Welches Hormon beeinflusst das Haarwachstum? Ein umfassender Überblick

Veränderungen der Haut und der Haare sind ein typisches Phänomen des Alterns und eine häufige Fragestellung in der Hormonsprechstunde. Sie bürsten morgens und abends Ihre Haare und stellen dabei fest: Es landet deutlich mehr auf der Bürste als früher. Sie sind nicht allein! Haarausfall betrifft viele Menschen und kann verschiedene Ursachen haben. Eine davon: Hormone.

Bei Hormonen handelt es sich um chemische Botenstoffe, die von den körpereigenen Drüsen produziert und in den Blutkreislauf abgegeben werden. Letzteres gilt auch für Ihre Haare - sowohl für das Wachstum als auch für den Ausfall der eigenen Haare. Ein Mangel an Östrogen, ein Überschuss an Testosteron und Veränderungen im Thyroxin- und Cortisolspiegel können die Haargesundheit nachhaltig beeinflussen. Umso wichtiger ist ein gleichgewichtiger Hormonspiegel für gesunde und starke Haare.

Hormonelle Einflüsse auf das Haarwachstum

Hormonelle Veränderungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Haare. Haarausfall ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Diesem Phänomen wird in der medizinischen Forschung viel Aufmerksamkeit geschenkt. Bei Frauen tritt Haarausfall gehäuft während der Pubertät, nach der Schwangerschaft und in den Wechseljahren auf. Haarausfall gilt dennoch nach wie vor als Männersache. Dabei wird unter den Teppich gekehrt, dass auch zahlreiche Frauen von dieser Problematik betroffen sind. Auch Mädchen und junge Frauen zwischen 16 und 20 können unter diffusem Haarausfall leiden.

Die Rolle von Östrogen

Bei Frauen spielt vor allem das Hormon Östrogen eine wichtige Rolle. Während der Schwangerschaft steigt der Spiegel des Hormons Östrogen im Körper an, wodurch das Haarwachstum angeregt wird. Viele Frauen erfreuen sich in dieser Lebensphase an besonders glänzenden und gesunden Haaren. Ausschlaggebend ist, dass der Hormonspiegel in den Keller rutscht. Etwa ab der 8. Doch auch die Stillzeit kann mit Haarausfall einhergehen. Das Hormon Prolactin, das zur Milchbildung beiträgt, verkürzt die Wachstumsphase der Haare.

Testosteron und DHT

Ein weiteres Hormon, welches für erblich bedingten Haarschwund verantwortlich ist, ist DHT (Dihydrotestosteron), welches aus Testosteron gebildet wird. Männer und Frauen mit einem hohen Testosterongehalt haben daher ein erhöhtes Risiko der Bildung von DHT und dem darauf basierenden androgenetischen Alopezie. Die Haarwuchsphasen verschieben sich, da sich die Wachstumsphase maßgeblich verkürzt und die Haarwurzeln viel schneller in die Ruhephase eintreten als bei Menschen mit einem geringen Testosteronanteil. Eine Umwandlung von Testosteron in DHT findet vor allem im Schläfenbereich, auf dem Oberkopf und am stirnseitigen Haaransatz statt.

Thyroxin und die Schilddrüse

Thyroxin ist ein wichtiges Schilddrüsenhormon, das den Stoffwechsel im Körper und damit auch den Haarwuchs maßgeblich beeinflusst. Ist der Thyroxin-Haushalt ausgeglichen, werden die Haarwurzeln mit ausreichend Nähr- und Vitalstoffen versorgt. Mit allen wichtigen Stoffen versorgte Haarfollikel wachsen gesund und kräftig. Fehlt dem Körper Thyroxin, verlangsamt sich der Stoffwechsel und es kommt zu einer Hypothyreose, einer Unterfunktion der Schilddrüse. Liegt ein Mangel vor, verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare. Thyroxin ist eines der Hormone, die zum Ausfall der Haare führen und die ohne eine Behandlung der Mangelerscheinung für eine Unterfunktion der Schilddrüse sorgen. Um den Haarschwund zu stoppen, muss die Schilddrüsenfunktion wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Cortisol und Stress

Stress kann sich ebenfalls negativ auf unsere Haarpracht auswirken. Unter Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus, ein Hormon, das den Haarzyklus stören und diffusen Haarausfall verursachen kann. Weiter ist Cortisol eines der Hormone, die den Ausfall Ihrer Haare aus dem Grund begünstigen, weil es die Umwandlung von Testosteron in DHT fördert. Je höher der Testosteronspiegel ist, desto stärker kann sich die stressabhängige Cortisolausschüttung auf die Haardichte und auf den Haarwuchs auswirken.

