Jeder Mensch hat ungefähr 80.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Es ist völlig normal, dass man jeden Tag bis zu 100 Haare verliert, bei vollem Haar. Wer das Gefühl hat, unter verstärktem Haarverlust zu leiden, sollte über einen längeren Zeitraum genau beobachten, wie viele Haare ausfallen. Insbesondere bei längeren Haaren überschätzt man Haarverlust schnell, wenn ein großes Büschel in der Bürste verbleibt.
Wer aber nachweislich mehr Haare verliert als sonst, größere Büschel aus der Bürste und aus dem Abfluss der Dusche zieht oder das Zopfgummi plötzlich noch eine Umdrehung mehr braucht, um fest zu sitzen, kann unter einem behandlungsbedürftigen Haarausfall leiden. Auch wenn kahle Stellen entstehen oder die Haare büschelweise ausfallen, besteht Anlass zur Sorge. Von massivem Haarausfall spricht man, wenn der tägliche Haarverlust deutlich über der allgemein als normal angesehenen Menge von bis zu 100 Haaren liegt. Außerdem muss sich der Haarausfall nicht nur auf die Kopfbehaarung beschränken. Auch Wimpern, Augenbrauen, Barthaare oder sonstige Körperbehaarung kann betroffen sein.
Ob der Haarausfall schleichend oder plötzlich stattfindet, die dahinter liegendenden Ursachen sollten abgeklärt werden.
Ein Haar durchläuft im Laufe seines Lebens verschiedene Phasen, die man Haarzyklus nennt:
Bei Haarausfall treten mehr Haarfollikel in die Ruhephase ein, sodass mehr Haare ausfallen. Der Auslöser für einen plötzlich auftretenden Haarverlust liegt bedingt durch den Haarzyklus daher meist in der Vergangenheit, in den letzten Wochen oder Monaten.
Wenn der Haarausfall plötzlich einsetzt oder die Haare büschelweise ausfallen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn es kann ein Hinweis auf eine ernstere Grunderkrankung sein, die einer ärztlichen Behandlung bedarf.
Bei starkem Haarausfall sollten die Betroffenen zunächst Veränderungen in der nahen Vergangenheit bewerten: Welche großen Veränderungen gab es in den letzten 6 Monaten? Dazu gehören Ernährungsumstellungen, die Einnahme von neuen Medikamente, starke hormonelle Einflüsse (bspw. Eintritt in Menopause) einschneidende Lebensereignisse oder andere physische und psychische Veränderungen.
Unabhängig von diesen Überlegungen sollte bei starkem und plötzlichen Haarausfall unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann ernstere Ursachen ausschließen oder erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten.
Ein Arzt kann die Ursachen für starken Haarausfall mit verschiedenen diagnostischen Methoden feststellen.
Vor der Therapie eines Haarausfalls steht eine ausführliche Diagnostik. Neben einer körperlichen Untersuchung, Befragung, Familienanamnese und eventuell einer Haaranalyse ist vor allem eine Blutentnahme wichtig.
Anschließend kann eine spezifische Therapie erfolgen durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, einer Ernährungsumstellung oder einer Infusionstherapie. Manchmal kommt es vor, dass die Haare trotz Beheben der Ursache nicht komplett so nachwachsen wie vorher. Dann kommen regenerative Therapien infrage.
Dabei werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte genutzt, um schonend und ohne relevante Nebenwirkungen wieder zu einer schönen Frisur zu gelangen. Zur Auswahl steht zum Beispiel die PRP-Therapie.
PRP steht für Platelet Rich Plasma und ist eine Eigenbluttherapie. Das entnommene Blut des Patienten wird durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren so konzentriert, dass es hochdosierte Wachstumsfaktoren und Mikronährstoffe enthält.
Bei der Low-Level-Laser-Therapie wird mit einem medizinischen Laser die Kopfhaut stimuliert, sodass die Durchblutung gesteigert und die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Haarfollikel verbessert wird.
