Am 20. August 1989 erschütterte ein grausamer Doppelmord die wohlhabende Gemeinde von Beverly Hills. Die Opfer: José und Kitty Menendez, ein prominentes Ehepaar. Die Täter: ihre eigenen Söhne, Lyle und Erik Menendez. Was zunächst wie ein kaltblütiger Mord aus Habgier erschien, entpuppte sich als eine Geschichte voller dunkler Geheimnisse, Missbrauch und familiärer Tragödien. Dieser Fall schockierte die Nation und wurde zu einem der bekanntesten Kriminalfälle in der Geschichte der USA.
Die Menendez-Brüder stehen im Mittelpunkt der zweiten “Monster”-Staffel von Netflix, eine Anthologie von Ryan Murphy. Das neunteilige True-Crime-Drama “Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez” beleuchtet die wahre Geschichte zweier Brüder, die am 20. August 1989 in ihrem Haus in Beverly Hills ihre Eltern erschossen haben.
Lyle und Erik Menendez
Lyle, geboren am 10. Januar 1968, interessierte sich kaum für sein Studium an der Princeton University. Erik, geboren am 27. November 1970, war ein mittelmäßiger Schüler, aber ein überaus talentierter Tennisspieler. Nach seinem High-School-Abschluss ging er auf die UCLA.
Zu dieser Zeit begannen die Brüder, die Eltern ihrer Freunde auszurauben. Sie brachen in die Häuser ein, um Geld und Schmuck zu stehlen. Ihre Eltern, José und Kitty, waren über das Verhalten ihrer Söhne verärgert und drohten, die Jungen aus ihrem Testament zu streichen. Am 20. August 1989 wurden José und Kitty Menendez von ihren eigenen Söhnen mit einer Schrotflinte erschossen, während sie im Wohnzimmer fernsahen.
Zunächst vermuteten die Ermittler, dass die Morde mit den geschäftlichen Aktivitäten von José Menendez, einem erfolgreichen Filmstudio-Manager, zusammenhängen könnten. Doch bald richtete sich der Verdacht auf die Söhne, insbesondere nachdem sie begonnen hatten, das Erbe ihrer Eltern in großem Stil auszugeben. Erik Menendez gestand schließlich seine Beteiligung an den Morden seinem Psychotherapeuten Dr. L. Jerome Oziel.
Oziel zwang Erik dazu, seinen Bruder Lyle mit seinen Schuldgefühlen zu konfrontieren. Lyle, wütend über die Handlungen seines Bruders, drohte Oziel, sollte dieser mit seinem Wissen zur Polizei gehen. Oziel, der durch das Geschehen von der ärztlichen Schweigepflicht befreit war, entschied sich dazu, die weiteren Sitzungen mit den Brüdern aufzuzeichnen. Er spielte die Aufnahmen seiner Geliebten vor, die daraufhin zur Polizei ging. Diese Information führte zur Verhaftung von Lyle am 8. März 1990 und von Erik drei Tage später.
Die Brüder sorgten für Schlagzeilen, als der neue Fernsehsender Court TV ihren ersten Prozess übertrug. Er war wahrscheinlich einer der umstrittensten des Jahrzehnts und fand vom 20. Juli 1993 bis zum 28. Januar 1994 am Obersten Gericht des Los Angeles County Fernando Valley statt. Lyle und Erik gestanden den Mord an ihren Eltern, behaupteten jedoch, es sei aus Selbstverteidigung geschehen.
Sie sagten, sie glaubten, ihre Eltern hätten geplant, sie nach Jahren körperlicher, emotionaler und sexueller Misshandlung umzubringen. Diese Verteidigung spaltete die öffentliche Meinung und führte zu hitzigen Debatten über Missbrauch und Selbstverteidigung.
