Der Mythos: Wachsen Haare nach dem Rasieren dicker und schneller nach?

In der Welt der Haarpflege und Kosmetik gibt es viele Mythen und Missverständnisse. Einer der hartnäckigsten ist die Vorstellung, dass Haare nach dem Rasieren dicker und kräftiger nachwachsen. Doch stimmt das wirklich?

Das hört man immer wieder, ist aber erwiesenermaßen falsch. Die Haare wachsen an der Haarwurzel, also im Körper, unterhalb der Hautoberfläche. Und was ich mit meinem Haar außerhalb des Körpers mache, interessiert die Haarwurzel nicht; sie bekommt davon auch nichts mit. Haare sind tote Materie.

Daher fließt auch keine Information von der Haarspitze zurück in die Haarwurzel. Anders ist das etwa bei einem Grashalm: Ein Grashalm ist lebendes Material. Wenn ich ihn abschneide, wächst er zwar nicht unbedingt schneller, bildet aber unterirdisch mehr Seitentriebe; ein gemähter Rasen wächst dadurch dichter. Bei den Haaren ist das nicht so.

In diesem Blog-Beitrag klären wir auf, warum dieser Mythos entstanden ist und welche wissenschaftlichen Fakten dahinterstecken.

Der Ursprung des Mythos

Der Mythos, dass Haare nach dem Rasieren dicker nachwachsen, stammt wahrscheinlich aus der Beobachtung, dass frisch rasierte Haare anfangs etwas starrer und dunkler erscheinen können.

Warum sich das Gerücht von den nach der Rasur schneller wachsenden Haaren trotzdem so hartnäckig hält, hat vielleicht folgenden Hintergrund: Wenn Haare nach dem Rasieren nachwachsen, fühlen es sich oft rau an und die nachwachsenden Haare sind oft dicker und sehen dunkler aus als vorher, vor allem nach einer Erstrasur.

Das hat aber folgenden Hintergrund: Wenn sich ein junger Mann zum ersten Mal rasiert, sind die jungen Barthaare an der Spitze noch relativ dünn und weich. Wenn er dieses Haar aber an einer relativ dicken Stelle abschneidet, sieht das nachwachsende Haar kräftiger aus als vorher .

Wissenschaftliche Fakten

Die Wissenschaft sagt etwas anderes. Tatsächlich hat das Rasieren keinen Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit oder -dicke der Haare.

Hier sind einige wissenschaftliche Fakten, die diesen Mythos entkräften:

  1. Struktur der Haare: Wenn Haare abrasiert werden, schneiden wir sie an der dicksten Stelle ab. Beim Nachwachsen haben diese abgeschnittenen Haare eine stumpfe Spitze, was sie dicker und kräftiger erscheinen lässt. Tatsächlich bleibt die Haarstruktur und -dichte jedoch unverändert.
  2. Wachstumszyklen der Haare: Haare durchlaufen verschiedene Wachstumszyklen - Wachstumsphase (Anagen), Übergangsphase (Katagen) und Ruhephase (Telogen). Das Rasieren beeinflusst diese Zyklen nicht und hat daher keinen langfristigen Effekt auf die Haardichte oder -stärke.
  3. Haarfarbe und -dicke: Die genetische Veranlagung bestimmt die Haarfarbe und -dicke. Rasieren kann diese genetischen Eigenschaften nicht verändern.

Es mag wie ein hartnäckiger Mythos klingen, aber die Wissenschaft hat bewiesen, dass Haare tatsächlich nicht schneller oder dicker nach dem Rasieren wachsen. Der Grund für dieses Missverständnis liegt darin, dass der Haaransatz nach dem Rasieren gerade abgeschnitten ist, was dazu führt, dass das Haar an der dicksten Stelle erscheint. Tatsächlich hat das Rasieren keinen Einfluss auf das Wachstum oder die Dicke der Haare. Die einzige Veränderung, die du nach dem Rasieren bemerken könntest, ist ein stacheliges Gefühl, wenn die Haare wieder nachwachsen.

Wichtig ist auch zu wissen, dass das Haarwachstum in mehreren Phasen verläuft, beginnend mit der Anagen- oder Wachstumsphase, gefolgt von der Katagen- oder Übergangsphase, und endend mit der Telogen- oder Ruhephase. In der Wachstumsphase wächst das Haar aktiv aus dem Follikel. In der Übergangsphase verlangsamt sich das Haarwachstum, und der Haarfollikel beginnt zu schrumpfen. In der Ruhephase hört das Haar auf zu wachsen und fällt schließlich aus, sodass neues Haar wachsen kann.

Das Schneiden oder Rasieren der Haare verändert weder ihre Dicke noch ihre Farbe oder ihre Wachstumsrate.

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Weitere Mythen rund um die Haarentfernung

Neben dem Mythos über dicker nachwachsende Haare gibt es noch weitere hartnäckige Gerüchte rund um die Haarentfernung. Hier sind einige davon:

