Eine Schwangerschaft kann nicht nur wunderschön, sondern auch ziemlich anstrengend sein. Nach der Geburt gehört einem der eigene Körper dann aber endlich wieder selbst. Doch nicht nur Lebensmittel und Getränke, sondern auch Wirkstoffe aus Medikamenten können sich beim Stillen aufs Kind übertragen. Und auch Inhaltsstoffe aus Kosmetika können über die Haut in Mamas Blutkreislauf, die Muttermilch und schließlich das Kind gelangen. Deshalb hält sich der feste Glaube, dass man weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit die Haare färben darf.
Viele schwangere Frauen trauen sich nicht, ihre Haare während der Schwangerschaft zu tönen oder zu färben, weil sie Angst haben, das könnte dem ungeborenen Kind schaden. Auch Stillende sind häufig verunsichert, ob man seine Haare färben darf, wenn man noch stillt. Der Glaube, dass es schädlich für das Kind sein könnte, wenn man sich während der Schwangerschaft die Haare färbt, ist weit verbreitet und ich kenne etliche Frauen, die während der Schwangerschaft und teilweise auch während der Stillzeit auf das Färben verzichten.
Doch stimmt das wirklich? Und trifft es auch auf die Stillzeit zu? Wir haben mit unserem Experten Dr. Wolfgang Paulus über das Thema „Haare färben Stillzeit und Schwangerschaft“ gesprochen. Zunächst einmal sollte man wissen, dass die Haarfärbemittel und damit die in ihnen enthaltenen Chemikalien nicht durch das Haar in den Körper gelangen, sondern höchstens dann, wenn sie in Kontakt mit der Kopfhaut kommen. Wer sich nur Strähnchen machen lässt, der muss sich eigentlich am allerwenigsten Gedanken machen. Aber auch alle anderen können beruhigt ihre Haare tönen oder färben.
Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Expertenmeinungen und offiziellen Behörden geben grundsätzlich Entwarnung. Ein generelles Verbot ist nicht notwendig, dennoch sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist dafür verantwortlich, Fragen rund um die Lebensmittelsicherheit und den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu erarbeiten. Grundlage für Empfehlungen oder Verbote sind international anerkannte Kriterien. Mithilfe derer werden Gutachten und Stellungnahmen erstellt.
Beim Thema Haarfärbemittel äußert sich das BfR folgendermaßen: „Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Haarfärbemittel, die während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden, liegen derzeit nicht vor.“ Das bedeutet: Es gelangen zwar Substanzen aus Haarfärbemitteln über die Kopfhaut der Mutter in ihren Blutkreislauf, die Muttermilch und bis hin zum Baby. Ihre Konzentration ist aber so gering, dass sie niemandem schaden.
Es spricht nach aktuellem Kenntnisstand nichts dagegen, dass eine stillende Mama sich mal die Haare färbt. Vor allem dann nicht, wenn die neue oder aufgefrischte Farbe dazu beiträgt, dass sie sich gut fühlt. Zudem gibt es keinen bekannten Fall, in dem das Haarefärben der Mutter ihr Kind vergiftet oder ihm anderweitig geschadet hat.
Mit ‚mal die Haare färben in der Stillzeit‘ ist auch das regelmäßige Färben alle zwei bis drei Monate gemeint. Wer häufiger Lust auf eine neue Farbe verspürt, sollte davon Abstand nehmen. Naturhaarfarben und andere Methoden wie Färbeshampoos oder eine nicht dauerhafte Tönung können auch neue Farbakzente im Haar setzen.
Denn eines sollte man wissen: Gelangt die Haarfarbe oder Blondierung auf die Kopfhaut, werden Substanzen zum Teil über die Haut aufgenommen und gelangen in Mamas Blutkreislauf, die Muttermilch und bis hin zum Kind. Allerdings sind die nachweisbaren Dosen so gering, dass sie (nach aktuellem Kenntnisstand) niemandem Schaden zufügen.
Theoretisch muss man beim Haarefärben in der Schwangerschaft oder Stillzeit also nicht aussetzen, wenn man es nicht übertreibt, also beispielsweise alle zwei Wochen eine neue Haarfarbe haben möchte. Hat man während der 40 Schwangerschaftswochen dennoch darauf verzichtet, muss man danach nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt warten.
