Elektrisch aufgeladene Haare sind ein weitverbreitetes Problem, besonders im Winter. Es knistert, die Strähnen fliegen, und die Frisur gerät außer Kontrolle. Doch was sind die Ursachen für dieses Phänomen, und was kann man dagegen tun? Dieser Artikel gibt Ihnen umfassende Antworten und praktische Tipps.
Wenn du dich an den Chemieunterricht erinnerst, dann weißt du bereits, dass alles aus Atomen besteht, die wiederum aus Protonen, Neutronen und Elektronen zusammengesetzt sind. Elektronen haben eine negative Ladung. Statisch aufgeladenes Haar entsteht, wenn dein Haar zusätzliche Elektronen aufnimmt und sich dadurch elektrisch auflädt. Diese Ladung deines Haares führt dazu, dass sich die Strähnen wie Magnete gegenseitig abstoßen. Statisch aufgeladene Haare entstehen durch die Reibung zwischen deinem Haar und einem anderen Gegenstand. Das kann zum Beispiel deine Haarbürste, dein Wintermantel oder ein Schal sein. Wenn die Luft feucht ist, verschwindet diese statische Aufladung normalerweise einfach. Statisch aufgeladenes Haar wird durch trockene Umstände deutlich verschlimmert. Deshalb sind elektrisierte Haare im Winter noch schlimmer. Kalte Temperaturen draußen und trockene, heiße Luft drinnen führen zu trockenen Umständen, die viel statische Aufladung verursachen.
Beim Kämmen und Bürsten entsteht leider immer Reibung. Die Haare geben in diesem Moment negativ geladene Elektronen an Kamm, Mütze oder andere Gegenstände ab und bekommen im Gegenzug eine positive Ladung. Mit dieser Dosis stehen die Haare knisternd auseinander, denn die Teilchen mit gleicher Ladung stoßen sich gegenseitig ab.
Kunststoffe verstärken den Prozess der Aufladung enorm. Daher solltest du Bürsten aus Kunststoff möglichst vermeiden. Auch ein Teil unserer Kleidung besteht heutzutage aus Kunstfasern, die eine elektrische Aufladung begünstigen. Kleidung aus Kunstfasern wie Polyester, Nylon oder Polyamid beschleunigen die statische Aufladung der Haare und damit die fliegenden Haare. Natürliche Fasern wie Baumwolle, Seide oder Leinen sorgen für etwas mehr Ordnung auf dem Kopf.
Ein weiterer Grund für fliegende Haare können Schuhe mit einer Gummisohle sein. Und sogar Gummisohlen bei Sneakers und anderen Schuhen können für elektrische Haare sorgen: Durch die Reibung der Gummisohlen auf dem Untergrund wird der Körper elektrisch aufgeladen und gibt es direkt an die Haare weiter.
Trockene Luft ist nicht nur schlecht für unsere Haut und die Atemwege, sondern auch für unser Haar. Durch die trockene Heizungsluft und feuchtigkeitsarme Luft sind die Haare häufig trockener und strapazierter und können sich nicht so gut entladen.
Strapaziertes, aufgerautes Haar sieht nicht nur glanzlos und spröde aus, sondern reagiert auch stärker auf Wetter und Temperaturschwankungen. Das hat zur Folge, dass sich die Haare statisch aufladen. Rund 30 Prozent aller Frauen in Deutschland haben solch trockenes Haar, sei es durch zahlreiches Styling oder häufiges Färben.
Aber es gibt Abhilfe - von der Soforthilfe bis hin zu dauerhaft vorbeugenden Maßnahmen. Hier sind einige Tipps, wie Sie fliegende Haare vermeiden und bändigen können.
Ein gepflegter, schicker Hairstyle wirkt durch einzelne abstehende Härchen schnell unordentlich. Das möchten wir natürlich vermeiden - der erste Schritt ist das Vorbeugen. Gut gepflegtes Haar, das ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt ist, ist seltener elektrisch geladen. Das fängt schon beim Haarewaschen an. Welches Shampoo Ihnen bei statisch aufgeladenen Haaren hilft, kommt grundsätzlich auf Ihre Haarstruktur an.
Feuchtigkeitsspendendes Shampoo: Eine häufige Ursache für aufgeladene Haare ist Feuchtigkeitsmangel. Deswegen sollte man da mit feuchtigkeitsspendenden Shampoos entgegenwirken. Enthält das Feuchtigkeitsshampoo auch noch Silikone oder Seidenproteine, ist eine besonders effektive Anti-Statik-Wirkung zu spüren, da die Feuchtigkeit gebunden wird.
Conditioner und Kuren: Auch Conditioner und eine reichhaltige Pflegespülung sind hilfreiche Produkte für fliegende Haare. Sie versorgen Ihr Haar mit Nährstoffen und Feuchtigkeit, die es resistenter gegen elektrische Ladung machen. Zusätzlich können Sie einmal wöchentlich eine Haarmaske als Pflege-Plus verwenden.
Haaröle: Haaröle geben dem Haar nicht nur Pflege, sondern beruhigen ebenso fliegende Haare.
Vermeide zu heißes Föhnen: Für die Haare am besten ist natürlich immer das Lufttrocknen. Leider ist dies nicht immer möglich. Um dein Haar beim Föhnen zu schützen, empfiehlt sich eine möglichst niedrige Wärmestufe.
Wer unter fliegenden Haaren leidet, sollte keine herkömmlichen Kunststoffbürsten verwenden. Denn diese unterstützen den elektrischen Effekt. Naturborsten oder spezielle Antistatikbürsten sind hier besser geeignet. Bei statisch aufgeladenem Haar braucht es weiche Borsten, die abgerundet sind.
Wenn Sie sich allerdings nicht von ihrer Lieblings (Plastik-) Bürste trennen möchten, können Sie sich mit einem kleinen Trick helfen: Die Borsten durch ein Kosmetik- oder Taschentuch stechen und die Haare vorsichtig bürsten. Der Zellstoff neutralisiert die elektrische Ladung und somit fliegende Haare.
Auch beim Styling gibt es einiges zu beachten, um elektrische Haare zu vermeiden.
Auch die Wahl der Kleidung und die Bedingungen in Ihrer Umgebung können eine Rolle spielen.
Manchmal braucht es schnelle Hilfe, um die Haare wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Überblick über Sofortmaßnahmen:
| Methode | Anwendung | Effekt |
|---|---|---|
| Feuchttuch | Über die Strähnen streichen | Besänftigt die Haare |
| Befeuchtete Hände | Ans Haar halten (ohne Berührung) | Entlädt die Haare |
| Handcreme | Auf Handflächen verteilen und über Haare streichen | Beruhigt statisch aufgeladene Haare |
Wenn alles nichts hilft, dann ist der letzte Ausweg, die Haare hochzubinden. Dutt, Pferdeschwanz und Co mit auffälligem Zopfgummi sind derzeit im Trend und zähmen mit Sicherheit elektrisch aufgeladenes Haar.
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