Haarausfall: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen, und auch Männer sind häufig betroffen. Der Leidensdruck, der mit Haarausfall einhergeht, ist oft groß, da volles Haar oft mit Jugend, Attraktivität und Vitalität assoziiert wird. Es ist wichtig zu verstehen, dass Haare sich ständig erneuern. Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, bevor neue Haare nachwachsen. Es ist normal, bis zu 100 Haare pro Tag zu verlieren. Dauert der Haarausfall jedoch mehrere Wochen an und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder entstehen haarfreie Stellen, spricht man von Haarausfall. Dann sollte er behandelt werden, bevor noch mehr Haare verloren gehen. Denn Haarausfall, dessen Ursache in einer anderen Krankheit, Medikamenten oder etwa Stress liegt, ist relativ gut therapierbar.

Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf, die verschiedene Ursachen haben können.

Arten von Haarausfall

  • Erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie): Dies ist die häufigste Ursache von Haarausfall bei Männern und Frauen.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus.
  • Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa): Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus.
  • Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis): Diese Form des Haarausfalls führt zu Entzündungen und Narbenbildung an den betroffenen Stellen.

Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen für Haarausfall können vielfältig sein. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Genetische Veranlagung: Erblicher Haarausfall ist eine der häufigsten Ursachen, insbesondere bei Männern.
  • Hormonelle Veränderungen: Frauen leiden häufig unter Haarausfall aufgrund von hormonellen Schwankungen, beispielsweise in der Schwangerschaft, nach der Geburt, in den Wechseljahren oder durch die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann zu Haarausfall führen.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Eisen, Zink, Selen, Vitamin D oder Vitamin A kann Haarausfall begünstigen.
  • Stress: Sowohl körperlicher als auch emotionaler Stress kann zu Haarausfall führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie beispielsweise bestimmte Blutdrucksenker, Antidepressiva oder Chemotherapeutika, können Haarausfall als Nebenwirkung verursachen.
  • Kopfhauterkrankungen: Schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen können zu vorübergehendem oder dauerhaftem Haarverlust führen.
  • Autoimmunerkrankungen: Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankheit, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift.

Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen. Auch Druck und Zug auf die Haare kann zum Ausfall führen.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Diagnose von Haarausfall

Um die Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, ist eine gründliche Diagnose erforderlich. Bei der Untersuchung fragt die Ärztin oder der Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.

Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall

Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan. Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden.

Es gibt verschiedene Behandlungsansätze, die je nach Ursache des Haarausfalls eingesetzt werden können:

Medikamentöse Behandlungen

  • Minoxidil: Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen.
  • Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
  • Anti-Androgene: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.

Haartransplantation

Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

  • Kopfhautmassage: Eine regelmäßige Kopfhautmassage kann die Durchblutung fördern und das Haarwachstum anregen.
  • Stressreduktion: Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und Haarausfall zu reduzieren.
  • Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen kann die Haargesundheit verbessern.

Tipps und Tricks zur Kaschierung von dünnem Haar

Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert. Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen. Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.

Zusammenfassung

Haarausfall ist ein komplexes Problem, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuelle Behandlung sind entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Ursache des Haarausfalls eingesetzt werden können. Neben medikamentösen Behandlungen und einer Haartransplantation können auch eine gesunde Lebensweise, Stressreduktion und eine ausgewogene Ernährung die Haargesundheit verbessern.

Überblick über die verschiedenen Arten von Haarausfall und ihre Ursachen
Art des Haarausfalls Ursachen Behandlungsmöglichkeiten
Androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) Genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse Minoxidil, Finasterid, Haartransplantation
Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) Autoimmunerkrankung Kortikosteroide, Immuntherapie, Lichttherapie
Alopecia diffusa (diffuser Haarausfall) Schilddrüsenerkrankungen, Nährstoffmangel, Stress, Medikamente Behandlung der Grunderkrankung, Ernährungsumstellung, Stressreduktion, Minoxidil
Alopecia cicatricalis (vernarbender Haarausfall) Entzündungen, Narbenbildung Entzündungshemmende Mittel, Kortikosteroide, Antibiotika, Haartransplantation

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