Weniger Haarwuchs an den Beinen: Ursachen und Lösungen

Das Haarwachstum ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. Während volles Haupthaar als Schönheitsideal gilt, kann sowohl zu wenig als auch zu viel Behaarung eine Belastung darstellen. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Ursachen für weniger Haarwuchs an den Beinen und mögliche Lösungen.

Harmlose Ursachen für Haarausfall an den Beinen

Wenn die Haare an den Beinen plötzlich nicht mehr nachwachsen oder die verbliebene Behaarung allmählich ausfällt, ist dies nicht immer ein Grund zur Sorge. Hier sind einige harmlose Ursachen:

  • Enge Kleidung: Häufiges Tragen enger Hosen oder Leggings kann dazu führen, dass die Haare durch Reibung abbrechen und ausfallen.
  • Stress: Starker Alltagsstress kann sich in Form von Haarausfall an verschiedenen Körperstellen äußern.
  • Steroide: Sportler, die Steroide einnehmen, können von Haarausfall an den Beinen betroffen sein.
  • Narben: Fallen die Haare nur stellenweise aus, könnte dies an früheren Hautverletzungen liegen.

Krankheiten als Ursache für Haarausfall an den Beinen

Neben harmlosen Gründen können auch bestimmte Krankheiten mit Haarausfall an den Beinen einhergehen. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Hautarzt zu konsultieren:

  • Schuppenflechte: Juckende, gerötete und spannende Haut kann auf Schuppenflechte hindeuten.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse können zu Haarverlust führen.
  • Alopecia universalis: Diese seltene Krankheit führt zum Ausfall der Haare am gesamten Körper.
  • Diabetes mellitus: Auch Diabetes kann Haarausfall an den Beinen verursachen.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Diese Durchblutungsstörung kann ebenfalls zu Haarausfall führen.
  • Hormonelle Veränderungen: Neben den Wechseljahren kann auch das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) eine Ursache sein.

Die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Eine häufige Ursache für eingeschränkte körperliche Mobilität und Durchblutungsstörungen ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch bekannt als "Schaufensterkrankheit".

Was ist pAVK?

Die pAVK ist eine durch Verkalkung bedingte Verengung der Schlagadern in den Gliedmaßen, meistens in den Beinen. Ursachen für die Verkalkung sind Rauchen, Diabetes, schlecht eingestellter Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin oder eine familiäre Veranlagung.

Symptome der pAVK

Die pAVK verläuft in verschiedenen Stadien:

  • Stadium I: Gefäßverkalkungen ohne Beschwerden.
  • Stadium II (Schaufensterkrankheit): Muskelschmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß nach einer bestimmten Gehstrecke, die durch Stehenbleiben verschwinden.
  • Stadium III: Schmerzen auch in Ruhe, meist im Fuß oder den Zehen, nachts stärker.
  • Stadium IV: Absterben von Gewebe, erkennbar an schwarzen Stellen, oft als "Raucherbein" bezeichnet.

Betrifft die pAVK die Armschlagader, treten im Stadium II Muskelschmerzen bei Arbeit mit den Armen auf, insbesondere bei Überkopfarbeit wie Wäscheaufhängen oder Haare kämmen. Auch Schwindel kann bei diesen Arbeiten auftreten wenn der Arm das benötigte Blut aus dem Kopf abzieht. Stadium III und IV rufen die für das Bein beschriebenen Symptome an den Fingern bzw. Händen hervor.

Behandlung der pAVK

Die Behandlung der pAVK hängt vom Stadium der Erkrankung ab:

  • Behandlung von Risikofaktoren: Eine gute Einstellung von Blutdruck, Cholesterin und Diabetes sowie eine Raucherentwöhnung sind entscheidend.
  • Medikamente: Durchblutungsfördernde und blutverdünnende Medikamente können den Krankheitsverlauf verbessern.
  • Gehtraining: Im Stadium I und II ist systematisches Gehtraining die Grundlage der Behandlung, um die Bildung von Umgehungskreisläufen zu fördern.
  • Kathetereingriff: Eine Engstelle/Verschluss kann über einen Einstich aufgedehnt werden (Angioplastie). Bei Bedarf kann auch ein Gitterröhrchen (Stent) zum Offenhalten der Schlagader eingebracht werden.
  • Operation: In bestimmten Fällen ist eine Operation die beste Methode, um die Durchblutung wiederherzustellen.
  • Hybrideingriff: Die sinnvolle Kombination aus Katheterverfahren und Operation.

Für alle Patienten mit pAVK und insbesondere für Diabetiker gilt: Achten Sie auf Ihre Füße! Verletzungen sollten unbedingt vermieden werden.

Testosteronüberschuss bei Frauen - Ursachen und was man dagegen tun kann

Neben zu wenig Haarwuchs kann auch übermäßiges Haarwachstum, insbesondere bei Frauen, eine Belastung darstellen. Dies wird oft als Hirsutismus bezeichnet.

Was ist Hirsutismus?

