Wachsen Haare im Winter langsamer? Studien und Fakten

Eine Wallemähne aus kräftigem, gesund glänzendem Haar - wer wünscht sich das nicht? Das Wachstum der Haare lässt sich nur bedingt beeinflussen, da es vor allem von genetischen Faktoren, Hormonen, Alter und Geschlecht abhängt. Aber gibt es auch saisonale Unterschiede? Wachsen Haare im Winter langsamer als im Sommer? Dieser Frage gehen wir in diesem Artikel auf den Grund.

Grundlagen des Haarwachstums

Haare zählen wie die Nägel oder Schweißdrüsen zu den Hautanhangsgebilden und sind ein evolutionäres Überbleibsel aus der Tierwelt. Während bei Tieren die Haare vor allem als Wärmeisolierung und Schutz vor Umwelteinflüssen dienen, haben sie diese Funktion beim Menschen weitgehend verloren. Nur ein Teil der menschlichen Haare übt noch eine Schutzfunktion aus. Während das Kopfhaar vor Kälte und UV-Strahlung schützt, hält das Nasen- und Ohrhaar Staub und Schmutz aus dem Körper fern. Die Körperhaare des Menschen können dank einer Vielzahl von Nervenendigungen an der Haarwurzel den Tastsinn unterstützen.

Der Mensch hat bis zu fünf Millionen Haare auf seinem Körper. Das sogenannte Terminalhaar, das bei Erwachsenen den größten Teil der Haare darstellt, ist bis zu 0,12 Millimeter dick. Der Grundaufbau aller Haare am Körper ist gleich. Während die Wachstumsphase der Körperhaare jedoch nur bei wenigen Monaten liegt und diese dann erneuert werden, wächst das Kopfhaar mehrere Jahre lang. Durch den Einfluss verschiedener Hormone können Haare außerdem unterschiedlich schnell wachsen - insbesondere bei Männern.

Haare bestehen aus Keratin, einem faserartigen Protein, das man auch "Horn" nennt. Von außen sieht man nur einen Teil des Haars, den Haarschaft. Die Haarwurzel liegt umgeben vom Haarfollikel unsichtbar in der Haut. Ob Haare glatt oder lockig sind, liegt am Querschnitt des Haarschafts. Glattes Haar hat einen runden Querschnitt. Je stärker oval der Haarquerschnitt, desto mehr lockt sich das Haar.

Grundsätzlich ist genetisch festgelegt, wie schnell das Wachstum der Haare abläuft. Ein menschliches Haar wächst pro Tag etwa 0,4 bis 0,6 Millimeter, was rund 1,5 Zentimeter im Monat ergibt. Bei Asiaten wachsen die Haare meist etwas schneller als bei Afrikanern.

Saisonale Unterschiede im Haarwachstum

Studien haben gezeigt, dass das Wachstum von Barthaaren im Januar und Februar am langsamsten war und dann von März bis Juli wieder zunahm, um bis zu 60 Prozent. Das gilt auch für Haarausfall, der im Laufe des Jahres schwankt. Viele Menschen stellen fest, dass ihre Haare in den kalten und dunklen Wintermonaten deutlich langsamer nachwachsen, während sie in den warmen Sommermonaten Hochkonjunktur haben. Das liegt in den steigenden Temperaturen als auch der höheren UV-Einwirkung begründet.

Es beginnt meist Ende April/Anfang Mai, dass es langsam mehr wird, steigert sich dann bis Juli/August und nimmt ab Ende September langsam wieder ab. Ob man das noch unter saisonalen Haarausfall verbuchen kann, weiß ich nicht. Dieser dauert ja meist nur wenige Wochen, während es bei mir mind. ca. 3 Monate dauert.

Im Spätsommer und Herbst gehen überdurchschnittlich viele Haarfollikel in diese Ruhephase über. Und zwar deshalb, weil das Haar und die Haarwurzel im Sommer überdurchschnittlich stark belastet wird, vor allem durch viel Sonne und UV-Strahlung, zum anderen durchs Baden in gechlortem Wasser oder in Salzwasser. Vor diesen Belastungen schützen sich die Haarfollikel, indem sie im Sommer in die Ruhephase gehen, und nach ein paar Wochen - also im Herbst fallen dann vermehrt Haare aus.