Der zweite Prozess wurde mehrmals verschoben und fand vom 23. August 1995 bis zum 20. März 1996 statt. Lyle, 28, und Erik, 25, wurden des vorsätzlichen Mordes unter besonderen Umständen und der Verschwörung zum Mord für schuldig befunden. Beide wurden zu zwei aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt.
Die Menendez-Brüder vor Gericht
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist Lyle Menendez 56 Jahre alt, während sein jüngerer Bruder Erik 53 Jahre alt ist. Nach ihrer Verurteilung wurden die beiden in getrennten Gefängnissen untergebracht: Lyle Menendez im Mule Creek State Prison in Ione, Nordkalifornien, während Erik in der Richard J. Donovan Correctional Facility in San Diego sitzt. Keiner der Brüder hat eine Chance auf Bewährung.
Nach 22 Jahren Trennung konnten sich die Menendez-Brüder 2018 wieder sehen, wobei die Gefängnisleitung Erik in Lyles Abteilung in der Richard J. Donovan Correctional Facility in San Diego verlegte. Es gab zwar Bedenken, dass die Brüder gemeinsam eine Flucht planen könnten - doch trotzdem dürfen sie sich jetzt im gleichen Gefängnis aufhalten.
Ja, tatsächlich: Das Gefängnis hat die Brüder nicht davon abgehalten, auch romantische Beziehungen einzugehen. Tammi Saccoman wurde Eriks Brieffreundin, nachdem sie ihm nach seinem ersten Prozess geschrieben hatte. Die beiden lernten sich 1997 zum ersten Mal persönlich kennen und heirateten 1999 im Folsom State Prison. Tammi hat später ein Buch über ihre Beziehung zu Erik geschrieben: “They Said We’d Never Make It: Mein Leben mit Erik Menendez.”
Auch Lyle heiratete 2003 im Hochsicherheitstrakt des Mule Creek State Prison die Journalistin und spätere Anwältin Rebecca Sneed. Die Hochzeit war seine zweite nach einer Ehe mit dem ehemaligen Model Anna Eriksson, die mit einer Scheidung endete.
Im Laufe der Jahre haben die Brüder mehrere Berufungen eingelegt, die bis zum Start der Serie jedoch alle abgelehnt wurden. Zum Beispiel legten die Menendez-Brüder im Jahr 2023 Berufung ein und beantragten eine neue Anhörung auf der Grundlage neuer Beweise. Dazu gehört auch die Aussage des ehemaligen Boybandmitglieds Roy Rosselló, der behauptet, im Alter von 14 Jahren ebenfalls von José Menendez vergewaltigt worden zu sein. Die neu erworbenen Beweise stammen aus der Peacock-Dokuserie “Menendez + Menudo: Boys Betrayed”.
Im Mai 2025 hat sich das Blatt jedoch zugunsten der Menendez-Brüder gewendet: Lyle und Erik Menendez könnten in absehbarer Zukunft auf Bewährung freigelassen werden. Bei einer Neuverhandlung ihres Falls passte ein Richter nämlich auch das bisher gültige Urteil an: Richter Michael Jesic änderte das Urteil von “lebenslanger Haft ohne Bewährung” am 13. Mai 2025 auf “50 Jahre bis lebenslänglich”. Unter diesen Bedingungen könnten die beiden Menendez-Brüder unter Bewährungsauflagen aus der Haft entlassen werden.
Eine neue True-Crime-Serie von Ryan Murphy wurde auf Netflix veröffentlicht - und wie zuvor bei “Dahmer” gibt es auch bei “Monster: Die Geschichte von Lyle and Erik Menendez” Kontroversen darum, wie die wahre Geschichte dargestellt wird.
