Dein Baby wurde mit einem Schopf voller Haare geboren und jetzt findest du sie überall verteilt in Babybett und Kinderwagen? Keine Sorge: Haarausfall bei Babys ist in den meisten Fällen völlig normal.
Haarausfall betrifft Babys in unterschiedlichem Maß. Hat dein Baby beispielsweise nur einen dünnen Flaum auf dem Kopf, fällt dir der Haarverlust vielleicht gar nicht auf. Wurde es andererseits mit einer richtigen Haarpracht geboren, ist er kaum zu übersehen. Und während manche Babys nur hier und da ein paar Haare verlieren, sind andere wenige Monate nach der Geburt auf einmal komplett kahl.
Haarausfall bei Babys tritt zumeist innerhalb der ersten sechs Lebensmonate auf. Um die Drei-Monats-Marke ist der Verlust normalerweise am stärksten. Allerdings ist der Haarausfall nicht immer gleich erkennbar. Denn in vielen Fällen überschneiden sich Haarwuchs und Haarausfall.
Übrigens - fun fact: Nur weil dein Baby vielleicht mit blonden Haaren geboren wurde, muss das nicht so bleiben. Die nachwachsenden Haare haben nicht selten eine andere Farbe als die nach der Geburt.
Schon während der Schwangerschaft wird dein Baby von deinen Hormonen beeinflusst. Unter anderem ist dein Östrogenspiegel erhöht (was für viele Frauen eine vollere Haarpracht zur Folge hat). Kurz nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel aber rapide ab.
Haare, die sich durch den erhöhten Wert während der Schwangerschaft länger in der Ruhephase befanden, gehen jetzt aus. Den gleichen Effekt erleben nun zahlreiche Babys.
Viele Babys entwickeln nach einiger Zeit runde, kahle Stellen am Hinterkopf. Die Ursache: Reibung. Zurückzuführen ist das auf die Schlaf- und Liegepositionen der Kleinen. Ruht dein Baby über einen längeren Zeitraum in der gleichen Position in Babybett und Kinderwagen, sorgt die Reibung gegen die Unterlage für den Haarausfall. Wissenschaftlich spricht man hier von einer okzipitalen Alopezie.
Sobald sich dein Baby drehen kann, füllen sich die kahlen Stellen aber nach und nach von selbst wieder.
Eine Studie aus dem Jahr 2011 widerspricht dieser Theorie allerdings. Die Wissenschaftler argumentieren darin, dass Haarausfall bei Babys nicht auf äußere Faktoren nach der Geburt zurückzuführen ist. Sie schlussfolgern, dass vor allem Babys aus folgenden Gruppen von okzipitaler Alopezie betroffen sind:
Diese Studie allein kann eine Korrelation von Reibung und Haarausfall bei Babys allerdings auch nicht widerlegen.
Alopecia areata ist eine genetische Form des Haarausfalls und äußerst sich in ungleichmäßig verteilten kahlen Stellen. Konkret handelt es sich hier um einen Defekt des Immunsystems von Betroffenen, das gesunde Haarzellen angreift und zerstört.
Es ist bis heute nicht geklärt, warum bei dieser Form des Haarausfalls kahle Stellen langfristig betroffen sind, die Haare direkt daneben aber ganz normal wachsen. Alopecia areata tritt äußerst selten bei Kindern unter sechs Monaten auf.
Fehlen deinem Baby allerdings nicht nur Haare auf dem Kopf, sondern dieser ist auch von einer krustigen Schicht überzogen, kann es sich hierbei um Milchschorf handeln. Es ist nicht geklärt, was genau Milchschorf verursacht, aber die meisten Ärzte gehen davon aus, dass er etwas mit hormonellen Veränderungen zu tun hat.
Milchschorf an sich verursacht auch keinen Haarausfall. Nur falls die Eltern versuchen, den Schorf abzulösen, können sie dabei die feinen Babyhaare ausziehen. Es empfiehlt sich ohnehin, den Schorf in Ruhe zu lassen. Meist reguliert er sich innerhalb weniger Wochen von selbst.
Solltest du dir dennoch Sorgen machen, sprich am besten mit deinem Kinderarzt.
