Ursachen für graue Haare und was man dagegen tun kann

Im Laufe des Lebens bekommen wir alle mehr graue Haare. Viele fragen sich, ob man graue Haare zupfen sollte, ob sie wieder farbig nachwachsen können und was man gegen graue Haare tun kann. Dieser Artikel liefert Antworten und gibt Einblicke in die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von grauem Haar.

Warum werden Haare grau?

Graue Haare entstehen, weil die Pigment-spendenden Zellen (Melanozyten) ihre Aktivität einstellen. Das kann durch genetische Veranlagung, Alter, vermehrten Stress und Entzündungen zustande kommen. Unsere Haare grau werden, kann also verschiedene Gründe haben und ist nicht nur auf das Alter zurückzuführen.

Für die Farbe unserer Haare ist das Pigment Melanin verantwortlich. Der farbgebende Stoff sorgt dafür, dass die Mähne schwarz, braun, blond oder rot leuchtet. Er wird in den pigmentbildenden Zellen im Haarbalg, den sogenannten Melanozyten, produziert. Mit zunehmendem Alter lässt die Aktivität der Melanozyten nach, schließlich lösen sie sich mit dem Haar zusammen von der Haarwurzel ab. Die Folge: Es wachsen nur noch farblose Haare nach.

Wissenschaftler gehen der Frage nach, "Warum bekommt man graue Haare?". Ihre Forschungen zeigen, dass der Alterungsprozess nicht die einzige Ursache für graue Haare ist. Auch krankheitsbedingte Störungen in der Pigmentproduktion verwandeln blond, schwarz oder braun in grau. Außerdem spielen die folgenden Faktoren eine Rolle:

  • Hormonelle Veränderungen
  • Genetische Veranlagung
  • Schilddrüsen-Erkrankungen
  • Stress
  • Mineralstoff- oder Vitaminmangel (zum Beispiel Eisenmangel)
  • übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum

Woher graue Haare kommen, lässt sich also nicht eindeutig beantworten. Insgesamt begünstigen alle genannten Faktoren das Ergrauen der Haare. Sie haben zudem Einfluss auf den Zeitpunkt, also ab wann man graue Haare bekommt.

Manche Menschen bekommen früher graue Haare als andere. Keine Sorge, dass im Laufe des Lebens immer mehr Haare grau nachwachsen, ist ein natürlicher, genetisch festgelegter Prozess. Die Melanin-Produktion in den Haarwurzeln verlangsamt sich, bis der Körper sie irgendwann ganz einstellt. Wann es so weit ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Genen, Ernährung, Lebensstil etwa. Wann die ersten weißen Haare hervorblitzen, ist daher bei jedem anders. Bei Mitteleuropäern beginnt das in der Regel mit Mitte 30, bei Afrikanern und Asiaten deutlich später. Manche Menschen bekommen aber auch schon graue Haare mit 20 oder 25. Das ist genauso normal, wie graue Haare mit 50 oder 60 zu bekommen.

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Graue Haare werden nicht mehr, wenn du sie auszupfst. Es wachsen also nicht plötzlich aus einem Haarfollikel - jene Strukturen, die die Haarwurzel umgeben und für das Haarwachstum verantwortlich sind - zwei graue Haare. Aus einem Haarfollikel kann immer nur ein Haar wachsen. Daran ändert auch das Zupfen nichts. Damit die Haarwurzel nicht zerstört wird, sollte das graue Haar wenn überhaupt nur vorsichtig entfernt werden. Graues Haar hat nicht nur mit zunehmendem Alter zu tun. Erste graue Haare sprießen oftmals schon bei Frauen Mitte Zwanzig. Sie können dann etwa das Ergebnis von zu viel Stress oder unausgewogener Ernährung sein.

Sogenannte Melanozyten sind dafür verantwortlich, dass das Haar seine Farbe erhält. Sie produzieren die Farbpigmente, das Melanin. Nimmt diese Produktion ab, nehmen den Platz der Pigmente Luftbläschen ein. Diese lassen das Haar wiederum Grau oder Weiß aussehen. Mit einer Pinzette kannst du ein graues Haar zwar entfernen, an der Melaninproduktion wird das jedoch nichts ändern. Ein graues Haar wächst immer auch grau nach. Verliert die Mähne mit der Zeit immer weiter ihre natürliche Farbe, ist es weniger sinnvoll, alle grauen Haare zu zupfen.

