Volumenwelle für feines Haar: Erfahrungen, Pflege und Styling-Tipps

Feines Haar ist weitverbreitet und benötigt deutlich mehr Pflege als normales oder dickes Haar. Aber müssen Sie sich eigentlich mit feinem Haar abfinden, oder können Sie etwas tun, um Ihrem Haar mehr Fülle zu verleihen? Wie pflegt man feine Haare richtig? Was sollte bei der Haarwäsche, der Pflege und dem Styling beachtet werden?

Die Bezeichnung „feines Haar“ richtet sich nach dem Haardurchmesser. Während der Durchmesser bei normalem Haar zwischen 0,05 bis 0,07 Millimeter liegt und bei dickem Haar ab 0,08 Millimeter beginnt, beträgt der Durchmesser bei feinem Haar maximal 0,04 Millimeter. Feine Haare sind in der Regel vererbbar, d. h. Feines Haar ist übrigens nicht mit dünnem Haar zu verwechseln, da sich dünnes Haar nicht nach dem Haardurchmesser, sondern nach der Haaranzahl pro Quadratzentimeter richtet.

Volumenwelle: Was ist das?

Man könnte die Volumenwelle als kleine Schwester der in den 80er und 90er Jahren so beliebten Dauerwelle bezeichnen. In den letzten Jahren feierte die Dauerwelle ihr Comeback und lockige Haare waren angesagt.

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Bei der Volumenwelle sind nicht typische Kringellöckchen das Ziel, sondern große Wellen, die das Haar voluminöser aussehen lassen - und gerade, feinem und plattem Haar mehr Schwung verleihen. Für die Volumenwelle nutzen Friseure und Friseurinnen neben besonders großen Lockenwicklern die gleichen chemischen Lotionen (auch: Perm Lotion), die auch bei einer Dauerwelle zum Einsatz kommen.

Je nachdem, wo die Volumenwelle angesetzt wird, hat sie verschiedene Effekte. Direkt am Ansatz sorgt sie für mehr optische Fülle. Bei einem Stufenschnitt hingegen verbessert sie den Schwung der einzelnen Strähnen und verleiht dem Haar so mehr Volumen.

Volumenwelle vs. Dauerwelle: Was ist der Unterschied?

Auch, wenn die Anwendung der beiden Treatments ähnlich ist, unterscheiden sie sich doch in einigen Punkten:

  1. Auch wenn das generelle Verfahren gleich ist, sorgt eine Dauerwelle für einen anderen Look als eine Volumenwelle. Die Dauerwelle steht vor allem für klassische Korkenzieherlocken, während die Volumenwelle eher für große und glamouröse Wellen sorgt, die dem Haar optische Fülle verleihen.
  2. Ihr Name verrät es schon - eine Dauerwelle hält lang. Zwar verlieren die Locken meist schon nach etwa zwei Wochen etwas an Spannkraft, insgesamt hast du aber zwei bis drei Monate Freude an einer Dauerwelle. Die Volumenwelle hingegen hält je nach Haartyp und Pflege etwa einen bis zwei Monate. Eigentlich ist das aber ein Vorteil - denn wenn du noch unschlüssig bist, ob dir eine Dauerwelle gefällt, kannst du den Look mit der etwas softeren Volumenwelle erst einmal ausprobieren.
  3. Jeder Eingriff in die Haarstruktur mit chemischen Mitteln strapaziert das Haar. Aber die Einwirkzeit des sogenannten Reduktionsmittels und des Oxidationsmittels ist bei der Volumenwelle deutlich kürzer als bei der Dauerwelle - das macht das Treatment schonender. Außerdem ist die Volumenwelle entsprechend schneller fertig.

Besonders schön an dem angesagten Look: Er eignet sich eigentlich für jeden Haartyp, egal ob glatt oder schon natürlich gewellt. Aber gerade, wenn du eher dünnere Haare hast, lohnt es sich, der Volumenwelle eine Chance zu geben. In Sachen Haarlänge profitieren vor allem schulterlange bis mittellange Haare von der Frisur. Ist das Haar sehr lang, hängt sich die Volumenwelle hingegen leider schnell aus.