Sobald man sich fit und bereit fühlt, kann man einen Friseurtermin vereinbaren. Dabei kann man dem Personal bereits sagen, dass man aktuell noch stillt. So lässt sich von vornherein abstimmen, welche Haarfarben infrage kommen, weil sie zum Beispiel komplett auf Ammoniak verzichten. Das Baby übrigens sollte nicht mit in den Friseursalon, wenn da mit Haarfarben hantiert wird.
Wer lieber zu Hause färben will oder aufs Budget achten muss, sollte auch darauf achten, dass das Kind unbedingt in einem anderen Zimmer ist und keinen direkten Kontakt zur Haarfarbe hat. Zudem sind Handschuhe beim Färben für Mama unerlässlich, genauso wie eine gute Durchlüftung des Raumes und anschließendes gründliches Auswaschen der Farbe.
Die Inhaltsstoffe einer Haarfarbe gelangen dann in geringen Mengen in die Muttermilch, wenn es zum Kontakt zwischen Haut und Färbemittel kommt. Beim Färben von Strähnchen ist das so gut wie ausgeschlossen, denn zum einen werden bei dieser Technik nur Teile des Deckhaars gefärbt, zum anderen wird immer ein bisschen Haaransatz übrig gelassen und damit der Hautkontakt vermieden.
Noch sicherer wird Haarefärben in der Stillzeit, wenn man Naturprodukte wie zum Beispiel Henna benutzt. Dabei sollte man jedoch darauf achten, was genau in der Farbe steckt. Denn auch bei Hennafarben können Chemikalien drin stecken, wenngleich in geringerem Maße. Sie sollen für ein schnelleres Färben sorgen. Was auf jeden Fall gemieden werden sollte, ist der Inhaltsstoff PPD. Er steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
Immer beachten sollte man, dass auch bei Naturhaarfarben allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten auftreten können. Deshalb sollte man Haarfarben, wie auf den meisten Packungen empfohlen, immer erst an einer kleinen Hautstelle testen, bevor man sie ganzheitlich auf dem Kopf verteilt.
Wer seine Haare nur leicht verändern möchte, kann sich auch am ‚Färben‘ mit roter Beete, Kaffee, Kurkuma oder Walnussschalen versuchen. Beim Aufhellen sollen Zitrone, Honig oder Kamille helfen. Da steckt garantiert keine Chemie drin.
Spezielle Haarfarben für die Schwangerschaft gibt es tatsächlich keine, jedoch sehr schonende Colorationen, die im Gegensatz zu herkömmlichen chemischen Haarfarben ohne Wasserstoffperoxid sowie Ammoniak und Parabene auskommen. Nicht nur in der Schwangerschaft, sondern generell solltest du darauf achten, dass diese nicht in deiner Haarfarbe enthalten sind.
Eine beliebte Haarfarbe in Sachen Coloration ohne Ammoniak ist „Garnier Olia“. Die schonende Farbcreme enthält 60 Prozent Öle, die dafür sorgen, dass deine Wunschhaarfarbe tief in der Haarfaser verankert wird und pflegt das Haar zudem reichhaltig und verleiht ihm einen unglaublichen 3-D-Glanz mit verbesserter Haarstruktur.
Sie sind schonender als chemische Färbemittel, sorgen für ultimativen Glanz und Volumen. Die Rede ist natürlich von Tönungen. Enthalten diese kein Ammoniak und keine Parabene, ist es nicht schädlich sich schwanger die Haare zu tönen. Besonders schonend sind temporäre Haarfarben, die sich nach und nach wieder auswachsen, denn diese kommen ohne jegliche Chemie aus.
Eine perfekte Mischung aus Tönung und Pflege, die für eine Farbauffrischung in der Schwangerschaft geeignet ist.
Wer sich die vergangenen Jahre seine Haare immer blondiert oder heller gefärbt hat, muss nun leider enttäuscht werden. Eine schonende Blondierung für Schwangere gibt es leider nicht. Der Grund? Ohne Wasserstoffperoxid keine Aufhellung. Aber keine Panik - es gibt Alternativen!
