Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Männer im Laufe ihres Lebens betrifft. Oftmals wird es als unvermeidlicher Teil des Alterungsprozesses angesehen, doch es gibt vielfältige Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Haarausfalls bei Männern, von den Ursachen bis hin zu den verfügbaren Therapien.
Haarausfall, in der Fachsprache Alopezie genannt, bezeichnet einen permanenten Verlust der Haare. Ein leichter Haarausfall ist normal, da Haare verschiedene Phasen durchlaufen und am Ende ausfallen, um Platz für neue Haare zu schaffen. Fachleute bezeichnen diese Phasen als Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase. Im Schnitt verlieren Männer sowie Frauen 100 Haare am Tag - das klingt viel, ist aber ganz normal.
Von krankhaftem Haarausfall (Alopezie) spricht man, wenn einer Person über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare pro Tag ausfallen. Eine Alopezie liegt also dann vor, wenn jeden Tag mehr als 100 ausfallen und weniger Haare nachwachsen als abgestoßen werden.
Haarausfall bei Männern kann unterschiedliche Ursachen haben. Zunächst besteht die Möglichkeit, dass der Haarausfall genetisch bedingt ist und die Glatze schlichtweg vererbt wurde. Darüber hinaus können aber auch andere Faktoren wie Stress, ungesunde Ernährung oder eine falsche Haarpflege zum Haarausfall führen.
Arten von Haarausfall bei Männern:
Die häufigste Form des Haarausfalls bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall: 60 % aller Männer leiden an diesem anlagenbedingten Haarausfall, der durch die Gene vorherbestimmt ist. Bei dieser Form werden die Haare vor allem an der Stirn lichter. Es bilden sich Geheimratsecken, später können auch die Haare am Hinterkopf weniger werden.
Die Ursache für den erblich bedingten Haarausfall findet sich im Erbgut - der Haarausfall wird den Betroffenen also in die Wiege gelegt. Eine große Rolle spielt das körpereigene Hormon Dihydrotestosteron (DHT), welches in der Haarwurzel aus Testosteron gebildet wird. Die Haarwurzeln von Betroffenen reagieren besonders empfindlich auf DHT, und diese Überempfindlichkeit hat zur Folge, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Dadurch werden die Haare von Mal zu Mal dünner und fallen schlussendlich früher aus.
Bei diffusem Haarausfall werden die Haare am ganzen Kopf lichter, sodass meist die Kopfhaut durchschimmert. In der Regel lässt sich diese Form des Haarausfalls auf einen unausgeglichenen Nährstoffhaushalt zurückführen. Die Haarwurzeln bekommen zu wenig Nährstoffe, was den Wachstumszyklus der Haare stört und sie ausfallen lässt.
Bei dieser Form fallen Haare stellenweise aus, sodass runde kahle Stellen entstehen. Dabei können eine oder mehrere Partien am Kopf, im Bart, aber auch am Körper betroffen sein. Generell spricht man hier von einer Autoimmunerkrankung, dessen Ursachen noch weitestgehend unklar sind.
Neben den genannten Hauptursachen gibt es weitere Faktoren, die Haarausfall bei Männern begünstigen können:
Um den Haarausfall zu diagnostizieren und die möglichen Ursachen abzuklären, führt der Arzt neben einem Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) verschiedene Untersuchungen durch. Dazu zählen eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung und je nach Bedarf weitere Verfahren wie beispielsweise ein Epilationstest, ein Trichogramm oder die Untersuchung einer behaarten Kopfhautprobe.
Untersuchungsmethoden:
Mittel gegen Haarausfall gibt es einige. Doch eigentlich gibt es nur wenige Methoden, die Männerhaare wirklich wieder sprießen lassen. Zunächst solltest du in Erfahrung bringen, warum deine Haare ausfallen. Der erste Weg führt daher zur Hautärztin oder zum Hautarzt. Denn für eine erfolgreiche Therapie braucht es in jedem Fall eine Diagnose.
Ob sich dein Haarausfall stoppen lässt, kommt auf die Ursache an: Haarausfall, der auf einen Vitaminmangel zurückgeht oder durch bestimmte Erkrankungen und Medikamente bedingt ist, lässt sich gut mit einer ausgewogenen Ernährung beeinflussen. Ist der Haarverlust allerdings genetisch bedingt, ist er nicht so einfach zu stoppen. Hier können entsprechende Medikamente eine Lösung sein.