Bei blondierten Haaren ist allerdings sowohl bei der Dauerwelle als auch der Volumenwelle Vorsicht geboten - in den meisten Fällen wird die Anwendung das Haar zu stark strapazieren. Wenn du den Look dennoch testen möchtest, solltest du vorher also unbedingt mit dem Friseur oder der Friseurin deines Vertrauens darüber sprechen, ob sie oder er dir die Anwendung empfehlen würde.

Geeignet:

  • Glattes bis leicht gewelltes Haar
  • Feines, dünnes Haar, das schnell platt wirkt
  • Schulterlange, mittellange Haare

Weniger geeignet:

  • Blondierte Haare
  • Trockene, strapazierte Haare
  • Haare, die zu Spliss und Haarbruch neigen

Wie läuft die Behandlung beim Friseur ab?

Für eine Volumenwelle solltest du beim Profi etwa 60 bis 90 Minuten Zeit einplanen. Das hängt von der Haarlänge und der Beschaffenheit der Haare ab.

  1. Das Haar wird in einzelne Strähnen unterteilt und diese auf große Lockenwickler aufgedreht und festgesteckt. Je größer der Wickler, desto größer ist am Ende nach der Umformung die fertige Welle.
  2. Nun wird das sogenannte Reduktionsmittel aufgetragen. Es öffnet die Schwefelbrücken in der Haarstruktur, wodurch es erst möglich wird, die Form der Haare zu ändern.
  3. Nach dem Einwirken werden die Wickler abgenommen und das sogenannte Oxidationsmittel aufgetragen. Dieses fixiert die Haare in ihrer neuen Form.
  4. Nachdem das Oxidationsmittel lang genug eingewirkt hat, wird es ausgespült - fertig ist die Volumenwelle.

Wichtig: Da es sich bei der Volumenwelle um eine chemische Behandlung handelt, kann ein unangenehmer Geruch entstehen. Der sollte aber spätestens mit der nächsten Haarwäsche verflogen sein.

Der Preis für den Style vom Profi ist von einigen Faktoren abhängig - beispielsweise von der jeweiligen Haarstruktur und der Haarlänge. Daher können für die Volumenwelle zwischen 100 und 300 Euro an Kosten entstehen. Wer viel Geld in die Hand nimmt, möchte auch möglichst lang etwas vom Ergebnis haben.

Wie lange hält eine Volumenwelle?

Wenn du lange Haare hast, können sich die Wellen schneller aushängen als das bei mittellangen Haaren der Fall ist. Im Durchschnitt hält eine Volumenwelle ein bis zwei Monate. Gerade, da die Volumenwelle nicht ganz günstig ist und die Haarstruktur angreift, ist die richtige Pflege wichtig, damit sie auch lange hält. Oberste Priorität: Feuchtigkeit!

Faktor Auswirkung auf die Haltbarkeit
Haarlänge Lange Haare hängen sich schneller aus als kurze.
Haarwäsche Je häufiger die Haarwäsche, desto kürzer die Haltbarkeit.
Haarschäden Geschädigtes Haar (Spliss, Haarbruch) beeinträchtigt die Haltbarkeit.
Haartyp Die Haarstruktur beeinflusst die Dauer der Volumenwelle.
Haarpflege Die richtige Pflege verlängert die Haltbarkeit.

