So oft sollten Sie fettige Haare waschen: Tipps und Tricks

Wenn schlaffe, fettige Strähnen trotz aller Bemühungen zum Dauerzustand werden und auch das aufwändigste Styling keine Wirkung mehr zeigt, sorgt das oft für verzweifelte Gesichter. Fettiges Haar wirkt ungepflegt und wird von vielen als Schönheitsmakel gesehen. Dabei ist es eigentlich das Ergebnis eines ganz natürlichen Vorgangs: Die Haarwurzel ist mit Talgdrüsen ausgestattet, die Fett (auch Talg oder Sebum genannt) produzieren. Produzieren die Drüsen zu viel Talg, ist fettiges Haar die Folge. Dadurch können Schuppenbildung und eventuell auch Haarausfall begünstigt werden.

Mögliche Ursachen für fettige Haare sind eine erbliche Veranlagung, eine ungesunde Ernährung, die Einnahme von Medikamenten oder eine unsachgemäße Pflege der Haare. Hier erfahren Sie was Sie gegen schnell fettende Haare tun können und welche Tipps am besten helfen.

5 Tipps gegen fettige Haare

Ursachen für fettige Haare

Warum werden Haare fettig und was kann man dagegen machen? Fettiges Haar entsteht, wenn die Talgdrüsen in den Haarwurzeln zu viel Fett produzieren. Dieser lässt die Haare schnell strähnig aussehen. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Fettige Haare sind prinzipiell gesund sowohl für die Struktur des Haares als auch für die Kopfhaut. Produzieren die Talgdrüsen aber übermäßig viel Fett, so stecken möglicherweise unterschiedliche Ursachen dahinter.

Die Aktivität der Talgdrüsen, sprich die Talgproduktion, unterliegt verschiedensten Einflüssen. In vielen Fällen sind unsere Hormone Schuld an öliger (Kopf-)Haut und fettigen Haaren.

Hier eine Übersicht der häufigsten Ursachen:

  • Falsche Ernährung: Meiden Sie Lebensmittel, die die Talgproduktion anregen. Schlechte Ernährung mit beispielsweise zu viel Zucker, Fett und raffinierten Kohlenhydraten steht in direktem Zusammenhang, fettiges Haar auszulösen.
  • Falsche Hygiene: Reinigen Sie Ihre Haarbürste von Zeit zu Zeit, da sich dort sonst Dreck und alter Talg absetzen. Wenn Sie frisch gewaschene Haare damit kämmen, erscheinen sie anschließend möglicherweise wieder fettig.
  • Stress: Studien zeigen, dass Stress einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Haut nimmt und mitunter auch für eine ölige Kopfhaut verantwortlich ist. Unter Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Dieses aktiviert die Sebozyten, das sind jene Zellen, die den Talg produzieren.
  • Hormone: Weibliche wie auch männliche Hormone nehmen Einfluss auf die Talgproduktion. Androgene, das sind die männlichen Sexualhormone, regen die Produktion der Talg produzierenden Drüsen an, während weibliche Geschlechtshormone, etwa Östrogen, das Gegenteil bewirken.
  • Genetische Ursachen: Erblich bedingte Faktoren führen dazu, dass bei einigen Menschen von Natur aus mehr Öl produziert wird als bei anderen, da deren Talgdrüsen besonders aktiv arbeiten.
  • Einnahme von Medikamenten: Das könnte auch an Medikamenten liegen, die Sie einnehmen - darunter vor allem Hormonpräparate. Bei Unsicherheiten holen Sie sich dazu am besten ärztlichen Rat ein.
  • Erhöhte Schweißproduktion: Je höher die Schweißproduktion ist, desto flüssiger wird der Talg. Er verteilt sich dadurch leichter über die jeweilige Hautpartie und die Haare sind gefühlt immer fettig.

Wie oft sollte man fettige Haare waschen?

Ein weitverbreiteter Irrglaube: Häufiges Waschen rege die Neubildung von Fett an. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Fettiges Haar sollte häufiger gewaschen werden - bei Bedarf sogar täglich. Denn mit jeder Haarwäsche werden die Talgdrüsen nahezu „ausgequetscht“ und verlieren so Stück für Stück etwas mehr Fett.

