Welche Haarfarbe hat die meisten Haare? Alles über Haarfarbe und Haarmenge

Von blond bis schwarz, glatt bis lockig, Glatze bis Afro: Unsere Haarpracht ist so vielfältig wie unsere Charaktere. Das menschliche Haupthaar erfüllt schon lange nicht mehr nur eine Schutzfunktion, sondern ist seit Jahrtausenden auch Fashion Statement, Persönlichkeitsausdruck oder politisches Zeichen. Tagtäglich beschäftigen wir uns mit unserer Frisur, trotzdem bleiben Fragen offen: Warum, zum Beispiel, unterscheiden sich Haarfarben von Mensch zu Mensch und wieso sind unsere Haare nicht von Natur aus blau?

Die natürliche Haarfarbe ist von „Natur“ gegeben und kann sich bedingt durch Alter, Stressbedingungen und äußere Faktoren ändern. Die natürliche Haarfarbe wird vom Melaningehalt des Haares bestimmt. Doch es ist nicht die Menge an Pigmenten allein, die unsere Haarfarbe bestimmt.

Zwei verschiedene Melanin-Typen legen die verschiedenen Farbvarianten und Helligkeitsstufen des Haares fest. Das Schwarz-Braun-Pigment, Eumelanin genannt, entscheidet im Wesentlichen über die Farbtiefe (Farbsättigung). Eumelanin findet sich in braunem und schwarzem Haar in deutlich ausgeprägten Körnchen. Klein und deutlich feiner im einzelnen Haar verteilt ist dagegen das für blassgelbe, blonde und rote Haare maßgeblich mitverantwortliche Rot-Pigment Phäomelanin.

Blondes Haar enthält insgesamt nur eine geringe Melaninkonzentration und in der Regel eine Kombination aus beiden Pigmenten, wobei Eumelanin überwiegt.

Die Haarmenge ist abhängig von der Haarfarbe. Blonde Personen haben im Schnitt feinere, dafür aber auch die meisten, nämlich volle 150.000 Haupthaare. Brünette haben etwa 110.000 Haare, während schwarzhaarige Personen rund 100.000 Haare haben. Rothaarige haben mit durchschnittlich 75.000 Haaren die wenigsten Haare auf dem Kopf.

Ob wir dickes oder dünnes Haar haben, liegt in unseren Genen. Als fein gilt in Europa ein Haar, das einen Durchmesser von 0,04 bis 0.06 mm hat. Normal ist ein Haar zwischen 0,06 und 0,08 mm und als dick wird es zwischen 0,08 und 0,1 mm bezeichnet. Asiatisches Haar ist im Vergleich zu europäischem Haar deutlich dicker, der Durchschnitt in Asien liegt zwischen 0,08 und 0,12 mm.

Die Zusammensetzung unserer Haare

Woraus besteht eigentlich unser Haar? Jedes einzelne Haar besteht zu rund 80 Prozent aus Keratin (Eiweißen), Wasser macht 10 bis 15 Prozent aus, der Rest sind Pigmente, Mineralien und Lipide (Fette). Die äußere Schicht des Haares bildet die sogenannte Cuticula oder Schuppenschicht. Sie umhüllt die Cortex (Rinde), die rund 80 Prozent des Haaranteils ausmacht.

Die Haarfarbe wird durch farbige Pigmente in den Haarfollikeln bestimmt. Sie werden durch Pigmentzellen gebildet. Diese Pigmente wandern durch feine Kanäle in die Keratin- oder Hornzellen des Haares, durchsetzen sie und bilden so die Haarfarbe.

Haarwachstum und Entwicklungsphasen

Die Haare auf dem Kopf befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Der überwiegende Teil (rund 80 bis 90 Prozent) steckt in der Wachstumsphase (Anagenphase). Dabei bildet sich eine neue Haarwurzel und das Haar wächst. Diese Phase dauert zwischen zwei und sieben Jahre. Danach folgt eine kurze Übergangsphase (Katagenphase) von zwei bis drei Wochen, in der die Zellproduktion im Haarfollikel vorübergehend aufhört. Der Follikel verengt sich dadurch, das Haar fällt aus. Rund ein Prozent der Follikel befinden sich in dieser Übergangsphase.

In der folgenden Ruhephase (Telogenphase) regeneriert sich der Haarfollikel wieder, die Zellteilung beginnt und ein neues Haar kann entstehen. Das Wachstum der Haare lässt sich von außen praktisch nicht beeinflussen. Pro Tag wächst das Haar zwischen 0,3 und 0,45 mm und im Monat 1 bis 1,2 cm.

Ein Haar bleibt sechs bis acht Jahre auf dem Kopf, dann fällt es aus. Das ist genetisch vorgegeben. Normal ist ein Haarverlust von 30 bis maximal 100 Haaren pro Tag. Gehen mehr Haare aus, kann das verschiedene Ursachen haben.

Beliebtheit von Haarfarben

Eine aktuelle Umfrage* im Auftrag des IKW (Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V.) hat sich dem Thema gewidmet: Wie beliebt sind welche Haarfarben?

Auch wenn Blond niemals aus der Mode zu kommen scheint, so zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage im Auftrag des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IKW)*, dass braune Haare am beliebtesten sind. Gut ein Drittel der Umfrageteilnehmenden (35%) mag braune Haare an sich selbst am meisten. Nur knapp dahinter liegt mit 32 Prozent die Farbe Blond. Mit Abstand folgen Schwarz (12%), Grau (12%) und Rot (9%).

