Haarausfall in den Wechseljahren: Ursachen und Behandlung

In den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt. Das kann sich in mehr oder weniger ausgeprägten Symptomen bemerkbar machen. So leiden Frauen in den Wechseljahren häufig an Haarausfall. Woran liegt das und was lässt sich dagegen unternehmen? Lesen Sie hier alles Wichtige zum Thema Haarausfall und Wechseljahre.

Haarausfall in den Wechseljahren: Ursachen

Plötzlich starker Haarausfall? Bei Frauen in und nach den Wechseljahren sind dünne Haare eher die Regel als die Ausnahme. Je nach Studie ist etwas über die Hälfte der Frauen ab 50 Jahren von Haarausfall betroffen, ab dem 60. Lebensjahr sind es sogar bis zu 80 Prozent.

Eine Ursache für den Haarausfall liegt oft darin, dass die Geschlechtshormone während der Wechseljahre in ein Ungleichgewicht geraten. Deshalb heißt diese Art des Haarverlustes auch hormonell bedingter Haarausfall oder hormonelle Alopezie. In den Wechseljahren ist diese Art des Haarausfalls recht verbreitet.

Die Eierstöcke produzieren in diesem Lebensabschnitt immer weniger Östrogen. Dadurch kommt es zu einem Überschuss an männlichen Sexualhormonen (Androgenen), etwa Testosteron. Der Haarzyklus gerät durcheinander, die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich. Die Folge: Die Haare fallen vermehrt aus.

Männer kennen dieses Problem und es ist normal, dass mit zunehmendem Alter auch bei Frauen die Haare dünner werden. Die Wechseljahre sind nicht immer der Auslöser. Die Haarfollikel altern auch unabhängig von der hormonellen Umstellung vor und nach der Menopause. Bis zu 100 Haare pro Tag zu verlieren, ist kein Grund zur Sorge.

Sind es jedoch deutlich mehr oder bilden sich sogar kahle Stellen, ist das ein Zeichen für Haarausfall. In den Wechseljahren zeigt er sich besonders in der Postmenopause, die etwa ein Jahr nach der letzten Monatsblutung beginnt. Vor allem die Scheitelpartie wird jetzt lichter. Dass die Haare komplett ausgehen und eine Glatze entsteht, passiert dagegen sehr selten.

Hat der Körper die hormonellen Veränderung durchlaufen, wachsen in manchen Fällen die Haare nach den Wechseljahren wieder. Wie lange der Haarausfall in den Wechseljahren dauert, variiert von Frau zu Frau. Er kann einige Wochen, mehrere Monate oder sogar Jahre anhalten.

Symptome von Haarausfall in den Wechseljahren

  • Fettiges Haar: Da Androgene (männliches Sexualhormon) die Aktivität der Talgdrüsen anregen, werden die Wechseljahre oft von einer erhöhten Talgproduktion der Kopfhaut begleitet.
  • Brüchiges Haar: Durch einen Mangel an Keratin wird das Haar häufig brüchig. Die Haare können dann z. B. beim Färben oder Blondieren buchstäblich abbrechen.
  • Dünnes Haar: Dünner werdendes Haar wird auch als Miniaturisierung bezeichnet. Das Haar verliert insgesamt an Volumen und wirkt weniger dicht.
  • Locken: Einige Frauen beobachten, dass sie in den Wechseljahren plötzlich Locken bekommen.
  • Stumpfes Haar: Nicht selten verliert das Haar während der Wechseljahre an Spannkraft und Glanz.
  • Trockenes Haar: Trockene, spröde oder strohige Haare sind ebenfalls ein häufiger Begleiter der Wechseljahre.

Während der Wechseljahre kann sich die Körperbehaarung ebenfalls verändern. Besonders typisch ist eine verstärkte Gesichtsbehaarung. So ist zum Beispiel ein vermehrter Haarwuchs an der Oberlippe und am Kinn in den Wechseljahren keine Seltenheit. Auch in anderen Körperbereichen, wie dem Rücken oder Bauch, kann sich ein verstärktes Haarwachstum bemerkbar machen.