Individuell ist das aber sehr unterschiedlich. Die einen merken von diesem saisonalen Haarausfall gar nichts, bei anderen bleiben dagegen im September auffallend mehr Haare in der Bürste oder im Abfluss der Dusche zurück. Das Phänomen gibt es übrigens auch nochmal weniger ausgeprägt im Frühjahr.

Das könnte damit zusammenhängen, dass der Körper, wenn die Tage länger werden, weniger vom Hormon Melatonin produziert, das beim Haarwuchs eine Rolle spielt. Wenn man den saisonalen Haarausfall verhindern will, geht das eigentlich nur, indem man das Haar weniger stresst, also weniger der Sonne aussetzt - sprich: Mütze tragen. Und wenn man weniger im Meer oder im Schwimmbad baden geht. Aber wozu? Man muss sich klarmachen: Bei diesem saisonalen Haarausfall handelt es sich NUR um einen Erneuerungsprozess. Anstelle der ausgefallenen Haare kommen ja in der Regel wieder neue nach. Der Versuch, den herbstlichen Haarausfall zu verhindern, bringt also nicht viel; man verschiebt dadurch den Haarausfall bestenfalls ein paar Wochen oder Monate nach hinten.

Einflussfaktoren auf das Haarwachstum

Das Tempo, mit dem deine Haare in zwei Wochen wachsen, ist kein Zufallsprodukt. Mehrere, teils überraschende Faktoren können den Zuwachs in diesem kurzen Zeitraum beeinflussen:

  • Jahreszeit und Klima: In wärmeren Monaten oder bei mehr Sonnenlicht wächst das Haar oft etwas schneller.
  • Akute Belastungen: Starker Stress, Schlafmangel oder eine plötzliche Erkrankung wirken sich innerhalb von zwei Wochen durchaus negativ auf das Haarwachstum aus.
  • Ernährungsumstellung: Wer in den zwei Wochen auf eine besonders nährstoffreiche Kost umstellt - etwa mit mehr Eisen, Zink oder Biotin - kann dem Haar einen kleinen Wachstumsschub verschaffen.
  • Haarpflege und Kopfhautgesundheit: Aggressive Produkte, häufiges Hitzestyling oder eine entzündete Kopfhaut können das Wachstum ausbremsen.

Unterm Strich: Wer innerhalb von zwei Wochen das Maximum herausholen will, sollte auf ausgewogene Ernährung, Stressreduktion und sanfte Pflege achten. Große Sprünge sind aber auch mit den besten Tricks nicht möglich - Geduld bleibt der wichtigste Faktor.

Weitere Faktoren, die das Haarwachstum beeinflussen:

  • Die Ernährung: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung begünstigt gesundes Haarwachstum. Nüsse und Hülsenfrüchte können wichtige Vitamine liefern. In Chia-Samen oder Fisch sind Omega-3-Fettsäuren enthalten. Für eine ausreichende Versorgung mit Eisen ist ab und zu ein Stück Fleisch zu empfehlen.
  • Haarpflege: Schon regelmäßiges Bürsten tut den Haaren gut - die Kopfhaut wird durchblutet und das natürliche Haarfett bis in die Längen verteilt. Am gesündesten ist es für das Haar, es möglichst oft offen zu tragen.
  • Stress: Stress ist nicht nur schlecht für unser Gemüt, sondern auch hinderlich auf dem Weg zu langem Haar. Der hohe Energiebedarf der Haarwurzel wird häufig in bestimmten Lebensphasen nicht ausreichend gedeckt.
  • Vitaminmangel: Wenn dein Haar nicht wächst, kann das auch an einem Vitaminmangel liegen. Fehlen deinem Körper Vitamin D, Vitamin H (Biotin) und Vitamin B12, kann das eine Ursache für den Wachstumsstopp sein.

