Elektrische Haare sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern können auch richtig nervig sein. Sie stehen in alle Richtungen ab, als hätte man in eine Steckdose gefasst. Doch keine Sorge, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um dieses Phänomen in den Griff zu bekommen. Hier erfahren Sie, woher der Struwwelpeter-Look kommt und wie Sie ihn wieder loswerden.
Elektrische Haare sind besonders im Winter ein Problem.
Was verursacht elektrische Haare?
Die fliegenden Haare sind das Ergebnis simpler Physik. Wenn man einen Pullover oder ein Top über den Kopf zieht oder eine Mütze auf- und wieder absetzt, entsteht Reibung. Durch diese Reibung sammeln sich positiv geladene Teilchen, sogenannte Ionen, im Haar an.
Plus und Plus stoßen sich ab, das kennt man aus der Schule. Das Gleiche passiert jetzt auch mit den Haaren, weil sie alle dieselbe Ladung haben. Und wenn Haare einander abstoßen, entsteht das bekannte Gestruwwel. Sogar wissenschaftliche Studien befassen sich mit dem Phänomen.
Warum entstehen fliegende Haare vor allem im Winter?
Sowohl die kalte Außenluft als auch die Heizungsluft drinnen sind trockener als im Sommer. Das Problem: Diese feuchtigkeitsarme Luft leitet elektrische Ladung schlechter ab. Somit sammelt sich die Elektrizität verstärkt in den Haaren an.
Neigen bestimmte Haartypen eher dazu, sich statisch aufzuladen?
"Generell kann elektrisches Haar bei allen Haartypen vorkommen. Feine Haare heben durch ihr geringes Eigengewicht aber besonders leicht ab. Und auch trockene Haare können elektrische Ladung schlecht abgeben", erklärt Andreas Wild, Haarexperte von John Frieda.
Im Umkehrschluss gilt auch: Fettige oder nasse Haare können sich nicht elektrisch aufladen. Denn Wasser und Öl erhöhen die elektrische Leitfähigkeit. Aber es gibt bessere Tipps, als sich gleich ein Glas Wasser über den Kopf zu kippen.
9 Tipps gegen elektrische Haare
Elektrisch aufgeladen: Hausmittel gegen fliegende Haare
Elektrische Haare zu verhindern oder sie wieder loszuwerden geht zum Glück auch anders. Hier sind die besten Tricks gegen den Auflade-Wahnsinn:
- Anti-Frizz-Haarspray: Anti-Frizz-Haarspray auf die Hände oder eine Bürste sprühen und damit kurz durch die Haare fahren - bändigt Fliegehaare, ohne sie zu verkleben.
- Handcreme: "Kein Haarspray zur Hand? Dann geht auch ein Mini-Klecks Handcreme! Alles, was die Haare beschwert, ist hilfreich!", weiß der Haarprofi.
- Ionen-Föhn: Investieren Sie in einen hochwertigen Ionen-Föhn! Er reichert die Haare mit negativ geladenen Teilchen an, neutralisiert also den Elektronen-Haushalt in den Strähnen. "Ein guter Föhn wird nicht so heiß, trocknet die Haare also weniger aus und wirkt so auch langfristig elektrischen Haaren durch Feuchtigkeitsmangel entgegen", so Wild.
- Spülung oder Haarkur: Bei der Pflege gilt jetzt: Feuchtigkeit, Feuchtigkeit und nochmal Feuchtigkeit. "Heißt konkret: Immer eine Spülung - zum Beispiel diese von Kerasilk - benutzen und wenn möglich 2x die Woche eine Haarkur", so Wild.
- Die richtige Kleidung: Keine Polyester-Kleidung oder Schuhe mit Plastik-Sohle tragen! Beides trägt dazu bei, dass sich die Haare noch schneller aufladen.
- Feuchte Luft: Auch ein Luftbefeuchter im Zimmer hilft, elektrischen Haaren vorzubeugen.
- Trocknertuch: Mit einem Trocknertuch über die Haare fahren oder es direkt über die Bürsten-Borsten drücken und so dauerhaft befestigen. Was die Wäsche vor dem elektrostatischen Aufladen bewahrt, bändigt auch die Mähne.
- Seidenschal: "Trägst du einen Seidenschal, laden sich die Haare nicht elektrisch auf", weiß Wild. Die einfache Begründung: Seide hat eine besonders gute Leitfähigkeit.
- Backstage-Trick: "Generell vor dem Anprobieren eines Pullis ein Seidentuch über die Haare legen - so machen wir es auch bei den Fashion-Shows, um die Looks nicht durchs Ankleiden zu zerstören."
