Wann haaren Katzen am meisten? Ursachen und Lösungen

Als Katzenbesitzer kennt man das tägliche Entfernen von Katzenhaaren. Doch was, wenn die Katze extrem haart? Starker Haarverlust bei Katzen kann verschiedene Ursachen haben. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Gründe und gibt Tipps, wie Sie Ihrem Stubentiger helfen können.

1. Natürlicher Fellwechsel

Der Fellwechsel ist eine natürliche Ursache für starken Haarverlust. In der Regel sagt die innere Uhr Ihrer Katze, wann es Zeit für den Fellwechsel ist. Dazu gehören die Temperatur und die Veränderung der Lichtverhältnisse. Der Melatoninspiegel sinkt durch die längere Tageslichtdauer ab (Sommerfell) oder erhöht sich durch die längere Dunkelheit (Winterfell) und leitet durch diesen, gepaart mit dem Temperaturumschwung den Fellwechsel ein.

Die Hauptsaison für den Fellwechsel ist im Frühjahr. Wenn das dichte Winterfell abgestoßen wird, haart fast jede Katze extrem. Der Fellwechsel Ihres Stubentigers kommt jedes Jahr zwei Mal so zuverlässig wieder, wie die Jahreszeiten. Freigängerkatzen benötigen für die Umstellung etwa sechs bis acht Wochen. Auch die Rasse Ihrer Katze spielt eine Rolle, wie viel und wie lange sie ihre Haare verliert.

Wie lange dauert der Fellwechsel bei der Katze?

Die Dauer des Fellwechsels Ihrer Katze kommt auch darauf an, ob Ihre Katze eine reine Hauskatze ist, oder auch draußen unterwegs ist. Freigänger haaren in der Regel ein bis zwei Monate, oder 6 bis 8 Wochen. Hauskatzen, die nicht in der Natur unterwegs und den Jahreszeiten ausgesetzt sind, haaren deutlich weniger und meist kürzer. Allerdings haben Hauskatzen stattdessen oft die Eigenschaft, das ganze Jahr über dafür etwas mehr zu haaren. Das liegt meist an der künstlichen Beleuchtung, weniger Tageslicht und der gleichbleibenden Temperatur in der Wohnung.

Der Fellwechsel findet nicht bei jeder Katze im gleichen Ausmaß statt. Wild lebende Katzen bzw. Katzen mit regelmäßigem Freigang besitzen einen deutlich ausgeprägteren Fellwechsel als Wohnungskatzen.

Zwei Punkte beeinflussen die Intensität des Fellwechsels:
  • Der Beginn des Fellwechsels wird durch die Tageslichtlänge beeinflusst.
  • Der zweite Grund für den Fellwechsel sind die Außentemperaturen.

Für Wohnungskatzen spielen diese kaum eine Rolle, höchstens, wenn sie gelegentliche Ausflüge auf einen Balkon unternehmen. Ist ihnen zu kalt, ziehen sie sich schnell wieder ins Warme zurück. Katzen, die auf ausgedehnte Touren durch ihr Revier dagegen nicht verzichten möchten, bekommen sowohl kalte wie auch heiße Temperaturen deutlich zu spüren und reagieren darauf mit einer Anpassung ihres Fells. Im Herbst wird das Fell dichter und länger, um die Katze vor Kälte zu schützen, während im Frühjahr das Deckhaar kürzer wird und die Katze ihre dichten Wollhaare verliert.

Beim Fellwechsel muss jedes Mal wieder Platz für das neue Fell geschaffen werden, weshalb die alten Haare ausfallen. Dort bildet sich dann jeweils eine neue Haarwurzel, das Haar wächst und wird mit Nährstoffen versorgt. Es folgt ein Übergangsstadium und die sogenannte Ruhephase, in der das Haar keine Nährstoffe mehr erhält, aber noch immer fest verankert ist.

