Die Frage, warum Koteletten Koteletten heißen, führt uns auf eine interessante sprachliche und kulturelle Reise. Der Begriff ist eng mit dem Wort "Kotelett" verbunden, und um seine Herkunft zu verstehen, müssen wir uns sowohl mit der Bedeutung des Fleischstücks als auch mit der des markanten Gesichtshaars befassen.
Kaiser Franz Joseph I. mit markanten Koteletten
Kotelett (n.) ist ein Begriff für ein Rippenstück vom Schwein, Kalb oder Hammel. Er wurde Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem Französischen entlehnt: côtelette (f.) bedeutet "Rippchen" und ist eine Verkleinerungsform von côte ("Rippe"). Dieses wiederum geht auf das altfranzösische coste und das lateinische costa zurück (siehe auch Küste).
Das Kotelett ist ein Teilstück aus der Stammmuskulatur. Rinderkoteletts und Ochsenkoteletts stammen aus dem Rücken oder Nacken. Sie enthalten noch den eingewachsenen Rippenknochen. Der Name Kotelett stammt von dem lateinischen Wort „costa“ ab. Dies bedeutet so viel wie Seite oder Rippe.
Interessant ist: Wir würden das Kotelett am liebsten auch Kottlett schreiben - hat es doch ein kurzes, offenes O [ɔ] und ist damit prädestiniert für einen nachfolgenden Doppelkonsonanten. Da es aber von frz. côtelette, wörtlich ›Rippchen‹, entlehnt worden ist, will es von der Gemeinschaft offensichtlich noch herkunftsnah geschrieben werden, jedenfalls ist die Schreibung noch nicht vollständig an die deutsche Orthografie angepasst worden. Immerhin das K schien aber überzeugend, das sowohl für das zu bratende Fleischstück als auch für den Frisurstil angewendet wird (doch, doch: wegen seiner »Ähnlichkeit« mit einem Kotelette).
Die kleinen, kurzen Backenbärte werden aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem Fleischstück als côtelettes (französisch) bzw. Koteletten (deutsch, Plural) bezeichnet. Diese Bezeichnung verbreitete sich wohl um 1870 von Berlin aus.
Allerdings dürfte nicht allgemein bekannt sein, dass die Koteletten (hier nicht im Sinne des Fleischvielfachs, sondern in der liebevoll-erheiternden Bezeichnung Backenbart) nicht einheitlich benannt werden: Die einen sagen Backenbart, die anderen Wangenbart. Hier tobt ein Streit zwischen Medizinern und Sprachbewussten, ob die Gesichtspartie denn Backe oder Wange heißt - auch, um sie abzugrenzen: Die *Powange gibt es jedenfalls nicht.
Verschiedene Bartstile, inklusive Koteletten
Koteletten (nur Mehrzahl, von französisch côté = Seite), auch regional Backenbart oder Kontur und in der Biedermeierzeit Favoris genannt, sind seitliche Haare an beiden Gesichtshälften vom Haaransatz der Haupthaare bis zum Bart. In der Regel werden Koteletten symmetrisch getragen. Es ist äußerst selten, dass jemand nur auf einer Gesichtsseite Koteletten trägt.
Die Form der Koteletten folgt modischem Wandel. Die Rauschebart-Koteletten des 19. Jahrhunderts sind ein Beispiel dafür.
Irgendwann in den achtziger Jahren rasierte Mann sich die Koteletten ab.
Auch in der Popkultur und Politik spielen Koteletten eine Rolle. Ein Beispiel ist Cem Özdemir, der sich für sein politisches Comeback Koteletten wachsen ließ.
Es gibt zahlreiche Erwähnungen von Koteletten in der Literatur und den Medien:
Nicht zu vergessen ist natürlich die kulinarische Seite des Koteletts. Rinderkoteletts und Ochsenkoteletts lassen sich hervorragend kurzgebraten (also gegrillt oder gebraten) zubereiten: Das Kotelett nach Gusto von beiden Seiten scharf anbraten und bis zur gewünschten Garstufe einige Minuten ruhen lassen. Auf die gleiche Weise kannst du dir auch ein Kotelett braten. Der würzige Duft von gegrillten Koteletts zieht durch das Haus. Die einzelnen Koteletts gehören in die Pfanne oder auf den Grill.
| Fleischart | Herkunft | Zubereitung |
|---|---|---|
| Schwein | Rippenstück | Braten, Grillen |
| Kalb | Rippenstück | Braten, Grillen |
| Rind | Rücken oder Nacken | Kurzbraten, Grillen |
| Hammel | Rippenstück | Braten, Grillen |
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