Haarausfall kann für viele Menschen eine psychische Belastung darstellen, da Haare eine wichtige Rolle in unserem Sozialleben spielen. Volles Haar steht für Gesundheit und Attraktivität, während dünne Haare oder kahle Stellen oft als Makel angesehen werden. Doch welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner bei Haarausfall?
Grundsätzlich gilt: Jeder Mensch verliert am Tag bis zu 100 Haare. Dies ist vollkommen normal und sollte keinen Grund zur Sorge darstellen. Von Haarausfall spricht man erst dann, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen und ein deutlicher Unterschied zwischen der Zahl der abgestoßenen und nachgewachsenen Haare besteht. Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie über einen längeren Zeitraum mehr Haare verlieren, ist es ratsam, dies ärztlich abklären zu lassen. Dies kann beispielsweise beim Kämmen auffallen. Aber auch merklich dünner werdendes Haar sowie sichtbare kahle Stellen sind mögliche Anzeichen für behandlungsbedürftigen Haarausfall.
Bei Haarausfall kann eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle spielen, darunter hormonelle Veränderungen, Krankheiten, die genetische Veranlagung, Mangelerscheinungen oder auch Stress. Um die genaue Ursache zu bestimmen und eine angemessene Behandlung einzuleiten, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, der sich auf Haarausfall spezialisiert hat.
Der erste Ansprechpartner für Haarausfall ist in der Regel der Hautarzt oder Dermatologe. Hautärzte haben fundiertes Wissen über die Struktur und Funktion der Haut sowie über Haarerkrankungen. Sie sind somit bestens ausgebildet, um die Ursachen von Haarausfall zu diagnostizieren und individuelle Behandlungsmöglichkeiten zu empfehlen. Als Ihr Hautarzt in Hannover Kleefeld gehen wir den Ursachen für Ihren Haarausfall systematisch auf den Grund. Wir sind Spezialisten für Haarausfall, denn die Haarwurzeln sind in der Haut verankert und zählen damit zu unserem Untersuchungsbereich.
Insbesondere wenn der Haarausfall auf Hormonungleichgewichte oder Stoffwechselstörungen zurückzuführen scheint, kann es sinnvoll sein, einen Endokrinologen aufzusuchen. Ein Endokrinologe wird in der Lage sein, dem Haarausfall auf den Grund zu gehen und die Ursachen dafür herauszufinden. Wird festgestellt, dass der Haarausfall im Nachgang an eine Operation entstanden ist oder auf weitere Erkrankungen zurückgeht, so ist ebenfalls ein Termin bei einem Endokrinologen sinnvoll.
Der Endokrinologe beschäftigt sich u. a. mit der Schilddrüse, den Nebennieren und den Hoden. Genetisch bedingter oder als Folge einer Erkrankung, Operation oder Medikamenteneinnahme auftretender Haarausfall kann bei diesem Facharzt bestimmt werden.
Abgesehen von erblich bedingtem Haarausfall sind ausfallende Haare zunächst einmal ein Anzeichen dafür, dass dem Körper etwas fehlt oder dass etwas nicht stimmt. Neben dem Dermatologen bzw. der Dermatologin als erste Ansprechpartner kommen darüber hinaus somit auch andere Fachärzte in Frage:
Um die genaue Ursache des Haarausfalls zu bestimmen, werden unterschiedliche Testmethoden angewandt. Die Diagnose von Haarausfall erfordert in der Regel eine umfangreiche Anamnese sowie verschiedene Untersuchungen, um die zugrundeliegenden Ursachen herauszufinden.
Zunächst erfolgt eine ausführliche Besprechung über den beobachteten Haarausfall. Relevant sind zum Beispiel Beginn, Dauer, Menge und Ort des Haarausfalls. Danach werden Ihre Haar und Ihre Kopfhaut untersucht. Ihr Hautarzt wird auch auf andere mögliche Symptome achten, die einem Haarausfall möglicherweise zu Grunde liegen können. Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu einem Haarausfall anderer Ursache wie zum Beispiel einer Schilddrüsenüberfunktion oder der Folge eines Infektes.
Zusätzlich zur Anamnese gibt es verschiedene Untersuchungen, die für die Diagnose von Haarausfall bzw. dessen Ursachen durchgeführt werden können, darunter:
Die Haaranalayse nimmt Ihr Hautarzt mit einer computergestützten Kamera (Trichoscan) direkt auf der Kopfhaut vor. Trichoscan: Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem die Haarzahl, die Haardichte und das Verhältnis der Haare in der Wachstums- und Ruhephase bestimmt werden.
