Shampoos, die kaputte Haare reparieren oder sogar vor Haarausfall schützen sollen, gibt es inzwischen viele. Schönes Haar scheint heute weniger eine Gabe der Natur als eine Frage der richtigen Kaufentscheidung zu sein. Tatsächlich sind Shampoos mittlerweile hoch entwickelte Hightech-Produkte mit patentierten Wirkstoffen.
Der Shampoo-Markt wächst stetig, die Hersteller werben mit vollmundigen Produktversprechen: Manche Shampoos sollen für ein stärkeres Wachstum sorgen, andere die brüchige Haarstruktur reparieren oder sogar erblich bedingten Haarausfall stoppen. Doch hilft es wirklich gegen Haarausfall? Wir nehmen die beliebtesten Produkte unter die Lupe, schauen genau auf die Inhaltsstoffe und erklären, welche Shampoos gegen Haarausfall sich wirklich lohnen.
Am Ende hilft aber nur: testen, testen, testen! Wir beleuchten die Chancen und Grenzen von Haarausfall-Shampoos und stellen Hintergründe vor.
Haare bestehen aus dem gleichen Material wie Finger- und Fußnägel: aus Horn - also abgestorbenen Zellen. Jedes Haar hat einen Haarschaft und eine Haarwurzel. Der Schaft ist der sichtbare Teil des Haares, der aus der Haut herausragt. Die Wurzel steckt in der Haut und reicht bis in das Unterhautgewebe.
Das untere Ende der Haarwurzel ist kugelig verdickt und wird deshalb Haarzwiebel genannt. In der Haarzwiebel werden ständig neue Zellen gebildet, die miteinander verkleben und dabei verhornen. Weil sich von unten immer neue verhornte Zellen an das Haar ankleben, schiebt es sich allmählich aus der Haut heraus.
Die Produktion von Haarfasern kann durch Medikamente, hormonelle Veränderungen, Krankheiten oder Mangelernährung beeinflusst werden. In der Regel ist es aber das ständige Föhnen, Rubbeln und Bürsten, das die Haare schädigt.
"Ultimate Repair", "Structure Repair", "Total Repair" - die Produktversprechen von Shampoos und Spülungen verheißen viel, halten aber meist wenig. Denn brüchige und strapazierte Haare lassen sich nicht einfach mit einem Shampoo "reparieren". Repair-Shampoos bilden also nur eine Schicht um die Fasern, sodass das Haar glatter erscheint. Dieser Effekt hält nur bei regelmäßiger Anwendung an.
"Fördert das Wachstum von 100 Prozent stärkerem Haar" - so wirbt ein Hersteller auf der Verpackung seines Shampoos. Experten wie die Hamburger Dermatologin Dr. Julia Maerker-Stroemer zweifeln derartige Werbesprechen stark an: "Ein Haar hat einen Wachstumszyklus, der bei jedem Menschen unterschiedlich, ungefähr zwischen drei und sechs Jahren liegt, und den wird ein Shampoo nicht verändern können."
Das Haar könne außerdem durch ein Shampoo oder eine Spülung nicht zum Wachstum angeregt werden, da es aus seiner Wurzel herauswächst, die unter der Hautoberfläche liegt. "An diese Stelle kommt so ein Präparat gar nicht heran," erklärt die Dermatologin.
Hormonelle Veränderungen im Körper, beispielsweise nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren, können zu Haarausfall führen. Das Haar regeneriert sich in diesen Fällen aber meistens von selbst, wenn sich der Hormonspiegel wieder normalisiert. Auch die männliche Glatze zählt in der Regel nicht zu den Haarkrankheiten. Sie ist genetisch bedingt und eher ein kosmetisches Problem.
Die Hersteller werben gerne mit wissenschaftlich belegter Wirksamkeit ihres Produkts - meist mit dem Zusatz "In-vitro-Studie". "In vitro" bedeutet, dass unter Laborbedingungen getestet wurde. Das Gegenteil davon sei eine In-vivo-Studie an echten Probanden, erklärt Dermatologin Dr. Julia Maerker-Stroemer. "In einer In-vitro-Studie werden Zellkulturen in eine Nährlösung gelegt und dann mit einer Substanz wie zum Beispiel Koffein über eine längere Zeit zusammengebracht. Tatsächlich ist es so, dass diese Zellen durch Koffein in ihrem Wachstum angeregt werden." Aber das spiegele nicht die Realität wider.
"Shampoos haben beim Waschen eine Kontaktzeit von etwa 30 Sekunden auf der Kopfhaut. Eine Vielzahl von Faktoren kann Haarausfall auslösen: Wissenschaftlich anerkannt sind Vergiftungen, Pilzinfektionen der Kopfhaut, chronische Erkrankungen und die Einnahme bestimmter Medikamente. Dauerwellen, Colorationen, häufige Nutzung eines Glätteisens, starke UV-Strahlung sowie Chlor- und Salzwasser sind außerdem enorme Strapazen für Haare und Kopfhaut.
Ein Haarverlust von etwa 100 Haaren pro Tag ist völlig normal. Wer deutlich mehr Haare verliert, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Rund 100.000 Haare haben die Menschen durchschnittlich auf dem Kopf.
