Volles, kräftiges Haar gilt in unserer Gesellschaft als Schönheitsideal. Viele Menschen leiden unter Haarausfall, der oft psychisch belastend ist. Eine Haartransplantation kann hier eine effektive Lösung sein. In diesem Artikel erfahren Sie alles über den Ablauf einer Haartransplantation, von der ersten Beratung bis zum endgültigen Ergebnis.
Die Eigenhaartransplantation basiert auf der Tatsache, dass der Haarkranz am Hinterkopf bei genetisch bedingtem Haarausfall in der Regel nicht betroffen ist. Dieser Bereich eignet sich daher optimal als Spenderareal für die Haar-OP.
Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Bei Männern ist er meist genetisch bedingt, während bei Frauen hormonelle Schwankungen, Stress oder mangelhafte Ernährung eine Rolle spielen können. Eine Haartransplantation ist oft eine gute Lösung, wenn der Haarausfall gestoppt wurde und ausreichend Spenderhaar vorhanden ist.
Laut den Leitlinien des Verbands Deutscher Haarchirurgen e.V. (VDHC) eignen sich folgende Arten des Haarausfalls für eine Haartransplantation:
Der komplette Ablauf einer Haartransplantation lässt sich in fünf Schritten zusammenfassen:
Patienten, die sich für eine Haartransplantation interessieren, kommen in der Regel ein bis zwei Monate vor dem geplanten Eingriff zu einer Beratung. In einem ausführlichen Gespräch werden die Wünsche des Patienten hinsichtlich des neuen Aussehens und Haarwuchses besprochen. Anhand dieser Eckdaten wird ermittelt, wie viele Haare bzw. Grafts (Follicular Units) benötigt werden, welche Entnahmetechnik geeignet ist und wie viel Zeit für den Eingriff eingeplant werden sollte. Natürlich werden auch die Kosten des Eingriffs besprochen.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Beschaffenheit und Menge des Spenderhaars. Das Haar soll hinsichtlich Dicke, Farbe, Struktur und Wuchsrichtung zum Empfängerbereich möglichst gut passen, damit sich das verpflanzte Haar später natürlich in seine neue Umgebung einfügt. Damit das neue Haar nicht ausfällt, wird in der Regel nur Haar vom Hinterkopfkranz transplantiert. Dieser ist gegen den genetisch bedingten Haarausfall auch Jahre danach geschützt, was zur Folge hat, dass von dort versetzte Haare dauerhaft fest und gesund wachsen.
Ein weiteres wichtiges Thema in der Beratung ist die Klärung der Ursache für den Haarausfall, denn nur wenn dieser gestoppt wurde, kann eine Haartransplantation sinnvoll durchgeführt werden. Je nach Art kann die Diagnose des Haarausfalls bereits während der Erstberatung gestellt werden. Mitunter sind aber auch ergänzende Untersuchungen erforderlich, die anschließend durchgeführt werden.
Es gibt verschiedene Methoden der Haarentnahme, die sich hauptsächlich in der Art der Entnahme der Haarfollikel unterscheiden:
Bei der FUT-Methode wird ein feiner Hautstreifen vom Hinterkopf entnommen, aus dem dann die einzelnen Haarfollikel (Grafts) extrahiert und in die kahlen Kopfhautpartien verpflanzt werden. Der Schnitt wird sorgsam vernäht und hinterlässt nur eine sehr feine Narbe, die unter dem längeren Deckhaar verschwindet. Diese Methode wird vor allem angewendet, wenn kleinere Kopfhautareale oder Bereiche transplantiert werden sollen - beispielsweise Geheimratsecken, Augenbrauen oder der Bart.
Bei der FUE-Variante werden mittels Präzisionswerkzeug die einzelnen Grafts vom Hinterkopf entnommen. Die FUE-Haartransplantation ist daher deutlich narbenärmer. Für größere Flächen, beispielsweise Haarverpflanzung bei Glatze oder Tonsur, hat sich die FUE-Variante als bestes Verfahren bewiesen. Bei dieser Behandlung entnehmen die Haarchirurgen die Grafts einzeln vom Hinterkopf. Es entsteht kein Schnitt und deshalb ist auch keine Naht erforderlich. Durch die spezielle Hohlnadel bleiben lediglich mikrofeine Narben zurück, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.
Nach der Entnahme werden die Grafts von den Haartechnikern nach Größe in Gruppen von einem bis vier Haaren eingeteilt und nach Farbe und Wuchsrichtung sortiert. Diese aufwändige Arbeit erfolgt von Hand und dauert mehrere Stunden, denn beim Einsetzen der Haare muss genau darauf geachtet werden, dass das spätere Ergebnis natürlich wirkt und die hierfür entnommenen Haare ausreichen.
Im ersten Schritt werden mit einer feinen Kanüle kleine Löcher in die Kopfhaut gebohrt, in die die Haarwurzeln eingesetzt werden. Außerdem sollte die Haarlinie an der Stirn nur mit Grafts bestückt werden, die lediglich ein einzelnes Haar enthalten. So wird der Haaransatz fein und sieht später völlig normal aus.
