Dichte, voluminöse und lange Wimpern sind ein absolutes Schönheitsideal. Kein Wunder, dass die Wimperntusche in kaum einer Beauty-Routine fehlt. Doch was viele nicht wissen: Die Geschichte der Mascara reicht bis ins Jahr 3500 v. Chr. zurück.
Einem Make-up verleiht das schwungvolle Tool erst betörende Raffinesse. Gemeinsam mit dem Lippenstift bildet die Mascara ein unschlagbares Beautyteam. Und das schon ziemlich lange.
Applikation von Wimperntusche
Schon im alten Ägypten verwendeten Männer und Frauen Kohle, Asche oder Natursalben, um ihre Wimpern zu schwärzen. Allerdings tat man das früher nicht nur aus ästhetischen Gründen: Man wollte sich einerseits vor der Sonneneinstrahlung schützen. Andererseits sollten die gefärbten Wimpern böse Geister abwehren. So hatte das Wimpernfärben also auch religiöse Gründe. Im antiken Griechenland und im alten Rom wurden die Wimpern übrigens ebenso mit Kohle betont.
In der Zeit der Renaissance vom 14. bis 16. Jahrhundert verzichteten die Frauen auf ein ausdrucksstarkes Augen-Make-up. Das Schönheitsideal hatte sich nämlich wieder gewandelt. Eine weiße Alabasterhaut sowie eine hohe Stirn galten damals als erstrebenswert. Viele Frauen entfernten sich in diesem Zuge sogar ihre Wimpern sowie ihre Augenbrauen, damit die Stirn noch mehr zur Geltung kommt.
Im 17. und 18. Jahrhundert war das Schminken wieder modern und kam auch in der Mittelschicht an. Viktorianische Frauen mischten im 19. Jahrhundert Asche oder Ruß mit Holundersaft und Rizinusöl, um die Tinktur anschließend auf ihre Wimpern aufzutragen und diese so zu betonen.
Schon Ende des 19. Jahrhunderts erfand Eugène Rimmel die erste Mascara. Sie hatte eine feste Blockform und bestand aus einem Seifen-Ruß-Gemisch. Man rieb daran mit einer feuchten Bürste oder einem feuchten Pinsel und trug die Paste auf die Wimpern auf.
Als Erfinder der Wimperntusche gilt zudem auch der Chemiker Tom Lyle Wiliams. Im Jahr 1913 erfand er für seine unglücklich verliebte Schwester Maybel eine schwarze Paste aus Kohlenstaub und Vaseline, damit ihre Wimpern dichter und voluminöser wirken. Zwei Jahre später heiratete sie dann auch ihren Traumann. Ihr Bruder gründete das heute erfolgreiche Kosmetikunternehmen Maybelline, dessen Namen auch von seiner Schwester Maybel beeinflusst wurde. Bei Maybelline handelt es sich um eine Kombination der Wörter Maybel und (Vase)line. Von 1917 bis 1931 war Maybelline allerdings ein reines Versandhaus. Die erste Mascara im Handel konnte erst ab 1932 erworben werden und war in einer runden Dose erhältlich.
Die Mascara haben wir engen Familienbanden zu verdanken. Der Chemiker Tom Lyle Williams erwies seiner Schwester Mabel 1913 einen großen Gefallen: Er erfand eine Paste, die ihr zu einem unwiderstehlichen Augenaufschlag verhelfen sollte. Der Wissenschaftler mischte Kohlenstaub mit Vaseline. Heraus kam eine schwarze Paste, die Mabels Wimpern betonten und ihren Augen mehr Ausdruck verliehen. Die Schwester war happy, und sie hatte allen Grund dazu.
Nicht nur, dass sie den Prototyp eines revolutionären Beauty-Tools testen durfte - was ihr zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht bewusst war - sie wurde auch von ihrem Angebeteten Chet Hewes erhört. Für die beiden läuteten schon bald die Hochzeitsglocken, aber sicher nicht alleine wegen der pechschwarzen Wimpern der Braut. Da mit Mabel alles anfing, lag es eigentlich auf der Hand, sie auch bei der Namensgebung der Wimpernpaste einzubeziehen: Die Ur-Mascara wurde Maybelline getauft (Mabel + Vaseline). Der Rest ist eine hollywoodreife Erfolgsgeschichte.
Anfang der 30er Jahre kam dann die erste wasserfeste Wimperntusche auf den Markt, erfunden von Helene Winterstein-Kambersky. Sie sollte vor allem den heißen Bühnenlichtern standhalten. Die in Tuben abgefüllte Mascara wurde mit einem Papierröllchen auf die Wimpern aufgetragen. Später war sie auch in Blockform erhältlich.
