Wie lange dauert eine Haartransplantation?

Bei einer Haartransplantation werden Haare von haarreichen Stellen an kahle Stellen verpflanzt. Zuvor muss die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die Verteilung der Haare als dafür geeignet einstufen.

Bei der Entscheidung für eine Haartransplantation spielen häufig ästhetische Gründe eine tragende Rolle. Neben Aussehen geht es auch ums Selbstbewusstsein der Betroffenen. „In den allermeisten Fällen steckt aber keine überzogene Eitelkeit dahinter. Gerade jüngere Männer mit weniger Haaren fühlen sich zum Teil ausgegrenzt und diskriminiert gegenüber Gleichaltrigen und wollen mit der Haartransplantation schlicht, dass dies endet“, betont der Chirurg Dr. Frank Neidel aus Düsseldorf.

Aber nicht jeder, der eine Haartransplantation machen lassen möchte, kommt dafür infrage. Es kommt auf sein Spenderhaar an, genauer darauf, wie viele Haare im Haarkranz und im Nacken vorhanden sind und wie die Stellen aussehen, wo die Haarfollikel eingesetzt werden sollen.

Man sollte daher darauf achten, dass der Behandler oder die Behandlerin fachärztlich ausgebildet ist und eine langjährige Erfahrung mit dem Verpflanzen von Haaren hat - bei Haartransplantationen sind insbesondere die Fächer Dermatologie und Chirurgie von Bedeutung.

Grundsätzlich darf zwar jeder Mediziner und jede Medizinerin in Deutschland eine Haartransplantation durchführen. Aber genaues Arbeiten, Fachwissen, das Einhalten der Standards und Beachten der medizinischen Leitlinien sowie Erfahrung mit Haartransplantationen sind für ein gutes Ergebnis wichtig.

Im Nacken und am seitlichen Haarkranz hingegen fallen in der Regel auch bei sonst übermäßigem Haarausfall kaum Haare aus. Haarfollikel aus diesen Regionen dienen dann als Spenderhaare für die Haartransplantation.

Ablauf einer Haartransplantation

Eine Haartransplantation dauert meist ein paar Stunden, die Kopfhaut ist in dieser Zeit örtlich betäubt. Der Eingriff umfasst das Entnehmen der Haare und direkt danach das Einsetzen der Haare an anderer Stelle.

Zunächst werden aus der Spenderregion dauerhaft wachsende Haarwurzeln entnommen. Denn anders als die Haarwurzeln an den lichten Stellen reagieren sie weniger empfindlich auf hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens. Das heißt, die erfolgreich verpflanzten Haarwurzeln fallen in aller Regel nicht wieder aus.

Heutzutage verpflanzt man nur winzige Haarfollikel-Einheiten - englisch: follicular units (FU). Diese enthalten jeweils ein bis vier Haarwurzeln. „Der Vorteil ist, dass die kleinen FU naturgetreu in hoher Dichte und kopfhautschonend verpflanzt werden können und bei richtiger Platzierung und flacher Ausrichtung von den Originalhaaren kaum unterscheidbar sind“, sagt Finner.

Je nach Größe und Dichte der Spenderzone und der Haarlänge am Haarkranz lassen sich ihm zufolge bis zu 4000 solcher Haareinheiten entnehmen, ohne dass es am Hinterkopf auffällt.

Es sollten bei einer Haartransplantation aber immer nur so viele Haarfollikel-Einheiten wie nötig entnommen werden. „So hat man noch Spenderhaare in Reserve, falls es später im Leben andere lichte Stellen gibt“, betont Finner.

Ablauf einer Haartransplantation.

Methoden zur Entnahme von Haarfollikel-Einheiten

Es gibt zwei Methoden, um die Haarfollikel-Einheiten (FU) zu gewinnen:

  • Entweder durch punktuelle Entnahme einzelner Follikel-Einheiten aus der Kopfhaut.
  • Oder durch Entnahme eines schmalen Haarstreifens, aus dem man einzelne Follikel-Einheiten präpariert.

In der Fachsprache heißt die punktuelle Methode Follicular Unit Exzision, kurz FUE-Technik. Die zweite Methode heißt Follicular Unit Transplantation, kurz FUT-Technik.

Das häufigste Verfahren ist die FUE-Technik. Dabei werden mehrere Tausend Haarfollikel (Haarbälge) entnommen und wieder eingesetzt.

