Einige Menschen stellen im Herbst und Winter vermehrten Haarausfall fest. Plötzlich finden sich mehr Haare in der Bürste oder auf dem Kopfkissen - doch ist das wirklich Grund zur Sorge? Dieser Artikel beantwortet die häufigsten Fragen und gibt praktische Tipps zur Vorbeugung.
Haarausfall im Herbst ist ein weit verbreitetes Phänomen.
Ja, es stimmt. Um sich im Sommer vor der stärkeren Sonnen- und UV-Einstrahlung zu schützen, gehen überdurchschnittlich viele Haarfollikel von der Wachstumsphase in die Ruhephase über und fallen dann nach ein paar Wochen - also im Herbst - aus.
Auch wenn es einem etwas viel vorkommen mag, ist es tatsächlich völlig normal am Tag zwischen 50 und 100 Haare zu verlieren. Die Anzahl der ausfallenden Haare kann dazu saisonal bedingt für einige Wochen bis wenige Monate etwas schwanken.
Der verstärkte Haarausfall ist also eigentlich ein Haarwechsel, der sich von selbst wieder reguliert. Die verlorenen Haare wachsen aber direkt wieder nach.
Es gibt naheliegende Ursachen, die den Haarausfall im Herbst begünstigen.
Gegen Ende des Sommers und im Herbst befinden sich auffällig viele Haare gleichzeitig in der Ruhephase (Telogenphase). Das liegt oft daran, dass die Haarwurzeln im Sommer stark beansprucht werden - durch intensive UV-Strahlung, häufiges Baden in chlor- oder salzhaltigem Wasser und hohe Temperaturen.
UV-Strahlung, Chlorwasser und Stress können Haarausfall begünstigen.
Die Phase des vermehrten Haarausfalls normalisiert sich nach einigen Wochen von selbst. Der saisonale Haarausfall dauert in der Regel etwa sechs bis acht Wochen.
In manchen Fällen kann es jedoch bis zu einem Jahr dauern, bis das volle Volumen zurückkehrt. Erste Anzeichen neuen Haarwuchses zeigen sich meist nach drei bis sechs Monaten.
Frauen sind aufgrund hormoneller Schwankungen und längerer Haarzyklen häufiger betroffen als Männer. Saisonaler Haarausfall kann aber bei beiden Geschlechtern auftreten.
Um saisonalen Haarausfall zu minimieren, ist eine nährstoffreiche Ernährung von großer Bedeutung. Besonders Vitamin D, Eisen, Zink und Biotin fördern die Gesundheit der Haarwurzeln und stabilisieren den Haarzyklus. Haarausfall im Herbst und Winter kann häufig durch einen Mangel an genau diesen Nährstoffen begünstigt werden.
Sonnenlicht - selbst im Winter - bleibt die beste natürliche Quelle für Vitamin D. Spaziergänge an sonnigen Tagen, Kurzurlaube in sonnigen Regionen oder kontrollierte Besuche im Solarium können helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und somit auch den Haarzyklus zu unterstützen.
Kälte, trockene Luft und starke Temperaturunterschiede setzen dem Haar zusätzlich zu. In beheizten Innenräumen trocknet die Kopfhaut schneller aus, während die kalte Außenluft die Haarstruktur strapaziert. Daher ist eine angepasste Haarpflegeroutine im Winter unerlässlich.
Ernährung, Pflege, Vermeiden von Mangelzuständen, Stressvermeidung, Sport: All dies kann die Haarfollikel stärken und widerstandsfähiger gegen die Ursachen des Haarausfalls machen.
Es gibt weitere Therapiemöglichkeiten, die speziell gegen Haarausfall entwickelt wurden. Sie stärken Haarfollikel und Kopfhaut durch spezielle Wirkstoffe oder regen die Selbstheilungskräfte an. Diese können je nach Situation auch präventiv sinnvoll sein, wenn dies nach ärztlicher Beratung bestätigt wird.
Ein mildes Shampoo kann helfen, die Kopfhaut zu beruhigen.
Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist auch für das Haarwachstum von großer Bedeutung. Frische und unverarbeitete Lebensmittel liefern die notwendigen Nährstoffe für die Gesundheit der Haarfollikel und die Kopfhaut. Die darin enthaltenen Vitamine, Mineralien und Proteine fördern die Zellregeneration, stärken die Haarstruktur und verbessern die Durchblutung der Kopfhaut.
Hier eine Auswahl an “Hair Foods”, die du gerade im Herbst vermehrt essen kannst:
Sollte aber auffallen, dass man über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Haare verliert, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache des verstärkten Haarausfalls zu ermitteln. Hält der Haarausfall über einen längeren Zeitraum (mehr als 8 bis 12 Wochen) bis zum Frühjahr/Sommer an, kann dies auf eine ernste Ursache hinweisen, insbesondere wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen.
Auch Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder sichtbare kahle Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der Haarausfall behandlungsbedürftig sein könnte. Ein ungleichmäßiges Ausfallmuster, beispielsweise an der Stirn, am Oberkopf oder in Form von kreisrunden kahlen Stellen, sollte ebenfalls fachärztlich untersucht werden.
Die oben genannten Symptome können ein Hinweis auf eine andere Form des Haarausfalls wie z.B. androgenetische Alopezie, Krankheiten oder Hauterkrankungen sein.
Wenn der Haarausfall immer wiederkehrt, kann man schon im Sommer ab Juni Vorkehrungen treffen und in die Sprechstunde gehen. Zusätzlich zum Behandlungsplan mit Pflegemitteln und Nahrungsergänzung planen wir gerne eine Mesotherapie, bei der man in die Kopfhaut kleine Injektionen aus Vitaminen und Proteinen verabreicht. Damit können die Haarwurzeln über mehrere Monate optimal gestärkt werden.
Infrage kommt bspw. unsere PRP-Therapie (inkl. Mesotherapie und Lasertherapie) oder bei Mangelerscheinungen eine Infusionstherapie.
Bei stärkerem Haarausfall kann der Einsatz von Medikamenten wie Minoxidil und Finasterid hilfreich sein, um das Haarwachstum zu fördern. Darüber hinaus bietet die Platelet-Rich Plasma (PRP) Therapie eine vielversprechende Methode zur Stärkung der Haarwurzeln und zur Förderung neuer Haarschäfte. Bei dieser modernen Technik wird dem Patienten Blut entnommen und zentrifugiert, um das Plasma mit einer hohen Konzentration an Wachstumsfaktoren zu gewinnen. Dieses Plasma wird dann in die Kopfhaut injiziert.
Es gibt viele Mythen über Haarausfall, die nicht alle der Wahrheit entsprechen. Hier sind einige Beispiele:
| Nährstoff | Wirkung | Lebensmittelquellen |
|---|---|---|
| Vitamin D | Fördert das Haarwachstum | Fisch, Eier, Pilze |
| Eisen | Wichtig für die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel | Spinat, Linsen, rotes Fleisch |
| Zink | Unterstützt die Zellteilung und das Haarwachstum | Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte |
| Biotin | Stärkt die Haarstruktur | Eier, Nüsse, Süßkartoffeln |
| Omega-3-Fettsäuren | Reduzieren Entzündungen und stärken die Haarfollikel | Lachs, Walnüsse, Leinsamen |
tags: #Dauer #Herbst #Haarausfall
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