Die Frage, wie oft man seine Haare waschen sollte, sorgt für jede Menge Diskussion. Die Antwort ist nicht ganz einfach, da sie stark von Deinem Haartyp, Deiner Kopfhaut und Deinem Lifestyle abhängt. Fettet Dein Haar jedoch schnell nach, ist es sogar wichtig, die Haare jeden Tag zu waschen, da überschüssiger Talg die Poren verstopfen und die Kopfhaut reizen kann.

Tipps für die tägliche Haarpflege

  • Verwenden Sie für die Haarwäsche lauwarmes Wasser und ein mildes, entfettendes Shampoo.
  • Waschen Sie schnell fettendes Haar möglichst morgens.
  • Spülen Sie die Haare mit Kamillentee, Brennnesseltee oder schwarzem Tee.
  • Massieren Sie das Shampoo am Ansatz gründlich ein, die Haarspitzen sollten Sie jedoch aussparen.
  • Befreien Sie die Kopfhaut ab und an von überschüssigem Fett mit Heilerde aus der Apotheke.
  • Kämmen Sie Ihre Haare mit einem Kamm statt einer Bürste.
  • Greifen Sie nicht ständig in Ihr Haar.

Die richtige Anwendung macht’s!

Die speziellen Shampoos für schnell fettendes Haar haben meist eine nachhaltig entfettende Wirkung. Deshalb sollten Sie beim Haarewaschen Folgendes beachten:

Extrakte aus Eukalyptus, Minze oder Rosmarin helfen gegen schnelles „Nachfetten“. Manche Shampoos enthalten zudem Tonerde, die das Fett absorbiert.

Hilfreiche Produkte und Inhaltsstoffe

Wenn Sie ständig fettige Haare haben, sollten Sie auf spezielle Pflegeprodukte für fettiges Haar zurückgreifen. Sie enthalten oft Meerestang oder Kräuter wie Schachtelhalm, Rosmarin, Huflattich, Brennnessel, Kamille oder Salbei. So wird die Fettbildung reguliert und die Kopfhaut beruhigt. Auch medizinische Teer-Shampoos können den Fettgehalt regulieren.

Gegen fettige Haare stellen Kräuterextrakte wie Rosmarin, Kamille, Schachtelhalm oder Schafgarbe eine schnelle Hilfe dar. Diese reduzieren die Fettbildung und wirken beruhigend auf die Kopfhaut. Es eignen sich spezielle Produkte mit antibakteriellen und antimykotischen Wirkstoffen.

Empfohlene Inhaltsstoffe:

  • Apfelessig
  • Kamillentee
  • Brennnesseltee
  • Schwarzer Tee
  • Heilerde

Hausmittel gegen fettige Haare

Ihre Haare fetten schnell? Sie möchten dies gern auf natürliche Weise ändern? Probieren Sie die folgenden Hausmittel aus - einige davon helfen sogar, ohne dass Sie Ihre Haare zuvor extra waschen müssen.

  • Babypuder: Soforthilfe leistet Babypuder, denn er saugt den überschüssigen Talg auf. Geben Sie hierzu etwas von dem Produkt auf Ihre Kopfhaut sowie den Haaransatz und klopfen Sie es sanft ein. Bürsten Sie anschließend das überschüssige Puder wieder aus dem Haar.
  • Olivenöl: Bei fettigen Haaren hilft eine Kur mit Olivenöl, da dieses die Talgdrüsen beruhigt und diese weniger Öl produzieren. Massieren Sie das Olivenöl in die Kopfhaut ein, kämmen Sie nach zehn Minuten die Haare durch und waschen Sie das Öl anschließend gründlich aus.
  • Apfelessig: Probieren Sie es mit Apfelessig, denn auch dieser hilft gegen fettige Haare. Geben Sie einen Esslöffel von der Spülung zu 250 Millilitern Wasser und spülen Sie Ihr Haar nach dem Waschen damit.
  • Backpulver: Aus einem Esslöffel Backpulver und drei Esslöffeln Wasser entsteht eine alkalische Mischung, die gut überschüssigen Talg aufsaugt. Nach dem Auftragen der Paste auswaschen nicht vergessen.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Weitere Tipps und Tricks

Neben der richtigen Pflege kommt es jedoch auch auf das Know-how für die Anwendung an.