Hormonelle Veränderungen in verschiedenen Lebensphasen

Pubertät

Bereits in der Pubertät spielen Hormone eine entscheidende Rolle für das Haarwachstum. Testosteron fördert bei Jungen das Wachstum von Körper- und Gesichtshaaren, während Östrogen bei Mädchen die Kopfhaare stärkt, aber das Körperhaarwachstum in Schach hält.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel deutlich an, was dazu führt, dass die Haare in der Wachstumsphase (Anagenphase) länger verweilen. Dies führt oft zu einer dichteren und volleren Haarpracht, da weniger Haare ausfallen. Viele Frauen berichten während der Schwangerschaft von kräftigerem Haar. Nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel jedoch schnell ab, was oft zu verstärktem Haarausfall führt, bekannt als postpartaler Haarausfall. In dieser Phase fallen die Haare, die während der Schwangerschaft „geruht“ haben, aus, was zu einer vorübergehenden Ausdünnung des Haares führen kann.

Wechseljahre

Die Menopause markiert einen signifikanten Wendepunkt im Leben einer Frau, in dem der Hormonhaushalt drastisch umgestellt wird. Besonders betroffen ist das Verhältnis von Östrogen und Testosteron, den beiden Hauptgeschlechtshormonen. Während des reproduktiven Lebenszyklus sorgt Östrogen für eine gesunde Haarstruktur und fördert das Wachstum der Kopfhaare. Diese hormonellen Veränderungen führen oft zu einer Abnahme der Kopfhaardichte, was Frauen als dünner werdendes Haar wahrnehmen. Gleichzeitig kann es durch den höheren Einfluss von Testosteron zu einem verstärkten Wachstum von Haaren an unerwünschten Stellen kommen, wie im Gesicht (z. B. Kinnhaare), um die Brustwarzen oder am Bauch.

PCO-Syndrom

Bei Frauen wird oft das sog. PCOS (engl. Von Haarausfall betroffene Frauen leiden an einer übermässigen Bildung männlicher Geschlechtshormone. Die Symptome sind neben Haarausfall auch Akne, verstärkte Körperbehaarung und oft auch Kinderlosigkeit.

Behandlungsmethoden bei hormonell bedingtem Haarausfall

Wenn ein Ungleichgewicht der Hormone zu Haarausfall führt, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Grundsätzlich ist es wichtig, zuerst immer der Ursache auf den Grund zu gehen. Bei hormonellem Ungleichgewicht kann eine Hormonersatztherapie in Frage kommen. Diese wird durch einen Arzt eingeleitet und unter regelmäßigen Kontrollen durchgeführt. Verursachen ins Ungleichgewicht geratene Hormone Haarausfall, kann die sogenannte PRP Behandlung für eine verbesserte Durchblutung und damit für eine Erhöhung der Nährstoffversorgung Ihre Haarwurzeln sorgen. Die effektivste Methode ist allerdings die Haartransplantation, bei der gesunde Haarfollikel aus dem Spenderbereich in den Empfängerbereich implantiert werden. Damit die neuen Haarwurzeln anwachsen und kräftige Haare bilden, muss im Vorfeld eine Ursachenbehandlung erfolgen.

Hormonbedingter Haarausfall ist zwar ärgerlich, aber er ist in den meisten Fällen behandelbar. Wenn ein Ungleichgewicht der Hormone für Haarausfall sorgt, sollten Sie einen Arzt konsultieren und Ihren Hormonhaushalt kontrollieren lassen. Ein Mangel an Östrogen, eine hohe Ausschüttung von Cortisol und die vermehrte Umwandlung von Testosteron in DHT sind für ihre Wirkung auf das Haarwachstum bekannt.