Europäische Männer bekommen im Schnitt im Alter von 30 Jahren die ersten grauen Haare. Die durchschnittliche Frau muss sich erst mit 35 Jahren auf die graue Haarfarbe einstellen. Neben dem natürlichen Alterungsprozess sind graue Haare bei Männern genauso wie bei Frauen vorwiegend auf die genetischen Erbanlagen zurückzuführen - darüber ist sich die Wissenschaft einig. Wenn beispielsweise dein Vater schon frühzeitig graue Haare bekommen hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es bei dir auch der Fall sein wird.

Weiße Haare über Nacht sind ein verbreiteter Mythos und tatsächlich ist etwas Wahres dran. Das seltene Phänomen ist in der Regel mit einem relativ plötzlich auftretendem Haarverlust verbunden: Bei bestimmten Formen von Haarausfall, in Verbindung mit Krankheiten etwa, fallen die pigmentierten Haare eher aus. Zurück bleiben die „grauen“ Haare - und die erscheinen auf dem Kopf auf einmal weiß.

Denn eigentlich sind graue Haare gar nicht grau. Nein, graue Haare sind eigentlich farblos. Die Umschreibung ist also falsch, hat sich allerdings im Sprachgebrauch etabliert. Wenn dunklere Haare hindurchscheinen, erscheint die Haarfarbe grau.

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Sollte man graue Haare zupfen?

Wer einzelne graue Haare in seinem Schopf entdeckt, greift vielleicht gerne mal zur Pinzette. Doch das Entfernen eines grauen Haares ändert nichts an der Melaninproduktion im Haarfollikel. Wenn die Haare mit der Zeit ihre natürliche Farbe verlieren, ist es wenig sinnvoll, alle grauen Haare auszuzupfen. Das gelte vor allem, wenn die Haare altersbedingt dünner werden.

Der Grund: Follikel, die zu wenig Melanin produzieren, tun dies auch weiterhin - selbst wenn das Haar ausgerissen wird. Es wächst wieder grau oder weiß nach. Durch das Auszupfen kann die Haarwurzel so stark geschädigt werden, dass weder ein graues Haar noch eines in der ursprünglichen Haarfarbe nachwachsen könne. Die Folge sind auf Dauer kahle Stellen. Hinzu kommt, dass es zu Hautirritationen und Entzündungen der Kopfhaut führen kann.

Viele kennen das Phänomen vielleicht von ihren Augenbrauen: Wer diese regelmäßig dünn zurechtzupft, kann sich irgendwann keine buschigeren Brauen mehr wachsen lassen. Grund: Die über lange Zeit gezupften Haare sprießen irgendwann nicht mehr nach. Auch unabhängig davon, ob sie noch einmal nachwachsen oder nicht: Viele Haare an einer Stelle zu entfernen, ist generell keine gute Idee. Das gilt besonders dann, wenn der Haarwuchs dort ohnehin nicht sehr dicht ist. Schlimmstenfalls entstehen dadurch kleine Löcher in der Frisur.

Vermehren sich graue Haare, wenn man sie ausreißt?

"Zupfe ein graues Haar heraus und drei weitere werden zu seiner Beerdigung kommen", glaubte schon Samantha Jones aus "Sex and the City" zu wissen. Aber stimmt das wirklich? Nein, das ist nicht bewiesen. Graue Haare entstehen aufgrund mehrerer verschiedenen Faktoren. Es kommen nur mehr graue Haare durch die genannten Faktoren im Laufe des Lebens dazu.

Können einzelne graue Haare wieder verschwinden?

Tatsächlich ja. Neueste Untersuchungen zeigen, dass man die Melanozyten wieder zur Pigmentproduktion mobilisieren kann, wenn sie noch etwas aktiv sind. Auf dem Markt gebe es einige Produkte, die Wirkstoffe zur Re-Pigmentierung enthalten. Der Grad der Re-Pigmentierung hängt dabei von mehreren Faktoren ab, kann im besten Falle aber zum natürlichen Haarton führen.

Forscher*innen der Columbia University haben im Rahmen einer Studie einen Zusammenhang zwischen dem Ergrauen der Haare und Stress entdeckt. Ein Mechanismus, der auch umgekehrt funktioniert: Die Haare können in entspannten Lebensphasen ihre ursprüngliche Farbe zurückbekommen. Das passiert allerdings nur bei einzelnen grauen Strähnen, nicht bei durchgängig grauem Haar. Der altersbedingte Prozess ist also eng mit unserem Wohlbefinden verbunden. Und dazu gehören eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sowie eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

Sind sie jedoch durch Lebensstilfaktoren, Medikamente oder eine behandelte Erkrankung entstanden, können graue Haare wieder verschwinden.

