Diffuser Haarausfall: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Diffuser Haarausfall, auch als Alopecia diffusa oder Effluvium diffusum bekannt, ist eine Form des Haarverlusts, bei der sich das Haar über den gesamten Kopf ausdünnt. Im Gegensatz zu anderen Formen des Haarausfalls, wie dem erblich bedingten oder kreisrunden Haarausfall, entstehen beim diffusen Haarausfall keine kahlen Stellen. Stattdessen erscheint das Haar insgesamt lichter und die Kopfhaut kann stärker durchschimmern.

Diese Art von Haarverlust kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind. Diffuser Haarausfall kann in jedem Lebensalter auftreten, und es gibt eine Vielzahl von Ursachen, die dazu führen können.

Was ist diffuser Haarausfall?

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen.

Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Es lässt sich also nicht unbedingt kahle Stellen finden, sondern eher ein lichter werdendes Bild der Kopfbehaarung beobachten. Selten zeigt sich der Haarausfall auch an anderen behaarten Körperregionen.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Es gibt eine große Bandbreite an Ursachen, die diffusen Haarausfall verursachen können. Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Hormonelle Umstellungen: Nach der Menopause, Absetzen der Pille, Schwangerschaft oder auch durch eine Störung der Schilddrüsenhormone. Schwankende Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone kommen häufig vor: In der Pubertät, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Einnahme oder Absetzen der Pille oder einer Hormonspirale oder nach der Menopause. Aber auch andere hormonelle Störungen können Haarverlust verursachen. Häufig ist eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse Auslöser. Bei Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.
  • Nährstoffmangel: Z.B. Vitamine, Zink, Eisenmangel oder einseitige Ernährung. Mögliche Gründe sind zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, ein Eisen- oder Zinkmangel. Auch wenn man Mangelerscheinungen nicht in einem Industriestaat vermuten würde, kommen sie bei uns nicht selten vor und können ein Haarverlust bedingen. Gefährdete Personen sind deshalb besonders Schwangere, Sportler, Vegetarier und Veganer und Menschen mit bestimmten Magen- oder Darmerkrankungen. Am häufigsten kommt ein Eisenmangel vor. Aber auch zu wenig Zink, Selen, Aminosäuren oder Proteine können Haarausfall begünstigen.
  • Stress und psychische Belastung: Akute Stress-Situationen, schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen. Die Zusammenhänge von Stress und Haarausfall sind nicht ganz klar. Vermutet wird aber, dass durch Stress vermehrt entzündungsfördernde Substanzen freigesetzt werden. Entspannungsübungen, Meditation und Yoga können hilfreich sein, um Stress und damit auch stressbedingten Haarausfall zu lindern.
  • Medikamente: Haarausfall durch Medikamente (z.B. durch eine Chemo). Haarverlust ist eine Nebenwirkung von zahlreichen Medikamenten, auch wenn der genaue Wirkmechanismus meistens nicht bekannt ist.
  • Infektionen: Etwa 2-4 Monate nach Infekt! z.B. Grippe, Corona-Infektion. Durch Viren verursachte Erkrankungen wie Grippe oder Covid-19 können mit Haarausfall einhergehen.
  • Hauterkrankungen der Kopfhaut: Z.B. Schuppenflechte, atopische Dermatitis (Neurodermitis), Pilzinfektionen.
  • Saisonaler Wechsel: Häufig im Frühling und im Herbst verstärkt.

Zusammengefasst gibt es also sehr vielfältige Ursachen für Haarverlust. Die individuelle Ursache sollte daher am besten mit dem behandelnden Arzt ausfindig gemacht werden. Ansprechpartner bei Haarausfall und anderen Erkrankungen der Haare ist der Dermatologe.

Weitere Ursachen können sein:

  • Schwere Allgemeinerkrankung / chronische Erkrankungen (z.B. Tumorerkrankungen, Lungenentzündung)
  • Zug oder Druck (z.B. durch Tragen eines straffen Zopfes)

Symptome des diffusen Haarausfalls

Die Symptomatik des diffusen Haarausfalls ist, wie der Name dies bereits andeutet, nicht klar umschrieben und kann teilweise schwierig zu identifizieren sein. Es kommt zu einem Verlust von über 50-100 Haaren pro Tag. Das Haar-Bild erscheint insgesamt lichter und dünner, eventuell ist die Kopfhaut dadurch sichtbarer. Kahle Stellen sind nicht vorhanden.

Typische Anzeichen für diffusen Haarausfall sind:

  • Verlust von über 50-100 Haaren pro Tag
  • Das Haar-Bild erscheint insgesamt lichter und dünner
  • Die Kopfhaut ist eventuell sichtbarer
  • Keine kahlen Stellen

Häufig fallen die Haare nicht nur vermehrt aus, sondern werden auch insgesamt dünner, was das äußerliche Erscheinungsbild des Kopfhaares noch lichter wirken lässt.

