Vitamine sind essenzielle Bausteine unserer Gesundheit. Unter ihnen hat die Pantothensäure eine besondere Rolle inne. Vitamin B5, wissenschaftlich bekannt als Pantothensäure, ist ein wasserlösliches Vitamin aus der B-Vitamingruppe. Chemisch gesehen gehört es zu den Amiden und zeichnet sich durch seine universelle Präsenz in fast allen lebenden Zellen aus. Seine chemische Formel lautet C9H17NO5.
Vitamin B5 ist wie ein unsichtbarer Architekt, der behutsam und präzise an den Grundfesten unserer Gesundheit baut. Genauso wie ein Architekt einen Bauplan benötigt, um ein solides und funktionales Gebäude zu errichten, nutzt unser Körper das Vitamin, um wesentliche Strukturen und Prozesse aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Das Vitamin B5, auch Panthotensäure genannt, gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist ein wichtiger Nährstoff für den menschlichen Körper. Es ist ein essentielles Vitamin, das der Körper nicht selbst herstellen kann und daher aus der Nahrung aufgenommen werden muss. Vitamin B5 wird im gesamten Körper benötigt und hilft bei der Herstellung von Energie aus Nahrungsmitteln.
Pantothensäure spielt eine zentrale Rolle in verschiedenen Stoffwechselprozessen. Es trägt zur Synthese von Coenzym A bei, einem entscheidenden Molekül für den Fett-, Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsel. Pantothensäure ist auch an der Herstellung von roten Blutkörperchen beteiligt und unterstützt die Leber bei der Verarbeitung von Toxinen.
Kurz gesagt, Vitamin B5 ist wie das Fundament und die tragenden Säulen eines Gebäudes: unauffällig, aber unverzichtbar für die strukturelle Integrität und Funktionalität unseres Körpers.
Wie auch die anderen Vitamine der B-Gruppe ist Pantothensäure hauptsächlich an Enzymreaktionen in Stoffwechselvorgängen beteiligt. Pantothensäure ist die Vorstufe von Koenzym A, das unter anderem von wesentlicher Bedeutung ist für:
Neben ihrer bedeutsamen Rolle im Energiestoffwechsel ist die Pantothensäure an der Herstellung einer Reihe lebenswichtiger Substanzen beteiligt. Beispielsweise werden mit ihrer Hilfe das für den Aufbau der Zellmembranen erforderliche Cholesterin sowie Provitamin D, Gallensäuren und bestimmte Aminosäuren produziert. Darüber hinaus unterstützt Vitamin B5 die Synthese des Nervenbotenstoffs Acetylcholin sowie des roten Blutfarbstoffs und trägt zur geistigen Leistungsfähigkeit bei.
Vitamin B5 hat verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen:
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von etwa fünf Milligramm Vitamin B5. Während der Stillzeit erhöht sich der Bedarf laut DGE auf sieben Milligramm pro Tag. Kinder benötigen etwas geringere Mengen. Da Vitamin B5 wasserlöslich ist, kann der Körper es - anders als die fettlöslichen Vitamine A, D, Vitamin E und K - nur begrenzt speichern. Daher ist es wichtig, dass der Organismus das Vitamin jeden Tag erhält.
Für die meisten Menschen ist es nicht sonderlich schwer, über die Ernährung die von der DGE empfohlenen Mengen zu erreichen. Denn Pantothensäure ist in geringen Konzentrationen in fast allen Lebensmitteln enthalten. Auf diese Weise kam das Vitamin nach seiner Entdeckung im Jahr 1933 auch zu seinem Namen, der sich aus dem griechischen Wort „pantoú“ - auf Deutsch „überall“ - ableiten lässt. Darüber hinaus wird Pantothensäure manchen industriell hergestellten Nahrungsmitteln und Getränken zugesetzt.
