Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa eine Million Frauen betroffen sind, oft ohne es zu wissen. Meistens tritt sie zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr auf.
Bei den Betroffenen ist, vereinfacht gesagt, die Funktion der Eierstöcke gestört. Normalerweise produzieren die Eierstöcke weibliche und in geringem Maße auch männliche Sexualhormone. Die Eierstöcke von Frauen mit PCOS produzieren zu viel von diesen männlichen Sexualhormonen, wodurch der Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät. An den Eierstöcken (Ovarien) sind zahlreiche Bläschen im Gewebe (Zysten) zu erkennen - daher die Bezeichnung „polyzystisch“.
Die namensgebenden "Zysten" in den Eierstöcken (Ovarien) sind eigentlich gar keine. Bei den kleinen Bläschen, die im Ultraschall zu sehen sind, handelt es sich um unreife Eizellen. Und nur 70 Prozent der betroffenen Frauen haben überhaupt dieses Symptom.
Bislang ist unklar, wie und warum diese Form der Hormonstörung entsteht. Ein Faktor ist vermutlich eine genetische Veranlagung. Gesichert ist: Bis zu 80 Prozent der betroffenen Frauen sind übergewichtig, es besteht also ein Zusammenhang zwischen dem Polyzystischen Ovarialsyndrom und dem Körpergewicht. Übergewicht kann zu einer vermehrten Produktion von männlichen Sexualhormonen führen.
Häufig liegt auch ein gestörter Zuckerstoffwechsel vor, der wiederum die Krankheit begünstigen kann. Insulin reguliert nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern fördert auch die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron.
Das hormonelle Ungleichgewicht kann zahlreiche Beschwerden mit sich bringen. Das Spektrum reicht von Zyklusstörungen über Unfruchtbarkeit bis zur Vermännlichung. Häufig treten bei den betroffenen Frauen aber nur einzelne Symptome auf, die auch andere Ursachen haben könnten. Deswegen bleibt das Polyzystische Ovarialsyndrom oft unentdeckt.
Mögliche körperliche Symptome des PCOS:
Weitere Symptome des PCOS kann der Frauenarzt bei einer Untersuchung feststellen, etwa vergrößerte Eierstöcke oder die dort oft entstehenden Bläschen.
Symptome wie Unfruchtbarkeit oder sichtbare Veränderungen des Körpers schlagen oftmals aufs Gemüt und können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Viele Frauen mit Polyzystischem Ovarialsyndrom haben daher psychische Probleme, sie entwickeln übertriebene Ängste bis hin zu Angststörungen und verzweifeln am eigenen Körperbild. Andere entwickeln eine Essstörung oder kämpfen mit Depressionen.
Viele Frauen kennen es: vermehrter Haarausfall durch einen aus dem Gleichgewicht geratenen Hormonhaushalt. Bei Frauen kann der Haarausfall viele Ursachen haben, wie z.B. eine Schwangerschaft, die Wechseljahre, die Einnahme bzw. das Absetzen der Antibabypille oder eine erbliche Veranlagung.
Das PCO-Syndrom kann bei Frauen zu Symptomen wie Zyklusstörungen, Haarausfall und Unfruchtbarkeit führen. Die Haare auf dem Kopf fallen aus, dafür wachsen sie an unliebsamen Stellen, der Körper wird männlicher, Akne kommt hinzu, der Kinderwunsch bleibt unerfüllt: Das PCO-Syndrom, ist eine der häufigsten Ursachen von Unfruchtbarkeit.
Frauen mit PCOS können ab und an auch unter Haarausfall nach typisch männlichen Mustern leiden. PCOS bringt in vielen Fällen den Hormonspiegel aus dem Gleichgewicht. Das hat zur Folge, dass die Menstruation bei Frauen mit PCOS unregelmäßig werden kann oder sogar für einen längeren Zeitraum komplett ausbleiben kann.
Nicht nur der erhöhte DHT-Spiegel kann beim Frauen mit PCOS Haarausfall verursachen. Auch der gestörte Hormonhaushalt beeinflusst den Körper sehr stark, sodass es zu einem übermäßigen Haarverlust kommen kann. Hormonell bedingten Haarausfall erkennt man an dem plötzlichen Haarausfall auf der gesamten Kopfhaut, auch Telogeneffluvium genannt.