DHI vs FUE Haartransplantation [Vor - und Nachteile]

FUE-Technik

Dabei löst der Chirurg oder die Chirurgin einzelne Haarfollikel-Einheiten direkt aus der Kopfhaut. Der Vorteil ist, dass danach nur kleine Lücken verbleiben, die bei gleichmäßiger und nicht zu dichter Entnahme auch bei einer Kurzhaarfrisur am Hinterkopf nicht auffallen. Einziger Nachteil: Der Entnahmebereich muss rasiert werden - aus den dort verbliebenen Haarfollikeln wachsen aber zügig wieder Haare nach. Bei der FUE-Technik stanzt man mit einer Hohlnadel ein Stück Kopfhaut mit ein bis vier Haarfollikeln aus. Diese werden zunächst in eine Nährlösung gegeben und später in vorgestanzte Löcher verpflanzt.

FUT-Technik

Hier werden nicht einzelne Haarfollikel-Einheiten entnommen, sondern ein ganzer Haarstreifen mit vielen Follikeln. Aus diesem Streifen gewinnt man dann unter dem Mikroskop die einzelnen Follikel-Einheiten, die man wie bei der ersten Methode verpflanzt. Die Entnahmestelle wird gleich vernäht und überkämmt. Da keine Rasur am Hinterkopf erforderlich ist, eignet sich diese Methode für Frauen und Männer, die ihre Haare gern etwas länger tragen. „Es verbleibt allerdings eine linienförmige Narbe, weshalb viele Patienten die punktuelle FUE-Methode bevorzugen“, sagt Finner. Bei der FUT-Technik entfernt man einen schmalen Streifen Kopfhaut samt Haarfollikeln und zerteilt diesen. Daraus werden dann Einheiten von ein bis vier Follikel präpariert und per Hohlnadel verpflanzt.

FUE vs FUT.

Wie lange dauert eine Haartransplantation mit der FUE-Technik?

Wenn die altmodische FUT-Technik zur Haartransplantation verwendet wird, kann das Verfahren in durchschnittlich 4 Stunden abgeschlossen werden. Wenn jedoch eine der neuesten Methoden wie FUE-Technik verwendet wird, dauert es bis zu 7-8 Stunden.

Wir sollten hier jedoch erwähnen, dass der Grund, warum die Haartransplantation bei der FUE-Technik so lange dauert, darin besteht, dass jedes Transplantat einzeln aus dem Spenderbereich entnommen und einzeln auf die gleiche Weise verpflanzt wird. Aus diesem Grund ist es ganz normal, dass die Eingriffsdauer mehr beträgt.

Neben der FUE-Technik wird die DHI-Methode häufig bei Haartransplantationen eingesetzt, die unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Da bei dieser Methode die Haarfollikel Haar direkt verpflanzt wird und es sich um ein häufigeres Einpflanzen handelt, kann der Zeitraum etwas länger sein und bis zu 8 Stunden betragen Unsere Leser sollten sich darüber im Klaren sein, dass es sich bei den hier angegebenen Zeiten um Durchschnittszeiten handelt.

Die bei der Haartransplantation verwendete Methode ist nicht der einzige Faktor, der die Dauer der Haartransplantation beeinflusst. Die Breite des zu behandelnden Bereichs die Dauer der Haartransplantation mindestens genauso stark beeinflusst wie die anzuwendende Technik.

Erfolgsaussichten und Zufriedenheit

Führt die Behandlung ein erfahrener Haarchirurg oder eine erfahrene Haarchirurgin durch, beträgt die Anwuchsrate der transplantierten Haarfollikel mindestens 90 Prozent. Die Frage ist dann, ob die behandelte Person auch optisch mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Wie zufrieden man persönlich mit dem Resultat ist, hat nicht nur mit der Qualität der Behandlung zu tun, sondern spiegelt immer auch die eigene Erwartungshaltung wider. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld eine realistische Einschätzung zum Behandlungsergebnis zu bekommen.

Sowohl die Qualität als auch die geweckte Erwartungshaltung sind stark abhängig von der Person, die den Eingriff vornimmt. Entsprechend gibt es keine Zahlen, die sich auf alle Haartransplantationen übertragen lassen.

In aller Regel liegt die Zufriedenheit bei über 90 Prozent. In der Praxis von Dr. Neidel zum Beispiel liegt sie eigenen Angaben zufolge bei 95 Prozent. „Bei den übrigen fünf Prozent ist es meist auch nicht so, dass sie mit dem Aussehen komplett unzufrieden sind. Sie wollen eher gezielt noch etwas optimieren - das gelingt normalerweise recht gut in einem zweiten Eingriff“, fasst Neidel zusammen.