Ringelflechte ist eine ansteckende Pilzinfektion der Haut, die an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten kann. Sie hinterlässt oft einen roten, ringförmigen Ausschlag auf der Kopfhaut und kann unter anderem zu Haarausfall führen.
Ringelflechte kommt bei Babys eher selten vor. Solltest du dennoch den Verdacht haben, sprich auch hier am besten mit deinem Kinderarzt.
Tatsächlich brauchst und kannst du nicht wirklich etwas gegen ihn tun. Denn in den allermeisten Fällen ist der Haarausfall hormonell bedingt und reguliert sich innerhalb weniger Monate von selbst wieder.
Grundsätzlich gilt aber folgendes bei der Pflege von Babyhaaren:
Denk aber daran, dass dein Baby immer auf seinem Rücken schlafen sollte!
Dass alte Menschen Haare verlieren und kahl werden - okay. Tritt ein Haarausfall bei Kindern oder Jugendlichen auf, ist der Schreck oft groß. Dabei ist auch das nicht ungewöhnlich. Von einer der häufigsten Formen kindlichen Haarverlusts, der Alopezia areata, sind in Deutschland schätzungsweise 400.000 Kinder betroffen.
Aber auch unausgewogene Ernährung, falsche Haarpflege oder psychische Probleme können zu Haarausfall führen. Die meisten Ursachen für Haarausfall sind behandelbar oder heilen von selbst aus. Manchmal ist eine Haartransplantation aber auch für Kinder eine Option.
Haare zu verlieren ist völlig normal. Erst wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare ausfallen, spricht man von krankhaftem Haarverlust.
Von der Alopecia areata oder kreisrundem Haarausfall sind in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen betroffen, darunter fast ein Drittel Kinder. Kreisrunder Haarausfall bei Kindern kommt bei etwa 1 von 1000 jungen Menschen vor. Es entstehen kreisförmige oder ovale komplett kahle Stellen am Kopf.
Diese Areale können von der Mitte aus immer größer werden. Die Kopfhaut kann dabei kurz vor dem Haarausfall oder während dem Haarausfall jucken oder brennen. Die Alopecia areata oder der kreisrunde Haarausfall ist bei Kindern ein häufiger Grund für Haarverlust.
Jungen und Mädchen sind gleich häufig betroffen. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Kinder heilt die Krankheit innerhalb eines halben Jahres spontan aus.
Kinder mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Vitiligo sowie Patienten mit einem Down-Syndrom sind besonders häufig betroffen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich der Körper fälschlicherweise gegen die körpereigenen Haarwurzeln zur Wehr setzt.
Es kommt zu einer Entzündungsreaktion an der Haarwurzel, die zu einem Haarverlust führt. Meistens entstehen mehrere kreisrunde kahle Areale, die von gesundem Haar umgeben sind. Man spricht in diesem Fall von einer Alopecia areata circumscripta.
Häufige Auslöser für Alopecia areata ist Stress, in physischer oder psychischer Form. Diese kann ein traumatisches Erlebnis, eine gestörte Darmflora, falsche Ernährung oder bestimmte Medikamente sein.
Im Extremfall kommt es zum Verlust der gesamten Kopfbehaarung. Man spricht dann von einer Alopecia totalis.
Unter artifiziellen Alopezien versteht man einen selbst herbeigeführten Haarverlust. Es handelt sich dabei weniger um ein Problem der Haare selbst als um ein psychologisches Krankheitsbild. Das Bekannteste davon ist die Trichotillomanie.
Dabei reißen sich die Kinder zwanghaft ihre eigenen Haare aus. Es entstehen unscharf begrenzte lichte Stellen. Bei der Trichotemnomanie schneiden die Kinder oder Jugendlichen selbst mit einer Schere einzelne Haarsträhnen ab.
Die artifiziellen Alopezien sind keine organische Störung, sondern ein psychologisches Krankheitsbild. Häufig behaupten die Betroffenen jedoch, sich den Haarverlust selbst nicht erklären zu können.
