauer Wissenschaftler schließen aus ihren Ergebnissen, dass Frauen mit ihrer Schambehaarung auch eine wichtige mikrobielle Nische und damit einen Schutz vor wiederkehrenden Harnwegsinfektionen beseitigen.

Es ist doch paradox. Dicker Bizeps, Knackarsch, laktosefrei und veganer Lifestyle - so leben derzeit viele Leute. Aber bitte ohne Haare.

Dabei machen uns Haare doch erst individuell. Sie sind bei jedem unterschiedlich in Farbe, Form und Wuchs. Das gängige Schönheitsideal ist jedoch ein anderes. Wenig Schamhaare, wenig Fett, perfekt in Shape ist angesagt. Da stehen wir dann, glattrasiert, und sehen alle gleich aus. Wie eintönig!

Tabelle: Vor- und Nachteile der Intimrasur

Vorteile Nachteile
Gefühl von Sauberkeit und Frische Hautirritationen, Rötungen, Pickel
Ästhetisches Empfinden Eingewachsene Haare
Erleichterung der Intimhygiene Infektionsrisiko bei Verletzungen
Erschwerte Ansiedlung von Läusen Mögliche Beeinträchtigung der natürlichen Schutzfunktion der Schambehaarung

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