Was Sie tun können

  • Verwenden Sie Pflege- und Styling-Produkte nur sehr sparsam.
  • Vergessen Sie außerdem nicht, Ihren Kissenbezug regelmäßig zu waschen - am besten wöchentlich.
  • Rubbeln Sie Ihre Haare nicht zu stark trocken, sondern drücken Sie sie nur sanft aus.
  • Föhnen Sie nicht mit heißer Temperatur und nur mit Abstand. Im Optimalfall lassen Sie Ihre Haare lufttrocknen.
  • Nutzen Sie Produkte nur vorübergehend, die Teere, Salicylate oder Schwefel enthalten.

Was Sie vermeiden sollten

  • Vermeiden Sie es, die Fingernägel in die Kopfhaut zu graben - das richtet mehr Schaden an, als es nützt.
  • Bürsten und kämmen Sie Ihre Haare nicht zu häufig, da Sie dabei das Fett von der Kopfhaut in den Haaren verteilen.
  • Bloß nicht lufttrocknen lassen: Denn bleibt das Haare lange feucht, können Keime wachsen, was zu unangenehmen Gerüchen führen kann.

Haare ausfetten lassen: So funktioniert der Trend

Bei dem Versuch, die Haare ausfetten zu lassen, werden die Haare - obwohl sie fettig sind - erst zu einem späteren Zeitpunkt als gewöhnlich gewaschen, sprich mit größerem Zeitabstand. Die gemeinsame Idee aller Methoden ist, die Haare an selteneres Waschen zu gewöhnen und dadurch zu erreichen, dass sich die Talgproduktion an den neuen Waschrhythmus anpasst.

Welche positiven Wirkungen hat es, die Haare ausfetten zu lassen?

Eine seltenere Haarwäsche kann durchaus positive Effekte haben. Zu häufiges Haarewaschen kann nämlich die Kopfhaut reizen und austrocknen. Wer zusätzlich zu einem aggressiven Shampoo greift, kann der Kopfhaut durch längere Waschpausen daher etwas Gutes tun. Angegriffene Kopfhaut hat dann die Möglichkeit, sich zu beruhigen und regenerieren. Wie bereits erklärt, hat Talg immerhin auch eine schützende Funktion und kann dabei helfen, die Hautbarriere zu reparieren. Eine gestärkte, ausgeglichene Kopfhaut kann dann wiederum (bis zu einem gewissen Grad) zu einer Verminderung der Talgproduktion beitragen.

Welche negativen Wirkungen hat es, die Haare ausfetten zu lassen?

Nicht jede:r profitiert von dem Versuch, die Haare ausfetten zu lassen. Ganz im Gegenteil können dabei auch Probleme auftreten. Wenn sich durch die seltenere Haarwäsche nämlich Dreck, Schmutz, Schweiß oder Stylingprodukte (z.B. Haarspray) auf der Kopfhaut ansammeln, kann es zu Hautirritationen kommen. Bei dem Selbstexperiment, die Haare ausfetten zu lassen, solltest Du dementsprechend darauf achten, dass Deine Haare so sauber wie möglich bleiben, u. a. indem Du auf den täglichen Gebrauch von Haarspray & Co. verzichtest. Neben Hautreizungen und -irritationen können außerdem auch Infektionen oder Ekzeme auftreten. Auf fettiger Kopfhaut fühlen sich bestimmte Pilze und Bakterien nämlich besonders wohl. Das seborrhoische Ekzem wird beispielsweise durch eine Überbesiedlung mit Hefepilzen verursacht, die sich von Talg auf der Kopfhaut ernähren. Bei typischen Anzeichen für ein Ekzem oder eine Entzündung, wie plötzlicher Juckreiz und Schuppungen der Kopfhaut, solltest Du das Experiment „Haare ausfetten“ abbrechen.

Für wen der Selbstversuch (nicht) geeignet ist

Wenn Du feststellst, dass eine seltenere Haarwäsche Deinen Haaren nicht schadet oder bestenfalls sogar guttut, sparst Du immerhin auch an Zeit, Nerven und Wasser. Es gibt jedoch einige gute Gründe, die gegen die Methode sprechen. Vor allem, wenn Du in Vergangenheit schon einmal ein Ekzem, Ausschlag, Schuppen oder eine Infektion der Kopfhaut hattest, ist das Risiko von unerwünschten Hautreaktionen hoch. In diesem Fall empfehlen wir Dir stattdessen, zunächst die Ursache Deiner fettigen Haare abzuklären, sodass eine für Dich geeignete Behandlung und entsprechende Pflegeprodukte bestimmt werden können.

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