Weitere Tipps und Tricks gegen fliegende Haare
- Kämmen statt bürsten: Wer viel mit fliegenden Haaren zu kämpfen hat, sollte die Bürste lieber beiseitelegen und auf einen möglichst grobzackigen Kamm wechseln. Noch besser wird's, wenn du auf einen Holz-Kamm umsteigst und ein wenig Haarspray auf den Kamm gibst.
- Feuchtigkeit: Trockenes und strapaziertes Haar ist der beste Nährboden für deine strubbelige Mähne. Verwende bei jeder Haarwäsche Shampoo und Conditioner und einmal die Woche auch eine Haarkur.
- Föhnen mit Ionen: Auch eine elektrostatische Aufladung der Haare wird durch den Ionen-Föhn verhindert. Extra-Tipp: Abschließend noch einmal die Kaltstufe des Föhns benutzen.
- Haaröl: Nach dem Föhnen kannst du noch einen Klecks Haaröl benutzen. Das Öl verleiht deinem Haar nicht nur einen tollen Glanz, es spendet auch Feuchtigkeit, stärkt und beschwert die Haare.
- Trockner-Tücher: Wenn man mit einem Trocknertuch über den Haaransatz und die Längen fährt, wird die elektrische Ladung aufgenommen und fliegende Haare sind passé!
Die richtige Haarpflege für weniger elektrische Haare
Bereits das richtige Shampoo kann Frizz vorbeugen. Ideal sind Produkte mit Ölen, etwa Arganöl. Hydratisierende Haarmasken und Leave-in-Sprays versorgen spröde Längen zusätzlich intensiv mit Feuchtigkeit, vermindern die Reibung und bändigen Frizz.
Nach dem Waschen wenn möglich aufs Haare föhnen verzichten und die Mähne lieber an der Luft trocknen lassen. Das Hitzestyling strapaziet trockenes Haar noch mehr.
Einen grobzinkingen Kamm aus Holz verwenden. Die breiten Zacken haben zudem den Vorteil, das beim Kämmen weniger Reibung entsteht als bei einer Bürste, bei der die Borsten eng aneinandergereiht sind. Ansonsten zu Bürsten mit Naturborsten greifen. Finger weg von Materialien wie Plastik oder Metall! Die begünstigen fliegende Haare nur.
Was tun, wenn die Haare trotzdem zu Berge stehen?
Fliegende Haare: Was so romantisch nach einer wehenden Mähne im Wind klingt, ist leider ein echt lästiges Problem. Aber was kann man gegen statisch aufgeladene Haare tun?
- Ein Kosmetiktuch so auf die Bürste legen, dass die Borsten durchstechen und damit euer Haar bürsten. Der Zellstoff neutralisiert nämlich die elektrische Ladung.
- Alternativ mit einem Trocknertuch über Ansatz und Längen fahren. Das nimmt fliegenden Haaren die statische Aufladung.
Der Unterschied zwischen Frizz und fliegenden Haaren
Fliegende Haare sind nicht gleich Frizz, auch wenn die Produktempfehlungen oberflächlich gegen beides helfen. Hier liegt der Unterschied:
- Frizz: Entsteht, wenn die Haarstruktur aufgeraut ist und Luftfeuchtigkeit aufnimmt. Das Haar trocknet aus, kräuselt sich und wird ungeschmeidig.
- Fliegende Haare: Sind feine, meist frische Babyhärchen, die vom Kopf abstehen. Sie entstehen meist durch trockene Luft, Reibung.
Hausmittel und schnelle SOS-Tipps
- Alufolie: Der glänzende Haushaltshelfer neutralisiert fliegende Haare, indem sie die statische Aufladung ableitet, die durch Reibung entsteht.
- Feuchttücher: Du bist unterwegs und ein schneller Blick in den Spiegel zeigt, dass deine perfekt gestylte Mähne von elektrisch aufgeladenen Haaren geplagt ist? Feuchttücher passen in jede Handtasche und sind der schnelle Retter in der Not.
- Sprühflasche mit Wasser: Elektrisierende Haare können manchmal ganz schön nervig sein, und deshalb habe ich immer eine kleine Sprühflasche mit Wasser gefüllt bei meinen Stylingsachen stehen.
Zusammenfassung
Mit den richtigen Tricks und Produkten lassen sich elektrische Haare leicht in den Griff bekommen. Achten Sie auf eine feuchtigkeitsspendende Haarpflege, vermeiden Sie Reibung und setzen Sie auf antistatische Hilfsmittel. So können Sie auch im Winter mit glatten und glänzenden Haaren glänzen.
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