Ein Friseurbesuch kann aufregend sein, besonders wenn man eine neue Frisur ausprobieren möchte. Doch oft tauchen Fragen auf: Wie sage ich meinem Friseur, was ich will? Was, wenn mir das Ergebnis nicht gefällt? Und welche Rechte habe ich eigentlich? Dieser Artikel soll Ihnen helfen, selbstbewusst und gut informiert zum Friseur zu gehen.
Selbstbewusst auf die „Warst Du beim Friseur“-Frage antworten! Kennst Du das auch? Du warst beim Friseur, lässt deine Haare schneiden, färben oder stylen und bekommst eine neue Frisur. Alles noch gut so weit, wenn da nicht so blöde offensichtliche Kommentare wie "Warst du beim Friseur?" am nächsten Tag von deinen Mitschülern oder Kollegen kommen würden. Vor allem, wenn deine neue Haarspracht dann kein Kompliment bekommt, kann dies einen schon verunsichern … Macht dein Gegenüber also die Friseur-Bemerkung nur, weil ihm deine neue Frisur nicht gefällt? Und wie soll man darauf reagieren? Wie so oft im Leben: Einfach cool bleiben und eine schlagfertige Antworten raushauen!
Die Kundenberatung ist der wichtigste Teil eines Friseurtermins. Wenn du es richtig machst, kannst du mehr oder weniger ein perfektes Endergebnis garantieren. Es ist ein guter Gesprächseinstieg, wenn KundInnen ein Foto von einer Berühmtheit mitbringen, um dir zu zeigen, wie sie aussehen möchten. Wenn nicht, ergreif die Initiative. Nimm eine Zeitschrift aus dem Salon oder benutze iPad-Apps wie Pinterest, um sicherzustellen, dass ihr beide die gleichen Vorstellungen habt.
Falls Sie einen neuen Friseur ausprobieren: Lassen Sie ihn wissen, wie viel Zeit Sie fürs tägliche Styling haben. Muss es morgens schnell gehen, der Schnitt also unkompliziert sein? Soll das Haar auch an der Luft trocknen können? Oder sind Sie bestens vertraut mit Fön, Rundbürste und Stylingprodukten? Erzählen Sie über Ihren Lifestyle: Arbeiten Sie in einem konservativen Umfeld oder in einer hippen Agentur? Und kleiden Sie sich für Ihren Stil aussagekräftig. So weiß Ihr Hairstylist gleich, ob der Schnitt auch zum restlichen Erscheinungsbild passt.
Wenn es sich um eine aufwendige Veränderung handelt, buchen Sie bereits bei der Terminvereinbarung ein bisschen Extrazeit für ein Beratungsgespräch dazu.
Die neue Farbe ist nicht wie erwartet und die gewünschte Kurzhaarfrisur viel kürzer als besprochen? Allein die Unzufriedenheit mit der neuen Frisur oder der neuen Farbe stellt noch keinen Grund für einen Mangel dar. Aber ein Mangel ist dann gegeben, wenn sich Friseur:innen nicht an getroffene Absprachen halten, zum Beispiel die Haare viel kürzer schneiden als besprochen oder eine falsche Farbe verwenden. Weisen Friseur:innen vor dem Haarefärben nicht darauf hin, dass es durch die Naturfarbe oder Struktur der Haare zu Abweichungen der gewünschten Farbe kommen kann, stellt schon das einen Mangel dar.
In jedem Friseurgeschäft muss eine Preisliste für die wesentlichen Leistungen aushängen. Wenn ein Trocken-Haarschnitt mit einem Preis von 26 Euro ausgeschildert ist, müssen Sie für diese Leistung auch nur diesen Betrag bezahlen. Während des Friseurbesuchs werden oft zusätzliche Leistungen angeboten, wie zum Beispiel die Verwendung einer Spülung beim Waschen oder Gel oder Wachs zum abschließenden Styling. Diese Leistungen kann der Haarsalon zusätzlich in Rechnung stellen, muss jedoch vorher nachfragen, ob diese Leistungen auch gewünscht sind. Fragen Sie direkt nach, ob - und gegebenenfalls wie viel - die zusätzlichen Leistungen kosten.