Wie Sie den Fellwechsel unterstützen können

Unabhängig von der Länge des Fells hilft es unseren Lieblingen im Frühjahr und Herbst enorm, wenn wir ihnen bei der Fellpflege unter die Pfoten greifen. Das bedeutet, dass du am besten täglich in diesen Wochen selbst zu Kamm und Bürste greifst und fleißig das Tier striegelst - natürlich nur in Wuchsrichtung.

Das hat zwei positive Effekte. Zum einen wird so loses Fell entfernt. Dadurch vermeidet man, dass die Katze viel davon verschluckt und sich die gefährlichen Haarballen bilden. Außerdem fliegt natürlich auch deutlich weniger Pelz in der Wohnung umher. Zum anderen regt das Bürsten aber auch die Durchblutung der Haut an.

Auch das Futter hat einen großen Einfluss auf den Fellwechsel bei Katzen und den damit verbundenen Zustand des Tieres. In dieser Zeit steigt der Bedarf an zahlreichen Stoffen, welche zusätzlich zugeführt werden sollten. Hochwertige Öle, z. B.

2. Rassebedingter Haarverlust

Einige Katzenrassen verlieren mehr Haare als andere. Main Coons und Ragdolls beispielsweise sind flauschige Langhaar-Katzen, die extrem haaren. Doch die Felllänge ist unerheblich: Auch bei einigen kurzhaarigen Rassen wie Russisch Blau oder Karthäusern muss man reichlich Katzenhaare entfernen.

Es gibt aber auch Katzenrassen, die weniger bis kaum Fell verlieren und im Frühjahr und Herbst keinen so ausgeprägten Fellwechsel haben. Zum Beispiel gibt es die Sphynx-Katze, die überhaupt kein Fell besitzt. Auch die Siamkatze haart im Vergleich zu ihren anderen Artgenossen weniger. Sie besitzt dünnes Fell und vor allem wenig Unterfell. Dazu gesellen sich viele Rex-Rassen, wie German Rex oder Cornish Rex. Ihr Fell besteht nämlich fast ausschließlich aus Unterwolle. Ebenfalls wenige Haare verlieren zudem die Balinesenkatze, oder auch die Orientalisch Kurzhaar.

Katzenrassen und ihr Haarausfall:

Rasse Haarlänge Haarverlust
Main Coon Langhaar Stark
Ragdoll Langhaar Stark
Russisch Blau Kurzhaar Mittel bis Stark
Siamkatze Kurzhaar Gering
Sphynx Kein Fell Kein bis sehr gering

Mit einem leistungsstarken Tierhaarstaubsauger ist das zum Glück im Handumdrehen erledigt.

3. Ernährung und Nährstoffmangel

Wenn Ihre Katze extrem haart, fehlen ihr möglicherweise Nährstoffe. Entscheidend ist eine proteinreiche Nahrung, um die Bildung des Haarbausteins Keratin zu ermöglichen. Hinzu kommen essenzielle Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine. Flüssigkeitsmangel kann sich ebenfalls ungünstig auf Haut und Haar auswirken. Wenn Ihre Katze nicht genug trinkt, ist ein hochwertiges Nassfutter empfehlenswert. Damit sind etwa 80 % des Flüssigkeitsbedarfs gedeckt.

Besonders die schwefelhaltigen Eiweißbausteine wie Methionin spielen für die Gesundheit von Haut und Haar eine wichtige Rolle. Vor allen Dingen während des Fellwechsels und bei älteren Katzen, die Protein insgesamt schwerer verwerten, bietet sich daher die Zufütterung von hochwertigen Proteinquellen an, zum Bespiel die Futterergänzung purapep Haut & Fell. Zu geringe Mengen von Vitamin A, Vitamin E, Kupfer und Zink wirken sich negativ auf die Regenerationsfähigkeit und den Stoffwechsel der Haut aus.

Im Fellwechsel steigt der Bedarf an Proteinen, Biotin und Fettsäuren - eine gezielte Ergänzung kann Haarausfall, Juckreiz und stumpfes Fell vorbeugen.

