Anti-Schuppen-Shampoo Test: Was hilft wirklich gegen Schuppen?

Wer unter schuppiger Kopfhaut leidet, greift oft zu Anti-Schuppen-Shampoos. Doch wie wirksam sind diese Produkte wirklich, und welche Inhaltsstoffe sind empfehlenswert oder bedenklich? "Öko-Test" und Stiftung Warentest haben verschiedene Anti-Schuppen-Shampoos unter die Lupe genommen, um Verbrauchern eine Orientierungshilfe zu bieten.

Testergebnisse und Empfehlungen

Die Ergebnisse der Tests sind erfreulich: Viele Hersteller haben umstrittene Substanzen ersetzt und die Rezepturen ihrer Produkte verbessert. Laut Stiftung Warentest schützen die meisten Produkte effektiv vor Schuppen. Insgesamt fiel der Anti-Schuppen-Shampoo-Test wesentlich positiver aus als noch vor zwei Jahren, so das Resümee der Tester.

Im Test von Öko-Test schnitten sieben Produkte mit der Gesamtnote "sehr gut" ab - darunter fünf Shampoos, die als zertifizierte Naturkosmetik gekennzeichnet sind. Testsieger sind unter anderem das "Sante Family Anti-Schuppen Shampoo Bio-Wacholder" von Logocos sowie das "Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen" von der Drogeriemarktkette dm.

Positiv bewerteten die Tester, dass das Shampoo von Logocos die Schuppen mit Wacholderöl bekämpft. Das dm-Produkt hingegen setzt auf die Anti-Schuppen-Wirkstoffe von Rosmarinextrakt und Lactobacillus Ferment. Beide sind sowohl für die Haut als auch für die Umwelt gut verträglich.

Die wichtigste Frage im Test lautete: Wie gut wirken die Shampoos gegen Kopf­hautschuppen? Um das heraus­zufinden, haben sich mehr als 200 Männer und Frauen, die unter Schuppen leiden, vier Wochen lang für uns die Haare gewaschen und ihre Kopf­haut mehr­fach von einer Expertin kontrollieren lassen.

Zudem wollten wir wissen, wie die Shampoos das Haar pflegen. Glänzt es nach dem Waschen? Ist es geschmeidig und lässt sich leicht kämmen? Eine Friseurin hat das an weiteren 20 Probanden pro Produkt geprüft.

Laut Stiftung Warentest wirkt das "Cien Anti-Schuppen Shampoo" des Herstellers Lidl effektiv gegen Schuppen und pflegt gleichzeitig die Haare. Es ist das einzige Produkt im Test mit der Gesamtnote "sehr gut". Wer Wert auf silikonfreie Shampoos legt, ist laut Warentest mit dem Produkt "Isana Shampoo Anti Schuppen" von Rossmann gut beraten.

An der Tabellenspitze steht ein Anti-Schuppen-Shampoo vom Discounter. Es schneidet als einziges im Test insgesamt sehr gut ab. Mit umge­rechnet 50 Cent pro 100 Milliliter ist es zudem vergleichs­weise preisgünstig.

Bedenkliche Inhaltsstoffe

Obwohl Anti-Schuppen-Shampoos nun ohne Zinkpyrithion auskommen, können sie dennoch bedenkliche Substanzen enthalten. Bereits 2021 nahm "Öko-Test" Anti-Schuppen-Shampoos unter die Lupe. Das Ergebnis war ernüchternd: 13 von 50 Produkten fallen durch den Test - darunter zwei Shampoos einer bekannten Marke. Grund für die schlechten Bewertungen war der giftige Inhaltsstoff Zinkpyrithion, der seit 2022 in der EU verboten ist.

So setzt beispielsweise der Hersteller Lornamead bei seinem Produkt "Crisan Anti-Schuppen Intensiv Shampoo" weiterhin auf den Wirkstoff Climbazol. Dabei handelt es sich um eine umstrittene halogenorganische Verbindung. Der Stoff kann sich in Gewässern und Sedimenten anreichern. Zudem konnte das Labor in dem "Crisan Anti-Schuppen Intensiv Shampoo" Natriumlaurylsulfat nachweisen - "ein anionisches Tensid, das uns eindeutig zu aggressiv ist für schuppengeplagte Haut", so die Tester.

Genauso schlecht schnitt auch ein weiteres, sehr bekanntes Produkt ab: das "Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo" von Procter & Gamble. Neben halogenorganischen Verbindungen und Natriumlaurylsulfat fand das Labor in dem Schuppenshampoo zwar kein Climbazol, aber Piroctonolamin.

Piroctonolamin wird häufig beim Kampf gegen Schuppen eingesetzt, da es eine fungizide Wirkung hat. Allerdings trocknet es die Haut stark aus und sollte somit eher bei fettiger Kopfhaut angewendet werden. Da jedoch bei dem Produkt "Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo" explizit vermerkt ist, dass es auch für trockene Kopfhaut geeignet ist - obwohl es Piroctonolamin enthält - gab es Minuspunkte für Procter & Gamble.