Was kann man gegen graue Haare tun?

Wenn du sehr unglücklich mit einem grauen Ansatz, ersten grauen Haaren oder einem komplett ergrauten Schopf bist, hast du mehrere Möglichkeiten:

  • mit Balayage oder mit Strähnchen abdecken
  • sie colorieren
  • eine Tönung verwenden
  • mit Henna färben

Welche Option die richtige für dich ist, hängt von deiner Naturhaarfarbe, dem Grad der Abdeckung und deiner Haarstruktur ab. Hast du z.B. stark strapaziertes Haar, kann eine Färbung deine Haare zu sehr angreifen. Hier bietet sich eine Tönung an, sofern du auf eine 100%ige Abdeckung der grauen Haare verzichten kannst. Balayage und Strähnchen sind weitere, weitaus schonendere Methoden, um graue Haare abzudecken.

Weitere Tipps und Informationen:

Hausmittel gegen graue Haare: Es gibt auch einige Hausmittel, die den grauen Haaren entgegenwirken können. Schwarzer Tee verhindert das Austrocknen der Haare und verleiht Glanz. Curryblätter in Kombination mit Kokosöl sollen das Haar glänzend schwarz werden lassen und ein weiteres Ergrauen verhindern. Zwiebelsaft fördert die Verbindung von Wasserstoffperoxid und dem natürlichen Antioxidant Katalase.

Styling für graue Haare: Es gibt unzählige Möglichkeiten, graue Haare zu stylen und einen sagenhaften Look zu kreieren. Haare färben, den "Granny-Look" tragen oder Strähnchen setzen.

Pflege grauer Haare: Silbershampoo und -conditioner verleihen grauen Haaren einen silbrigen Schimmer. Haarkuren und Haaröle versorgen das Haar mit Feuchtigkeit.

Ernährung: Mangelnde Ernährung beziehungsweise Übersäuerung stehen im Verdacht, durch Nährstoffmangel Auslöser fürs Ergrauen zu sein. Allerdings gibt es keine Studie, die belegt, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel graue Haare verhindern kann. Eine gesunde Ernährung und Lebensweise, die generell die Körperzellen schützt, kann dazu beitragen, dass diese länger auf dem Kopf verbleiben.

Die Empfehlungen: Obst, Gemüse und Proteine liefern dem Körper reichlich Nährstoffe, während Kaffee, Alkohol und Zucker Säurebilder und Nährstoffräuber sind.

Fest steht laut einer Studie mit 545 Männern nur, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Lassen Sie medizinisch abklären, welche Ursachen für Ihre grauen Haare verantwortlich sind.

Grauen Haaren vorzubeugen, gelingt nur begrenzt - zum Beispiel mit einer ausgewogenen, mineralstoffreichen Ernährung und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Auch bei Menschen, die Stress gut bewältigen, wird im Durchschnitt das Haar später grau. Dass graue Haare durch Stress entstehen, ist wissenschaftlich bewiesen.

Was kann man gegen graue Haare in den Augenbrauen tun? Hier gilt wie auch bei den Haaren: Zupfst du einzelne oder mehrere graue Haare aus, kann das zu einer Zerstörung der Haarwurzel und im schlimmsten Fall zu kahlen Stellen führen. Schneide das Haar lieber vorsichtig mit einer Nagelschere ab. Alternativ kannst du dir deine Augenbrauen färben lassen oder sie selbst färben.

Stadium des Ergrauens Empfohlene Maßnahmen
Hier und da ein graues Haar Prüfen, ob sich etwas im Lebensstil verändert hat (Stress, Ernährung) und gegebenenfalls anpassen. Anti-Grau-Shampoos können helfen.
Graue Schläfen und erste weiße Barthaare Produkt zur Repigmentierung (z.B. Re-Nature von Schwarzkopf) alle 6 bis 8 Wochen in das Haar massieren.
Voll und ganz grau Haare tönen oder färben oder das graue Haar mit Stolz tragen und für eine gute Pflege sorgen.

Insgesamt begünstigen alle genannten Faktoren das Ergrauen der Haare. Sie haben zudem Einfluss auf den Zeitpunkt, also ab wann man graue Haare bekommt.

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