4. Stress und psychische Ursachen

Auch Stress kann einer Katze so zusetzen, dass sie extrem haart. Einige Tiere fallen durch zwanghaftes Lecken auf, andere rupfen sich sogar ganze Haarbüschel aus. Die häufigsten Auslöser sind Veränderungen im Umfeld, Konflikte mit Artgenossen, fehlende Aufmerksamkeit oder Langeweile. Nicht immer ist es möglich, die Stressfaktoren abzustellen.

Katzen sind emotionale Geschöpfe und reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen in ihrer Umwelt. Übermäßiges Lecken und schlussendlich Haarverlust können ein Zeichen von Stress durch Angst sein. Wenn Ihre Katze plötzlich anfängt, sich übermäßig zu belecken, sollten Sie überlegen, ob es im Leben Ihrer Katze größere Veränderungen gegeben hat, z. B. neue Familienmitglieder oder Änderungen in Ihrem Tagesablauf. Sorgen Sie für einen strukturierten, abwechslungsreichen Tagesablauf mit Zeiten für schlafen, kuscheln, Bewegung und geistiger Beschäftigung.

5. Gesundheitliche Probleme

Starker Haarverlust ist nicht immer ein Grund zur Sorge. Wenn Sie jedoch feststellen, dass das Fell Ihrer Katze zunehmend dünner wird, sogar kahle Stellen zu sehen sind und sich das Allgemeinbefinden Ihres Lieblings verschlechtert, ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig. Möglicherweise leidet die Samtpfote unter Parasiten.

Neben verstärktem Fellverlust gibt es noch eine Reihe weiterer Auffälligkeiten von der Haut und dem Fell der Katze. Ist der Juckreiz ebenso unnatürlich verstärkt? Sehen Sie Stellen, die ohne Haare sind? Ist die Haut gerötet oder hat sich noch etwas verändert? Wenn die Schuppe nach dem Fellwechsel Ihrer Katze nicht ebenso verschwinden, wie das überschüssige Fell, sollten Sie sich Rat beim Tierarzt holen.

Mögliche Ursachen für Haarverlust aufgrund von Gesundheitsproblemen:

  • Parasiten (Flöhe, Milben)
  • Hautpilze (Dermatophyten)
  • Bakterielle Haarbalg-Entzündungen (Follikulitis)
  • Allergien (gegen Flöhe, Umweltallergene, Futtermittel)

Weitere Tipps zur Fellpflege

Widmen Sie der Fellpflege besondere Aufmerksamkeit, wenn Ihre Katze extrem haart. Durch tägliches Bürsten werden lose Haare entfernt, das Fell wird belüftet und die Durchblutung der Haut angeregt. Besonders sanft ist die Behandlung mit einem feuchten Ledertuch, das lose Härchen wie ein Magnet anzieht.

Empfehlenswert bei starkem Haarverlust ist eine Bierhefe-Kur. Bierhefe enthält wertvolle B-Vitamine, die das Haarwachstum fördern und den Fellwechsel verkürzen können. Auch Leinöl, Lachs- oder Weizenkeimöl sind vitaminreiche Extras für ein schönes, glänzendes Fell.

Wenn eine Katze extrem haart, werden beim Putzen große Mengen Haare verschluckt. Erleichtern Sie Ihrem Samtpfötchen das Erbrechen, indem Sie ein Schälchen Katzengras bereitstellen. Die beste Alltagshilfe im Kampf gegen Katzenhaare bietet ein professioneller Tierhaarstaubsauger. Wo herkömmliche Geräte leicht an ihre Grenzen kommen, überzeugt der Spezialist mit hocheffektiver Saugleistung und nützlichen Extras wie Tierhaar-Polsterdüse oder rotierenden Bürsten. Auch verschluckte Haarballen, die Ihre Samtpfote auf dem Teppich erbricht, sind dank Sprühex-Funktion leicht wieder zu entfernen.

Zusätzliche Pflegetipps:

  • Unterstützen Sie Ihre Katze mit den richtigen Pflegeprodukten für Haut und Fell.
  • Bürsten Sie das Tier täglich in Wuchsrichtung, um loses Fell zu entfernen und die Durchblutung der Haut anzuregen.
  • Achten Sie darauf, dass der Staubsauger eine gute Saugleistung hat und spezielle Aufsätze für Tierhaare besitzt.
  • Reinigen Sie kleine Flächen auf Sofa und Stühlen mit einer Fusselrolle oder einem feuchten Gummihandschuh.