Beim Abschneiden der Haare oder nach einem einmaligen Ausreißen, wachsen die Haare in aller Regel wieder nach. Sollten die Haare allerdings wiederholt ausgerissen werden, kann die Haarwurzeln dauerhaft beschädigt werden und sich somit nicht mehr regenerieren.
Zusätzlich kommen bei Kindern infektiöse Erkrankungen der Kopfhaut besonders häufig vor. Insbesondere Pilzerkrankungen wie die Tinea capitis oder Ringelflechte sind verbreitet. Dabei entstehen trockene, gerötete, schuppige Hautveränderungen, die wie eine Entzündung aussehen können.
Übertragen werden die Pilze vor allem durch engen Kontakt mit Tieren oder in der Landwirtschaft.
Wichtig zu wissen ist, dass einige Pilzerkrankungen ansteckend sind. Bei engem Kontakt mit der betroffenen Region oder gemeinsam benutzten Handtüchern und Kämmen kann der Pilz übertragen werden.
Auch Kleidung und Bettwäsche sollten gut gewaschen werden, damit sich das Kind nicht immer wieder infiziert.
Bei der Traktionsalopezie entsteht ein Haarverlust durch regelmäßige feste Frisuren, die an den Haaren ziehen. Auch Dreadlocks, das Tragen von Haarextensions, Wimpernextensions oder zu fest sitzende Haargummis können die Ursache für den Haarverlust sein.
Auch das Tragen von Haarteilen, die beklebt bzw. Die lichten Stellen entstehen dabei vor allem an den Haarrändern, insbesondere an der Stirn und an den Schläfen.
Vermieden werden kann das Problem durch lockere Frisuren oder wenn das Haar öfter mal offen getragen wird.
Sog. genetischer Haarausfall wird von den Eltern auf die Kinder vererbt, von der Mutter auf die Tochter und vom Vater auf den Sohn. Nicht selten tritt der genetische Haarausfall bereits in der Pubertät auf.
Bei Mädchen kommt es zu einer Ausdünnung im Mittelscheitel-Bereich und bei Jungen zu einer leichten Ausdünnung am Oberkopf, mit Bildung von Geheimratsecken. In diesen Fällen sollte ein Haarspezialist konsultiert werden, um den erblich bedingten Haarausfall zu diagnostizieren.
Dabei sollte unbedingt eine Blutdiagnostik und eine genaue Familienanamnese erfolgen.
Sehr häufig führen auch Nährstoff- oder Vitaminmangel zu einem Haarausfall. Die Ursache kann in einer Bulimie, Magersucht oder in einer einseitigen Ernährung liegen. Bei einer einseitigen oder unzureichenden Ernährung fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe.
Insbesondere zu wenig Eisen oder Zink im Körper können das Haarwachstum beeinträchtigen und für Haarausfall bei Kindern sorgen.
Dichte und gepflegte Haare werden oft als wichtiger Punkt für Gesundheit und Schönheit angesehen. Sie sind wichtig zum Wohlfühlen und sind oft ein wichtiges Merkmal des individuellen Aussehens. Ein Haarverlust kann für Kinder extrem schlimm sein.
Sie fühlen sich nicht mehr hübsch und können an Selbstbewusstsein verlieren. Die Reaktionen des Umfelds können die Situation weiter verschlimmern.
Viele Menschen halten ein Kind mit sichtbarem Haarverlust oder gar einer Glatze für krebskrank und sind entsprechend verunsichert. Auch Mobbing in der Schule ist keine Seltenheit bei Kindern, die unter Haarverlust leiden, da sie sich optisch von ihren Klassenkameraden unterscheiden.
Kleinere Kinder können mit dem Haarverlust oft noch besser umgehen als Teenager in der Pubertät, die sich häufig sehr über die Bewertungen ihres Umfelds definieren.
Sind Kinder oder Jugendliche von Haarausfall betroffen, ist es ratsam, zeitnah ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Von Selbstversuchen sollte Abstand genommen werden, da vor der richtigen Behandlung die zugrunde liegende Ursache gefunden werden muss.
Außerdem sind in der Regel die Heilungschancen besser, umso früher mit der korrekten Behandlung begonnen wird.