Haupttensid in 19 von 20 konventionellen Shampoos ist Sodium Laureth Sulfate. Das Tensid schäumt zwar super, dringt aber auch in die äußerste Schutzschicht der Haut, die Hornschicht, ein. Komplett unverständlich finden wir es, wenn ein Shampoo mit dieser Tensid-Kombi auch noch explizit für trockene Kopfhaut ausgelobt ist.

Wirkungsweise von Anti-Schuppen-Shampoos

Wie aber wirken die Shampoos eigentlich gegen Schuppen? Sie enthalten Antimykotika - das sind Wirk­stoffe, die bestimmte Mikro­organismen auf der Kopf­haut bekämpfen, wie etwa die Hefe Malassezia furfur. „Deren Stoff­wechsel­produkte reizen die Haut und rufen Entzündungen hervor. Die Folgen sind Schuppen, manchmal auch Rötungen und Juck­reiz“, sagt Dr.

In den von uns getesteten Shampoos sind häufig die Stoffe Piroctone-Olamine und Zink-Pyrithione enthalten, teils kombiniert mit anderen Wirk­stoffen. Sie gelten als sicher und sind laut EU-Kosmetik­ver­ordnung zugelassen.

Zertifizierte Naturkosmetik­hersteller verzichten auf synthetisch hergestellte Antimykotika. Sie setzen auf natürliche Substanzen - etwa bestimmte pflanzliche Auszüge. In unserem Test sogar mit Erfolg: Das Naturkosmetik­produkt reduziert Schuppen immerhin befriedigend. Im Kampf gegen das Rieseln bietet es Anhängern natürlicher Kosmetika also durch­aus eine Alternative.

Tipps zur Anwendung

Langes oder strapaziertes Haar braucht besonders intensive Pflege. Optimal für Schuppen­geplagte ist es, wenn schon das Shampoo gute Arbeit leistet. Denn: Die Wirk­stoffe müssen bei der Wäsche auf die Kopf­haut gelangen.

Sie sollten mit zusätzlichen Pfle­gepro­dukten nicht gleich wieder weggespült werden. Wer auf Kur und Spülung nicht verzichten will, sollte diese nur in die Längen geben. Eine Alternative sind sogenannte Leave-on-Produkte, die Nutzer ins Haar sprühen oder einmassieren und nicht wieder ausspülen.

Anti-Schuppen-Shampoos gründlich einmassieren und eventuell kurz einwirken lassen.

Wer effektiv gegen Schuppen vorgehen will, sollte nicht nur auf das richtige Shampoo setzen, sondern die Haare auch entsprechend pflegen. Shampoos sollten stets gründlich auf der Kopfhaut einmassiert werden und vor dem Ausspülen etwa eine Minute einwirken. Conditioner und Kuren haben auf der Kopfhaut dagegen nichts zu suchen und auch beim Föhn empfiehlt es sich, eine Stufe runterzuschalten: Idealerweise ist die Luft warm, aber nicht zu heiß.

Weitere Tipps:

  • Conditioner und Kuren nicht auf der Kopf­haut anwenden - sie waschen die Anti-Schuppen-Wirk­stoffe wieder aus.
  • Warm, aber nicht heiß gilt beim Waschen und Fönen.
  • Schuppen nicht unter Hut oder Mütze verstecken.
  • Reste von Styling­produkten können wie Schuppen wirken.

Ursachen von Schuppen

Schuppen sind ein ästhetisches Ärgernis. Sie können zudem verschiedene Ursachen haben. Auch dieser Stoff wirkt gegen Pilzbefall auf der Kopfhaut und gehört zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen, die sich in Gewässern und Sedimenten anreichern können.

Allerdings gibt es auch andere Ursachen für Kopfschuppen: Bei trockener Kopfhaut sorgen nicht Pilze für das Abschuppen, sondern fehlende Feuchtigkeit. Die Begründung der Hersteller: Verbraucher wüssten meist nicht, welche Art von Schuppen sie haben, deshalb sollen die Formulierungen für alle Hautzustände und Schuppenarten helfen.

Uns erscheint das wenig sinnvoll, wir raten bei trockener Kopfhaut: Lieber zunächst bei den Ursachen ansetzen und versuchen, die Kopfhaut wieder ins Lot zu bringen. Zum Beispiel ein ganz normales, milderes Shampoo ausprobieren oder eines der Naturkosmetik-Shampoos im Test. Vermutlich wird auch ein Shampoo mit einem Antipilz-Mittel als Wirkstoff eine leichte Linderung der Beschwerden bringen, denn trockene Haut ist wehrloser gegen die Ausscheidungen der in jeder Hautflora vorkommenden Hefepilze.


Anti-Schuppen Shampoos im Test 2024

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