Im Gesicht kommt es ebenfalls nicht selten zu Haarverlust. Dieser äußert sich zum Beispiel durch Wimpernausfall oder ein Ausfallen der Augenbrauen. Die Härchen in diesen Bereichen fallen meist nicht komplett aus, wirken aber häufig deutlich ausgedünnt. Es kann zudem sein, dass durch die hormonelle Umstellung auch mehr Haare im Gesicht wachsen, z.B. Haarausfall während der Wechseljahre kann auch an verschiedenen Bereichen des Körpers beobachtet werden.

Häufig wachsen die Achselhaare und die Haare an den Beinen nicht mehr, werden allmählich feiner oder fallen zum Teil aus.

Diagnose von Haarausfall in den Wechseljahren

Um die tatsächliche Ursache des Haarverlusts festzustellen, kann ein Bluttest hilfreich sein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sowohl die Haarwurzeln als auch die Haardichte mittels einer speziellen Untersuchung überprüfen zu lassen.

Frauen, die während des Klimakteriums einen Haarausfall bemerken, sollten so zeitnah wie möglich ihren Hausarzt oder Dermatologen aufsuchen. Neben einer visuellen Beurteilung des Haarausfalls kann auch das Haar samt seiner Wachstumsphasen mittels Biopsien oder einem Trichogramm beurteilt werden. Eine Blutuntersuchung kann zusätzlich Aufschluss darüber geben, ob ein Mangel an Nährstoffen oder Hormon-Dysbalance mitursächlich für den Haarverlust sein kann.

Haarausfall in den Wechseljahren: Was tun?

Haarausfall in den Wechseljahren hört oft wieder auf, wenn die Hormonumstellung vollzogen ist. So lange zu warten, fällt vielen Frauen schwer, besonders bei ausgeprägtem Haarverlust: Wenn die Haare ausgehen, belastet das Betroffene häufig auch psychisch. Insbesondere Frauen fühlen sich mit lichter werdendem Haar unwohl und schämen sich womöglich. Schlimmstenfalls entsteht eine Depression.

Haarausfall bei Frauen in den Wechseljahren lässt sich aber behandeln. Wenden Sie sich zuerst an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt. Die Fachleute können Sie bei Wechseljahrbeschwerden wie Haarausfall am besten beraten, die Ursachen herausfinden und Ihnen optimale Therapien vorschlagen.

Das macht der Arzt

Arzt oder Ärztin haben verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall in den Wechseljahren zu behandeln. Was wirklich hilft, ist individuell verschieden.

  • Hormonersatztherapie: Bei manchen Frauen hilft eine Hormonersatztherapie (HRT oder Hormontherapie) generell bei Wechseljahrbeschwerden und lindert auch den Haarausfall.
  • Supplemente: Eine hormonelle Therapie lässt sich mitunter durch die Einnahme von Spurenelementen wie Selen und Zink sowie Eisen und Vitamin B12 unterstützen.
  • Minoxidil: Ebenfalls möglich ist bei anhaltendem Haarausfall eine Behandlung mit dem Wirkstoff Minoxidil. Experten vermuten, dass dessen Wirkung zum Teil darauf beruht, dass er die Durchblutung der Kopfhaut verbessert. Als unerwünschte Nebenwirkung kann es jedoch an anderen Körperstellen ebenfalls zu vermehrtem Haarwuchs kommen.

Das können Sie selbst tun

Es gibt einige Hausmittel, pflanzliche Alternativen oder Möglichkeiten der komplementären und Alternativmedizin, um Haarausfall in den Wechseljahren zu lindern. Die meisten dieser Methoden sind wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Wenden Sie sie daher nur in Absprache mit Arzt oder Ärztin und/oder lediglich ergänzend zu einer klassischen Therapie an.

