Saisonaler Haarausfall im Herbst: Ursachen, Dauer und was Sie dagegen tun können

Einige Menschen stellen im Herbst und Winter vermehrten Haarausfall fest. Plötzlich finden sich mehr Haare in der Bürste oder auf dem Kopfkissen - doch ist das wirklich Grund zur Sorge? Dieser Artikel beantwortet die häufigsten Fragen und gibt praktische Tipps zur Vorbeugung.

Haarausfall im Herbst ist ein weit verbreitetes Phänomen.

Ist es normal, im Herbst mehr Haare zu verlieren?

Ja, es stimmt. Um sich im Sommer vor der stärkeren Sonnen- und UV-Einstrahlung zu schützen, gehen überdurchschnittlich viele Haarfollikel von der Wachstumsphase in die Ruhephase über und fallen dann nach ein paar Wochen - also im Herbst - aus.

Auch wenn es einem etwas viel vorkommen mag, ist es tatsächlich völlig normal am Tag zwischen 50 und 100 Haare zu verlieren. Die Anzahl der ausfallenden Haare kann dazu saisonal bedingt für einige Wochen bis wenige Monate etwas schwanken.

Der verstärkte Haarausfall ist also eigentlich ein Haarwechsel, der sich von selbst wieder reguliert. Die verlorenen Haare wachsen aber direkt wieder nach.

Ursachen für saisonalen Haarausfall im Herbst

Es gibt naheliegende Ursachen, die den Haarausfall im Herbst begünstigen.

  • Sonnenstrahlung: Im Sommer ist die Kopfhaut intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt. UV-Strahlen können die Haarwurzeln stressen und dazu führen, dass die Haare früher in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten.
  • Vitamin D-Mangel: In den Herbst- und Wintermonaten nimmt die Sonneneinstrahlung deutlich ab und damit auch die körpereigene Produktion von Vitamin D. Vitamin D ist wichtig für die Funktion der Haarfollikel und das Zellwachstum.
  • Hormonelle Veränderungen: Die jahreszeitlich bedingte Ausschüttung von Hormonen wie Melatonin beeinflusst den Haarzyklus. Durch das geringere Tageslicht schüttet der Körper mehr Melatonin aus, was nicht nur den Schlaf beeinflusst, sondern auch Wachstumsprozesse verlangsamen kann - darunter möglicherweise auch die Aktivität der Haarfollikel.
  • Evolutionsbiologische Gründe: Zudem wird vermutet, dass saisonale Schwankungen beim Haarwachstum evolutionsbiologisch bedingt sein könnten. Laut Forschungen von Dominique Michel Courtois könnten diese Veränderungen Überreste eines ursprünglichen Fellwechsels sein, der bei unseren Vorfahren für besseren Schutz im Sommer und Haarwechsel im Herbst sorgte.

Gegen Ende des Sommers und im Herbst befinden sich auffällig viele Haare gleichzeitig in der Ruhephase (Telogenphase). Das liegt oft daran, dass die Haarwurzeln im Sommer stark beansprucht werden - durch intensive UV-Strahlung, häufiges Baden in chlor- oder salzhaltigem Wasser und hohe Temperaturen.

UV-Strahlung, Chlorwasser und Stress können Haarausfall begünstigen.

Wie lange dauert der Haarausfall im Herbst?

Die Phase des vermehrten Haarausfalls normalisiert sich nach einigen Wochen von selbst. Der saisonale Haarausfall dauert in der Regel etwa sechs bis acht Wochen.

In manchen Fällen kann es jedoch bis zu einem Jahr dauern, bis das volle Volumen zurückkehrt. Erste Anzeichen neuen Haarwuchses zeigen sich meist nach drei bis sechs Monaten.

Wer ist betroffen?

Frauen sind aufgrund hormoneller Schwankungen und längerer Haarzyklen häufiger betroffen als Männer. Saisonaler Haarausfall kann aber bei beiden Geschlechtern auftreten.

Was kann man gegen saisonalen Haarausfall tun?

Um saisonalen Haarausfall zu minimieren, ist eine nährstoffreiche Ernährung von großer Bedeutung. Besonders Vitamin D, Eisen, Zink und Biotin fördern die Gesundheit der Haarwurzeln und stabilisieren den Haarzyklus. Haarausfall im Herbst und Winter kann häufig durch einen Mangel an genau diesen Nährstoffen begünstigt werden.