Monster: Die Geschichte von Lyle and Erik Menendez
Die neunteilige Netflix-Serie zeigt das Leben der Brüder Menendez, die 1989 ihre Eltern José und Mary Louise „Kitty“ umgebracht haben. Die beiden versuchten zunächst, mit den Morden davonzukommen - bis sie doch verhaftet wurden. Während der zwei folgenden Prozesse schilderten sie sexuellen und emotionalen Missbrauch durch ihre Eltern und gaben an, dass es sich bei der Tötung um Notwehr gehandelt hätte. Der Grund: Ihre Eltern hätten wiederum geplant, die beiden Brüder zu töten, um ihre Taten zu vertuschen. Die Jury glaubte den Brüdern nicht. 1996 wurden Lyle and Erik Menendez wegen Mordes ersten Grades an ihren Eltern für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt.
Eine Story, die emotionalisiert - und polarisiert. Alles, was du über die Kritik an der Serie wissen musst, erfährst du hier.
Auch Erik Menendez meldete sich zur Verfilmung seines Lebens. Am Freitag, dem 20. Hier wirft er Netflix und Ryan Murphy vor, mit vollem Vorsatz eine falsche Darstellung der Ereignisse zu liefern.
Am Dienstag, dem 24. September, auf dem roten Teppich zur Premiere der Serie “Grotesquerie” äußert sich Regisseur Ryan Murphy zu den Anschuldigungen von Erik Menendez. Er meint dazu, sie hätten das verantwortungsvoll umgesetzt.
Die BRÜDER MENÉNDEZ werden aus dem GEFÄNGNIS entlassen??? Neue Details zum Fall
In den letzten Jahren haben die Brüder versucht, ihren Fall neu aufzurollen, indem sie neue Beweise für den angeblichen Missbrauch vorlegten. Die Prozesse und die öffentliche Debatte über Missbrauch und Selbstverteidigung haben tiefe Spuren in der amerikanischen Gesellschaft hinterlassen. Lyle und Erik Menendez bleiben weiterhin in Haft, während ihr Fall weiterhin die Gemüter bewegt und Diskussionen anregt.
Die beliebte True-Crime-Serie „Monster“ geht mit der zweiten Staffel in die nächste Runde. Diesmal wird die düstere Geschichte der Menéndez-Brüder beleuchtet, die wegen des Mordes an ihren Eltern zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Schauspieler Nicholas Alexander Chavez hat dabei Lyle Menéndez verkörpert. In einem Interview mit „Deadline“ verriet der 25-Jährige, wie er sich auf die Rolle seines Lebens vorbereitet hat und welche schweren Laster eigentlich Lyle gehabt haben soll.
Chavez nahm die Vorbereitungen zu „Monster“ wohl sehr ernst: Er habe Bücher über die Menéndez-Familie gelesen und Menschen in Los Angeles Menschen befragt, die mit den Brüdern zu tun hatten. Besondere Aufmerksamkeit habe sich Chavez jedoch einer bestimmten „Maske“ gewidmet, die Lyle trug. Dabei soll es sich allerdings nicht um eine echte Gesichtsbedeckung gehandelt haben. Doch was meint der 25-Jährige genau damit?
In der vierten Folge von „Monster“ wird gezeigt, wie Lyle plötzlich unter der Dusche Haarausfall bekommt. Daraufhin bringt ihn sein Vater, José Menéndez, zu einem Spezialisten, der ihm ein Toupet anpasst. Chavez soll in dem Ganzen eine tiefe Bedeutung sehen. „Ich habe diese Perücke als eine Art Maske betrachtet“, erklärt der Schauspieler. „Es ist keine Maske, die er sich selbst ausgesucht hat - sie wurde ihm von seinem Vater auferlegt. Sie repräsentiert den perfektionistischen Standard, dem Lyle gerecht werden soll. Diese Maske verdeckt ein zutiefst verletztes inneres Kind, das in Folge vier zunehmend zum Vorschein kommt.“
Chavez habe jedoch eine Vermutung: Der Leistungsdruck vom Vater habe sich stark auf Lyle ausgewirkt - sowohl psychisch als auch körperlich. Somit soll dich das wahre Gesicht vom verurteilten Straftäter gezeigt haben.
Lyle Menendez Perücke
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