Haarausfall bei PCOS kann also durch zwei Aspekte verursacht werden: erhöhte DHT-Werte und ein hormonelles Ungleichgewicht. Möchte man den Haarausfall durch PCO eindämmen, sollte man beide Aspekte berücksichtigen.
Das PCO-Syndrom ist nicht heilbar, kann aber behandelt werden. Wichtig ist eine möglichst frühzeitige Therapie, damit Beschwerden gar nicht erst entstehen und Folgeerkrankungen vermieden werden können. Es besteht zudem der Verdacht, dass ein unbehandeltes PCOS das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gebärmutterkrebs erhöht. Dabei richtet sich die Behandlung auch danach, ob die Patientin einen Kinderwunsch hat.
Im Vordergrund bei der Behandlung des PCOS steht die Änderung des Lebensstils. Das gilt insbesondere für Frauen, die übergewichtig sind oder an einem gestörten Zuckerstoffwechsel leiden. Eine Gewichtsabnahme kann bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen zu einer gravierenden Besserung der Beschwerden führen. Auch ausreichende körperliche Bewegung kann den Hormonhaushalt und den Zuckerstoffwechsel stabilisieren. Experten und Expertinnen empfehlen für Frauen ab 18 Jahren regelmäßige körperliche Aktivität. Bei leichter Intensität sollten es nach Möglichkeit 150 bis 300 Minuten pro Woche sein.
Zusätzlich können Mediziner und Medizinerinnen bei Übergewicht erwägen, Medikamente wie den Wirkstoff Metformin einzusetzen, der unter anderem die Insulinresistenz der Zellen mindert. In der Folge nimmt die Menge der männlichen Sexualhormone ab. Metformin wird eigentlich bei Diabetes mellitus Typ 2 verschrieben und ist für das PCOS nicht zugelassen.
Bei Patientinnen ohne Kinderwunsch oder bereits abgeschlossener Familienplanung können hormonhaltige Verhütungsmittel wie die Antibabypille dabei helfen, den Blutungszyklus zu stabilisieren. Sie vermindern auch die Wirkung des Testosterons und damit die Vermännlichung. Durch die regelmäßige Blutung und Erneuerung der Schleimhaut sinkt obendrein das Risiko für Gebärmutterkrebs. Metformin ist hier bei Übergewicht ebenfalls eine Option.
Die meisten Anti-Baby Präparate enthalten Östrogene. Bei manchen Frauen kommt es nach dem Absetzen (durch plötzlich zu niedrigen Östrogenspiegel), bei anderen Frauen aber auch durch die Einnahme der Antibabypille zu vermehrtem Haarausfall. In beiden Fällen ist es die Veränderung des Hormonhaushaltes, die zu Haarausfall führt. In der Regel reguliert sich dieser mit der Zeit wieder von selbst.
PCOS-Patientinnen ohne Kinderwunsch werden daher meist mit einer Kombi-Pille behandelt, die Östrogen und Gestagen enthält. Die Hormone senken den Testosteron-Spiegel und lassen die Vermännlichungs-Erscheinungen (z.B. PCOS-Patientinnen leiden häufig an einer Insulinresistenz, die über kurz oder lang zu Diabetes führen kann.
Das Östrogen aus der Pille regt die Produktion eines Eiweißstoffes an, der im Blut männliche Sexualhormone (Androgene) bindet, und damit inaktiviert.
Falls bei Ihnen PCOS diagnostiziert wurde, sollten Sie versuchen, eventuelles Übergewicht zu reduzieren und einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Die Gewichtsabnahme, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen dabei, Beschwerden zu verringern.
Falls Sie durch das Polyzystische Ovarialsyndrom unter psychischen Problemen leiden, ist es wichtig, dass Sie sich professionelle Unterstützung holen. Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin an, damit Sie an Fachleute überwiesen werden. Außerdem kann es helfen, wenn Sie sich mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe austauschen.
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