Ernährung anpassen

Die Nährstoffe, die wir über Lebensmittel aufnehmen, haben Einfluss auf etliche Abläufe im Körper - auch auf Haarwuchs und -gesundheit. Um Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren, ist eine Ernährung reich an den Vitaminen C, B und A sowie den Mineralstoffen Zink, Eisen, Kupfer, Magnesium oder Calcium sinnvoll.

Auch ein gesundes Körpergewicht mag gegen Haarausfall in den Wechseljahren helfen. Übergewichtige Frauen mit einem Body-Mass-Index von mehr als 25 leiden statistisch gesehen öfter an Haarausfall in der Postmenopause als normalgewichtige Frauen.

Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung schützt du deinen Körper vor einem Nährstoffmangel. Integriere daher überwiegend frisches Obst und Gemüse in deine Ernährung. Auch Nüsse, mageres Fleisch und Fisch tragen zu einer ausgewogenen Nährstoffversorgung bei, ebenso wie ungesättigte Pflanzenöle.

Eine sehr zuckerhaltige Ernährung und ein erhöhter Insulinspiegel dagegen können das Wachstum der Haare auf Dauer beeinträchtigen. Während der Wechseljahre kommt es häufig zu einem Mangel an Mikronährstoffen, da sich der Stoffwechsel mit zunehmendem Alter verlangsamt. Nährstoffe werden so zum Teil weniger effektiv aufgenommen.

Eisen: Eisenmangel ist sehr weit verbreitet und Studien sehen einen Zusammenhang zwischen zu wenig Eisen und Haarausfall.

Biotin: Biotin ist auch als Vitamin H oder Vitamin B7 bekannt. Es wird vom Körper unter anderem zur Herstellung des Proteins Keratin benötigt.

Zink: Zink ist ein unverzichtbares Spurenelement, das an zahlreichen Prozessen des Körpers beteiligt ist. Eine Aufnahme über die Nahrung ist hierbei notwendig, da der Körper nur geringe Mengen Zink speichert. Die Versorgung kann in der Regel über die Nahrung sichergestellt werden. Kommt es allerdings zu einem Mangel, kann dieser langfristig zu Haarverlust beitragen. Zum Glück kommt Zink in vielen Nahrungsmitteln vor. Hohe Zinkwerte befinden sich beispielsweise in Fleisch und Käse.

Vitamine sind grundsätzlich unverzichtbar für den Erhalt der normalen Körperfunktionen.

  • Vitamin A: Vitamin A ist an der Fettsynthese der Haarfollikel beteiligt.
  • B-Vitamine: Die Gruppe der B-Vitamine ist groß.
  • Vitamin C: Vitamin C regt die Durchblutung der Kopfhaut an und stimuliert unter anderem die körpereigene Kollagenproduktion.
  • Vitamin D: Vitamin D kann laut Studien den Zyklus des Haarwachstums beeinflussen.

Generell gilt: Eine gesunde Lebensweise hat positiven Einfluss auf unseren Körper. Besonders während der Wechseljahre kann sich das auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Regelmäßige Bewegung etwa kurbelt die Durchblutung an und hebt zugleich die Laune. Versuche, Stress und Hektik so gut es geht von deinem Alltag fernzuhalten. Gönne dir wohlverdiente Auszeiten zum Entspannen. Darüber hinaus ist ein möglichst geringer Konsum von Alkohol und Nikotin empfehlenswert.

Rosmarinöl auftragen

In einer Studie aus dem Jahr 2015 zeigte sich Rosmarinöl als ähnlich wirksam wie Minoxidil. Auf die Kopfhaut aufgetragen, soll es die Durchblutung und die Gesundheit der Kopfhaut fördern.

Pflanzliche Hausmittel

Gegen Haarausfall in den Wechseljahren gibt es einige pflanzliche Mittel, die betroffene Frauen ausprobieren können, zum Beispiel:

  • Antioxidantien, etwa Flavonoide in Äpfeln, Zimt, Kakao oder Trauben, können mitunter das Haarwachstum fördern.
  • Koffein soll Zellvermehrung und Haarwachstum ankurbeln.
  • Zwiebelsaft kann die Haarfollikel stimulieren und so helfen, Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren.