Möglich ist auch eine Stammzellen-Therapie, bei der Unterhaut-Fettgewebe gewonnen und aufbereitet wird, sodass ein an Stammzellen reiches Konzentrat entsteht.
Die folgenden Ursachen können für einen plötzlichen Haarausfall verantwortlich sein:
Insbesondere Frauen sind besonders anfällig für einen plötzlich auftretenden Haarausfall. Bei Frauen gibt es grundsätzlich häufigere und stärkere hormonelle Veränderungen als bei Männern. Selbst wenn man die Einnahme künstlicher Hormone, wie zum Beispiel der Anti-Baby-Pille, außer Betracht lässt, treten viele Hormonschwankungen auf. Dazu gehört der Eintritt in die Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit und später die Menopause. Außerdem sind Frauen anfälliger für Mangelerscheinungen. Insbesondere ein Eisenmangel tritt relativ häufig auf, vor allem bedingt durch den regelmäßigen und teils starken Blutverlust durch die Menstruationsblutung. Zusätzlich ist der Anteil an Frauen, die an einer Essstörung leiden oder spezielle Diäten durchführen, in der Regel höher als bei Männern.
Wenn ein Haarverlust schleichend auftritt, verschlechtert er sich über mehrere Monate oder Jahre hinweg langsam. Fast alle Menschen sind im Alter von einer senilen Alopezie betroffen. Im Laufe des Lebens gehen immer mehr Haare schneller in die Ruhephase über. Das führt dazu, dass bei älteren Menschen nicht mehr so viele Haare wachsen und die Dichte der Haare auf der Kopfhaut abnimmt.
Auch bei der Traktionsalopezie nimmt die Haardicke schleichend ab. Es kommt durch eine erhöhte mechanische Belastung des Haars wegen straffen Frisuren oder engen Kopfbedeckungen und Haar-Extensions zu einem Haarausfall an den Seiten, der Stirn und am Hinterkopf. Bei straffen Frisuren und Dreadlocks fällt es erst durch den Vergleich mit alten Fotos auf, dass der Haaransatz zurückgegangen ist.
Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:
Es gibt viele Varianten des kreisrunden Haarausfalls. Kleine Stellen, an denen die Haare spontan wieder nachwachsen, können auftreten, sowie mehrere haarlose Stellen oder jahrelange komplette Haarlosigkeit.
Alopecia areata: Kreisartiger Haarausfall. Wimpern, Augenbrauen und restliche Körperbehaarung meist normal vorhanden.
Daneben gibt es noch vernarbende und atrophisierende Alopezien. Dazu gehört eine Gruppe von unterschiedlichen Krankheiten, die zu einer irreversiblen Zerstörung von Haarfollikeln führt.
Es kann nicht pauschal gesagt werden, welche Therapie für Haarausfall am besten ist. Ob eine Behandlung oder ein Medikament wirkt, hängt maßgeblich davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde. Es ist davon abzuraten, eigenmächtig verschiedene Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben, die nicht in Kauf genommen werden sollten, wenn gar nicht klar ist, ob das Medikament überhaupt wirken kann.
Nicht jeder Haarausfall hat nur eine Ursache. Manchmal können auch verschiedene Gründe zusammenkommen, was die Diagnose und Therapie für den Arzt nochmals komplexer macht. Nur wenn die Ursache gefunden wurde, kann eine zielgerichtete Behandlung erfolgen. Die Hilfe eines Experten für Haarausfallbehandlungen sollte deshalb frühzeitig in Anspruch genommen werden.
Als medikamentöse Therapieoptionen stehen nur wenige Medikamente zur Auswahl.
Die Option einer Haartransplantation kommt bei plötzlichem Haarausfall erst einmal nicht infrage. Das Ergebnis ist dauerhaft und kosmetisch sehr ansprechend. Wichtig ist aber, dass der Haarverlust vor der Transplantation gestoppt wurde und nicht weiter voranschreitet.
„Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. Die Ursache dafür ist noch nicht eindeutig geklärt“, sagt Prof. Dr. Michael Tronnier, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Helios Klinikum Hildesheim.
„Die AA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Immunzellen gegen die Strukturen der Haarwurzel richten und Antikörper bilden. Als Folge der fehlgesteuerten Immunreaktion entzünden sich die Haarwurzeln, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen und es zum kreisrunden Haarausfall kommt“, erklärt Prof. Dr.
Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig.
„Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, beobachten wir oft eine Verbesserung unter Kortison. Diese Form der lokalen Therapie kann Betroffenen durchaus helfen und die Haare wieder wachsen lassen.
Jakunkinase (JAK) Inhibitoren können als Entzündungshemmer entzündliche Prozesse unterdrücken, wodurch es wieder zum Haarwachstum kommen kann. Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata. Zunächst wurde der Wirkstoff 2020 als Mittel gegen rheumatoide Arthritis zugelassen. Im Juni 2022 erweitere die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung um die Behandlung der Alopecia areata bei Erwachsenen.
Krankenkassen sind allerdings bisher nicht verpflichtet, die noch hohen Behandlungskosten zu übernehmen.
Die Behandlung des diffusen Haarausfalls richtet sich nach der Ursache. Wird die ursächliche Erkrankung behandelt oder der Auslöser beseitigt, wachsen die Haare wieder nach.
Bei Haarausfall sollte der Patient zuerst einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen. Da der Haarausfall mit einer Erkrankung oder Schädigung der Wurzeln zusammenhängt und sich die Haarwurzeln in der Kopfhaut befinden, ist ein Hautarzt der erste Ansprechpartner. Alternativ kann sich der Patient an einem Endokrinologen wenden, besonders dann, wenn eine hormonelle Ursache vermutet wird. Ein Gynäkologe kann bei Frauen helfen, wenn Hormone für den Haarausfall verantwortlich sind.
Wer unter Haarausfall leidet, hat häufig einen langen Weg vor sich, mit vielen Fehlversuchen. Spätestens wenn man mit Hausmitteln am Ende ist, sollte man einen Experten an seiner Seite haben, der effektive Behandlungsmöglichkeiten kennt und durchführen kann. Deshalb sollte man sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfallbehandlungen wenden.
Als erste Anlaufstelle kann hier der Dermatologe dienen. Haarausfall-Behandlungen sind auch teil der Expertise, allerdings nicht der Fokus.
Im Zentrum für moderne Haartransplantation sind wir zu 100% auf Haarausfall spezialisiert. Beginnend bei einer tiefgründigen Analyse, regenerativen Therapien, effektiven Behandlungswegen und Haartransplantationen. Mit unseren Behandlungen erreichen wir bei über 90% unserer Patienten eine deutliche Besserung in kurzer Zeit.
Die folgende Tabelle fasst die verschiedenen Arten von Haarausfall und ihre typischen Merkmale zusammen:
| Art des Haarausfalls | Merkmale | Mögliche Ursachen |
|---|---|---|
| Androgenetische Alopezie | Geheimratsecken, kahle Tonsur (bei Männern), lichter werdendes Haar (bei Frauen) | Genetische Veranlagung, Überempfindlichkeit gegenüber Androgenen |
| Diffuser Haarausfall | Gleichmäßiges Ausdünnen des Haares über den gesamten Kopf | Stress, Schlafmangel, Vitaminmangel, Medikamente, Schilddrüsenerkrankungen, Hormonschwankungen |
| Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) | Einzelne kahle Stellen am Kopf, die sich schnell ausbreiten können | Autoimmunreaktion, genetische Faktoren, Stress |
| Traktionsalopezie | Haarausfall an den Seiten, der Stirn und am Hinterkopf | Erhöhte mechanische Belastung durch straffe Frisuren oder enge Kopfbedeckungen |
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