Interessant ist hierbei der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während bei den Frauen Blond mit 39 Prozent gleichauf mit Braun liegt, präferieren nur 24 Prozent der Männer die Farbe Blond - an sich selbst wohlgemerkt.

Geht es um die Haarfarbe anderer, sieht es ganz anders aus. Demnach mögen 38 Prozent der Männer an anderen am liebsten die Farbe Blond.

Die eigene Haarfarbe ist Frauen selten egal - nur 7 Prozent sagen dies. Hingegen ist einem guten Drittel (34%) der Frauen die Haarfarbe des anderen Geschlechts gleichgültig. Umgekehrt sagen dies nur 27 Prozent der Männer über die Haarfarbe von Frauen. Ein Großteil der Männer legt Wert auf die Haarfarbe von Frauen. 43 Prozent der Männer mögen dabei an Frauen am liebsten die Haarfarbe Blond. Bei den Jüngeren sind dies sogar 51 Prozent. 40 Prozent der Frauen sehen an Männern hingegen am liebsten Braun.

Die Relevanz der Haarfarbe für Frauen zeigt sich auch in den Ergebnissen rund ums Haare färben, denn über die Hälfte (53%) der Frauen hat aktuell gefärbte Haare. Unter den 16- bis 39-jährigen Frauen haben sogar 60 Prozent gefärbte Haare. Dabei besteht hier eine lange Tradition: 29 Prozent der 30- bis 49-jährigen Frauen färben sich seit 10 bis 20 Jahren die Haare, weitere 17 Prozent seit mehr als 20 Jahren.

Bei diesem Trend zum farbigen Hairstyling schafft eine Tatsache für alle Anwender:innen ein hohes Maß an Sicherheit: Bestimmte Inhaltsstoffe von Haarfarben sind im Kosmetikrecht hinsichtlich ihrer Konzentration bzw. in ihrer Anwendung mit Sicherheitshinweisen geregelt. Außerdem müssen alle am Markt befindlichen kosmetischen Produkte einer Sicherheitsbewertung von Experten unterzogen werden.

Einfluss der Kopfhaut auf das Haar

Die Kopfhaut ist genauso aufgebaut wie die übrige Haut am Körper. Sie ist auch ähnlich empfindlich. Trotz der Haare kann sie einen Sonnenbrand bekommen, Kälte, Hitze und andere Einflüsse von außen können sie austrocknen und zu Juckreiz und Schuppenbildung führen.

Wie fast überall auf der Haut sitzen auch auf der Kopfhaut Talgdrüsen. Sie produzieren Fette, die die Kopfhaut und damit auch das Haar vor dem Austrocknen schützen. Durch genetische Veranlagung, Stress oder hormonelle Veränderungen gerät die Talgproduktion manchmal aus dem Gleichgewicht. Das führt dann entweder zu besonders schnell fettendem Haar oder zu einer sehr trockenen Kopfhaut.

Schuppen können auf einer trockenen aber auch auf einer fettigen Kopfhaut entstehen, wenn die Kopfhaut kleinste abgestorbene Hautzellen zu früh und in zu großen Mengen abstößt. Die Ursachen sind unterschiedlich: Stress, falsche Ernährung, hormonelle Schwankungen, aber auch trockene Heizungsluft, häufiges Föhnen oder aggressive Reinigungsmittel können zu Schuppen führen.

Weitere interessante Fakten über Haare

  • Ein einzelnes Haar kann mindestens 100 Gramm an Gewicht tragen, ohne zu reißen.
  • Im Grunde ist graues Haar gar nicht wirklich grau, sondern ein Mix aus farblosen und pigmentierten Haaren, der grau erscheint.
  • Weißes Haar entsteht, wenn die Pigmentzelle ihre Melanin-Produktion drosseln.

Die Schuppenschicht, auch Cuticula genannt, bildet die äußere Schicht des Haars. Sie besteht aus tannenzapfenförmig angeordneten, flachen Hornzellen und ist ein Indikator für den Gesundheitszustand des Haars. Liegen die Hornzellen flach an, ist das Haarinnere gut gegen Einflüsse von außen geschützt. Zudem wird das Licht an dieser glatten Fläche perfekt reflektiert, das sorgt für Glanz.

Ist die Schuppenschicht dagegen durch Stress von außen (Blondierung, Dauerwelle, häufiges heißes Föhnen) offen und rau, können Schadstoffe von außen ins Haarinnere eindringen. Der ganze Schopf sieht dann spröde, glanzlos und struppig aus.

Unter Spliss versteht man gespaltene Haarspitzen, die vermehrt bei längerem Haar auftreten. Der Grund sind meist mechanische Beanspruchungen durch Kämmen, Bürsten oder das Aufstoßen auf die Schulter. Aber auch Stress durch häufiges Färben, Blondieren, Dauerwellen oder Hitze-Tools wie Föhn oder Glätteisen greifen die Spitzen an. Ist der Spliss einmal da, lässt er sich durch Spitzenfluids mit hauchfeinen Silikonölen zumindest optisch für einige Zeit minimieren.

Welche Haarstruktur eine Person besitzt, hängt mit dem Querschnitt ihres jeweiligen Haares zusammen. Menschen mit glatten Haaren haben runde Haarfasern. Im Laufe des Lebens kann sich die Haarstruktur sogar wandeln - durch altersbedingte Veränderungen in den Haarfollikeln.

Wie entsteht Haarfarbe

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