Vitamin-B2-Mangel: Ursachen, Symptome, Behandlung und Haarausfall

Ein Vitaminmangel (Hypovitaminose, Avitaminose) kommt bei gesunden Menschen in Deutschland nur selten vor. Meist sind es Krankheiten, eine einseitige Ernährung oder eine Schwangerschaft, die zu einer Unterversorgung führen. Vitamine sind für unseren Körper essenziell.

Vitamin B2 - auch Riboflavin oder Lactoflavin genannt - spielt im Körper eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Nahrung in Energie. Das wasserlösliche Vitamin ist in tierischen Lebensmitteln, aber auch in einigen pflanzlichen Produkten enthalten.

Hier erfahren Sie, welche Symptome auf einen Vitamin-B2-Mangel hindeuten, ob es zu einer Vitamin-B2-Überdosierung kommen kann und in welchen Lebensmitteln besonders viel Vitamin B2 enthalten ist.

Vitaminmangel erkennen

Ein Mangel an Vitaminen ist ein ernstzunehmender Zustand. Das vollständige Fehlen eines Vitamins über einen längeren Zeitraum hinweg, hat oft schwerwiegende Folgen und ist in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich. Je nach Ausmaß und Dauer des Mangels macht sich eine Vitamin-Unterversorgung durch unterschiedliche Anzeichen bemerkbar.

Im Allgemeinen sind Vitaminmangelzustände vor allem in frühen Stadien (latenter Vitaminmangel) relativ schwer zu erkennen, da sie zunächst sehr unspezifische Symptome verursachen. Es kommt zu psychischen Veränderungen wie:

  • Müdigkeit
  • Depressiver Verstimmung
  • Emotionaler Labilität
  • Konzentrationsschwäche
  • Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses

Auch eine Schwächung des Immunsystems und eine erhöhte Infektanfälligkeit sind typische Vitaminmangelerscheinungen und werden durch ein Zuwenig an Folsäure, Vitamin A, B6 oder C verursacht. Je nach Vitaminmangel gibt es weitere spezifische Anzeichen.

Spezifische Anzeichen verschiedener Vitaminmängel

Je nachdem, welches Vitamin unzureichend vorliegt, können sich andere Anzeichen bemerkbar machen:

  • Vitamin-D-Mangel: Bei einem Mangel an Vitamin D sind Symptome wie Haarausfall und Muskelschmerzen typisch. Außerdem kommt es manchmal zu Störungen der Knochenmineralisation.
  • Vitamin-K-Mangel: Eine erhöhte Blutungsneigung ist ein typisches Symptom für einen Vitamin-K-Mangel. Das zeigt sich beispielsweise durch Nasenbluten. Auch Müdigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen sind möglich.
  • Vitamin-A-Mangel: Zu wenig Vitamin A macht sich durch trockene Haut und brüchige Fingernägel bemerkbar. Außerdem sehen Betroffene häufig im Dämmerlicht schlechter beziehungsweise leiden an Nachtblindheit.
  • Vitamin-B12-Mangel: Vor allem Veganer sind von einem Vitamin-B12-Mangel betroffen. Er zeigt sich unter anderem in Müdigkeit, Blässe sowie einem Kribbeln in Händen und Füßen. Auch Blutarmut und Haarausfall sind typisch.
  • Vitamin-B6-Mangel: Ein Vitamin-B6-Mangel zeigt sich unter anderem durch schuppende Hautausschläge, Taubheit in den Gliedmaßen und entzündete Lippen. Auch zu einer Lichtempfindlichkeit kommt es manchmal.
  • Vitamin-B1-Mangel: Bei einem Vitamin-B1-Mangel bekommen Betroffene Kopf- und/oder Magenschmerzen. Charakteristisch sind auch Konzentrationsschwierigkeiten und die Beriberi-Krankheit mit Herzmuskelschwäche, Skelettmuskelschwund sowie Wasseransammlungen im Gewebe.
  • Vitamin-C-Mangel: Vitamin C unterstützt das Haarwachstum auf zwei entscheidende Arten: Antioxidative Wirkung und Förderung der Eisenaufnahme. Ein Mangel an Vitamin C kann die Haarqualität verschlechtern und das Wachstum beeinträchtigen.