Ist der Fellwechsel für die Katze unangenehm / juckt es?

Bei der Katze ist der Juckreiz während des Fellwechsels oft ähnlich, wie beim Hund: Die losen Haare fallen oft nicht sofort aus, sondern bleiben erstmal im Fell stecken, weil sie von den umstehenden Haaren sozusagen „gehalten“ werden. Die losen Haare piksen dadurch immer wieder die Haut - das juckt Ihre Katze! Deshalb kann es gut sein, dass sich Ihre Katze während des Fellwechsels mehr kratzt als sonst. Das Problem beim Fellwechsel Ihrer Katze kann nichtsdestotrotz aber auch sein, dass die lockeren Haare mit den festen Haaren verfilzen. Das kann zu Entzündungen, Druckstellen oder auch Parasitenansiedelungen führen. Dies äußerst sich in sehr starkem Juckreiz.

Kurz gesagt; ja. Genauso wie beim Menschen entstehen in den tieferen Schichten der Haut immer wieder neue Zellen, die nach und nach ganz nach oben gelangen und dort auch wieder absterben. Meist entfernt Ihre Katze diese Hautzellen bei Ihrer Katzenwäsche und Sie werden sie gar nicht sehen. Wenn Sie diese Schuppen jedoch sehen, werden entweder zu viele Hautzellen abgegeben, oder sie lösen sich zu schwer ab. Doch: während des Fellwechsels im Frühjahr und Sommer kann auch Schuppenbildung ganz normal sein - die Haut ist gestresst und gereizt und reagiert dann manchmal eben auch anders als sonst - in dem Fall mit Schuppenbildung. Auch zu trockene Heizungsluft kann die Haut Ihres haarigen Mitbewohners trocknen und für Schuppen sorgen. Manchmal sind aber auch Schuppen ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

Was kann ich tun, wenn meine Katze im Fellwechsel steckt?

Dass Katzen sich stets sehr ausführlich selbst putzen, weiß jeder Katzenbesitzer. Auch, dass Katzen manchmal kleine Fellknäuel ausspucken, die durch die Katzenwäsche im Magen gelandet sind. Viele Katzen fressen in dieser Zeit vermehrt Gras. Dieses hilft ihnen dabei, die Fellknäuel wieder hochwürgen zu können. Katzengras hilft ihr also dabei, nicht zu viel Fell in ihrem Magen anzusammeln.

Ebenso sollten Sie Ihre Katze regelmäßig bürsten, um das viele Fell loszuwerden. Fell, das nicht mehr am Tier hängt, hängt schließlich auch nicht in Ihrer Wohnung oder am Sofa! Zudem besitzt das regelmäßige Bürsten oder Kämmen die Eigenschaften einer Massage und regt die Durchblutung an. Das kann den Fellwechsel Ihrer Katze sogar im besten Fall beschleunigen. Auch Futterzusätze können Ihrer Katze beim Fellwechsel zur Seite stehen.

Fellpflege bei Katzen - Die BESTEN Tipps & Tricks! ✅

Wissenswertes über die Zeit des Fellwechsels

Mehr über den natürlichen Haarwechsel zu erfahren, kann unglaublich hilfreich sein, um den Gesundheitszustand Ihrer Katze im Auge zu behalten. Es ist bestimmt richtig, dass das ständige Entfernen von Katzenhaaren von Ihren Möbeln und Ihrer Kleidung nicht Ihre Lieblingsbeschäftigung ist, aber, wie wir jetzt gelernt haben, ist dies mit ein paar Tipps gut händelbar. Jeder, der eine Katze hat, wird Ihnen sagen - das Haar seiner Katze ist überall. Daran besteht kein Zweifel. Aber während ein gewisses Maß an Haarverlust völlig normal ist, kann übermäßiger Haarverlust ein Zeichen für etwas Ernsteres sein.

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