Eine Tabelle, die die wichtigsten Nährstoffe für das Haarwachstum und ihre Quellen zusammenfasst:

Nährstoff Wirkung Quellen
Protein Wichtig für die Haarstruktur Eier, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte
Eisen Fördert die Sauerstoffversorgung der Haarwurzeln Fleisch, grünes Gemüse, Hülsenfrüchte
Zink Unterstützt das Haarwachstum und die Reparatur Nüsse, Samen, Vollkornprodukte
Biotin Wichtig für die Keratinproduktion Eier, Nüsse, Samen
Omega-3-Fettsäuren Entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend Fisch, Chia-Samen, Leinsamen

Tipps zur Förderung des Haarwachstums

Für gesunden und kräftigen Haarwuchs sorgt vor allem eine gute Pflege und eine ausreichende Nährstoffversorgung. Hier sind einige praktische Tipps, um das Haarwachstum optimal zu unterstützen:

  • Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Protein, Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Kopfhautmassage: Eine Kopfhautmassage kann nicht nur entspannend wirken, sondern auch das Haarwachstum unterstützen.
  • Schonende Haarpflege: Vermeide aggressive Produkte und häufiges Hitzestyling.
  • Regelmäßiges Trimmen: Regelmäßiges Schneiden der Haare hat keinen direkten Einfluss auf ihr Wachstum, aber es hilft, Spliss zu vermeiden und das Haar gesund zu halten.
  • Stressmanagement: Stress hat einen erheblichen Einfluss auf das Erscheinungsbild unserer Haut, Nägel und Haare.
  • Shampoos mit Koffein: Greife zu sogenannten aktivierenden Shampoos mit Koffein. Koffein ist dafür bekannt, die Haarfollikel zu stimulieren und nicht nur das Wachstum zu fördern, sondern auch Haarausfall entgegenzuwirken.

Was tun, wenn das Haarwachstum zu langsam ist?

Stellt sich heraus, dass das Haarwachstum auffällig langsam ist, lohnt sich ein genauer Blick auf mögliche Ursachen:

  • Blutwerte checken lassen: Ein Mangel an Eisen, Zink oder Vitamin D bleibt oft unbemerkt, kann aber das Haarwachstum deutlich bremsen.
  • Hormonstatus überprüfen: Schilddrüsenprobleme oder hormonelle Dysbalancen (z.B. nach Absetzen der Pille) wirken sich unmittelbar auf das Haarwachstum aus.
  • Hautarzt aufsuchen: Wenn plötzlich ungewöhnlich viele Haare ausfallen oder kahle Stellen entstehen, sollte ein Dermatologe die Kopfhaut und Haarwurzeln untersuchen.
  • Medikamente hinterfragen: Manche Arzneimittel - etwa bestimmte Blutdrucksenker oder Chemotherapeutika - können das Haarwachstum verlangsamen.
  • Professionelle Haaranalyse: Spezialisierte Institute bieten Haaranalysen an, um Nährstoffmängel oder strukturelle Schwächen aufzudecken.

Werden diese Punkte systematisch abgeklärt, lässt sich die Ursache für langsames Haarwachstum meist eingrenzen - und gezielt behandeln. So bleibt die Hoffnung auf kräftigeres Haar kein leeres Versprechen.

Haarentfernung im Winter

Wer sich regelmäßig die Beine rasiert, wird einen gravierenden Unterschied zwischen den Jahreszeiten feststellen: Während unsere Haare in den kalten und dunklen Wintermonaten deutlich langsamer nachwachsen, haben sie in den warmen Sommermonaten Hochkonjunktur.

Beim Rasieren werden Ihre Haare an den Beinen lediglich über der Haut abgeschnitten und können somit schneller nachwachsen. Beim Wachsen hingegen werden die Haare samt Wurzeln aus der Haut gezogen. Dadurch kann es drei bis sechs Wochen lang dauern, bis sich erst Haarstoppeln zeigen.

Es ist ein Missverständnis, dass Haarfollikel durch manuelles Epilieren, das heißt die Haarentfernung mit einer Pinzette, aktiviert werden. Manuelles Epilieren kann langfristig zur Entstehung von Narbengewebe unter der Haut führen. Das kommt oft vor, vor allem, wenn beim Entfernen der Haare Wunden entstehen. Ein anderes Problem, das nach dem Wachsen entstehen kann, sind Hyperpigmentierungen.

11 Tipps für schnelleres Haarwachstum | IamAniva

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