Sprechen Sie am besten noch vor dem Bezahlen an, dass das Ergebnis nicht wie besprochen ist. Wenn die Arbeit mangelhaft ist, muss das Friseurgeschäft eine Nachbesserung anbieten, zum Beispiel die Haare nochmal färben. Führt eine Nachbesserung nicht zum gewünschten Ergebnis, können Sie Schadenersatz verlangen. Die Höhe einer Entschädigung hängt vom entstanden Schaden und dem Ausmaß der mangelhaften Leistung ab.
Wenn Friseur:innen nicht einsehen wollen, dass die eigenen Leistungen mangelhaft sind, müssen Sie Ihren Anspruch auf Nachbesserung oder Schadenersatz mit einem Anwalt durchsetzen. Einen Anwalt in Ihrer Nähe finden Sie hier. Wenn Sie eine Rechtschutzversicherung haben, erkundigen Sie sich dort, ob die Kosten bei einem Rechtsstreit übernommen werden. Ist der Betrieb Mitglied der Handwerkskammer, können Sie bei der regional zuständigen Handwerkskammer auch ein Vermittlungsverfahren beantragen.
Um eine mangelhafte Leistung nachzuweisen, müssen Sie darlegen können, was genau im Vorfeld besprochen wurde und wie ausführlich Sie als Kunde oder Kundin informiert oder eben nicht informiert wurden. Hilfreich sind hier Zeugen, die Ihre Aussage bestätigen können. Wenn die Haare durch Waschen oder Färbemittel in ihrer Struktur geschädigt wurden, können Sie ein Gutachten erstellen lassen, das diesen Schaden bestätigt. Sowohl die Vertretung durch einen Anwalt als auch die Erstellung eines Gutachtens können sehr teuer sein. Informieren Sie sich vorab über entstehende Kosten.
Adressen von Sachverständigen bekommen Sie auf der Seite der Sachverständigendatenbank des Handwerks.
Wenn Ihnen eine Nachbesserung zusteht, können Sie diese auch von einem anderen Friseursalon durchführen lassen. Lassen Sie sich in diesem Fall vorab schriftlich bestätigen, dass das Geschäft, dessen Leistung mangelhaft war, die Kosten dafür übernimmt.
Häufig gibt es im Friseurgeschäft Preise für Männer und Frauen. Frauen zahlen dadurch für einen Kurzhaarschnitt laut einer Untersuchung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Durchschnitt 12,50 Euro mehr als Männer. Diese Preisdifferenzierung nach Geschlecht wird auch „Gender Pricing“ genannt. Friseur:innen begründen diese Preisunterschiede häufig mit den unterschiedlichen Haarlängen sowie der Beschaffenheit der Haare von Frauen und Männern.
Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist „Gender Pricing“ eine Benachteiligung einzelner Verbraucher:innen, wenn der höhere Preis nicht durch einen höheren Arbeitsaufwand begründet werden kann. Laut der Antidiskriminierungsstelle des Bundes kann „Gender Pricing“ gegen das Verbot der Geschlechterdiskriminierung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen.
Wie sage ich meinem Friseur am besten, was ich haben will und warum haben viele Omas lila Haare? Wer zum Friseur geht hat viele Fragen, die er dann aber oft doch nicht stellt. Im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung gibt Friseurmeisterin Edith Milchmeier-Merl Antworten auf die spannendsten Fragen. Jessica Baker
Wie sage ich meinem Friseur am besten, welche Frisur ich möchte? Am besten mit einem Foto.
Was war die emotionalste Reaktion, die Sie von einem Kunden je nach einem Haarschnitt bekommen haben? Edith Milchmeier-Merl: Eine Kundin hatte vor Freude ein Tränchen in den Augen, weil sie sich wie ein "neuer Mensch" gefühlt hat.