Haarausfall bei Frauen – Die Wahrheit hinter den Ursachen, die über Hormone hinausgehen!

Hormonersatztherapie

Allerdings kann bei Haarausfall und gleichzeitigem Vorliegen einer Indikation für eine Hormonersatztherapie diese z. B. so ausgewählt werden, dass den Effekten der männlichen Hormone entgegengewirkt und damit der Haarausfall gebessert wird.

Minoxidil

Gleichfalls könnten bestimmte Nahrungsergänzungsmittel sowie eine Behandlung der Kopfhaut (Lokaltherapie) mit dem Wirkstoff Minoxidil hilfreich sein.

Haartransplantation

Die Verpflanzung von Eigenhaar sorgt dafür, dass die kahlen Bereiche auf dem Kopf wieder von neuem Haar bewachsen werden. Falls Sie nach professioneller Hilfe suchen, sind wir für Sie da! Bei Elithair bieten wir Ihnen umfassende Beratung und Behandlungsmöglichkeiten bei hormonell bedingten Haarausfall. Ja, eine Haartransplantation kann eine effektive Lösung sein, insbesondere wenn der hormonelle Haarausfall stabilisiert wurde.

Antiandrogene

Frauen können gegen anlagebedingten Haarausfall auch so genannte Antiandrogene einnehmen. Solche Wirkstoffe sind z. B. in bestimmten Antibabypillen wie Diane35, Belara, Dienogest oder Valette enthalten. Frauen nach den Wechseljahren können auch Cyproteronacetat einnehmen. Es stoppt die Wirkung männlicher Hormone in der Kopfhaut, hilft allerdings nicht gegen jede Art von Haarausfall. Männer müssen auf diese Therapieoption verzichten, da diese Substanzen ihren Hormonhaushalt massiv stören würde.

Alternative Heilmittel und Ernährung

Die Schulmedizin hat bei hormonell bedingtem Haarausfall meist nur Hormontherapien zu bieten. Doch immer mehr Frauen besinnen sich auf alte Heilmittel und wagen den Blick über den kulturellen Tellerrand. Zu den wichtigsten Hormonpflanzen zählen Yamswurzel, Mönchspfeffer, Bockshornklee, Nachtkerze, Schafgarbe, Frauenmantel, Rotklee, Passionsblume, Hopfen und Traubensilberkerze. Die Heilpflanzen können als Tee getrunken oder als Tinktur bzw. Sud in die Kopfhaut einmassiert werden. Auf diese Weise kann die Durchblutung gefördert und das Haarwachstum angeregt werden. Wird der Körper über die Ernährung ausreichend mit Nährstoffen versorgt, werden die Haarwurzeln zusätzlich gestärkt.

1. Zu diesem Zweck ist die Verwendung von hochwertigen Produkten aus der Sägepalme zu empfehlen. Dies dient der Ausbalancierung des Hormonhaushaltes. Andere das DHT hemmende Lebensmittel und Nährstoffe sind zum Beispiel Extrakte des Grünen Tees und sogenannte systemische Enzyme.

Vitamin-Tabletten für üppiges Haar?Eisen, Zink, Kupfer, Biotin und Folsäure - diese Spurenelemente und Vitamine sind am Haarwachstum beteiligt. Chronischer Mangel löst Haarausfall aus. Aber auch Radikaldiäten, die dem Körper zu wenig Nährstoffe zuführen, lassen die Lockenpracht schwinden. Ob eine Mangelerscheinung schuld am schwindenden Haupthaar ist, kann ein einfacher Bluttest beim Arzt klären. In diesen Fällen helfen bestimmte Präparate, die jeweiligen Mängel auszugleichen. Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln werben damit, dass bestimmte Pillen volleres Haar bewirken, auch ohne ausgesprochenen Nährstoffmangel.

Keines dieser Spurenelemente oder Vitamine hilft jedoch gegen anlagebedingten Haarausfall. Fazit also: „Solche Pillen sind für die meisten Menschen überflüssig. Gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, brauchen derartige Nahrungsergänzungsmittel nicht“, betont der Haar-Experte Rolf Hoffmann aus Freiburg. im übrigen nehmen die Haare auch ein Zuviel an Vitaminen übel: Eine Überdosierung von Vitamin A kann Haarausfall auslösen.