Finasterid: In Tablettenform und in geringer Dosis eingenommen, kann Finasterid den Haarausfall bei Männern hemmen. Das steckt dahinter: Das für den Haarausfall verantwortliche Hormon Dihydrotestosteron (DHT) entsteht durch eine natürliche Reaktion zwischen dem Hormon Testosteron und dem Enzym 5-alpha-Reduktase. Die Einnahme von Finasterid hemmt das Vorkommen des Enzyms und lässt auf diese Weise weniger DHT entstehen.
Minoxidil: Ursprünglich handelt es sich bei Minoxidil um ein Medikament gegen Bluthochdruck. In geringer Dosis und als Tinktur oder Schaum auf der Kopfhaut aufgetragen, erweitert es aber auch die Blutgefäße der Kopfhaut. So wird die Blut- und Nährstoffversorgung der Haare angeregt, das Haar wird gestärkt und das Wachstum neuer Haare wird gefördert.
Mittlerweile gibt es Möglichkeiten, sich Haarwurzeln von anderen Hautpartien am Kopf transplantieren zu lassen. So kannst du lichte Stellen an Stirn oder Hinterkopf kaschieren. Für genaue Informationen zu Kosten und Ablauf des Eingriffs wendest du dich am besten an deine Dermatologin bzw. deinen Dermatologen.
Am besten lässt sich Haarausfall vorbeugen, der mechanisch bedingt oder durch eine Mangelernährung verursacht ist. Tragen Sie lange Haare also öfter locker gebunden oder offen und versorgen Sie Ihren Körper regelmäßig mit allen wichtigen Nährstoffen und Mineralstoffen (Eiweiß, Eisen, B-Vitamine et cetera), um einen Haarausfall durch Mangelernährung zu vermeiden!
Wichtige Nährstoffe für gesunde Haare:
Generell sollten Sie viel frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte zu sich nehmen. Mageres Fleisch und Fisch sind ebenfalls wichtig, sollten aber in Maßen verzehrt werden. Haferflocken, Leinsamen und Nüsse eignen sich als gesunder Snack.
Wenn Sie feststellen, dass Sie deutlich mehr Haare verlieren als üblich oder sich kahle Stellen bilden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Haarausfall kann auf verschiedene gesundheitliche Probleme hinweisen, z. B. Hormonstörungen, Stress oder Mangelernährung.
Sinnvoll ist es, als erstes den Hausarzt aufzusuchen. Manchmal stellt er bereits die Ursache fest, etwa einen Eisenmangel anhand einer Blutuntersuchung. Bei Bedarf überweist er Sie an einen Facharzt. Das ist zum Beispiel ein Dermatologe (etwa bei Verdacht auf eine Hauterkrankung) oder ein Endokrinologe (bei Verdacht auf eine hormonelle Ursache).
Die Prognose bei erblich bedingtem Haarausfall ist sehr unterschiedlich. Generell gilt: Je früher im Leben der Haarausfall beginnt, desto schlechter die Prognose.
Der Verlauf von kreisrundem Haarausfall lässt sich nicht vorhersagen. In vielen Fällen kommt es zu einer Spontanheilung - die ausgefallenen Haare wachsen nach, sodass die kahlen Stellen wieder verschwinden. Allerdings sind Rückfälle möglich, also dass die Haare erneut ausfallen.
Der diffuse Haarausfall ist oft vorübergehend: Wenn die Ursache (wie Eisenmangel, Chemotherapie, Vergiftungen et cetera) beseitigt wird, wachsen die Haare wieder nach.
Bei vernarbender Alopezie ist der Haarverlust unumkehrbar: Die ausgefallenen Haare wachsen nicht nach, weil die Haarfollikel geschädigt sind.
Ein mechanisch bedingter Haarausfall normalisiert sich meist wieder, wenn man die schädigende Belastung der Haarwurzeln vermeidet.
Haarausfall bei Männern ist ein komplexes Thema mit verschiedenen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Therapie können helfen, den Haarverlust zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. Eine gesunde Lebensweise, die richtige Haarpflege und der Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen können ebenfalls dazu beitragen, die Haargesundheit zu erhalten.
| Ursache | Symptome | Behandlung |
|---|---|---|
| Erblich bedingter Haarausfall | Geheimratsecken, Stirnglatze, Halbglatze | Minoxidil, Finasterid, Haartransplantation |
| Diffuser Haarausfall | Gleichmäßige Ausdünnung der Haare | Behandlung der Ursache, Nährstoffzufuhr |
| Kreisrunder Haarausfall | Runde, kahle Stellen | Cortisontherapie, Immuntherapie |
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