Sonnenlicht - selbst im Winter - bleibt die beste natürliche Quelle für Vitamin D. Spaziergänge an sonnigen Tagen, Kurzurlaube in sonnigen Regionen oder kontrollierte Besuche im Solarium können helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und somit auch den Haarzyklus zu unterstützen.

Kälte, trockene Luft und starke Temperaturunterschiede setzen dem Haar zusätzlich zu. In beheizten Innenräumen trocknet die Kopfhaut schneller aus, während die kalte Außenluft die Haarstruktur strapaziert. Daher ist eine angepasste Haarpflegeroutine im Winter unerlässlich.

Ernährung, Pflege, Vermeiden von Mangelzuständen, Stressvermeidung, Sport: All dies kann die Haarfollikel stärken und widerstandsfähiger gegen die Ursachen des Haarausfalls machen.

Es gibt weitere Therapiemöglichkeiten, die speziell gegen Haarausfall entwickelt wurden. Sie stärken Haarfollikel und Kopfhaut durch spezielle Wirkstoffe oder regen die Selbstheilungskräfte an. Diese können je nach Situation auch präventiv sinnvoll sein, wenn dies nach ärztlicher Beratung bestätigt wird.

Ein mildes Shampoo kann helfen, die Kopfhaut zu beruhigen.

Tipps zur Haarpflege im Herbst und Winter:

  • Milde Shampoos verwenden: Es ist wichtig, ein mildes Shampoo zu wählen, da die Seifenstoffe (Detergenzien) vieler Produkte die Kopfhaut und Haarwurzeln reizen können.
  • Haare nicht zu oft waschen: Paradoxerweise lässt das häufige Waschen die Kopfhaut austrocknen, was zu einer verstärkten Talgproduktion führt.
  • Reibung vermeiden: Um Haarausfall zu vermeiden, sollte jegliche Reibung der Kopfhaut und der Haare vermieden werden. Starkes Reiben beim Waschen, wie man es aus der Werbung und dem Friseursalon kennt, hat starke negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Haare.
  • Ölbehandlungen: Wir empfehlen je nach Art und Zustand der Haare eine Ölbehandlung durchzuführen, um die Haare zu stärken, besonders wenn die Haare im Sommer geschädigt wurden.
  • Kopfhaut massieren: Eine regelmäßige Kopfmassage regt die Durchblutung an und fördert das Haarwachstum. Du kannst dabei auch auf ätherische Öle wie Rosmarinöl setzen, das als bewährtes Mittel gegen Haarausfall gilt.

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Ernährungstipps gegen Haarausfall

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist auch für das Haarwachstum von großer Bedeutung. Frische und unverarbeitete Lebensmittel liefern die notwendigen Nährstoffe für die Gesundheit der Haarfollikel und die Kopfhaut. Die darin enthaltenen Vitamine, Mineralien und Proteine fördern die Zellregeneration, stärken die Haarstruktur und verbessern die Durchblutung der Kopfhaut.

Hier eine Auswahl an “Hair Foods”, die du gerade im Herbst vermehrt essen kannst:

  • Bio-Eier: Reich an Biotin, einem B-Vitamin, das für das Haarwachstum essenziell ist.
  • Lachs: Der fettige Fisch liefert Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungen reduzieren und die Haarfollikel stärken.
  • Spinat: Vollgepackt mit Eisen, Vitamin A und C sowie Folsäure, die alle zur Gesunderhaltung der Kopfhaut beitragen und dem Haarausfall vorbeugen können.
  • Nüsse und Samen: Besonders Mandeln und Walnüsse bieten Omega-3-Fettsäuren, Zink und Vitamin E, die das Haarwachstum unterstützen und die Kopfhaut nähren.
  • Süßkartoffeln: Reich an Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, was die Talgproduktion fördert und die Kopfhaut gesund hält.
  • Avocado: Liefert gesunde Fette und Vitamin E, die die Durchblutung der Kopfhaut verbessern und den Haarausfall reduzieren können.
  • Beeren: Sie enthalten viele Antioxidantien und Vitamin C, die helfen, die Haarfollikel vor Schäden durch freie Radikale zu schützen und die Kollagenproduktion anzukurbeln.
  • Griechischer Joghurt: Eine gute Quelle für Protein und Vitamin B5 (Pantothensäure), die das Haar kräftigen und den Haarverlust verhindern können.
  • Karotten: Reich an Vitamin A, das zur Produktion von Sebum (Hauttalg) beiträgt und die Haarwurzeln gesund hält.
  • Linsen: Voller Eisen, Zink und Proteine, die alle essenziell für das Haarwachstum sind und die Haardichte verbessern können, sind Linsen und Hülsenfrüchte per se ein echtes Superfood.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Sollte aber auffallen, dass man über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Haare verliert, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache des verstärkten Haarausfalls zu ermitteln. Hält der Haarausfall über einen längeren Zeitraum (mehr als 8 bis 12 Wochen) bis zum Frühjahr/Sommer an, kann dies auf eine ernste Ursache hinweisen, insbesondere wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen.

Auch Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder sichtbare kahle Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der Haarausfall behandlungsbedürftig sein könnte. Ein ungleichmäßiges Ausfallmuster, beispielsweise an der Stirn, am Oberkopf oder in Form von kreisrunden kahlen Stellen, sollte ebenfalls fachärztlich untersucht werden.

Die oben genannten Symptome können ein Hinweis auf eine andere Form des Haarausfalls wie z.B. androgenetische Alopezie, Krankheiten oder Hauterkrankungen sein.

Behandlungsmöglichkeiten beim Arzt

Wenn der Haarausfall immer wiederkehrt, kann man schon im Sommer ab Juni Vorkehrungen treffen und in die Sprechstunde gehen. Zusätzlich zum Behandlungsplan mit Pflegemitteln und Nahrungsergänzung planen wir gerne eine Mesotherapie, bei der man in die Kopfhaut kleine Injektionen aus Vitaminen und Proteinen verabreicht. Damit können die Haarwurzeln über mehrere Monate optimal gestärkt werden.

Infrage kommt bspw. unsere PRP-Therapie (inkl. Mesotherapie und Lasertherapie) oder bei Mangelerscheinungen eine Infusionstherapie.

Bei stärkerem Haarausfall kann der Einsatz von Medikamenten wie Minoxidil und Finasterid hilfreich sein, um das Haarwachstum zu fördern. Darüber hinaus bietet die Platelet-Rich Plasma (PRP) Therapie eine vielversprechende Methode zur Stärkung der Haarwurzeln und zur Förderung neuer Haarschäfte. Bei dieser modernen Technik wird dem Patienten Blut entnommen und zentrifugiert, um das Plasma mit einer hohen Konzentration an Wachstumsfaktoren zu gewinnen. Dieses Plasma wird dann in die Kopfhaut injiziert.

Mythen über Haarausfall

Es gibt viele Mythen über Haarausfall, die nicht alle der Wahrheit entsprechen. Hier sind einige Beispiele:

  • Mythos: Mehr Haare durchs Rasieren. Falsch! Das Haarwachstum wird nur durch die Genetik gesteuert und auf die hat das Rasieren keinen Einfluss.
  • Mythos: Haarwachstum mit Grünkohl oder Thymian fördern. Kaum erforscht. Genetischen oder krankheitsbedingten Haarausfall kann man mit derlei Mitteln nicht heilen.
  • Mythos: Mehr Haarausfall im Herbst. Stimmt. Die Stärke des Haarverlustes ist dabei sehr individuell.

Tabelle: Nährstoffe für gesundes Haar

Nährstoff Wirkung Lebensmittelquellen
Vitamin D Fördert das Haarwachstum Fisch, Eier, Pilze
Eisen Wichtig für die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel Spinat, Linsen, rotes Fleisch
Zink Unterstützt die Zellteilung und das Haarwachstum Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte
Biotin Stärkt die Haarstruktur Eier, Nüsse, Süßkartoffeln
Omega-3-Fettsäuren Reduzieren Entzündungen und stärken die Haarfollikel Lachs, Walnüsse, Leinsamen

tags: #Dauer #Herbst #Haarausfall

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