Wichtige Blutwerte bei Haarausfall: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Schönes, gesundes und volles Haar spielt in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle, doch leider kann sich nicht jeder Mensch von Natur aus darüber freuen. Viele Männer und auch immer mehr Frauen leiden unter Haarausfall. Um den Haarausfall wirksam behandeln zu lassen, ist es wichtig, dass Sie dessen Ursachen kennen. Ein Bluttest bei Haarausfall gibt Ihnen entscheidende Anhaltspunkte für den richtigen Umgang mit einem Problem, das zahlreiche Männer und auch Frauen betrifft.

Die Abklärung durch umfassende Untersuchungen ist wichtig, weil variantenreiche Ursachen den Haarverlust herbeiführen können. Nach einem Bluttest besteht die Chance, konkrete Auslöser des Haarausfalls zu identifizieren. Außerdem haben Sie mit einem Bluttest die Gelegenheit, bestimmte Erkrankungen als potenzielle Auslöser der verschiedenen Arten des Haarausfalls auszuschließen.

So wird bestimmt, ob es sich z.B. um kreisrunden oder diffusen Haarausfall handelt, oder der Grund für den Haarausfall doch erblich bedingt ist - die häufigste Form. Mit Testergebnissen erhalten Ärzte zum Beispiel mögliche Hinweise auf Nierenerkrankungen, Anämie oder Krebs. Diese Abklärung ist äußerst wichtig, weil bei derartigen Erkrankungen oft frühzeitiger Handlungsbedarf besteht.

Es ist wichtig zu erkennen, wann man von dem alltäglichen und natürlichen Haarverlust spricht und wann es sich um einen „echten“, also vermehrten Haarausfall (auch Effluvium genannt) handelt. Erste Anzeichen für Haarausfall sind eine vermehrte Anzahl von Haaren in der Bürste, im Abflusssieb der Dusche, auf den Badezimmerfliesen oder dem Kopfkissen. In der Regel gilt, dass bis zu hundert ausgefallene Haare am Tag kein Grund zur Sorge sind. Diese Anzahl ist dem natürlichen Haarwechsel geschuldet. Werden es aber über einen längeren Zeitraum deutlich mehr, spricht man von Haarausfall.

Wenn Sie befürchten, dass Sie an Haarausfall leiden, sollte der Gang zum Arzt und die Diagnose der erste Schritt sein. Denn nur, wenn die Art des Haarausfalls diagnostiziert wurde, kann die richtige Therapie gestartet werden.

Ursachen von Haarausfall

Haarausfall kann viele Ursachen haben und ist oft ein Anzeichen dafür, dass dem Körper bestimmte Nährstoffe fehlen oder die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sind. Um dem Haarverlust erfolgreich entgegenzuwirken, ist es wichtig, gezielt die Ursachen zu erforschen.

Häufige Ursachen für Haarausfall sind:

  • Erbliche Veranlagung: Mit 90 % der Fälle die häufigste Form des Haarausfalls ist der erblich bedingte androgene Haarausfall, von dem früher oder später ein Großteil der Männer und gelegentlich auch Frauen, besonders nach der Menopause, betroffen sind.
  • Hormonelle Störungen: Liegen bei Frauen vor der Menopause Zyklusstörungen vor oder tritt parallel zum Haarausfall ein männliches Behaarungsmuster auf, empfehlen wir zusätzlich eine Hormondiagnostik.
  • Mikronährstoffmängel: Eine häufige Ursache des Haarausfalls sind Mikronährstoffmängel. Die Haarbildung ist ein aktiver Stoffwechselprozess, der jederzeit eine ausreichende Verfügbarkeit aller notwendigen Mikronährstoffe wie Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe erfordert. Bei Haarausfall sollte grundsätzlich eine Überprüfung der Vitalstoffe erfolgen.
  • Mangelhafte oder einseitige Ernährung
  • Medikamente
  • Infektionen
  • Entzündliche Hauterkrankungen oder Hautschäden: Die entzündlichen Hauterkrankungen oder Hautschäden (z.B. Lupus erythematodes) greifen manchmal die Haarwurzel an, was den Haarausfall bedingt.
  • Stress: Stress kann Haarwurzeln schwächen und Haarausfall auslösen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die notwendigen Analysen sehr individuell sind, weshalb eine ärztliche Beratung empfohlen wird.