Risiken und Nebenwirkungen

Bei einer Transplantation werden meist mehrere tausend Haarfollikel an einer Region am Kopf entfernt und an anderen Stellen wieder eingesetzt. Für die Kopfhaut ist das kurzfristig sehr belastend.

Krustenbildung, Schwellungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Juckreiz an den betreffenden Stellen - all das sind Dinge, die in den ersten Tagen auftreten können. „Diese Symptome gehen eigentlich immer in der ersten Woche wieder zurück. In Einzelfällen oder bei Allergikern kann es auch mal zwei bis drei Wochen dauern, aber längerfristige Probleme hat so gut wie niemand“, sagt Neidel.

Hinzu kommen die typischen Risikofaktoren jeder Operation: Es kann zu Entzündungen kommen; es kann passieren, dass Wunden nur sehr langsam verheilen.

Außerdem kommt es zu Vernarbungen in der Kopfhaut. „Die sind aber so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht sieht. Man spricht daher auch von Mikrovernarbungen“, sagt Hortling. Die Mikrovernarbungen stellen für den Körper in aller Regel kein Problem dar. „Insgesamt gilt der Eingriff als sehr unkompliziert und nebenwirkungsarm“, sagt Hortling weiter.

Alternativen zur Haartransplantation

Um übermäßigen Haarausfall zu verlangsamen oder gar weitgehend zu stoppen, sind vor allem Medikamente geeignet. Sie sind die Haupt-Alternative zu einer Haartransplantation.

Je früher man zu Medikamenten greift, umso wirkungsvoller lässt sich in der Tendenz ein Haarausfall aufhalten. „Oft ist es so, dass wir es erst einmal mit Medikamenten versuchen. Wenn deren Wirkung nicht ausreicht oder der übermäßige Haarausfall zu weit fortgeschritten ist, dann kann eine Haartransplantation häufig gut helfen“, sagt Finner. In vielen Fällen kommen auch Medikamente und Haartransplantation als Kombination zum Einsatz.

Kosten einer Haartransplantation

Je nach Anzahl der transplantierten Haare kostet eine Haartransplantation ungefähr zwischen 3000 und 9000 Euro.

Die Anzahl der zu transplantierenden Grafts wirkt sich sowohl auf das Kosten als auch auf die Dauer des Eingriffs aus. Dank der effektiven und dauerhaften Ergebnisse, die sie bietet, kehren die Kandidaten jedoch zufrieden und glücklich mit der FUE-Methode in ihr Alltag zurück.

Zunächst ist es zu wissen, dass der Preis der Haartransplantation nicht mit der Dauer der Haartransplantation abhängig ist. Aus diesem Grund wäre es falsch zu glauben, dass eine Bepflanzung in kürzerer Zeit budgetfreundlicher ist.

Wachstumsphasen nach der Haartransplantation

Die wichtigste Information, die Sie zu Ihrer Haartransplantation haben müssen, ist, dass Ihr Aussehen unmittelbar nach dem Eingriff NICHT das endgültige Behandlungsergebnis ist. Ihre Haare werden in den kommenden Wochen und Monaten verschiedene Phase durchlaufen, und dazu gehört auch, dass die transplantierten Haare wieder ausfallen.

Etwa vier bis sechs Monate nach der Transplantation beginnen die transplantierten Haarfollikel, neue Haare zu produzieren. Anfänglich kann das Haar dünn, fein und spärlich erscheinen.

Am Ende des ersten Jahres nach der Transplantation sollten Sie ein deutliches Haarwachstum und eine hohe Haardichte feststellen. Das transplantierte Haar sollte Ihrem natürlichen Haar ähneln, und seine Dicke und Qualität wird sich weiter verbessern.

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Wachstumsphasen nach der Haartransplantation.

Zusammenfassung

Die Dauer einer Haartransplantation hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der gewählten Technik (FUE, FUT, DHI), der Größe des zu behandelnden Bereichs und der Anzahl der zu transplantierenden Grafts. In der Regel dauert eine Haartransplantation zwischen 4 und 8 Stunden.

Der Eingriff ist risikoarm und das Ergebnis in mehr als 90 Prozent der Fälle zufriedenstellend. Wichtig dafür ist, dass man einen erfahrenen Haarchirurg oder eine erfahrene Haarchirurgin auswählt.

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