Unter Hirsutismus versteht man einen sehr starken Haarwuchs bei Frauen, der eher dem männlichen Behaarungsmuster entspricht. Charakteristisch sind etwa ein „Damenbart“ oder Haare an Brust und Rücken.

Frauen mit Hirsutismus haben meist mehr männliche Geschlechtshormone im Körper als Frauen ohne Hirsutismus.

Ursachen für Hirsutismus

Es gibt vier Hauptursachen für übermäßiges Haarwachstum:

  • Hormonelles Ungleichgewicht: Ein hoher Anteil an männlichen Hormonen kann durch das Polycystic Ovary Syndrome (PCOS) oder das Cushing-Syndrom verursacht werden.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können übermäßiges Haarwachstum anregen.
  • Genetik: Übermäßiges Haarwachstum kann verstärkt in Familien auftreten.
  • Stress: Lange, ununterbrochene Stressperioden können zu verändertem Haarwachstum führen.

Behandlung von Hirsutismus

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, übermäßiges Haarwachstum zu behandeln:

  • Kosmetische Verfahren: Rasieren, Wachsen, Auszupfen oder Enthaarungscremes.
  • Dauerhafte Haarentfernung: Photoepilation (Laser) oder Elektrolyse.
  • Medikamente: Hormonelle Verhütungsmittel oder andere Arzneimittel, die die Aufnahme von Androgenen hemmen.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata)

Kreisrunder Haarausfall zeichnet sich durch einzelne oder mehrere ovale bis runde, teils abgegrenzte kahle Stellen aus. Dieser Haarausfall verläuft häufig in Schüben und kann neben dem Kopfhaar auch die Haare am Körper betreffen.

Ursachen für Kreisrunden Haarausfall

Die Ursache für kreisrunden Haarausfall ist noch nicht eindeutig geklärt. In einigen Fällen scheint der kreisrunde Haarausfall innerhalb der Familie gehäuft aufzutreten. Nicht selten wird diese Art von Haarausfall in Zusammenhang mit Stress beobachtet.

Die genauen Ursachen sind für diese Form des Haarverlustes nicht geklärt, Forschende gehen von genetischen und Umweltfaktoren aus.

Außerdem wird vermutet, dass die Haarfollikel von einer Autoimmunreaktion betroffen sind. Die genetischen Zusammenhänge werden derzeit genauer untersucht.

Symptome von Kreisrundem Haarausfall

Der Haarausfall beginnt plötzlich und oftmals mit einer Stelle oder wenigen etwa münzgroßen kahlen Stellen. Innerhalb weniger Wochen werden diese Areale größer. Betroffen sind zumeist die Kopfhaut oder die Körperbehaarung, aber auch Augenbrauen oder Bart können diese Form des Haarausfalls aufweisen. Häufig befinden sich noch sehr kurze Haare in diesen Bereichen. Die Haut sieht nicht verändert oder entzündet aus.

Behandlung von Kreisrundem Haarausfall

Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen bildet sich der Haarausfall nach sechs bis zwölf Monaten von selbst wieder zurück. Es gibt einige Therapieansätze, die Menschen mit Alopecia areata individuell ausprobieren können. Allerdings ist die Datenlage noch nicht ausreichend, um abschließend die Wirksamkeit zu beurteilen.

  • Einreiben der haarlosen Stelle mit kortisonhaltigen Mitteln.
  • Lokale Injektion von Kortison in die Haut möglich.
  • Das Kortison kann auch oral durch Kortisonsteroide aufgenommen werden.
  • Die Substanz Minoxidil kommt sowohl bei gewöhnlicher Kahlheit als auch beim kreisrunden Haarausfall als Medikament zum Einsatz.
  • Auch speziellen Lichttherapien wird eine Wirksamkeit nachgesagt.

Weitere Ursachen für verändertes Haarwachstum

Eine Änderung der Haarstruktur im Laufe des Lebens kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Mechanische Einflüsse (starker Zug)
  • Thermische Einflüsse (heißes Föhnen, Dauerwelle, UV-Licht)
  • Innere Erkrankungen bzw. gastro-intestinale Störungen
  • Medikamente, die sich negativ auf die Haarstruktur auswirken
  • Altersbedingte Veränderungen (z.B. verringerte Melaninproduktion)

Haarausfall bei Diabetikern

Kahle Beine und Unterarme können bei Diabetikern Hinweise auf eine Neuropathie sein. Nach langjährigem Diabetes mellitus führen Mangelversorgung und Nervenschädigung in der Haut und den Hautanhangsgebilden zu Ernährungsstörungen, unter anderem der Haarfollikel.

Diese trophische Störung bei Diabetikern kann sich außerdem als Brüchigkeit der Fuß- und Fingernägel und pergamentartiger Veränderung der Haut äußern.

Es ist wichtig, die Ursachen für veränderten Haarwuchs an den Beinen zu erkennen und gegebenenfalls einen Arzt zu konsultieren, um mögliche Erkrankungen auszuschließen und geeignete Behandlungen zu finden.

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