Wie oft Intimbereich rasieren: Gesundheitliche Aspekte und Empfehlungen

Die Intimrasur ist ein weit verbreitetes Schönheitsritual, doch wie oft sollte man sie durchführen, um die Gesundheit nicht zu gefährden? Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile der Intimrasur und gibt Empfehlungen für eine schonende Haarentfernung.

Die Rolle der Schamhaare

Schamhaare dienen als Barriere gegen Fremdkörper, Bakterien, Krankheitserreger und Schmutz. Sie können das Risiko von Infektionen minimieren und Verletzungen beim Sex durch Reibung verhindern. Ursprünglich schützten die Schamhaare den Intimbereich vor äußeren Einflüssen.

Einige Ärzte gehen davon aus, dass angesichts unseres heutigen Lebensstils die Behaarung keine Schutzfunktion mehr hat. Doch im Laufe der Geschichte kam vielfach der Wunsch auf, diese Körperregion möge eher haarlos sein.

Risiken der Intimrasur

Das Rasieren im Intimbereich kann zu verschiedenen Problemen führen:

  • Juckreiz durch gereizte Haut
  • Kleinere und größere Schnitte
  • Ausgetrocknete Haut
  • Eingewachsene Haare
  • Entzündungen
  • Im schlimmsten Fall Narbenbildung

Das Entfernen der Schamhaare kann die Verteilung von Papillomviren erleichtern, die Genitalwarzen verursachen können. Auch beim Epilieren, also dem Herausrupfen der Haare mitsamt der Wurzel, kann es zu Entzündungen kommen. Nachwachsende Haare können einwachsen und unter der Haut weiterwachsen.

Haarentfernung im Intimbereich: Die besten Methoden

Laut Dermatologe Norbert Brockmeyer ist nicht das Fehlen der Haare das Problem, sondern die Haarentfernung selbst. Erreger können zu Entzündungen und Eiterbildungen an den Haarschächten führen.

Eine US-Studie zeigte, dass bei Frauen und Männern, die sich den Intimbereich rasierten, ein erhöhtes Risiko für bestimmte Geschlechtskrankheiten bestand. So infizierten sich die Teilnehmer häufiger mit Herpes, Syphilis, Chlamydien oder auch Tripper (Gonorrhö).

Vorteile der Intimrasur

Trotz der Risiken hat die Intimrasur auch Vorteile. Sie erschwert es Läusen, sich im Genitalbereich anzusiedeln, da die Haare, die sie zur Vermehrung benötigen, fehlen. Zudem kann die Intimrasur die Intimhygiene verbessern, da Schamhaare schwer von Krankheitserregern zu befreien sein können.

Häufigkeit der Intimrasur

Wie oft man die Intimrasur durchführen sollte, hängt vom Zustand der Haut und der persönlichen Präferenz ab. Eine normale Haut verträgt in der Regel alle zwei bis drei Tage eine Rasur im Intimbereich.

Tipps für eine schonende Intimrasur

Um Hautreizungen und andere Probleme zu vermeiden, sollte man bei der Intimrasur einige Dinge beachten:

  • Verwenden Sie einen Rasierer mit Schwingkopf und maximal drei Klingen.
  • Wechseln Sie die Klingen regelmäßig aus.
  • Kürzen Sie die Schamhaare vor der Rasur mit einer Nagelschere.
  • Rasieren Sie erst nach dem Duschen oder Baden, wenn Haut und Haare aufgeweicht sind.
  • Tragen Sie Rasierschaum oder -gel auf, das speziell für die Intimrasur geeignet ist.
  • Ziehen Sie die Hautstelle, die Sie rasieren möchten, etwas straff.
  • Rasieren Sie die Haare immer in Wuchsrichtung.
  • Führen Sie die Rasierbewegung langsam, gleichmäßig und vorsichtig durch.
  • Spülen Sie die rasierten Haare mit einem kühlen Duschstrahl ab.
  • Cremen Sie die Haut nach der Intimrasur ein.
  • Tragen Sie Unterwäsche aus Baumwolle.

Eine glatt rasierte Haut in der Bikinizone gilt für viele als Schönheitsideal bei beiden Geschlechtern. 88 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer in Deutschland entfernen sich die Haare im Intimbereich teilweise oder komplett, ergab eine Studie der Universität Leipzig.

Was tun bei Rasierpickeln und Rötungen?

Bei gereizter Haut, Rötungen oder kleinen Pickeln können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Legen Sie eine kalte Kompresse auf die gereizte Hautstelle.
  • Tragen Sie ein Aloe Vera-Gel auf.
  • Verwenden Sie eine Zinksalbe bzw. Wund- und Heilsalbe.
  • Vermeiden Sie es, an den Pickelchen herumzudrücken.

Intimrasur im Wandel der Zeit

Intimrasur ist keine Erfindung aus den letzten Jahren. Schon die alten Ägypter haben den Intimbereich rasiert. Sie hatten allerdings keinen Einweg- oder Elektrorasierer, und auch kein Epiliergerät. Vor einigen tausend Jahren waren die Menschen offenbar auch nicht gerade zimperlich.

Die Ägypter enthaarten sich mit einem groben Bronzemesser oder mit Bienenwachs, um glatte, haarlose Haut zu bekommen. Die Römer standen den Ägyptern in nichts nach. Haarlose Haut gehörte auch bei ihnen zum Schönheitsideal. Und auch eine ziemlich gefährliche Methode kam zum Einsatz.

Mit arsenhaltigen Substanzen versuchten die Frauen behaarte Körperstellen wie etwa die Genitalien, zu behandeln. Die Stoffe, die sie dafür verwendeten sind dem sogenannten Orpiment ähnlich. Dieses hochgiftige Mineral ätzt die Haare weg und ist entsprechend gefährlich.

Das Schneiden der Schamhaare kam Ende des 19. Jahrhunderts in Mode, vor allem in Europa. Dann aber, in den siebziger Jahren galt Natur als Schönheitsideal, also blieben die Schamhaare unberührt. Sie konnten ungehindert wachsen.

Als Schönheitsideal bei Mädchen und bei Jungen gilt mittlerweile: Haare gehören nicht auf die Genitalien.


Aspekt Vorteile Nachteile
Hygiene Kann Intimhygiene verbessern, erschwert Ansiedlung von Läusen Kann natürliche Schutzbarriere entfernen, erhöhtes Risiko für Geschlechtskrankheiten
Haut - Juckreiz, Schnitte, eingewachsene Haare, Entzündungen, Narbenbildung
Psychologisch Entspricht Schönheitsideal, gesteigertes Körpergefühl -

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