Sie sind die wohl beste Möglichkeit, auch noch während der Schwangerschaft mit einer frischen Haarfarbe zu glänzen: Strähnen! Solang die Colorationscreme beim Färben der Strähnchen nicht in Kontakt mit deiner Kopfhaut bekommt. Deshalb eignen sich für Schwangere besonders Färbetechniken wie Balayage oder Babylights, die einen natürlichen Farbverlauf vom Haaransatz bis in die Spitzen haben (wie von der Sonne geküsst) und somit kein Ansatz mit harter Kante beim Herauswachsen der Haarfarbe entsteht.
Von Honigblond bis hin zu Hibiskusrot - mit Pflanzenhaarfarbe sind mittlerweile nahezu alle Töne möglich. Außerdem sorgt das pflanzliche Produkt für mehr Volumen und einen natürlichen, gesunden Glanz in deinem Haar. Jedoch gilt auch hier: Hellerfärbungen sind mit Naturhaarfarben nicht möglich.
Folgende Ergebnisse kannst du mit Pflanzenfarbe erzielen:
Wer das Kolorieren nicht sein lassen kann, sollte sich unbedingt mit seinem Arzt und/oder Friseur absprechen und auf zertifizierte, getestete oder im besten Fall natürliche Produkte setzen. Du färbst dein Haar schon immer selbst? Dann gibt es hier wichtige Regeln:
Bei der Diskussion über Haare färben in der Stillzeit taucht immer wieder eine zentrale Frage auf: Wie gelangen die chemischen Substanzen aus der Haarfarbe überhaupt in den Körper? Die Antwort darauf ist entscheidend, um das tatsächliche Risiko für stillende Mütter und ihre Babys einzuschätzen.
Die Hautabsorption spielt eine wesentliche Rolle bei der Toxikologie von Haarfarben. Chemische Substanzen können durch die Haut in den Körper gelangen und potenzielle gesundheitliche Risiken bergen. Beim klassischen Haarefärben werden chemische Prozesse genutzt, um die Haarstruktur zu öffnen und Farbpigmente einzulagern. Dabei kommen oft Stoffe wie Ammoniak zum Einsatz, die über die Kopfhaut aufgenommen werden können.
Allerdings ist die menschliche Haut zwar für viele Stoffe durchlässig, vor allem für fettlösliche Substanzen, jedoch ist wichtig zu verstehen, dass nicht alle Inhaltsstoffe in Kosmetika die inneren Hautschichten durchdringen können. Daher gelangen sie nicht in nennenswertem Maße in den Blutkreislauf.
Wenn chemische Substanzen über die Kopfhaut in den Blutkreislauf gelangen, können sie theoretisch auch in die Muttermilch übergehen. Tatsächlich nimmt die Mutter beim Haarfärben über die Kopfhaut und während des Auftragens über die Hände geringe Mengen der im Haarfärbeprodukt enthaltenen Substanzen auf.
Jedoch betonen Experten, dass die Menge an Chemikalien, die über die Kopfhaut in den Blutkreislauf gelangt und wiederum von dort aus in die Muttermilch einfließt, äußerst geringfügig ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt ebenfalls: Obwohl Substanzen aus Haarfärbemitteln über die Kopfhaut der Mutter in ihren Blutkreislauf, die Muttermilch und bis hin zum Baby gelangen können, ist ihre Konzentration so gering, dass sie nach aktuellem Kenntnisstand niemandem schaden.
Dennoch sollten stillende Mütter wissen, dass prinzipiell alles, was sie über die Haut aufnehmen, potenziell auch in die Muttermilch übergehen kann - ähnlich wie bei Lebensmitteln, Getränken oder Medikamenten.
Chemische Haarfarben enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe, die während der Stillzeit besondere Aufmerksamkeit verdienen. Obwohl das grundsätzliche Risiko als gering eingestuft wird, sollten stillende Mütter dennoch die potenziellen Probleme kennen.
P-Phenylendiamin (PPD) gehört zu den am häufigsten diskutierten Substanzen in Haarfärbemitteln. Dieses aromatische Amin steht im Mittelpunkt vieler Bedenken und zählt zu den zehn häufigsten Auslösern von Kontaktallergien. In der EU dürfen Haarfarben höchstens zwei Prozent PPD enthalten, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Neben PPD enthalten viele Haarfärbemittel weitere potenziell problematische Inhaltsstoffe:
Auch Duftstoffe und Silikone in Haarfärbemitteln können zusätzliche Irritationen hervorrufen, besonders in einer sensiblen Phase wie der Stillzeit.