Als Hausmittel gegen Haarausfall kann Arganöl in die Haare einmassiert werden. Als weiteres Mittel wird eine Haarspülung mit Apfelessig empfohlen. Auch Haarwasser oder Haarkuren mit Brennesselextrakt können hilfreich sein. Einige betroffene Frauen haben auch mit homöopathischen Mitteln gute Erfahrungen gemacht. Bei Haarausfall in den Wechseljahren kann insbesondere die Einnahme von Globuli mit dem Inhaltsstoff Sepia D12 helfen.

Insgesamt ist die Wirksamkeit von Hausmitteln, homöopathischen Globuli und Shampoos gegen Haarausfall in der Wissenschaft jedoch umstritten.

Weitere Tipps zur Haarpflege in den Wechseljahren

  • Bürste und kämme deine Haare am besten im trockenen Zustand. Ist das Haar nass, neigt es schneller dazu, zu brechen.
  • Das richtige Shampoo bildet eine wichtige Grundlage für das Erscheinungsbild der Haare. Ein Shampoo sollte das Haar intensiv, aber schonend reinigen und auf dein Haarbedürfnis abgestimmt sein.
  • Wasche deine Haare nicht zu häufig. Eine Haarwäsche zwei- bis dreimal pro Woche ist in der Regel ausreichend.

Neben einem geeigneten Shampoo kannst du Haarausfall in den Wechseljahren gezielt mit Kuren für die Kopfhaut entgegenwirken. VICHY hat mit DERCOS Aminexil Clinical 5 Frauen eine Innovation gegen Haarausfall entwickelt. Aminexil ist gegen Haarausfall und das Ergebnis aus 10-jähriger Forschung.

Hormonell bedingter Haarausfall in den Wechseljahren | Interview mit Christina Wolff-Staudigl

In diesem kurzen Video erklärt Kerstin Neumann von Kenvue den Zusammenhang zwischen Haarausfall und den Wechseljahren.

Medikamentöse Behandlungen

Als medikamentöse Behandlungsmöglichkeit steht eine Lokaltherapie mit Minoxidil zu Verfügung. Bei diesem eigentlich als Blutdruckmedikament bekannten Mittel ist noch nicht ganz klar, wie genau es eine Verringerung des Haarausfalls bewirkt. Vermutlich sorgt eine Erweiterung der Blutgefäße für eine verbesserte Blut- und Nährstoffversorgung der Kopfhaut und der Haarwurzeln. Es hilft insbesondere Frauen, deren Haarausfall durch einen Überschuss an männlichen Hormonen bedingt ist. Das Mittel ist als Schaum oder Lösung (zum Beispiel unter dem Namen "Regaine") erhältlich.

Ferner kann bei erhöhten Testosteron- und/oder DHT-Werten im Blut die Einnahme von Finasterid in Tablettenform oder als Lösung zur topischen Anwendung als Off-Lable-Use von Ärzten unter bestimmten Voraussetzungen verschrieben werden. Finasterid ist kein Hormon, sondern ein Enzymblocker, welcher eine antiandrogene Wirkung besitzt.

Haartransplantation als letzte Option

Wem Hausmittel, Shampoos, Medikamente oder Regenerationstherapien nicht helfen und der Haarverlust ein beeinträchtigendes kosmetisches Problem darstellt, für den bietet die Haartransplantation oft eine letzte rettende Alternative.

Zusammenfassung

Haarausfall in den Wechseljahren ist ein häufiges Problem, das viele Frauen betrifft. Die Ursachen sind vielfältig, aber meist hormonell bedingt. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, von Hausmitteln und Ernährungsumstellung bis hin zu Medikamenten und Haartransplantation. Es ist wichtig, einen Arzt oder Spezialisten zu konsultieren, um die richtige Therapie zu finden.

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