Für die betroffenen Kinder und ihre Eltern ist der Haarausfall meistens ein Schock, der durch die Reaktionen des Umfelds noch verschlimmert wird. Wichtig ist daher insbesondere, die Kinder auf dem Weg der Therapie seelisch zu begleiten und zu unterstützen.
Sie sollten verstehen, dass ein Haarverlust kein Weltuntergang ist und dass sie sich trotzdem schön und wertvoll fühlen können.
Um die Haargesundheit zu stärken, sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Die richtige Haarpflege ist essentiell, um Haarverlust zu vermeiden. Seien Sie vorsichtig beim Kämmen und Frisieren der Haare Ihres Kindes.
Liegt eine Pilzinfektion als Ursache des Haarausfalls vor, kommen Antimykotika zum Einsatz. Bei speziellen Formen von Haarverlust, wie dem kreisrunden Haarausfall bei Kindern, ist die Spontanheilungsrate hoch.
Ansonsten kommen meistens lokale Therapien infrage wie das Auftragen von cortisonhaltigen Cremes oder noch besser eine Injektion von Cortison. Auch topische Immunmodulatoren sind als Shampoo verfügbar. Deren Wirksamkeit gilt jedoch nicht als gesichert.
In unserem Zentrum für Haartransplantation werden Haartransplantationen bei Kindern nur sehr selten durchgeführt. Denn unser Ansatz ist, durch schnelle Diagnostik und regenerative Behandlungen den Haarausfall vorzeitig zu stoppen und die adäquate Therapie einzuleiten.
In sehr wenigen Fällen kann auch bei Kindern oder Jugendlichen eine Haartransplantation sinnvoll sein. Bevor dies infrage kommt, ist jedoch zunächst eine umfassende Untersuchung nötig, um reversible Ursachen auszuschließen.
Durch eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme können bereits wichtige reversible und behandelbare Ursachen gefunden werden.
Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind unter Haarausfall leidet, ist das sicherlich beunruhigend. Es gibt jedoch viele Ursachen für Haarausfall bei Kindern und Jugendlichen, von denen viele harmlos und leicht zu behandeln sind.
In den meisten Fällen lässt sich die Ursache gut behandeln, z. B. Es ist zudem wichtig, dass Eltern ihr Kind in dieser schwierigen Phase unterstützen, indem sie ihm helfen, gesunde Gewohnheiten beizubehalten, ihm Mut zusprechen und das Selbstbewusstsein stärken.
Während der Pubertät macht der Körper viele Veränderungen durch, darunter Hormonschwankungen und Wachstumsschübe, die sich auch auf den Haarzyklus auswirken können.
Ernährung: Eine unausgewogene Ernährung kann zu Mangelerscheinungen führen, die sich auf das Haarwachstum auswirken können (Eisenmangel, Vitaminmangel etc.).
Erkrankungen: Einige medizinische Bedingungen wie Schilddrüsenerkrankungen oder Alopecia areata können Haarausfall verursachen. Auch Pilzerkrankungen wie Tinea capitis können das Haarwachstum stören und zu Haarausfall führen.
Psychologische Ursachen: Starker Stress, Psychische Störungen wie Depressionen, Angstzustände und Zwangsstörungen können sich ebenfalls das Haarwachstum auswirken. Diese Umstände können auch dazu führen, dass sich das Kind selbst die Haare ausreißt.
Wenn ein Kind unter Haarausfall leidet, sollte zur Diagnose und Behandlung ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt kann eine körperliche Untersuchung durchführen und Fragen zu den Symptomen, der Krankengeschichte, der Ernährung, dem Lebensstil und der Familiengeschichte stellen.
Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen bzw. Allergietest: Ein Allergietest kann durchgeführt werden, um allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte oder andere Substanzen auszuschließen.
In den allermeisten Fällen wachsen die Haare bei Kindern wieder nach, wenn die Ursache des Haarausfalls behandelt wird. Wenn es zu einer Narbenbildung oder dauerhafte Schädigung der Haarfollikel kommt, können dort keine Haare mehr ausgebildet werden.
Daher ist es wichtig, frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Ursache des Haarausfalls so schnell wie möglich abzuklären.
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