4 wichtige Blutwerte bei Haarausfall - Was kann ich tun, wenn meine Haare ausfallen?

Wichtige Blutwerte bei Haarausfall

Durch einen Bluttest bei Haarausfall überprüfen Spezialisten viele Faktoren, die häufig im Zusammenhang mit der jeweiligen Form von Haarausfall stehen. Im Anschluss an einen Bluttest bei Haarausfall untersuchen Spezialisten die konkrete Zusammensetzung der Hormone. Dadurch erkennen erfahrene Mediziner beispielsweise, ob Ihre Schilddrüse ganz normal funktioniert. Zugleich sind Hinweise auf einen Blutplättchen-Mangel für die weitere Behandlung sehr bedeutend.

Ein Bluttest kann folgende Werte umfassen:

  • Basisparameter wie Differenzialblutbild, CRP und Eiweißelektrophorese
  • Sexualhormone wie LH, FSH, SHBG, Testosteron, Östradiol, DHEA-S, Progesteron, Prolaktin
  • Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Zink
  • Hormone und Enzyme wie Ferritin, TSH, Kortisol
  • Bei entsprechendem Verdacht auch Umweltgifte wie Quecksilber (Hg), Blei (Pb) und Arsen (As).

Besonders wichtig sind folgende Werte:

  1. Ferritin: Ferritin ist ein Protein, das Eisen im Körper speichert, und ein niedriger Ferritinwert kann zu Haarausfall führen. Besonders Frauen leiden oft an Eisenmangel, was sich auf das Haarwachstum negativ auswirken kann. Experten empfehlen, dass der Ferritinwert bei mindestens 100 ng/ml liegen sollte, um das Haar optimal zu versorgen.
  2. Schilddrüsenhormone (T3 und T4): Ein hormonelles Ungleichgewicht kann ebenfalls eine Ursache für Haarausfall sein, und die Schilddrüsenhormone T3 und T4 spielen hier eine zentrale Rolle. Eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse beeinflusst den gesamten Stoffwechsel und hat oft zur Folge, dass die Haare dünner werden oder ausfallen.
  3. Zink: Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das den Haarwachstumszyklus unterstützt und die Kopfhautgesundheit verbessert. Ein Zinkmangel kann das Haarwachstum verlangsamen und die Haarstruktur schwächen. Da Zink an der Bildung von Keratin - dem Hauptbestandteil der Haare - beteiligt ist, ist ein optimaler Zinkspiegel essenziell, um Haarausfall zu verhindern und die Haardichte zu fördern.
  4. Biotin: Biotin, auch als Vitamin B7 bekannt, ist bekannt für seine positive Wirkung auf Haare und Nägel. Es ist ein essenzielles Vitamin, das für die Zellgesundheit wichtig ist und die Haarfollikel stärkt. Ein Mangel an Biotin führt oft zu sprödem, brüchigem Haar und kann das Haarwachstum verlangsamen.

Bereits wenige Laborwerte reichen aus, um bei Patienten mit diffusem Haarausfall die wesentlichen Ursachen zu bestimmen. Neben dem Hämoglobinwert und dem Ferritin-Wert zu Bestimmung eines möglichen Eisenmangels, spielen vor allem der TSH-Wert sowie die Blutsenkung eine entscheidende Rolle.

Tabelle: Wichtige Blutwerte bei Haarausfall

Blutwert Bedeutung Auswirkung bei Mangel/Ungleichgewicht
Ferritin Eisenspeicher im Körper Haarausfall, insbesondere bei Frauen
TSH (Schilddrüsenhormon) Funktion der Schilddrüse Haarausfall durch Unter- oder Überfunktion
Zink Spurenelement für Haarwachstum und Kopfhautgesundheit Verlangsamtes Haarwachstum, schwache Haarstruktur
Biotin (Vitamin B7) Vitamin für Zellgesundheit und Haarfollikel Sprödes, brüchiges Haar, verlangsamtes Haarwachstum

Diagnose von Haarausfall

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie an Haarausfall leiden, sollten Sie Ihren Haus- bzw. Hautarzt aufsuchen. Dieser kann mithilfe von verschiedenen Tests und Untersuchungen recht sicher diagnostizieren und bestimmen, an welcher Art von Haarausfall Sie leiden: dem erblich bedingten Haarausfall, dem diffusen Haarausfall oder einer anderen Art der Alopezie.