Hier sind einige Beispiele für Lebensmittel, die reich an Vitamin B5 sind:
Beim Kochen, Braten, Backen und Rösten wird sie daher leicht zerstört. Die Zubereitungsverluste liegen bei Fleisch geschätzt zwischen 15 und 50 Prozent und bei Gemüse sogar zwischen 37 und 78 Prozent. Wird Gemüse nur schonend gedünstet, bleiben größere Mengen des Vitamins erhalten. Noch besser ist es natürlich, Vitamin-B5-reiche Lebensmittel roh zu verzehren, wenn dies ohne Gesundheitsgefahren möglich ist.
Da Pantothensäure hitzeempfindlich und zudem wasserlöslich ist, gehen durch die Verarbeitung und Lagerung Vitamin-B5-haltiger Nahrungsmittel etwa 30 Prozent des Vitamins verloren. Pantothensäure ist jedoch in fast allen Lebensmitteln enthalten, daher entsteht ein Mangel in der Regel nur sehr selten.
Zu den Ursachen für einen Vitamin B5-Mangel zählen:
Bei einem Pantothensäure-Mangel sind häufig zeitgleich auch andere Vitamin-B-Defizite vorhanden.
Ein Mangel an Pantothensäure kann zu Kopfschmerzen, starker Müdigkeit, Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen, Magenschmerzen, Sodbrennen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Muskelkrämpfen und gesteigerten Reflexen führen. All diese Beschwerden können aber auch viele andere Ursachen haben und sollten daher vor einer möglichen Einnahme von Vitaminpräparaten zunächst ärztlich abgeklärt werden.
Ein Vitamin-B5-Mangel kann sich folgendermaßen äußern:
Ein weiteres und recht charakteristisches Symptom für einen schweren Mangel an Vitamin B5 sind taube oder brennende Hände und Füße. Das sogenannte Burning-Feet-Syndrom, das mit einem schmerzhaften Brennen der Fußsohlen einhergeht, bessert sich oft durch eine erhöhte Zufuhr von Pantothensäure.
Zwar tritt ein Mangel an Vitamin B5 nur äußerst selten auf, doch bestimmte Umstände oder Erkrankungen können ein Defizit begünstigen.
Ein erhöhtes Risiko für einen Pantothensäuremangel haben insbesondere drei Personengruppen - sie sollten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen, ob die Einnahme eines Vitaminpräparats für sie sinnvoll sein könnte:
Obgleich ein Pantothensäure-Mangel nur selten auftritt, sollten Betroffene diesen behandeln, um Folgeerkrankungen durch einen Vitamin-B5-Mangel zu verhindern. Auch, wenn zahlreiche Präparate erhältlich sind und eine Überdosierung nahezu ausgeschlossen ist, empfiehlt es sich, einen Arzt hinzuziehen, der das Vitamindefizit gegebenenfalls bestätigt und die Ursache abklären sowie Betroffene bezüglich der Behandlung beraten kann.
Meist lässt sich ein Mangel bereits durch die tägliche Einnahme eines Multivitaminpräparats, das den Tagesbedarf an Vitamin B5 deckt, beheben.
Da Vitamin B5 wasserlöslich ist, können auch größere Mengen relativ leicht über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden. Pantothensäure gilt daher als ungiftig. Eine echte Überdosierung tritt schätzungsweise erst ab etwa 10.000 Milligramm am Tag auf. Solche Mengen lassen sich allenfalls mit hoch- beziehungsweise überdosierten Vitaminpräparaten erreichen. Sie können insbesondere Magenbeschwerden und Durchfall hervorrufen - also Symptome, die mitunter auch bei einem Mangel entstehen. Die biologischen Mechanismen dahinter sind allerdings nicht abschließend geklärt.
Bei einer Überdosierung mit B5-Präparaten sind keine gravierenden Nebenwirkungen bekannt. Eine tägliche Zufuhr von 10-20g Calcium-D-Pantothenat über einen längeren Zeitraum hinweg kann jedoch zu Durchfall führen.
