Gombre, eine Wortschöpfung aus "Gray" und "Ombre", beschreibt einen Frisurtrend, bei dem graues Haar auf natürliche Weise mit der ursprünglichen Haarfarbe verschmilzt. Was einst als No-Go galt, hat sich nun zu einem Must-Have entwickelt, was sich auch in der Sprache widerspiegelt.
Doch wie ist dieser Trend entstanden und welche Vorteile bringt er mit sich?
Der Gombre-Trend begann bei jungen Frauen. Sängerinnen wie Lady Gaga, Billie Eilish und Pink zeigten sich mit silber gefärbten Haaren auf dem roten Teppich. Bald darauf präsentierten immer mehr Prominente ihre natürlich ergraute Mähne, darunter Schauspielerinnen wie Andie MacDowell, Salma Hayek, Helen Mirren, Jodie Foster, Sarah Jessica Parker und Königin Letizia von Spanien. Sogar Fitnessikone Jane Fonda trägt nun Grau und gestand in ihren Memoiren, sich "jahrelang hinter ihren blond gefärbten Haaren versteckt zu haben".
Gombre ist mehr als nur ein Frisurtrend - es ist ein Statement. Graue Haare setzen ein Zeichen für Bodypositivity, Diversität und Gleichberechtigung. Während etwa 70 Prozent aller Frauen ihre grauen Haare färben, scheinen Männer wie George Clooney mit zunehmendem Grauanteil eher an Sexappeal zu gewinnen. Graue Haare stehen für Natürlichkeit, Freiheit und Selbstbewusstsein, Eigenschaften, die immer anziehend wirken. Gemäß dem Motto "repeat or evolve" verkörpern sie auch den Mut zur Veränderung.
Der Verzicht auf chemische Haarfärbemittel bietet zahlreiche Vorteile:
Chemisches Färben greift Haare und Kopfhaut an. Je länger und öfter gefärbt wird, desto weniger können sich diese regenerieren. Mögliche Folgen sind Kopfhautjucken und -rötungen, Schuppen, allergische Reaktionen bis hin zu verstärktem Haarausfall.
Bei konventionellen Haarfärbemitteln wird eine krebserregende, erbgutschädigende Wirkung nicht ausgeschlossen, beispielsweise beim Inhaltsstoff p-Aminophenol. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2020 mit 117.200 Frauen weist auf Zusammenhänge mit Brust- und Eierstockkrebs hin. Daneben enthalten Kolorationen sensibilisierende Amine, die Kontaktallergien auslösen können. Weitere umstrittene Inhaltsstoffe sind Sulfate, halogenorganische Verbindungen sowie PEG/PEG-Derivate, welche die Kopfhaut durchlässiger für Schadstoffe machen. Polymere schaden sogar der Umwelt.
Falten, Augenringe, Pigmentflecken oder Hautrötungen wie Couperose - Schatten und Unebenheiten nehmen mit dem Alter zu. Knallige Kolorationen oder Nuancen, die sehr von der Naturfarbe abweichen, wie grelles Gelbblond oder dunkles Schwarz, betonen diese Schatten zusätzlich und lassen älter wirken.
Stundenlang beim Friseur sitzen oder mit tropfender Mähne im Bad ausharren? All die Ressourcen, die Sie ansonsten fürs Haare färben aufbringen mussten, kommen nun wirklich angenehmen Dinge zugute, wie ein neues Hobby, ein Treffen mit Freunden oder eine Wellness-Anwendung.
Warme Farbtypen können dank der grauen, kühlen Strähnen nun Farben in Make-up und Garderobe aufnehmen, die ihnen früher weniger gutgestanden haben, zum Beispiel Blautöne.
Trendsetterinnen ebnen den Weg für andere. Wer gegen gängige Schönheitsideale angeht, sticht aus der Masse heraus und macht anderen Mut. Das war schon immer so - bei Vorreiterinnen, die das Mieder ablehnten, den ersten Bikini oder Minirock trugen.
Die Übergangszeit von der alten Haarfarbe zum neuen Grau ist die schwerste. Hier sind einige Methoden, um den Übergang zu erleichtern:
Sie hören einfach auf zu färben, um die grauen Haare rauswachsen zu lassen.
Bei dunkleren Haaren oder einem höheren Grauanteil entsteht ein sichtbarer Ansatz zwischen coloriertem und grauem Haar. Hier ist ein Gang zum Friseur lohnenswert.
Wer die Haare glatt und mit Mittelscheitel trägt, lenkt alle Aufmerksamkeit auf den sich vergrößernden Grauansatz.
Die schnellste Methode, sich von ihrem gefärbten Haar zu trennen, ist der Pixie Cut. Einfach das Haar drei bis vier Zentimeter rauswachsen lassen, dann den Rest abschneiden. Diese Methode eignet sich bei komplett ergrautem Haaransatz gepaart mit dunkler Ausgangshaarfarbe, also einem sehr harten Kontrast.
Ist der graue Haaransatz erst wenige Zentimeter breit, helfen Touch-up-Sprays. Diese werden aufgesprüht und halten bis zur nächsten Haarwäsche. Haarbänder verdecken den Übergang von natürlicher zu grauer Mähne.
Grauem beziehungsweise weißem Haar fehlt das Haarpigment Melanin. Dadurch kann es trockener, stumpfer und störrischer wirken. Ob gefärbt oder nicht: Das Haar altert wie die Haut, verliert an Dichte und Elastizität. Gönnen Sie sich milde, feuchtigkeitsspendende Shampoos und machen Sie mindestens einmal pro Woche eine Tiefenkur.
Spezielle Anti-Aging-Haarpflegeserien enthalten Keratin und Proteine, die dem Haar mehr Struktur und Fülle verleihen. Geben Sie in die Haarspitzen ein paar Tropfen Haaröl. Jojoba- und Mandelöl sind leicht und daher auch für dünnes bis mittleres Haar geeignet.
Zudem benötigen Sie Produkte, die vermeiden, dass Ihr graues Haar einen Gelb- oder Kupferstich bekommt. Diese Verfärbungen können durch UV-Licht, Chlorwasser oder äußere Umwelteinflüsse entstehen. Verwenden Sie spezielle Silbershampoos, die auch als Purple Shampoos bezeichnet werden. Sie enthalten Pigmente, die im Farbkreis gegenüberstehen. Violett neutralisiert den Gelbstich, Blau neutralisiert Kupfertöne.
Das Haar wird mit dem Alter manchmal feiner und dünner, manchmal trockener oder störrischer. Es gibt auch spezielle Anti-Aging-Haarpflegeserien, welche das Haar mit Ceramiden, Aminosäuren, Feuchtigkeitsstoffen und Anti-Oxidantien schützen und nähren.
Für Menschen, die sich wegen einer Allergie gegen weitere Färbungen entschieden haben, gibt es viele hypoallergene und dermatologisch getestete Produkte.
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