  • Mythos Nummer 1: Haarlose Körper sind ein Trend der Neuzeit
    Falsch! Haarentfernung war schon im 6. Jahrhundert vor Christus üblich. Aus dieser Zeit stammen nämlich Funde von ersten Rasierschabern, die damals aus Steinen oder Muscheln gefertigt wurden.
  • Mythos Nummer 3: Lasern schadet der Haut
    Falsch - zumindest bei seriösen Anbietern. Für dauerhafte Haarentfernung werden spezielle Lasergeräte verwendet, die nur für diesen Einsatzzweck hergestellt und penibel kontrolliert wurden. Die Laserstrahlen treffen dabei sehr gezielt auf die Haarfollikel und dringen nicht tiefer in die Haut vor. Alle unnötigen und potenziell gefährlichen Wellenlängen des Lichts (beispielsweise UV-Licht) werden dabei herausgefiltert.
  • Mythos Nummer 4: Haare wachsen immer gleich schnell
    Falsch! Tatsächlich wachsen Haare in der warmen Jahreszeit schneller als im Winter. Das liegt an der vermehrten Sonneneinstrahlung und dem Vitamin D: Es regt unser Zellwachstum an und beschleunigt das Haarwachstum (und übrigens auch das unserer Finger- und Zehennägel!). Aber nicht nur die Jahreszeiten sorgen für unterschiedliches Haarwachstum: Auch unsere Körperstellen haben Einfluss darauf. So wächst ein Barthaar z.B.
  • Mythos Nummer 5: Lasern bei dunkler Haut ist unmöglich
    Falsch! Vor 20 Jahren war es noch riskant, dunkle Hauttypen zu lasern. Denn die damaligen Laser konnten nicht zwischen den Farbpigmenten der Haare und denen der Haut unterscheiden. Moderne Lasergenerationen aber sind darauf abgestimmt. Mit ihnen lassen sich nahezu alle Haar- und Hauttypen behandeln.
  • Mythos Nummer 6: Jeder Mensch hat gleich viele Haare
    Falsch! Unsere Körperbehaarung ist so individuell wie wir selbst. Und Haare wachsen bei uns Menschen tatsächlich überall - mit Ausnahme der Handflächen und Fußsohlen. Ansonsten fällt der Haarwuchs je nach genetischer Veranlagung mal stärker, mal schwächer aus. Im Durchschnitt hat aber jeder Mensch rund fünf Millionen Haare an seinem Körper - davon etwa 100.000 auf dem Kopf.
  • Mythos Nummer 7: Mit stumpfen Klingen schneidet man sich seltener
    Falsch! Leider ist eher das Gegenteil der Fall. Weil man mit einer stumpfen Klinge die Haare eher einzwickt, als sie abzuschneiden, steigt auch die Gefahr einer Verletzung oder Hautirritation. Je stumpfer die Klinge, desto mehr ist man versucht, mit Druck zu rasieren. Dabei rutscht man schnell mal ab.
  • Mythos Nummer 8: Laser-Haarentfernung ist teuer
    Falsch! Zugegeben: Vergleicht man die Preise einer Laser-Behandlung mit der einer einzelnen Rasur, dann ist man versucht, beim Rasieren zu bleiben. Aber betrachten wir das Ganze realistisch, dann ist schnell klar: Dieser Denkansatz ist falsch. Während nach einer dauerhaften Haarentfernung mit dem Laser das Thema ein für alle Mal erledigt ist, brauchen wir einen Rasierer (oder auch andere Haarentfernungsmethoden) regelmäßig: unser ganzes Leben lang. Da kommt eine ordentliche Summe zusammen.

Tipps für die richtige Rasur

Um beim Rasieren optimale Ergebnisse zu erhalten, solltest du die Klinge am besten möglichst sanft über die Haut gleiten lassen. Die Idee, dass Druck zu besseren Ergebnissen führt, ist ein weiterer Mythos der Haarentfernung. Indem du die Klinge sanft, langsam und mit nur leichtem Druck über die zu enthaarende Hautstelle führst, solltest du alle Haare entfernen können.

Auch beim Rasieren selbst gibt es verschiedene Mythen. Zum Beispiel glauben viele Menschen, dass es besser ist, gegen den Strich zu rasieren. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Deine Beine rasierst du gegen den Strich, aber die Bikinizone lässt sich am besten in Wuchsrichtung rasieren. Auf diese Weise vermeidest du auch die oft unangenehmen eingewachsenen Haare.

Rasieren führt nicht automatisch zu eingewachsenen Härchen, aber es handelt sich um eine Möglichkeit. Auch bei anderen Methoden der Haarentfernung besteht ein Risiko für eingewachsene Haare. Das Peeling hilft zudem dabei, Gefahren wie eine trockene Haut oder Reizungen durch das Rasieren zu vermeiden. So verwöhnst du deine Hautzellen und sorgst für glatte, schöne Haut. Wir empfehlen dir, ein Peeling ganz einfach selbst zu machen, beispielsweise aus Honig und Meersalz.

Alternativen zur Rasur

Für die Haarentfernung gibt es neben Waxing und Lasern auch unzählige Rasierer, die für die meisten Menschen zu den bevorzugten Methoden der Haarentfernung gehören. Sie sind schmerzlos und unkompliziert anzuwenden.

Da beim Rasieren nur ein Teil des Haares entfernt wird, können andere Methoden der Haarentfernung das Nachwachsen für längere Zeit verhindern. So entfernt z.B. das Wachsen die Haare von der Wurzel, was dazu führen kann, dass das Haar länger braucht, um wieder über die Hautoberfläche hinaus zu wachsen. Die Epilation, bei der Haare mechanisch entfernt werden, und die Laser-Haarentfernung sind beides Lösungen von längerer Wirkungsdauer.

Obwohl der Rasierer das bevorzugte Mittel der Haarentfernung in Deutschland ist, neigen immer mehr Menschen dazu, sich die Haare per Waxing entfernen zu lassen. Beim Wachsen werden alle Härchen an der Wurzel ausgerissen, was zu Schmerzen führt. Grundsätzlich kann auch Waxing das Haarwachstum nicht aufhalten. Da es jedoch das gesamte Haar entfernt, dauert es länger, bis neue Stoppeln auftauchen.

Wir empfehlen dir, beim Waxing auf nachhaltige Materialien zu achten. Da der Prozess recht teuer ist, greifen die meisten Frauen im Alltag nach wie vor zum Rasierer und nutzen Sugaring und Co. vor allem für besondere Anlässe.

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