Es knistert, und die Strähnen fliegen überall hin, statt dort zu bleiben, wo sie hingehören. Statisch aufgeladene Haare können vor allem im Winter zur Last werden. Aber es gibt Abhilfe - von der Soforthilfe bis hin zu dauerhaft vorbeugenden Maßnahmen.
Die Ursache für die elektrostatische Aufladung unserer Haare ist eigentlich ganz einfach zu finden: Ziehen wir beispielsweise einen Pullover über den Kopf, entwickelt sich Reibung. Es entstehen positiv geladene Teilchen (Ionen), die sich in unseren Haaren festsetzen. Da diese auch positiv geladen sind, fangen die Haare an zu fliegen, denn Plus und Plus stößt sich ab. Die Gefahr für Mini-Stromschläge steigt. Diese sind zwar lästig, aber in der Regel ungefährlich.
Wenn die Haare fliegen, ist Physik im Spiel. Durch Reibung entstehen kleine, positiv geladene elektrische Teilchen, Ionen genannt. Sie sorgen dafür, dass die einzelnen Haare elektrisch geladen sind und sich - ähnlich wie bei den Pluspolen zweier Magneten - gegenseitig abstoßen. Aber woher kommen elektrische Haare oder, besser gesagt: Wodurch entsteht diese Reibung?
Der häufigste Grund, warum Haare sich elektrisch aufladen, ist die angesprochene Reibung: Vor allem Kleidung, die beim An- und Ausziehen oder Tragen an den Haaren reibt, kann fliegende Haare verursachen. Manchmal sind auch Stylinghelfer die Übeltäter. Vor allem dünne fliegende Haare entstehen oft durch Kämmen mit der falschen Bürste - Plastik ist daher ein No-Go. Verwenden Sie stattdessen besser Naturborsten.
Die Haare geben in diesem Moment negativ geladene Elektronen an Kamm, Mütze oder andere Gegenstände ab und bekommen im Gegenzug eine positive Ladung. Mit dieser Dosis stehen die Haare knisternd auseinander, denn die Teilchen mit gleicher Ladung stoßen sich gegenseitig ab. Das ist weder gefährlich noch schädlich für die Haare, kann aber durchaus lästig sein.
Insbesondere Synthetik-Stoffe laden sich durch Reibung elektrostatisch auf und können bei Berührung ihre Ladung auf die Haare übertragen.
Gerade im Winter laden sich unsere Haare elektrostatisch auf. Ein Grund dafür ist die trockene Heizungsluft. Durch den starken Temperaturunterschied zwischen der Kälte draußen und der Wärme drinnen verlieren Haare schneller ihre Feuchtigkeit. Je trockener es in der Luft zugeht, desto mehr Elektrizität sammelt sich in den Haaren an. Durch die fehlende Luftfeuchtigkeit können sie sich schlechter entladen.
Auch unsere Schuhwahl kann die Flugkraft unserer Haare maßgeblich beeinflussen. Sind Sie beispielsweise ein Fan von Sneakers, müssen Sie regelmäßig mit elektrostatischen Ladungen und Stromschlägen rechnen. Die Ursache dafür: Reibt die Gummisohle auf dem Untergrund, kann sich der Körper aufladen. Es beginnt zu knistern und die Haare fliegen.
Auch beim Haarekämmen kämpfen viele Menschen damit, ihre fliegende Haarpracht zu bändigen. Schuld daran sind Bürsten oder Kämme aus Plastik, die die Reibung unterstützen.
Stehen Ihnen auch immer öfter die Haare zu Berge? Dann können Sie mit einigen Tricks die fliegenden Strähnchen schnell wieder unter Kontrolle kriegen. Vollständig beseitigen lässt sich der Effekt der statisch aufgeladenen Haare jedoch nicht.
Gut gepflegtes Haar, das ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt ist, ist seltener elektrisch geladen. Das fängt schon beim Haarewaschen an. Welches Shampoo Ihnen bei statisch aufgeladenen Haaren hilft, kommt grundsätzlich auf Ihre Haarstruktur an. Auch Conditioner und eine reichhaltige Pflegespülung sind hilfreiche Produkte für fliegende Haare. Sie versorgen Ihr Haar mit Nährstoffen und Feuchtigkeit, die es resistenter gegen elektrische Ladung machen. Zusätzlich können Sie einmal wöchentlich eine Haarmaske als Pflege-Plus verwenden.
Hilfreich ist es außerdem, beim Styling auf Hitze durch Glätteisen oder Föhn zu verzichten. Wer das nicht möchte, sollte unbedingt einen Hitzeschutz verwenden.
Hier sind einige Tipps, die helfen können:
SOS-Hilfe für elektrisch aufgeladenes Haar kann ein kosmetisches Feuchttuch sein: Einfach damit über die Strähnen streichen und die Haare werden schnell besänftigt. Wer kein Tuch zur Hand hat, kann auf die Schnelle auch die Hände befeuchten und diese ans Haar halten. Eine direkte Berührung ist nicht notwendig, die Haare entladen sich dennoch.
Auch ein schneller Styling-Wechsel kann helfen: Durch das Flechten zu einem Zopf, können fliegende Haare schnell gebändigt werden.
Haben Sie keins dieser Produkte griffbereit? Dann kann auch simple Handcreme gute Dienste leisten. Einfach etwas davon auf die Handflächen geben und den Haarschopf damit glätten. Das beruhigt ebenso statisch aufgeladene Haare.
Hilft alles nicht? Dann ist der letzte Ausweg, die Haare hochzubinden. Dutt, Pferdeschwanz und Co mit auffälligem Zopfgummi sind derzeit im Trend und zähmen mit Sicherheit elektrisch aufgeladenes Haar.
Zudem kann beim Haare waschen spezielles Shampoo verwendet werden, das antistatisch auf die Haare wirkt. Es bindet die Feuchtigkeit mit Silikonen oder Seidenproteinen. Auch Shampoos mit Avocado- oder Macadamiaöl haben diesen sogenannten „Anti-Fizz“-Effekt.
Wer von stark geladenem Haar gequält ist, kann auch spezielle Antistatik-Spray für besonders feines Haar verwenden. Diese Produkte beinhalten ebenso feuchtigkeitsbindende Stoffe, wie beispielsweise Seide und pflegendes Panthenol. Wasserabweisendes Haarspray kann ebenso helfen, versorgt die Haare mit einer feinen Schutzschicht und gibt der gewünschten Frisur gleich den richtigen Halt.
| Problem | Lösung |
|---|---|
| Trockene Haare | Feuchtigkeitsspendende Shampoos, Conditioner, Haarkuren, Haaröle |
| Falsche Bürste | Naturborsten oder Antistatikbürsten verwenden |
| Trockene Luft | Luftbefeuchter verwenden, Haare weniger föhnen |
| Synthetische Kleidung | Naturfasern wie Baumwolle oder Seide tragen |
| Schnelle Hilfe unterwegs | Feuchttücher, Handcreme, Haarspray |
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