Das Rätsel um Mona Lisas Augenbrauen: Eine Spurensuche

Die "Mona Lisa" oder "La Gioconda", wie sie im Original heißt, ist das berühmteste Werk von Leonardo da Vinci. Sie ist das meistbesuchte Gemälde im Pariser Louvre und überhaupt das bekannteste Gemälde der Welt.

Mona Lisa, Leonardo da Vinci

Die Bedeutung der Augenbrauen

Wofür sind eigentlich die Augenbrauen beim Menschen? Ein erster Gedanke: Damit der Schweiß nicht von der Stirn direkt in die Augen läuft. Ja, das ist tatsächlich ein Grund. Für unsere Vorfahren in Afrika, die in der Hitze der Savanne viel herumgerannt sind oder gekämpft haben, war das wichtig.

Denn wenn einem der Schweiß in die Augen tropft, war das nicht nur nervig - in einem blöden Moment konnte es sogar tödlich sein. Und in der Tat sieht es so aus, als hätten sich die behaarten Augenbrauen auch erst entwickelt, als der Mensch die Savanne erobert hat. Denn unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, haben an dieser Stelle keine ausgeprägte Behaarung. Aber dieser Schutzeffekt für die Augen ist nur ein (möglicher) Grund für die Augenbrauen.

Dazu kommt noch der emotionale Effekt. Für uns Menschen spielt die Mimik eine sehr große Rolle und wir können mit den Augenbrauen viele Gefühle ausdrücken. Wenn wir mürrisch sind, ziehen wir die Augenbrauen zusammen, wenn wir freudig überrascht sind, ziehen wir sie hoch. Stell dir ein Gesicht ohne Augenbrauen vor und versuche, aus diesem Gesicht Emotionen herauszulesen. Das ist sehr schwierig.

Deshalb ist das Lächeln der Mona Lisa so rätselhaft - sie hat fast keine Augenbrauen. Die Augenbrauen sind der ausdrucksvollste Teil unseres Gesichts. Sie sind eines der wichtigsten Merkmale, um Emotionen zu entschlüsseln. Nichts lässt sich so leicht vortäuschen wie ein Lächeln. Die Brauen dagegen lügen nie." (Javid Sadr, Neurowissenschaftler an der Universität Lethbridge)

Die Entdeckung von Pascal Cotte

Jetzt endlich ist die neuste Sensation da: Leonardo da Vinci hat Mona Lisa Augenbrauen und Augenlider gemalt, doch sie wurden bei einem frühen Restaurierungsversuch ausgelöscht. Das behauptet jedenfalls Pascal Cotte.

Fast ein Jahr mussten wir warten, doch die Enttarner des berühmtesten Gemäldes der Welt enttäuschen uns nie. Regelmäßig haben sie eine neue Entdeckung oder zumindest eine neue Theorie über das bekannteste, meist besuchte und im Louvre ausgestellte Bild der „Mona Lisa“ parat.

Cotte war einer von fünf Mitarbeitern, die im Oktober 2004 während einer groß angelegten, streng geheimen Mona-Lisa-Enttarnung multispektrale Aufnahmen machen durften. Die Ergebnisse der bisher einmaligen Untersuchungen französischer und kanadischer Wissenschaftler wurden anschließend in einem beeindruckenden Buch veröffentlicht: "Im Herzen der Mona Lisa. Decodierung eines Meisterwerks. Eine wissenschaftliche Expedition in die Werkstatt des Leonardo da Vinci".

Cotte hat nach eigenen Angaben 3000 Stunden an der Auswertung seiner Fotos von 2004 gearbeitet. Und fand nicht nur die Augenbrauen und -lider, sondern auch eine veränderte Handhaltung, ein ursprünglich breiteres Gesicht und vor allem ein intensiveres Lächeln.

Mona Lisa im Louvre

Die Geheimnisse der Mona Lisa und andere Mysterien des Louvre

Weitere Theorien und Erkenntnisse

Die wichtigste Entdeckung der Infrarot-Untersuchungen war das "guarnello", ein über der Schulter gerafftes, gazeartiges, durchsichtiges Überkleid, das damals italienische Frauen trugen, wenn sie schwanger waren. Die Wissenschaftler vermuten, der Auftraggeber Giocondo habe das Bild aus Freude über die Geburt seines dritten Kindes nach dessen Geburt und für sein neues Haus bestellt.

Folgt man dieser Annahme, könnten alle fantastischen Geschichten über die "wirkliche" Mona Lisa, die gern als Geliebte Leonardos oder gar als sein Selbstporträt bezeichnet wird, vergessen werden. Denn das Team des Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France (C2RMF), zu dem Fotograf Pascal Cotte während der Untersuchungen gehörte, konnte außerdem erstmals im Infrarotlicht erkennen, dass Mona Lisa die Haare nicht offen trägt, sondern eine ehefrauentypische, strenge, am Hinterkopf zusammengenommene Frisur. Die heute sichtbaren Haare sind nur einige herausgezupfte Strähnchen - alles andere würde sie als Frau mit schlechtem Lebenswandel denunzieren. Das war eine wirkliche Sensation.

Die hohe Stirn, das stumpfe Haar, die fehlenden Augenbrauen, die gelbliche Hautfarbe und vor allem der dicke Hals - möglicherweise ein Kropf - deuten aus ihrer Sicht auf eine Schilddrüsenstörung als gemeinsame Ursache hin. Die Autoren untermauern ihre Theorie folgendermaßen: In der Renaissance hätten sich die Menschen in Italien vorwiegend vegetarisch ernährt, was einen Jodmangel begünstige. Zudem habe die Mona Lisa nur wenige Monate, bevor sie portraitiert worden sei, ihren Sohn Andrea geboren, sie habe also möglicherweise an einer Störung der Schilddrüsenfunktion infolge der Geburt gelitten.