Die vier Stadien des Vitaminmangels

Bei abnehmender Vitaminzufuhr werden vier Stadien durchlaufen, die fließend ineinander übergehen. Dazu gehören:

  • Stadium des prälatenten Mangels: Der Körper beginnt auf seine Vitaminspeicher zurückzugreifen, um den Bedarf zu decken. Dadurch werden die Speicher sukzessive geleert.
  • Latenter Mangel: Der Vitaminbedarf ist kaum noch gedeckt. Der Zellstoffwechsel verringert sich.
  • Subklinischer Mangel: Die Aktivität vitaminabhängiger Enzyme und Hormone geht zurück. Auftretende Mangelsymptome sind unspezifisch - Leistungsabfall und Müdigkeit gehören dazu. Der Vitamin-Mangel wird meistens nur erkannt, wenn gezielt danach gesucht wird, etwa durch Bestimmung der Vitaminkonzentration im Blutplasma.
  • Klinischer Mangel: Stoffwechselprozesse werden zunehmend gestört und es treten Symptome auf. Im Frühstadium hilft noch eine Zufuhr des fehlenden Vitamins. Im Spätstadium hat der Vitamin-Mangel bereits zu schwerwiegenden Schäden geführt, die lebensgefährlich sein können und meist nicht mehr rückgängig zu machen sind.

Verwertungsstörung? Ursache für unerklärlichen Vitaminmangel & Nährstoffmangel - Die Malassimilation

Ursachen eines Vitaminmangels

Ein Mangel an Vitaminen hat meist folgende Ursachen:

  • Falsche beziehungsweise einseitige Ernährung oder Nulldiät: In Industrieländern mit ausreichendem Nahrungsangebot ist ein ernährungsbedingter Vitaminmangel selten. Eine sehr einseitige Ernährung, Essstörungen oder radikale Diäten führen jedoch unter Umständen dazu.
  • Vegetarische oder vegane Ernährung: Bei fleischloser (vegetarischer) Ernährung besteht die Gefahr einer Unterversorgung mit Vitamin B12, das in fast allen tierischen Produkten, aber kaum in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist. Auch Vitamin D (in Fisch, Ei und Leber) wird von Vegetariern oft in zu geringer Menge mit der Nahrung aufgenommen. Bei rein pflanzlicher (veganer) Ernährung und dem gänzlichen Verzicht auf tierische Produkte kommt es manchmal zusätzlich zu einer Unterversorgung mit Vitamin B2, das in Milch, Fleisch, Fisch und Eiern enthalten ist.
  • Falsche Nahrungszubereitung oder -lagerung: Je nach Dauer und Art der Lagerung sowie Zubereitung von Lebensmitteln werden Vitamine schrittweise abgebaut und gehen damit als wichtiger Nahrungsbestandteil verloren.
  • Unzureichende Aufnahme im Darm: Vitamine werden im Darm aus der Nahrung aufgenommen (Resorption) und dem Körper zugeführt. Ist dieser Vorgang beeinträchtigt, können sich Mangelerscheinungen ausbilden. Dies ist zum Beispiel der Fall bei chronischen Durchfällen, entzündlichen Darmerkrankungen oder aufgrund einer zerstörten Darmflora durch Antibiotika.
  • Lichtmangel: Eine Sonderstellung kommt dem Vitamin D zu. Es bildet sich unter Einfluss von UV-Strahlung in der Haut. Bei zu geringer Sonnenexposition, etwa im Winter oder wenn wenig Zeit im Freien verbracht wird, kommt es zu Vitamin-D-Mangelerscheinungen.
  • Erhöhter Vitaminbedarf: In bestimmten Situationen benötigt der Körper größere Mengen an Vitaminen: bei hohem Fieber oder Krankheiten mit gesteigertem Stoffwechsel, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen in Phasen starken Wachstums, in Stresssituationen, durch Rauchen oder Alkoholkonsum.
  • Hohes Alter: Alte Menschen haben aufgrund eines reduzierten Grundumsatzes und geringerer körperlicher Aktivität einen allgemein verminderten Energiebedarf. Die Menge an Vitaminen, die sie benötigen, bleibt allerdings unverändert hoch. Durch die oft reduzierte Ernährung kann dann ein Vitaminmangel entstehen.
  • Erhöhte Verluste: Im Rahmen bestimmter Erkrankungen beziehungsweise Therapien kommt es zu einem vermehrten Verlust von Vitaminen - zum Beispiel bei Dialyseverfahren oder durch Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln.

Vitamin-B2-Mangel

Der Begriff Vitamin B2 beschreibt nicht eine einzelne Substanz, sondern Riboflavin sowie zwei daraus gebildete Verbindungen. Vitamin B2 ist wasserlöslich und gehört zu der für uns Menschen wichtigen Gruppe der B-Vitamine. Diese beiden Verbindungen werden Flavin-Mono-Nukleotid (FMN) und Flavin-Adenin-Dinukleotid (FAD) genannt.

Vitamin B2 ist in erster Linie in tierischen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Eiern, Fleisch und Fisch enthalten. Es kommt aber auch in pflanzlichen Produkten vor, unter anderem in Spinat, Brokkoli, Erbsen und Grünkohl sowie in Getreideprodukten. Ein Vitamin-B2-Mangel tritt in der Regel in Kombination mit anderen Nährstoffmängeln auf.