TrichoLAB stellt eine moderne, diagnostische Methode für die Untersuchung von Haar und Kopfhaut mittels Trichoskopie dar. Diese nicht-invasive digitale Bildanalyse ermöglicht eine präzise Diagnose, ohne dass Haare entnommen werden müssen. Des Weiteren lässt sich der Haarwachstumszyklus der Haare bestimmen.
Haarausfall kann sich in verschiedenen Formen zeigen. Ihr Hautarzt unterscheidet beim Haarausfall verschiedene Formen.
Die androgenetische ist die häufigste Form des Haarausfalls. Ungefähr 95 Prozent der Fälle sind davon betroffen. Bei dem erblich bedingten (hormonellen) Haarausfall zeigt sich ein erhöhter Haarverlust an bestimmten Stellen. Bei Männern sind dies häufig die typischen Geheimratsecken, ein kreisrunder Haarausfall am Hinterkopf (Tonsur) und im weiter fortgeschrittenen Stadium die Glatzenbildung. Bei Frauen tritt meist nur eine Verdünnung der Haare auf. Kahle Stellen sind selten.
Die Ursache für den Haarverlust ist hier eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel im Zusammenhang mit bestimmten Geschlechtshormonen.
Bei diffusem Haarausfall sind die Therapiemöglichkeiten je nach konkreter Ursache vielfältig. Bei diffusem Haarausfall dünnt sich das Haar auf der gesamten Kopfhaut gleichmäßig aus. Dabei kann der Haarausfall phasenweise stärker oder schwächer sein.
Eine Ursache des diffusen Haarausfalls kann ein Eisen- oder Zinkmangel sein. Ebenso können Haare durch radikale Fastenkuren ausfallen. Die Haarwurzeln werden hier nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt und verkümmern. Weitere Ursachen sind Krankheiten, wie beispielsweise eine Schilddrüsenstörung sowie die Einnahme von Medikamenten (Beta-Blocker, Blutverdünner).
Kreisrunder Haarausfall kann Frauen und Männer jeden Alters und gar nicht selten auch Kinder betreffen. Dabei stellen Dermatologen Kahlstellen fest, die kreisrund oder oval sind. Meistens ist der Hinterkopf betroffen, aber auch die seitlichen Kopfregionen, Augenbrauen, Bart oder Schamhaar können kahle Stellen aufweisen. Durch eine Fehlregulation des Immunsystems werden die Haarbälge von den körpereigenen Entzündungsstellen angegriffen und zerstört. In seltenen extremen Fällen gehen sogar alle Haare am ganzen Körper aus. Kreisrunder Haarausfall weist hingegen auf Autoimmunerkrankung hin.
Die Ursache von kreisrundem Haarausfall bleibt weitgehend unklar, obwohl vermutet wird, dass eine Infektion zu einer Aktivierung der körpereigenen Immunzellen führt. Diese Immunzellen attackieren die Haarwurzeln, was letztendlich zu kreisrundem Haarausfall führt.
Je nach Form und Ursache wird Ihr Hautarzt unterschiedliche Behandlungen, innerlich oder äußerlich vorschlagen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und variieren, je nach den zugrundeliegenden Ursachen und der individuellen Situation. Möglich sind sowohl Medikamente als auch innovative Behandlungen gegen Haarausfall.
Im besten Fall ist die Ursache für den Haarausfall gefunden worden. Liegt beispielsweise ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel vor, so kann bereits die Einnahme von Eisen, Kalzium, Biotin und weiteren Vitaminen hilfreich sein.
Insbesondere bei genetisch bedingtem Haarausfall kann eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein. Hier helfen beispielsweise Minoxidil oder Finasterid, die das Haarwachstum stimulieren oder das Fortschreiten des Haarausfalls verlangsamen können. Beim erblich bedingten Haarausfall wird mit einer Minoxidil-Lösung (Frau und Mann) oder Finasterid-Tabletten (nur bei Männern) behandelt.
Wir erzielen bei bestimmten Verläufen von Haarausfall gute Erfolge mit lokal aufzutragenden Medikamenten. Dabei kommt es zunächst zu einem sogenannten Shedding, d.h. einem vermehrten Verlust von Haaren, die das Ende ihres Wachstumszyklus erreicht haben. Systemische Medikamente sind nur für Männer zugelassen, da sie in den männlichen Hormonhaushalt eingreifen. Diese sogenannten Anti-Androgene setzen wir allerdings nur nach ausführlicher Beratung und Abwägung der möglichen unerwünschten Nebenwirkungen.