Welches ist das beste Shampoo gegen Haarausfall? Werfen wir einen Blick auf die Bestseller:
Plantur 21 Nutri-Coffein Shampoo + Conditioner: Stimulierung und Stärkung mit Koffein, Biotin und Mineralstoffen. Ein Bestseller unter den Shampoos gegen Haarausfall für Frauen ist das Plantur 21 Koffein-Shampoo. Die wichtigsten Wirkstoffe gegen Haarverlust sind hier: Koffein (Coffein), das stimulierend und durchblutungsfördernd auf die Haut wirkt, und Biotin (Vitamin H), das die Stoffwechselprozesse anregt, die Keratinstruktur der Haare unterstützt und dadurch die Haarstruktur stärkt.
Alpecin Coffein Hair Booster: Stimulierung und Durchblutungsförderung mit Coffein, Niacinamiden und Panthenol. Einer der bekanntesten Bestseller aus der Drogerie ist das Coffein Shampoo von Alpecin. Das Shampoo gegen Haarausfall ist sehr beliebt bei Männern und soll gegen erblich bedingten Haarausfall und Kopfhaut-Probleme helfen.
Rosmarin-Shampoo für Haarwachstum, mit Minze, 300 ml: Tiefenreinigung der Kopfhaut und Haare, Stärkung des Haarwuchses. Spätestens jetzt sollte die Nachricht alle erreicht haben: Rosmarin soll gegen Haarausfall wirken, weshalb wir in unserer Liste auch ein Rosmarin-Shampoo inkludiert haben.
Bestseller aus der Apotheke Priorin® Shampoo: Stärkung und Stabilisierung mit Panthenol, Hirse und Cystin. Ein Topseller aus der Apotheke ist das Shampoo gegen Haarausfall für Frauen und Männer von Priorin. Im Set können hier Shampoo und Kapseln kombiniert werden, um die optimale Wirkung zu erzielen.
Für normales und fettiges Haar VICHY Dercos Vital Anti-Haarverlust Shampoo: Stärkung und Fülle mit Aminexil, Panthenol und Vitmain B6. Ein weiterer Favorit aus der Apotheke ist das Dercos Vital Anti-Haarverlust Shampoo von Vichy, das sich für Frauen und Männer eignet. Hier enthalten ist das Molekül Aminexil, das zum einen die Elastizität der Haare und der Kopfhaut erhält und zum anderen durchblutungsfördernd wirkt.
Kérastase Shampoo Bain Nutri-Fortifiant, Genesis, 250 ml: Die französische Marke Kerastase stellt Haarpflege in Friseurqualität her, die wir auch für uns zuhause weiterverwenden können. Auch gegen Haarausfall gibt es eine Lösung für uns: das Kerastase Hydra-Fortifiant, das extra für feines und dünner werdendes Haar konzipiert wurde. Der Hauptwirkstoff Biotin stärkt die Haarwurzel und schenkt uns bei dauerhafter Verwendung gekräftigtes Haar, das weniger ausfällt.
Für empfindliche Kopfhaut R13 - Verdichtendes Pflegeshampoo 1 % Koffein + Acetyltetrapeptid-3: Auf der Suche nach dem besten Shampoo gegen Haarausfall darf auch das verdichtende Pflegeshampoo von Typology mit einem Prozent Koffein und Acetyltetrapeptid-3 nicht fehlen. Dieses stimuliert laut Hersteller die Mikrozirkulation der Kopfhaut, um das Haarwachstum zu fördern.
Sebamed Anti-Haarverlust Shampoo: Bei regelmäßiger Anwendung soll auch das Sebamed Anti-Haarverlust-Shampoo dabei helfen, diesen zu stoppen. Dank einer Pflegeformel mit Coffein und Ginkgo Biloba, soll es die Durchblutung in der Kopfhaut anregen und so die Wachstumsbedingungen für kräftiges Haar schaffen.
Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die in Haarausfall-Shampoos enthalten sind. Aber welches Mittel gegen Haarausfall ist wirksam?
Die meisten Produkte sollten ein- bis zweimal täglich benutzt werden. Je nach Haarlänge sollte eine etwa walnussgroße Portion Shampoo aufgetragen und im kompletten Haar verteilt werden.
Lauwarmes Wasser reicht aus, es sollte zum Schutz der Haare nicht zu heiß sein. Wer zusätzlich ein stärkendes Haarwasser verwenden möchte, kann dies nach dem Trocknen der Haare auftragen.
Das Shampoo öfter als empfohlen anzuwenden, kann potenzielle Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Juckreiz und Trockenheit der Kopfhaut verstärken. Außerdem kann zu häufiges Waschen zum Austrocknen der Haare führen.
Das Wichtigste, um die richtige Therapie gegen Haarausfall zu finden, ist, dass die zugrundeliegende Ursache ermittelt wurde. Nur dann kann eine Therapie gezielt angreifen.
Es kann manchmal schwierig sein, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Es bilden sich runde, komplett kahle Stellen auf der Kopfhaut. Als Therapie werden vor allem Cortison-Präparate eingesetzt.
Zu den selteneren Formen von Haarausfall zählen die psychische Erkrankung Trichotillomanie, Haarverlust durch Verätzungen oder Verbrennungen oder die Traktionsalopezie.
Das ernüchternde Ergebnis der Tests: Uneingeschränkt zu empfehlen ist kein einziges Mittel, die meisten wirken überhaupt nicht oder enthalten sogar schädliche Zusätze. Das einzige Medikament, was lokal aufgetragen wirklich eine nachgewiesene Wirkung gegen Haarausfall hat, ist Minoxidil.
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