Typische Symptome, die auf einen Vitamin-B2-Mangel hindeuten, sind:

  • eingerissene Mundwinkel
  • Zahnfleischentzündungen
  • Entzündungen der Zunge
  • Hautprobleme, wie Ekzeme
  • Bindehautentzündungen
  • Hornhautveränderungen
  • Blutarmut (Anämie)

Bei einem ausgeprägten Vitamin-B2-Mangel kann dieser auch zu einer Mangelversorgung mit anderen Vitaminen führen.

Der Riboflavin-Tagesbedarf ist je nach Alter, Geschlecht und Energieverbrauch unterschiedlich hoch. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist der Schätzwert bei bis unter vier Monate alten Säuglingen abhängig vom Vitamin-B2-Gehalt in der Muttermilch und sollte 0,3 Milligramm (mg) Riboflavin pro Tag betragen.

In Deutschland liegt die durchschnittliche Aufnahme von Riboflavin bei fast allen Altersgruppen etwa so hoch oder etwas höher als die empfohlene Zufuhr. Allerdings nehmen ausgerechnet diejenigen über die Nahrung am wenigsten Riboflavin zu sich, die am meisten brauchen - und zwar bei beiden Geschlechtern. Es betrifft männliche Jugendliche und junge Männer sowie weibliche Jugendliche.

Nachfolgend findest Du eine Nahrungsmittel-Liste mit nennenswertem Vitamin-B2-Gehalt, angeordnet nach absteigendem Gehalt:

LebensmittelVitamin-B2-Gehalt pro 100g
Camembert600 Mikrogramm
Spinat600 Mikrogramm
Seelachs440 Mikrogramm
Champignons422 Mikrogramm
Eier325 Mikrogramm
Milch200 Mikrogramm

Möchtest Du Deine tägliche Riboflavin-Zufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel unterstützen, findest Du unterschiedliche Darreichungsformen im Handel. Hochdosiert wird Vitamin B2 üblicherweise oral als Ergänzungspräparat genommen.

Vitaminmangel und Haarausfall

Haarausfall durch Vitaminmangel ist ein Thema, das viele Menschen betrifft, aber häufig unterschätzt wird. Obwohl genetische und hormonelle Ursachen zu den bekanntesten Faktoren für Haarverlust gehören, spielen Mikronährstoffe eine ebenso entscheidende Rolle. Vitamine und Mineralstoffe sind für den Zellstoffwechsel, die Durchblutung der Kopfhaut und die Regeneration der Haarfollikel unverzichtbar.

Ein typisches Zeichen von Haarausfall durch Vitaminmangel ist das gleichmäßige Ausdünnen der Haare über den gesamten Kopf hinweg - man spricht von diffusem Effluvium. Dieser Haarausfall tritt oft 2-3 Monate nach Beginn des Mangels auf, da der Haarzyklus verzögert reagiert.

Welche Nährstoffe sind besonders wichtig?

  • Eisen: Ohne ausreichend Eisen erhalten die Haarfollikel zu wenig Sauerstoff.
  • Zink: Notwendig für die Zellteilung und Talgproduktion.
  • Vitamin D: Reguliert den Haarzyklus und ist besonders in sonnenarmen Regionen kritisch.
  • Vitamin B12: Notwendig für Zellteilung und Blutbildung.

Wie lässt sich einem Vitaminmangel vorbeugen?

Mit einer abwechslungsreichen Ernährung lässt sich einem Vitaminmangel meist ausreichend vorbeugen. Die DGE empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, dazu Milch- und Vollkornprodukte, Fisch, Nüsse und pflanzliche Öle. Vermeiden Sie außerdem Rauchen und legen Sie alkoholfreie Tage in der Woche ein.

Wenn der Vitaminmangel durch viel Sport, eine Schwangerschaft oder Krankheiten entstanden ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was Sie dagegen tun können und welche Nahrungsergänzungsmittel für Sie infrage kommen.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel bei einem Vitaminmangel?

Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Laut DGE ist es aber bei einem starken Mangel und in Ausnahmefällen sinnvoll, bestimmte Produkte einzunehmen. Jedoch nicht auf Verdacht, sondern nur in Absprache mit einem Arzt.

Nach Absprache mit einem Arzt Ihres Vertrauens gibt es jedoch Situationen, in denen eine Nahrungsmittelergänzung durchaus sinnvoll sein kann:

  • Vitamin K, Vitamin D und Fluorid bei Neugeborenen
  • Folsäure bei Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sowie bei Schwangeren in den ersten drei Monaten
  • Vitamin D bei Menschen, die sich nicht oder kaum im Freien aufhalten
  • Vitamin B 12 bei Veganern

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