Für die Diagnose durch Ihren Arzt kommen je nach Ausprägung des Haarausfalls verschiedene Verfahren infrage:

  • Kopfhautinspektion/ Haarscheitelung: Der Arzt untersucht Ihre Haare meist unter einer hellen Lampe. Dabei prüft er genau die Haarstruktur, die Kopfhaut und die Haardichte.
  • Zupf- oder Epilationstest: Der Arzt greift in Ihre Haare und versucht, diese mit einem sanften Ruck herauszuziehen. Dieser Versuch wird an mehreren Stellen der Kopfhaut durchgeführt, um festzustellen, wie leicht sich die Haare aus der Kopfhaut lösen.
  • Durchstreifung der Haare: Mit dem Durchstreifen der Haare lassen sich vermehrte lose „Telogenhaare“ nachweisen, also solche Haare, die sich in der Ruhephase befinden und am Ende dieser Phase ausfallen.
  • Haarreibetest: Der Arzt nimmt einige Haare zwischen seine Finger und zerreibt diese. Damit stellt er fest, ob eine erhöhte Brüchigkeit der Haare vorliegt und somit möglicherweise Haarstrukturschäden vorhanden sind.
  • Blutuntersuchung: Medikamente, bestimmte Krankheiten oder Mangelzustände können Ursachen von diffusem Haarausfall sein. Daher nimmt der Arzt Blut ab, um z. B. Schilddrüsen- oder Eisenwerte sowie weitere relevante Nährstoffe (Zink) und Vitamine (u. a. Biotin, Thiamin und Folsäure) zu überprüfen.
  • Trichometrie/TrichoScan: Das TrichoScan-Verfahren ist ein modernes, computergestütztes Analyseverfahren zur Bestimmung der Haardichte und des Haarwurzelstatus.
  • Kopfhaut-Biopsie: Im Falle von Haarausfall entnimmt der Arzt ein ca. 4 mm großes Stück der Kopfhaut inklusive Haarwurzeln. Die Entnahme wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Das Stückchen Kopfhaut wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht.
  • Trichogramm: Damit bezeichnet man die lichtmikroskopische Untersuchung der Haarwurzeln. Der Arzt entnimmt dazu eine Strähne von ca. 50 Haaren aus der betroffenen Region der Kopfhaut, indem er die Haare mit einer gummiarmierten Klemme ausreißt.

Behandlung von Haarausfall

Nachdem die Ursachen des Haarausfalls durch die Blutwerte eindeutig geklärt sind, fällt Spezialisten die Entscheidung für eine der zahlreichen Behandlungsoptionen leichter. Mit den Resultaten, die bei Haarausfall eine Blutuntersuchung liefert, entscheiden sich Spezialisten nicht immer nur für eine einzelne Behandlungsoption. In vielen Fällen ergibt es Sinn, unterschiedliche Lösungsansätze zu kombinieren.

Eine Infusionstherapie kann bei Haarausfall sehr hilfreich sein, besonders nach einem Bluttest, der spezifische Mängel aufzeigt. Da die Mikronährstoffe bei einer Infusion direkt in den Blutkreislauf gelangen, umgehen sie den Verdauungstrakt und stehen dem Körper sofort zur Verfügung. So können hohe Dosen an Eisen und anderen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen zugeführt werden, die das Haarwachstum unterstützen.

Sobald die grundsätzliche Entscheidung gefallen ist, eine Haartransplantation vornehmen zu lassen, bleiben Bluttests zugleich bei einer notwendigen Abklärung der individuellen Voraussetzungen vor dem Beginn der Behandlung unentbehrlich. Der Bluttest ist in diesem Zusammenhang aber lediglich eine Vorsichtsmaßnahme. Denn es gibt nur relativ wenige Ausschlusskriterien, die erfolgreiche Haartransplantationen unmöglich machen. Es wäre jedoch unverantwortlich, auf die zuverlässige Abklärung zu verzichten.

Haarausfall kann viele Ursachen haben, doch mit gezielten Bluttests und der richtigen Therapie lässt sich das Haarwachstum unterstützen und der Haarausfall reduzieren. Indem Sie Ihre Ferritin-, Schilddrüsen-, Zink- und Biotinwerte überprüfen lassen, erhalten Sie wertvolle Hinweise darauf, welche Nährstoffe Ihrem Körper fehlen.

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