Schon 1935 erblickte die erste wasserfeste Wimperntusche das Licht der Welt, erfunden von Helene Winterstein-Kambersky. Nach zahlreichen Experimenten erschuf die österreichische Sängerin auftragbare Wimpernfarbe, die auch heißen Bühnenscheinwerfern stand hielt. Die in Tuben abgefüllte Mixtur wurde mit einem Papierröllchen aufgetragen. Später wurde Mascara in einem Block angeboten, von dem man die Farbe mit einem angefeuchteten Bürstchen aufnahm.
Die Mascara in der Form, wie wir sie heute kennen, wurde erst im Jahr 1957 von Helena Rubinstein erfunden. Mit dieser Erfindung ließen sich die Wimpern wesentlich leichter bürsten. Eine tolle Erleichterung für die Beauty-Routine!
Immer noch viel zu umständlich, entschied „Lash Queen“ Helena Rubinstein und erfand 1958 die erste Automatik-Mascara mit integriertem Bürstchen. Ein Segen für das morgendliche Verschönerungs-Ritual.
Die Erfindung der schwarzen Wimperntusche war eine echte Revolution für die Schönheitswelt. Aber damit war es noch nicht genug. Nur drei Jahre nach Rubinsteins Erfindung brachte Revlon die ersten Farb-Mascaras heraus. Nun konnte man sich die Wimpern auch grün oder violett tuschen. Auch die „Ultra Lash“-Mascara von Maybelline war im Jahr 1960 eine echte Neuheit, denn die wasserfeste Wimperntusche sorgte durch das spezielle Spiralbürstchen für einen besonders gleichmäßigen Auftrag des Produktes.
1989 brachte Max Factor dann die erste farblose Mascara auf den Markt.
Im Jahr 1997 folgte dann Dr. Hauschka mit der ersten Naturkosmetik-Wimperntusche. Sie verzichtete auf Silikone und chemische Farbstoffe, was sie schonender für die Augen und Wimpern machte.
Im Laufe der Jahre versuchte man die Wimperntusche weiter zu perfektionieren. So entwickelte Procter & Gamble im Jahr 2005 eine Mascara, deren Borsten aus Thermoplastik und nicht mehr aus Nylon bestanden. Damit sollte ein noch präziseres und gleichmäßigeres Auftragen der Wimperntusche garantiert werden.
Wie bereits erwähnt bemüht man sich ständig darum, die klassische Wimperntusche weiterzuentwickeln um den Anwenderinnen ein noch besseres Ergebnis garantieren zu können. Von Volumen über Definition bis hin zum „Fake Lashes“-Effekt gibt es heute unzählige Mascaras mit verschiedensten Bürstchen für absolut jeden Geldbeutel auf dem Markt. Auch sind sie in verschiedensten Farbtönen erhältlich, wobei Schwarz und Braun immer noch die beliebtesten Farben sind. Je nachdem, welchen Effekt man sich für die eigenen Wimpern wünscht, kann man für den perfekten Augenaufschlag auch verschiedene Mascaras miteinander kombinieren.
Auch wenn falsche Wimpern, Wimpern-Extensions sowie Wimpern-Dauerwellen ebenso sehr angesagt sind, ist die klassische Wimperntusche nach wie vor beliebt und hat sich einen festen Platz in unserer Schönheitsroutine gesichert.
Verschiedene Mascara-Bürsten
Von dezent-sophisticated bis zum Falsche-Wimpern-Effekt: Mascaras sind heute Alleskönner. Sie verlängern, verdichten und schenken bezaubernden Schwung. Wer es bunt mag, färbt seine Wimpern blau, rot, gelb, lila oder grün. Doch das Colouring ist Trends unterworfen und nicht in jeder Saison en vogue. Kaum eine Frau, die auf Wimperntusche verzichtet, dabei spielt der Geldbeutel kaum eine Rolle. Das Beautyessential gibt es von günstig bis teuer, von schlicht bis luxuriös.
Die Konsistenz der Farbe ist ebenso entscheidend - und da ist sich die anspruchsvolle Klientel einig - wie das Bürstchen. Hier hat jede Frau ihren Favoriten. Der einen kann es nicht voluminös genug sein, die andere schätzt ein schmales Wimpernwerkzeug oder entscheidet sich gar für eine rotierende Variante. Das dekorative Portfolio für Wimpern scheint grenzenlos, ein Ende ist nicht in Sicht.
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