Weitere Faktoren, die das Haarwachstum beeinflussen

Hautpflege in den Wechseljahren

Wie die Haare verändert sich auch die Haut mit dem Eintritt der Menopause. Insbesondere nach längeren Phasen niedriger Estrogenwerte im Blut beginnt die Haut eher trocken zu werden, Auch nimmt die Hautspannung („Turgor“) durch eine verminderte Einlagerung von Wasser ab. Dies stellt nicht grundsätzlich ein medizinisches Problem dar, Frauen mit dieser Problematik sollten die Haut gut pflegen und täglich eincremen. Gleichfalls ist es sinnvoll, das Rauchen komplett einzustellen und die Sonneneinwirkung möglichst zu vermeiden. Ähnliche Veränderungen sieht man auch häufig im Genitalbereich, wo sich der Hormonmangel manchmal noch deutlicher zeigt und zu doch erheblichen Problemen (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Brennen, Juckreiz) führen kann. Auch können Harnwegsinfektionen und sogar eine leichte Harninkontinenz durch den Hormonmangel auftreten bzw. In allen diesen Fällen kann die Einleitung einer lokalen Hormontherapie mit einer Estriol-haltigen Creme sinnvoll sein. Dabei ist darauf zu achten, dass die Creme in den ersten 14 Tagen täglich angewendet wird (auch wenn es brennt) und danach zweimal wöchentlich aufgetragen wird. Hierdurch wird die Wirkung im Organismus am geringsten gehalten. Eine neue, vielversprechende Alternative ist die Behandlung des Genitalbereichs mit einem Vaginallaser. Die Wirkung basiert darauf, dass der Laser die Bildung von neuem, weniger empfindlichen Gewebe anregt und sich das Gewebe regeneriert.

Genetische Veranlagung

BONN (abd) - Lichtet sich bei Frauen das Haar, kann das ein unliebsames Erbe sein. Doch auch eine Hormonstörung kann die Ursache sein. Eine sorgfältige Abklärung beim Hautarzt hilft, die richtige Therapie zu finden. Schönes, üppiges Haar gilt als attraktiv und trägt zu einem modischen, gepflegten Erscheinungsbild bei. „Schütteres Haar und Haarverlust können betroffene Frauen daher psychisch sehr belasten“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Gerhard Lutz, Hautarzt und Haarspezialist aus Bonn. Selbstbild und Selbstbewusstsein werden beeinträchtigt, Sorgen um die Gesundheit kommen oft hinzu und manchmal müssen sogar berufliche Nachteile in Kauf genommen werden.

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Kreisrunder Haarausfall

Anders als der androgenetische Haarausfall ist der kreisrunde Haarausfall eine Autoimmunerkrankung: Die körpereigene Abwehr wendet sich plötzlich gegen die eigenen Haarfollikel und lässt die Haare ausfallen. In vielen Fällen beruhigt sich das Immunsystem nach einiger Zeit von selbst und die Haare wachsen wieder. Das ist allerdings nicht vorhersehbar.

Eine Therapieoption ist Cortison, um Entzündungen einzudämmen, eine andere die Bestrahlung mit UV-Licht in Kombination mit einem Mittel, das die Haut lichtempfindlich macht. Wirkung und Risiken beider Methoden sind umstriten.

„Am wirksamsten behandelt man kreisrunden Haarausfall mit einer topischen Immuntherapie“, berichtet der Würzburger Haar-Spezialist Henning Hamm. Dabei löst eine Chemikalie eine Allergie aus, lenkt das Immunsystem ab und stoppt so den Haarausfall. „Jeder Mensch reagiert auf Diphenylcyclopropenon, kurz DCP, allergisch“, erläutert der Haar-Experte. „Es ist wichtig, dass Hautärzte die Therapie genau überwachen und die DCP-Konzentration exakt einstellen." Während der Behandlung können die Lymphknoten anschwellen und Pigmentveränderungen entstehen, die Kopfhaut juckt, rötet und schuppt sich.

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