Die richtige Pflege für Ihre Volumenwelle

  1. Setze bei der Pflege der Volumenwelle bei der Haarwäsche auf feuchtigkeitsspendende Shampoos und eine auf deinen Haartyp abgestimmte Spülung. Ein- bis zweimal pro Woche freut sich das Haar außerdem über eine nährende Haarkur. Wer will, kann ab und an die Haare mit der Hair Oiling-Methode intensivpflegen. So schonst du nicht nur dein Haar, sondern hast auch lange etwas von deiner voluminösen Haarpracht.
  2. Kaum etwas strapaziert das Haar so sehr, wie regelmäßiges Föhnen und Stylen. Wenn möglich, lass dein Haar lufttrocknen. Musst du doch mal auf einen Föhn oder Lockenstab setzen, nutze unbedingt einen Hitzeschutz und einen Diffusor beim Trocknen. Um das Volumen zu betonen, setzt du zudem beim Föhnen (bitte immer auf niedriger Stufe) am besten auf eine Rundbürste zum Kämmen und Frisieren. Um deinen Haaren generell mehr Volumen zu verleihen, kannst du außerdem Schaumfestiger nutzen. Und: Damit die fertige Frisur lange hält, hilft zum Schluss noch etwas Haarspray.

Da für die Volumenwelle der Einsatz von Produkten mit chemischen Lotionen nötig ist, raten wir dringend davon ab, den Style zu Hause selbst zu machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du als Ergebnis dein Haar dauerhaft mit dem Versuch schädigst, ist einfach zu groß. So ein Treatment gehört immer in die Hände des Profis.

Styling-Tipps für feines Haar mit Volumenwelle

Langhaarfrisuren oder extrem durchgestufte Frisuren eignen sich in den meisten Fällen nicht für feines Haar. Ein Kurzhaarschnitt ist genau die richtige Wahl für mutige und experimentierfreudige Damen, die ihrem Gesicht mehr Ausdruck verleihen möchten. Die Gesichtskonturen werden durch den Kurzhaarschnitt betont und der Blick des Betrachters nur wenig von den Haaren abgelenkt.

Der Bob lässt sich vielseitig stylen und hat schon lange nicht mehr das Image eines langweiligen Haarschnitts. Wem die Form des Bobs nicht zusagt, kann natürlich auch auf einen Stufenschnitt zurückgreifen. Dieser sollte allerdings nur leicht gestuft und wenig ausgedünnt werden.

Hier sind einige zusätzliche Tipps für das Styling von feinem Haar:

  • Verwenden Sie ein Spray, beispielsweise Laque Noire von Kérastase und meiden Wachs und sonstige Styling-Produkte.
  • Falls Sie ein Haaröl verwenden, benötigen Sie ein leichtes Öl, das die Haare nicht unnötig beschwert.
  • Kunststoffkämme mit scharfen Kanten oder Plastikbürsten sind Gift für empfindliche Haare. Besser und pflegender sind Naturhaar-Bürsten.
  • Beim Föhnen Ihrer Haare sollten Sie den Föhn auf die mittlere Hitzestufe stellen oder noch besser die Haare zuvor halb trocknen lassen.
  • Vor dem Föhnen sollte feines Haar nicht mit dem Handtuch trocken gerubbelt, sondern lediglich ausgedrückt werden. Danach dürfen die Haare jedoch gut und gleichmäßig angetrocknet werden. Anschließend sollte ein nicht verklebender Haarschaum in ausreichender Menge an den Haaransätzen eingeknetet werden.

Mit dem Föhn und einer speziellen, luftgefederten Flachbürste können die Haare dann relativ leicht, ohne extra Abteilungen entgegen der Fallrichtung in Richtung Spitzen getrocknet werden. Alternativ kann auch nur mit den Fingern gestylt werden. Hier fällt die Umsetzung am leichtesten, wenn über Kopf geföhnt wird. Einfach am Haaransatz starten und einzelne Partien gegen die Wuchsrichtung mit den Fingern vom Kopf wegziehen. Der Föhn sollte dabei einen Mindestabstand von mindestens 15 bis 20 cm einhalten.

Anschließend können Sie ein leichtes Haarspray in die Haare sprühen, kurz antrocknen und abkühlen lassen und danach die Frisur mit den Fingern zurechtzupfen. Wichtig nach dem Föhnen ist die Auskühlphase. Um das Volumen nicht zu zerstören, darf erst das komplett ausgekühlte Haar in den endgültigen Fall geschüttelt oder gekämmt werden.

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