Das Allergiepotenzial von Haarfärbemitteln sollte nicht unterschätzt werden. Insbesondere dauerhafte Colorationen können schwere allergische Reaktionen auslösen. Die Symptome treten typischerweise recht schnell nach dem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff auf und äußern sich durch:
Außerdem sind in sehr seltenen, jedoch lebensbedrohlichen Fällen anaphylaktische Schocks nach Verwendung von PPD-haltigen Produkten dokumentiert worden.
Beachtenswert für stillende Mütter: Während der Stillzeit können allergische Reaktionen besonders problematisch sein, da viele gängige Allergiemedikamente möglicherweise nicht infrage kommen oder nur eingeschränkt verwendet werden sollten.
Entgegen der weitverbreiteten Empfehlung vieler Hersteller, vor der Anwendung einen Allergietest an einer kleinen Hautstelle durchzuführen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davor, dass solche Selbsttests das Allergierisiko sogar zusätzlich erhöhen können.
Während der Stillzeit durchläuft der weibliche Körper zahlreiche hormonelle Veränderungen, die wiederum Auswirkungen auf die Haare haben können. Viele Frauen bemerken, dass ihr Haar während dieser Zeit kräftiger wird und insgesamt weniger Haarausfall auftritt.
Die Frage, ob chemische Haarfärbemittel diese natürlichen hormonellen Prozesse beeinflussen können, wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Allerdings fehlen bislang umfassende Studien, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und hormonellen Störungen während der Stillzeit belegen.
Dennoch raten einige Experten zur Vorsicht: Da die Kopfhaut während der Stillzeit aufgrund hormoneller Veränderungen empfindlicher reagieren kann, erhöht sich möglicherweise die Aufnahme der in Haarfarben enthaltenen Chemikalien.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das gesundheitliche Risiko von Haarfärbemitteln aufgrund der Vielzahl von Inhaltsstoffen und möglicher Wechselwirkungen schwer abschließend zu bewerten ist. Daher bleibt ein vorsichtiger Umgang mit diesen Produkten während der Stillzeit ratsam.
Für stillende Mütter, die ihre Haare verschönern möchten, aber Bedenken wegen chemischer Produkte haben, gibt es glücklicherweise mehrere sichere Alternativen. Diese Optionen minimieren den Kontakt mit potenziell problematischen Substanzen.
Strähnchen gelten als besonders schonende Alternative zum kompletten Färben, da die Farbe kaum mit der Kopfhaut in Kontakt kommt. Beim Färben von Strähnchen wird nur das Deckhaar gefärbt und ein kleiner Haaransatz bleibt übrig, wodurch der Hautkontakt vermieden wird. Dadurch können nur sehr geringe Mengen oder gar keine Farbstoffe über die Kopfhaut in den Blutkreislauf und somit in die Muttermilch gelangen.
Besonders empfehlenswert sind dabei:
Henna ist der Klassiker unter den Naturhaarfarben und wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.
Diese Methoden liefern zwar subtilere Ergebnisse, sind jedoch absolut unbedenklich während der Stillzeit:
Weitere natürliche Färbemittel sind Walnussblätter für Brauntöne, Zwiebelschalen für goldbraune Reflexe und Salbei zur Kaschierung grauer Haare.
Tönungen sind deutlich schonender als dauerhafte Colorationen, da sie die Haarstruktur nicht verändern. Die Farbpartikel lagern sich lediglich außen am Haar an und können aufgrund ihrer Größe nicht so schnell über die Haut aufgenommen werden.
Farbshampoos eignen sich hervorragend für eine dezente Tönung. Sie enthalten zusätzlich zu den üblichen Shampoo-Inhaltsstoffen Farbpigmente, die während der Wäsche abgegeben werden und nach einigen Haarwäschen wieder verschwinden.
Für stillende Mütter besonders geeignet sind:
Wenn Sie sich entschieden haben, Ihre Haare während der Stillzeit zu färben, gibt es einige wichtige Sicherheitsmaßnahmen, die Sie beachten sollten. Mit der richtigen Vorgehensweise können Sie das Risiko für sich und Ihr Baby deutlich verringern.
Bei...
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