Wie bereits erwähnt kann die Antibabypille mit einem erhöhten Bedarf an Vitamin B5 einhergehen. Daneben vermindert Pantothensäure mitunter jedoch auch die Wirkung des Medikaments Levodopa, das zur Behandlung bei Parkinson eingesetzt wird.
Die Gruppe der B-Vitamine umfasst insgesamt acht Vitamine und ist unter anderem an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Zwar sind B-Vitamine in vielen Nahrungsmitteln enthalten, doch der Körper ist nicht in der Lage, sie lange zu speichern - eine Ausnahme bildet hier lediglich Vitamin B12. Die zusätzliche Vitamin-B-Zufuhr ist jedoch gewöhnlich nur bei einem bestehenden Mangel oder einem erhöhten Bedarf erforderlich.
Die Vitamine der B-Gruppe haben vor allem eines gemeinsam: Sie sind wasserlöslich, daher scheidet der Körper sie bei einem Überschuss aus. Obgleich sich der Bedarf grundsätzlich über die Ernährung decken lässt, sollte der Speiseplan möglichst abwechslungsreich sein, denn ein Defizit eines Vitamins kann den Mangel eines anderen begünstigen.
B-Vitamine aktivieren jeweils unterschiedliche Enzyme, die häufig sehr eng zusammenwirken. Daneben sind sie an zahlreichen Vorgängen beteiligt, so zum Beispiel:
| Vitamin | Funktion/Wirkung | Empfohlene Tagesdosis | Vorkommen |
|---|---|---|---|
| Vitamin B1 (Thiamin) | Kohlenhydratstoffwechsel, Energiegewinnung, Reizweiterleitung im Nervensystem | 1,0 mg - 1,5 mg | Wirsing, Sonnenblumenkerne, Linsen, Vollkorngetreide, Erdnüsse, Schweinefleisch |
| Vitamin B2 (Riboflavin) | Zellatmung, Energiegewinnung aus Nahrung, Wachstum | 1,2 mg - 1,6 mg | Pilze, Sojabohnen, tierische Innereien, Seelachs, Camembert, Eier |
| Vitamin B3 (Niacin) | Energie- und Eiweißstoffwechsel, Regeneration, Verdauung, Herztätigkeit | 13 mg - 17 mg | Pfirsich, Pilze, Nüsse, Hühnerleber, Rindfleisch, Thunfisch, Milchprodukte |
| Vitamin B5 (Pantothensäure) | Energiegewinnung im Zellstoffwechsel, Auf- und Abbau von Fetten, Kohlenhydraten und Aminosäuren, Wundheilung | 5 mg | Pilze, Erbsen, Schweineleber, Fischsorten, Butter, Eier |
| Vitamin B6 (Pyridoxin) | Um- und Aufbau von Aminosäuren, Erhalt der Nervenzellen, unterstützt das Immunsystem | 1,4 mg/1,6 mg | Bananen, Rosenkohl, Kartoffeln, Schweineleber, Hummer, Milchprodukte |
| Vitamin B7 (Biotin) | Gesunde Haut, Haare und Nägel, Co-Faktor beim Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel, Zellwachstum | 30 µg - 60 µg | Bananen, Tomaten, Erdnüsse, Rinder- und Schweineleber, Fischsorten, Milchprodukte |
| Vitamin B9 (Folsäure/Folat) | Zellbildung, Zellteilung, Blutbildung, Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen | 300 µg - 550 µg | Mungbohne, Kichererbsen, Feldsalat, Leber, Eier, Thunfisch |
| Vitamin B12 (Cobalamin) | Blutbildung und -gerinnung, Bildung DNA und RNA, Zellwachstum und -teilung | 3 µg - 4 µg | Schweineleber, tierische Innereien, Steckmuscheln, Austern, Milch(produkten), Eigelb |
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