Die rote Haarfarbe hat die Menschen schon immer fasziniert. Unter allen Menschen auf der Welt sind gerade mal zwei Prozent Rothaarige. Das mag einer der Gründe sein, warum gerade diese Haarfarbe die Menschen immer schon fasziniert hat. Schon im Altertum galten Rothaarige geradezu als mythisch.
Dabei ist an den roten Haaren gar nichts mythisches. Die rote Farbe ist auf eine Besonderheit auf dem Chromosom 16 zurückzuführen. Diese Besonderheit führt dazu, dass anstelle des dunklen Melanins das hellere Pigment Phäomelanin in die Haut, die Haare und in die Augen eingelagert wird.
In England, Schottland und Irland gibt es besonders viele rothaarige Menschen. Bei den, dort ansässigen Kelten wurden rothaarige Frauen gern als Zauberinnen und Hexen dargestellt.
Leider übernahm die katholische Kirche dies und ließ Tausende dieser Frauen auf den Scheiterhaufen Europas hinrichten. Die roten Haare galten als Sinnbild für Erotik, Verführung und alles Dämonische.
Bei den Römern waren rothaarige Sklaven sehr beliebt. Die Legenden über Rothaarige gehen bis auf die Schriften über Atlantis zurück.
Menschen mit roten Haaren spricht man Wildheit und Tatkraft zu. So gilt Rot nicht nur als Farbe des Feuers, sondern auch als Symbol für das Wurzel-Chakra.
Rothaarige (englisch Redhead) gelten als mystisch, erotisch und sind eher selten. Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung haben naturrote Haare. Zu verdanken haben die zwei Prozent ihre Farbe einer Mutation auf dem Chromosom 16.
Mit dem Aufkommen des Farbfilms wurden in den 40er Jahren des 20. Jahrhundert auch die Rothaarigen interessant. Schauspielerinnen färbten sich die Haare rot und wurden zu Stars. Im Spiel verkörperten sie alle Klischees der Rothaarigen: geheimnisvoll, undurchschaubar und verführerisch.
Berühmtestes Beispiel: Sexsymbol Rita Hayworth. Heute beweisen Nicole Kidman, Marg Helgenberger, Julianne Moore und Julia Roberts, dass Rote viele Rollen spielen können.
Die Medienszene bedient sich zuweilen der speziellen Ausstrahlung roter Haare, wenngleich sie oft nur künstlich eingefärbt wurden. 1999 machte Franka Potente in „Lola rennt“ die roten Haare zum Markenzeichen des ganzen Films.
Nachweisbar ist, dass rote Haare im Gegensatz zu anderen Haarfarben einen großen Anteil an Phäomelanin aufweisen. Außerdem kommt es zu einer höheren Vitamin-D-Produktion.
Einige Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Rothaarige Abweichungen im Schmerzsystem aufweisen. Erhöhter Anästhesiebedarf wurden ebenso festgestellt wie verringerte Schmerzempfindlichkeit.
Die meisten Rothaarigen gibt es in Nordeuropa, wobei Schottland mit 13 Prozent „Ginger“-Anteil ein Refugium abgibt. Das sog. „Ginger“-Gen ist für rote Haare und Sommersprossen verantwortlich.
In Britannien sind Rothaarige noch heute nicht selten Anfeindungen ausgesetzt. In der keltischen Mythologie wurden Zauberinnen diese Haarfarbe zugesprochen. Auch Hexerei wird oft mit roten Haaren in Verbindung gebracht.
Verfolgungen als Hexen waren Rothaarige jedoch nicht im besonderen Maße ausgesetzt. Rote Haare waren hier Sinnbild für das Besondere und Geheimnisvolle.
Unter Künstlern sind Rothaarige zuweilen sehr beliebt: Tizian (Tizian-Rot), die Präraffaeliten, Amedeo Modigliani und Gustav Klimt malten bevorzugt rotes Haar.
Um 1500 wandelte sich jedoch die überaus positive Rolle der Farbe Rot, wie sie bei den Jagdvölkern der Steinzeit und später bei den Germanen noch besaß. Das Christentum bediente sich eines Feindbildes und versuchte die Sexualität, mit der die Farbe Rot ebenfalls assoziiert wurde, zu verteufeln.
Viele Kinderbücher haben rothaarige Protagonisten: Anne auf Green Gables (1908) ist ein Kinderbuch von der kanadischen Autorin Lucy Maud Montgomery. Ronja Räubertochter (1981) ist ein Kinderbuch von der schwedischen Autorin Astrid Lindgren. Harry Potter (1995) ist ein Klassiker der Kinderliteratur von der britischen Autorin Joanne K. Rowling. Harrys bester Freund ist Ronald Bilius Weasley, genannt Ron.
Was haben Vincent van Gogh, Boris Becker, Jolia Roberts, Woody Allen und Friedrich Schiller gemeinsam? Sie alle gehören zu den Rothaarigen.
Junge Menschen demonstrierten schon immer, nicht erst heute (Hippies, Skinheads, Punker) ihre Einstellung über die Haare. Im Musical Hair gilt das lange Haar als Symbol der Freiheit. Oft markiert ein entsprechend neuer Haarschnitt das Erreichen einer neuen Einstellung oder eine neue Reifstufe bei Jugendlichen.
Es ist allgemein so, dass Leute die etwas anders sind oder eine andere Meinung haben als die Masse, eher auffallen. Denn sie stellen durch ihre Existenz die Mittelmäßigkeit anderer Menschen in Frage. Denn für die meisten Menschen ist das Leben einfacher, wenn sie mit der Masse mitlaufen und denken/handeln wie die meisten Menschen ihrer Umgebung.
In Märchenbüchern findet man z.B. oft Hexen mit langen offenen(!) schwarzen Haaren - und die ´braven´ Frauen haben eine gebundene Frisur. Auch hier ist der Gegensatz sichtbar - ungebändigte/gebändigte Haare. Und rote Haare gibt es eben seltener - daher standen früher ihre Trägerinnen als Außenseiterinnen dar.
Vermutlich ist die Begründung eher andersrum. Die Irinnen haben bis heute oft rote Haare und die Frauen aus diesem Kulturkreis wußten von dem "alten Wissen" Das war den Männern ein Dorn im Auge und sie haben mit dem Christentum die Frauenunterdrückung geschaffen.
Und gegen schlechte Zeiten und Verhältnisse wurden immer Sündenböcke gesucht und das waren die Frauen und da besonders die Rothaarigen, sie standen immer im Verdacht mit der alten Frauenkultur und Religion in Verbindung zu stehen. Besonder schlimm wurden die Rothaarigen aber nicht nur die verfolgt.
| Haarfarbe | Anteil | Gebiet mit höchstem Anteil | Gebiet mit niedrigstem Anteil |
|---|---|---|---|
| Blond | 31,8% | Mecklenburg | Niederbayern |
| Brünett | - | Niederbayern | Mecklenburg |
tags: #Haarfarbe #von #Hexen #Mythologie
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