Mehra und Campbell räumen ein, dass auch andere Erklärungen für die beobachten Auffälligkeiten denkbar sind. So könne das Fehlen der Körperbehaarung ganz einfach der damaligen Mode geschuldet sein und die gelbliche Hautfarbe dem Verblassen der Farben. Nichtsdestotrotz glauben sie selbst, mit der Diagnose Hypothyreoidismus richtig zu liegen.

Die spanische "Mona Lisa"

Im Madrider Prado wurde eine Kopie der "Mona Lisa" entdeckt, die jahrzehntelang unbeachtet in der Pinakothek dort hing. Nach zwei Jahren Restauration wurde der Hintergrund freigelegt, und es ist dieselbe Landschaft wie im Original im Louvre.

Es wird vermutet, dass ein Schüler von Leonardo diese Mona Lisa neben Leonardo in derselben Werkstatt unter seiner Aufsicht gemalt hat. Der Schüler hat die Korrekturen von Leonardo kopiert, so dass wir den Entstehungsprozess dieses Werkes viel genauer kennen. Wir wissen auch viel mehr über ihre Kleidung, ihre Haut ist wirklich toll, sie hat fein geschwungene Augenbrauen, die Fingernägel sind gut geschnitten, sie ist eigentlich viel hübscher, wenn auch weniger rätselhaft, aber sie ist wahnsinnig hübsch und etwa zehn Jahre jünger.

Die technischen Möglichkeiten gibt es ja nun auch schon länger. Warum erst jetzt? Die hohe Zahl der Kopien, die nach dem Entstehen der Mona Lisa selber gefertigt wurden, hat den Prado einfach nicht groß animiert, das Gemälde zu untersuchen, und diese Restaurationen dauern sehr lange.

Aspekt Mona Lisa (Original) Mona Lisa (Kopie Prado)
Augenbrauen Fehlend (möglicherweise entfernt) Fein geschwungen
Hintergrund Verschwommen, mysteriös Detailliert, hellblau
Gesamteindruck Rätselhaft, ikonisch Hübscher, jünger

Wer war die Mona Lisa?

Die Identität der Mona Lisa konnte bis heute nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Was die Identifizierung der Mona Lisa so schwer macht, ist die Tatsache, dass zu dem Porträt keine Auftragsdokumente, Verträge, Rechnungen oder ähnliches existieren.

Die Mehrheit der Leonardo Forscher hält die Dargestellte für Lisa del Giocondo, geborene Lisa Gherardini. (Monna) Lisa di Antonmaria Noldo Gherardini ist eine historisch nachgewiesene Person und war eine Florentiner Adelige. Die italienische Anrede “Mona” ist die altitalienische Kurzform von “Monna”, was wiederum die Kurzform von “Madonna” ist, also “Meine Dame”.

Giorgio Vasari (1511-1574) war ein berühmter Architekt und Maler in Florenz. Durch seine 1550 veröffentlichten Künstlerbiografien gilt er zudem als der erste Kunsthistoriker. In dem Werk enthalten ist auch eine vielzitierte Darstellung vom Leben des 30 Jahre zuvor verstorbenen Leonardo. „Auch begann Leonardo für Francesco del Giocondo das Bildnis der Mona Lisa, seiner Frau, zu malen.

Obwohl das Porträt der Mona Lisa von ihrem Mann Francesco beauftragt worden sein soll, befand sich das Gemälde nie im Besitz der del Giocondos. Als Leonardo in seinen letzten drei Lebensjahren am französischen Königshof in Amboise lebte, wurde er 1517 von einer Delegation des Kardinals Luigi d’Aragona besucht.

Die Florentiner Jugendlichen Giuliano de Medici und Lisa Gherardini waren im selben Alter und wuchsen in enger Nachbarschaft auf. Es ist aufgrund der familiären Verbindung sehr wahrscheinlich, dass beide sich kannten. Der These nach soll der im Exil lebende Giuliano de' Medici Leonardo gebeten haben, aus sentimentalen Gründen ein Porträt der nunmehr verheirateten Lisa del Giocondo anzufertigen.

Im Heidelberger Universitätsarchiv wurde ein Buch über den antiken Politiker und Schriftsteller Cicero gefunden, das 1477 gedruckt wurde (Signatur D 7620 qt. INC). Es konnte nachgewiesen werden, dass das Buch einem Agostino Vespucci gehörte.

Eine weitere These besagt, dass es sich um ein Porträt der Pacifica Brandani handeln könnte. Zu Giulianos Biografie gehört das traurige Schicksal seines einzigen Sohnes Ippolito. Als sich Giuliano im Exil befand, hatte er am Hof von Urbino eine Affäre mit der Hofdame Pacifica Brandani. Sie wurde schwanger, starb jedoch 1511 bei der Geburt des Sohnes Ippolito.

Die bedeutendste Entdeckung im Zusammenhang mit der Identität der Mona Lisa gelang dem französischen Physiker Pascal Cotte. Er entwickelte eine neuartige physikalische Methode mit der die zeitliche Reihenfolge des Auftrags von Farbschichten in Gemälden rekonstruiert werden kann.

Überraschenderweise stellte er fest, dass sich unter dem Porträt der Mona Lisa ein früheres Porträt befindet, das eine deutlich jüngere Dame zeigt. Die heutige Mona Lisa ist demnach das Resultat einer Übermalung. Das frühere Porträt ist in Position und allgemeiner Komposition weitestgehend identisch.

Mona Lisa Analyse

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