PRP, auch bekannt als Platelet-Rich Plasma, ist eine innovative Eigenbluttherapie, bei der eine kleine Menge Blut (10ml) aus der Vene entnommen wird. Dieses Blut wird anschließend zentrifugiert und gefiltert, um ein konzentriertes Blutplättchenpräparat zu gewinnen, das reich an Wachstumsfaktoren wie VEGF, EDGF und FGF ist. Das so gewonnene Plasma wird gezielt in die betroffenen Bereiche der Kopfhaut injiziert, wo es die Aktivierung von blutgefäßbildenden Zellen fördert und das Haarwachstum stimuliert. Durch Bildung neuer Blutgefäße werden die Haarwurzeln auch besser durchblutet. Das Haarkleid wächst wieder dichter und kräftiger.
Dabei wird den Patienten Blut abgenommen, welches speziell aufbereitet und im Anschluss in die Kopfhaut injiziert wird. Möglich ist auch eine Anwendung nach einer Haartransplantation, um die Haarfollikel anzuregen.
Im Rahmen der Meso-Therapie erfolgt eine Injektion von Mikronährstoffen v.a. an den sich lichtenden Stellen der Kopfhaut, aber auch an anderen Stellen, wo eine Revitalisierung der Kopfhaut und der Haare erreicht werden soll. Es wird eine Wirkstoffkombination aus Proteinen, Vitaminen und Wachstumsfaktoren in die Kopfhaut injiziert, was die Haarfollikel regeneriert und die Blutzirkulation verbessert, wodurch das Haarwachstum angeregt werden kann.
Die Mesotherapie bietet eine schonende und effektive Möglichkeit, Haarausfall zu bekämpfen und die Haargesundheit zu fördern. Diese natürlichen Wirkstoffe der injizierten Nährstofflösung revitalisieren die Haarwurzeln, verlangsamen oder stoppen den Haarausfall und fördern die Blutzirkulation der Kopfhaut.
Durch eine Laserbehandlung können die Haarwurzelzellen aktiviert werden. Das Haar kann gesünder und dichter nachwachsen.
Haartransplantationen können sinnvoll sein. Im HAARZENTRUM AN DER OPER bieten wir verschiedene, effektive Methoden im Bereich der Haartransplantation an. Dazu zählen auch Verfahren zur Barthaar- oder Augenbrauentransplantation.
Neben den verschiedensten Therapien sind auch unterstützende Maßnahmen möglich, wie die Einnahme von Biotin und Zink. Auch eine gesunde, an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen reiche Ernährung, Bewegung und Sport, der Verzicht auf Alkohol und Tabak, wenig Stress und Normalgewicht können sich positiv auswirken.
Um Ihren Arztbesuch bestmöglich vorzubereiten und effektiv zu gestalten, haben wir für Sie einige hilfreiche Tipps zusammengestellt:
Ein Haarexpertenteam hat einen Fragenkatalog entwickelt, den Sie vor dem Arztbesuch durchgehen und ausdrucken können. Dieser Fragenkatalog dient als nützliche Gedankenstütze während des Termins und unterstützt Ihren Arzt bei der Diagnosestellung.
Nach dem Arztbesuch ist es wichtig, die empfohlenen Maßnahmen konsequent umzusetzen und die Haarpflege entsprechend anzupassen. Dies kann die Verwendung spezifischer Mittel gegen Haarausfall, die Anpassung der Ernährung, die Reduzierung von Stress oder andere Veränderungen umfassen, die zur Förderung der Haargesundheit beitragen.
Weiterhin ist es ratsam, regelmäßige Folgetermine mit Ihrem Hautarzt zu vereinbaren, um den Fortschritt der Behandlung zu überprüfen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen. Halten Sie eine offene Kommunikation mit Ihrem Arzt aufrecht und teilen Sie eventuelle Bedenken oder Fragen mit, um eine bestmögliche Betreuung zu gewährleisten.
Die Haarwurzeln brauchen nach Beginn der Therapie einige Zeit um sich wieder zu erholen. Erste Therapieerfolge können nach ca. 2-3 Monaten festgestellt werden. Sie werden deshalb etwas Geduld aufbringen und das erarbeitete Therapiekonzept konsequent durchführen müssen, bevor feststeht, ob die Therapie wirksam ist.
Haarausfall ist kein Schicksal! Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung durch einen Facharzt sind entscheidend, um das Fortschreiten des Haarverlusts zu verlangsamen. Dabei ist der Dermatologe eine wichtige erste Anlaufstelle, jedoch kann es sinnvoll sein, auch andere Fachärzte mit einzubeziehen.
Denken Sie daran: Rasch ein Wundermittel der Werbung einreiben und schon ist das Problem behoben? Ohne genaue Kenntnis der Ursache funktioniert das in den wenigsten Fällen. Zudem besteht die Gefahr, dass man ungeeignete Mittel verwendet und sich der Haarausfall verschlimmert. Nur zusammen mit Ihrem Hautarzt lassen sich die Ursachen wirklich herausfinden und im besten Fall rasch zu beseitigen.
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