Betroffene bemerken den Haarausfall häufig durch vermehrte Haare im Kamm oder der Bürste nach der Haarpflege oder auch durch eine Anhäufung von Haaren im Waschbecken oder der Dusche.

Diagnose von diffusem Haarausfall

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig.

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.

Die Diagnose umfasst in der Regel:

  • Ärztliches Gespräch: Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:
    • zuletzt akut krank war und Fieber hatte
    • eine chronische Erkrankung hat, beispielsweise der Haut oder der Leber
    • regelmäßig Medikamente einnimmt
    • seine Ernährung umgestellt hat oder eine Diät macht
    • emotionalem Stress ausgesetzt ist oder war
    • mit hormonellen Präparaten wie der Anti-Baby-Pille verhütet und diese abgesetzt hat
    • vor einigen Wochen ein Kind geboren hat
  • Körperliche Untersuchung und Blut-Tests: Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden. Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter. Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein. Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.

Durch eine genaue Anamnese und Untersuchung kann der Experte die Krankheitsbilder differenzieren.

Behandlungsmöglichkeiten bei diffusem Haarausfall

Der diffuse Haarausfall gilt im Allgemeinen als reversibel, also umkehrbar. Das bedeutet, wenn die eigentliche Ursache behandelt wird, verschwindet in der Regel auch der Haarausfall. In der Behandlung setzt man direkt an der Ursache des Haarausfalls an.

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache.

Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen:

  • Behandlung der Ursache: Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden. Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen. Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
  • Nährstoffausgleich: Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.
  • Medikamentöse Behandlung: Der Wirkstoff Minoxidil kann als Lösung auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Dieser Wirkstoff führt zu einer Stimulation des Haarfollikelwachstums. Bewährt in der Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls hat sich der Wirkstoff Minoxidil, der das Fortschreiten des erblich bedingten Haarverlustes aufhalten kann. Minoxidil wird in Form einer Lösung oder eines Schaumes direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und erweitert dort u. a. die Blutgefäße, was die Blut- und Nährstoffversorgung des Haares verbessert. Der Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls wird aufgehalten und neues Haar kann dicker und dichter nachwachsen.
  • Stressreduktion: Entspannungsübungen, Meditation und Yoga können hilfreich sein, um Stress und damit auch stressbedingten Haarausfall zu lindern.

Zusätzlich können bio-regenerative Methoden wie die PRP-Therapie (Eigenbluttherapie) oder die Low-Level-Laser-Therapie das Haarwachstum unterstützen.

Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können. Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen.

Wirkstoffe, die gegen diffusen Haarausfall eingesetzt werden:

  • Finasterid (5-alpha-Reduktase-Hemmer)
  • Minoxidil (Antihypertensivum)
  • Zink (Spurenelement)

Eine Tabelle mit den wichtigsten Informationen zu den Wirkstoffen:

Wirkstoff Anwendung Wirkung Hinweise
Finasterid Tablettenform Hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) Verschreibungspflichtig, nur für Männer geeignet
Minoxidil Lösung oder Schaum zur äußeren Anwendung Stimuliert das Haarwachstum und verbessert die Durchblutung der Kopfhaut Kann sowohl von Männern als auch von Frauen verwendet werden
Zink Nahrungsergänzungsmittel Unterstützt das Haarwachstum und wirkt entzündungshemmend Bei Mangelzuständen sinnvoll

Es ist wichtig, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.

Falls der Haarausfall sehr stark ist, kann eine Haartransplantation in Betracht gezogen werden.

Haarausfall – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Vorbeugung von diffusem Haarausfall

Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung können Sie dem diffusen und durch Mangelerscheinungen hervorgerufenen Haarausfall in einem gewissen Umfang vorbeugen. Meditation, Yoga und regelmäßiger Sport sind für die Ausgeglichenheit und Stressreduktion förderlich und tragen somit auch dazu bei, dem stressbedingten Haarausfall vorzubeugen.

So können Sie diffusen Haarausfall vorbeugen:

  • Gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Stressreduktion durch Entspannungstechniken
  • Richtige Haarpflege

Bei der Haarpflege ist es wichtig, das Haar nicht zu häufig und zu grob zu kämmen und zu bürsten, besonders im nassen Zustand. Auch eine übermäßige Belastung durch Hitze (z. B. durch Fön oder Glätteisen) sollte vermieden werden, da hier durch Haarstrukturschäden verursacht werden können. Ebenso kann ein zu straffer Pferdeschwanz zu Haarausfall führen.

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