Ein Vitaminmangel (Hypovitaminose, Avitaminose) kommt bei gesunden Menschen in Deutschland nur selten vor. Meist sind es Krankheiten, eine einseitige Ernährung oder eine Schwangerschaft, die zu einer Unterversorgung führen. Vitamine sind für unseren Körper essenziell.
Vitamin B2 - auch Riboflavin oder Lactoflavin genannt - spielt im Körper eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Nahrung in Energie. Das wasserlösliche Vitamin ist in tierischen Lebensmitteln, aber auch in einigen pflanzlichen Produkten enthalten.
Hier erfahren Sie, welche Symptome auf einen Vitamin-B2-Mangel hindeuten, ob es zu einer Vitamin-B2-Überdosierung kommen kann und in welchen Lebensmitteln besonders viel Vitamin B2 enthalten ist.
Ein Mangel an Vitaminen ist ein ernstzunehmender Zustand. Das vollständige Fehlen eines Vitamins über einen längeren Zeitraum hinweg, hat oft schwerwiegende Folgen und ist in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich. Je nach Ausmaß und Dauer des Mangels macht sich eine Vitamin-Unterversorgung durch unterschiedliche Anzeichen bemerkbar.
Im Allgemeinen sind Vitaminmangelzustände vor allem in frühen Stadien (latenter Vitaminmangel) relativ schwer zu erkennen, da sie zunächst sehr unspezifische Symptome verursachen. Es kommt zu psychischen Veränderungen wie:
Auch eine Schwächung des Immunsystems und eine erhöhte Infektanfälligkeit sind typische Vitaminmangelerscheinungen und werden durch ein Zuwenig an Folsäure, Vitamin A, B6 oder C verursacht. Je nach Vitaminmangel gibt es weitere spezifische Anzeichen.
Je nachdem, welches Vitamin unzureichend vorliegt, können sich andere Anzeichen bemerkbar machen:
Bei abnehmender Vitaminzufuhr werden vier Stadien durchlaufen, die fließend ineinander übergehen. Dazu gehören:
Ein Mangel an Vitaminen hat meist folgende Ursachen:
Der Begriff Vitamin B2 beschreibt nicht eine einzelne Substanz, sondern Riboflavin sowie zwei daraus gebildete Verbindungen. Vitamin B2 ist wasserlöslich und gehört zu der für uns Menschen wichtigen Gruppe der B-Vitamine. Diese beiden Verbindungen werden Flavin-Mono-Nukleotid (FMN) und Flavin-Adenin-Dinukleotid (FAD) genannt.
Vitamin B2 ist in erster Linie in tierischen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Eiern, Fleisch und Fisch enthalten. Es kommt aber auch in pflanzlichen Produkten vor, unter anderem in Spinat, Brokkoli, Erbsen und Grünkohl sowie in Getreideprodukten. Ein Vitamin-B2-Mangel tritt in der Regel in Kombination mit anderen Nährstoffmängeln auf.
Typische Symptome, die auf einen Vitamin-B2-Mangel hindeuten, sind:
Bei einem ausgeprägten Vitamin-B2-Mangel kann dieser auch zu einer Mangelversorgung mit anderen Vitaminen führen.
Der Riboflavin-Tagesbedarf ist je nach Alter, Geschlecht und Energieverbrauch unterschiedlich hoch. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist der Schätzwert bei bis unter vier Monate alten Säuglingen abhängig vom Vitamin-B2-Gehalt in der Muttermilch und sollte 0,3 Milligramm (mg) Riboflavin pro Tag betragen.
In Deutschland liegt die durchschnittliche Aufnahme von Riboflavin bei fast allen Altersgruppen etwa so hoch oder etwas höher als die empfohlene Zufuhr. Allerdings nehmen ausgerechnet diejenigen über die Nahrung am wenigsten Riboflavin zu sich, die am meisten brauchen - und zwar bei beiden Geschlechtern. Es betrifft männliche Jugendliche und junge Männer sowie weibliche Jugendliche.
Nachfolgend findest Du eine Nahrungsmittel-Liste mit nennenswertem Vitamin-B2-Gehalt, angeordnet nach absteigendem Gehalt:
| Lebensmittel | Vitamin-B2-Gehalt pro 100g |
|---|---|
| Camembert | 600 Mikrogramm |
| Spinat | 600 Mikrogramm |
| Seelachs | 440 Mikrogramm |
| Champignons | 422 Mikrogramm |
| Eier | 325 Mikrogramm |
| Milch | 200 Mikrogramm |
Möchtest Du Deine tägliche Riboflavin-Zufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel unterstützen, findest Du unterschiedliche Darreichungsformen im Handel. Hochdosiert wird Vitamin B2 üblicherweise oral als Ergänzungspräparat genommen.
Haarausfall durch Vitaminmangel ist ein Thema, das viele Menschen betrifft, aber häufig unterschätzt wird. Obwohl genetische und hormonelle Ursachen zu den bekanntesten Faktoren für Haarverlust gehören, spielen Mikronährstoffe eine ebenso entscheidende Rolle. Vitamine und Mineralstoffe sind für den Zellstoffwechsel, die Durchblutung der Kopfhaut und die Regeneration der Haarfollikel unverzichtbar.
Ein typisches Zeichen von Haarausfall durch Vitaminmangel ist das gleichmäßige Ausdünnen der Haare über den gesamten Kopf hinweg - man spricht von diffusem Effluvium. Dieser Haarausfall tritt oft 2-3 Monate nach Beginn des Mangels auf, da der Haarzyklus verzögert reagiert.
Welche Nährstoffe sind besonders wichtig?
Mit einer abwechslungsreichen Ernährung lässt sich einem Vitaminmangel meist ausreichend vorbeugen. Die DGE empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, dazu Milch- und Vollkornprodukte, Fisch, Nüsse und pflanzliche Öle. Vermeiden Sie außerdem Rauchen und legen Sie alkoholfreie Tage in der Woche ein.
Wenn der Vitaminmangel durch viel Sport, eine Schwangerschaft oder Krankheiten entstanden ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was Sie dagegen tun können und welche Nahrungsergänzungsmittel für Sie infrage kommen.
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Laut DGE ist es aber bei einem starken Mangel und in Ausnahmefällen sinnvoll, bestimmte Produkte einzunehmen. Jedoch nicht auf Verdacht, sondern nur in Absprache mit einem Arzt.
Nach Absprache mit einem Arzt Ihres Vertrauens gibt es jedoch Situationen, in denen eine Nahrungsmittelergänzung durchaus sinnvoll sein kann:
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