Und wenn sich jemand eine Frisur wünscht, die überhaupt nicht zu seinem Typ passt? Sagen Sie das dann? Milchmeier-Merl: Ja natürlich. Es ist schließlich unser Job die Menschen zu verschönern. Nicht jeder Trend passt auf jeden Kopf. Die beste Visitenkarte für unseren Salon ist, wenn jemand nach dem Besuch zur Kundin sagt: "Du siehst aber toll aus, bei welchem Friseur warst du denn?"
Wenn einem die neue Frisur nicht gefällt. Was soll man dann machen? Milchmeier-Merl: Durch eine vorherige ausführliche, professionelle Beratung sollte das nicht geschehen. Wenn einem das Ergebnis aber nicht gefällt, muss man das dem Friseur sagen. Er kann Styling-Tipps geben oder direkt nochmal nacharbeiten bis der Kunde zufrieden den Salon verlässt.
Gibt es etwas, das Sie an Kunden ärgert? Milchmeier-Merl: Vor allem Preisdiskussionen mit Kunden sind ärgerlich. Wir sind genauso Dienstleister wie andere Handwerker auch und handwerkliche Leistung und Qualität sind immer ihren Preis wert.
Warum haben so viele Omas lila Haare? Milchmeier-Merl: Das liegt daran, dass sie zu viel Haarfestiger benutzen. Es gibt speziellen Haarfestiger für helle und graue Haare. Er soll die Haare zum Leuchten bringen und gelbe Töne überdecken. Im Festiger sind allerdings auch violette Töne als Gegenfarbe zum Gelb beigemischt. Wenn man den Festiger dann zu oft anwendet, überlagern sich die Farbpigmente, der Ton wird dunkler und das Lila kommt zum Vorschein.
Sind Sie froh, wenn Leute nicht mit Ihnen reden wollen und einfach schweigen? Milchmeier-Merl: Dann hätte ich den falschen Beruf. Natürlich spreche ich gerne mit meinen Kunden, nur beim Föhnen ist das ungeschickt. Dann ist es eher schwierig den Kunden zu verstehen.
Wenn ich in dem Salon eine Friseurin sehe, die mir vom Stil und von der Art her irgendwie sympathischer ist als die, die mir zugeteilt wurde, darf ich das dann sagen oder ist das eine Beleidigung? Milchmeier-Merl: Nein. Immer raus mit den Wünschen, schließlich ist der Kunde König und darf sich natürlich seine Friseurin aussuchen.
Würdest du gerne einen neuen Look ausprobieren? Dann schau doch mal bei einem Friseur vorbei und lass dir eine neue Frisur verpassen! Hier haben wir einige hilfreiche Sätze gesammelt, die du bei deinem nächsten Friseurbesuch verwenden kannst. Präge sie dir gut ein und mache dich bereit für deinen nächsten Haarschnitt!
Ein*e Friseur*in ist Expert*in für die Pflege und Gestaltung von Haaren. Sie oder er berät Kund*innen zu unterschiedlichen Frisuren, Farben und Pflegeprodukten, um den individuellen Bedürfnissen und Wünschen gerecht zu werden. Zusätzlich zu den handwerklichen Fähigkeiten ist es wichtig, dass ein*e Friseur*in über ein gutes Gespür für Trends verfügt und die neuesten Techniken und Produkte kennt. Der Arbeitsalltag eines*r Friseur*in umfasst auch die Pflege von Arbeitsgeräten und die Einhaltung von Hygienestandards. Ein*e Friseur*in arbeitet oft in einem Team und sollte daher über gute Kommunikationsfähigkeiten verfügen.
Mit der richtigen Vorbereitung und Kommunikation kann der Friseurbesuch zu einem positiven Erlebnis werden. Kennen Sie Ihre Rechte, stellen Sie Fragen und äußern Sie Ihre Wünsche klar und deutlich.
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