Etwas anders ist die Situation beispielsweise an kahlen Stellen auf dem oberen Kopf, wo verdichtet werden soll. Hier muss, relativ betrachtet, mit wenig Haaren ein sehr dichtes Ergebnis erzielt werden, damit es nachher vollständig bedeckt aussieht. Hierfür bietet es sich an, die Wuchsrichtung zu variieren und Grafts zu verwenden, die mehrere Haare beinhalten.
Im Abschlussgespräch erhalten Sie Empfehlungen zur Unterstützung des Heilungsprozesses. In den ersten Tagen sollten Sie die neuen Haare noch nicht waschen und sie nicht mechanisch reizen, wie durch Abrubbeln oder Bürsten. Etwas Ruhe tut ihnen gut, denn die empfindlichen Haarfollikel müssen zuerst gut einwachsen.
Je nach Einsatz der FUE- oder FUT-Technik steht nach ungefähr einer Woche ein zusätzlicher Termin zum Ziehen der Fäden an. Bis zum Endergebnis der Haartransplantation mit vollständig auf dem Kopf dicht gewachsenem Haar dauert es einige Monate. Denn auch nach einer Transplantation wächst das Haar nicht schneller als vorher. Bis zum endgültigen Bild kann also einige Zeit vergehen, in der Geduld erforderlich ist.
Die wichtigste Information, die Sie zu Ihrer Haartransplantation haben müssen, ist, dass Ihr Aussehen unmittelbar nach dem Eingriff NICHT das endgültige Behandlungsergebnis ist. Ihre Haare werden in den kommenden Wochen und Monaten verschiedene Phasen durchlaufen, und dazu gehört auch, dass die transplantierten Haare wieder ausfallen.
KÖ-HAIR möchte Sie daher an dieser Stelle über die Wachstumsphasen informieren, die Ihre transplantierten Haare nach der Haar-OP durchlaufen werden:
Denken Sie daran, dass das Haarwachstum nach einer Transplantation ein allmählicher und kontinuierlicher Prozess ist. Sie können jedoch selbst maßgeblich dazu beitragen, dass Ihre Haartransplantation ein voller Erfolg wird. Dazu gehört neben einem gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, möglichst ohne Nikotin und Alkohol, auch die richtige Haarpflege nach der Haartransplantation. Dazu gehört beispielsweise, die Haare frühestens vier Tage nach der Haar-OP zu waschen, um das Anwachsen der frisch verpflanzten Haare nicht zu gefährden. Zudem sollten Sie in den ersten Nächten nach der Haar-OP mit einem Nackenkissen schlafen, um den Kontakt der Kopfhaut zum Kissen zu vermeiden.
Wie jeder operative Eingriff bietet auch eine Eigenhaarverpflanzung gewisse Risiken. Dazu gehören neben einer problematischen Wundheilung auch mögliche Entzündungen oder eine übermäßige Narbenbildung. Zudem kann es passieren, dass die Behandlung einfach nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Daher ist es besonders wichtig, sich für die Haartransplantation in die Hände erfahrener Haarchirurgen zu begeben.
Die Haartransplantation erfolgt grundsätzlich unter lokaler Betäubung, eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Zudem ist die Haar-OP gewebeschonend, sodass Sie am Tag nach der Behandlung bereits wieder gesellschaftsfähig sind. Dennoch wird empfohlen, sich noch einige Tage zu schonen.
Die Kosten für eine Haartransplantation richten sich nach der Anzahl der verpflanzten Spenderhaare. Pro Haarwurzelgrüppchen muss der Patient mit Kosten von etwa 1 - 3 Euro rechnen. Insgesamt kostet der Eingriff damit je nach Umfang zwischen 2.000 und 8.000 Euro.
Einige Kliniken bieten online einen Haar-Konfigurator mit integriertem Kostenrechner an. So können Betroffene vorab überprüfen, wie hoch der Preis einer Haartransplantation in ihrem Fall ausfallen würde.
Die Kosten für die Haartransplantation werden im Normalfall nicht von der Krankenkasse übernommen, da Haarausfall nicht als Krankheit gilt und für den Betroffenen keine gesundheitliche Beeinträchtigung darstellt.
Es gibt zahlreiche Ansätze zur Behandlung von Haarausfall. Genetisch bedingter Haarverlust lässt sich in der Regel mit einer Haartransplantation gut versorgen. Weiterhin ist eine alternative oder ergänzende medikamentöse Therapie durch Finasterid und / oder Minoxidil sowie Antiandrogene möglich.
| Behandlungsmethode | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Haartransplantation | Verpflanzung von gesunden Haarwurzeln in kahle Bereiche | Genetisch bedingter Haarausfall, androgenetische Alopezie |
| Finasterid | Blockiert die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) | Männer mit androgenetischem Haarausfall |
| Minoxidil | Tinktur zur äußerlichen Anwendung, fördert die Durchblutung der Kopfhaut | Frauen und Männer mit erblich bedingtem Haarausfall |
| Antiandrogene | Besetzen die Andockstellen von Dihydrotestosteron | Frauen mit genetisch bedingtem Haarausfall |
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