Die Bedeutung der legendären Haargel-Szene in "Verrückt nach Mary"

Der Film "Verrückt nach Mary" aus dem Jahr 1998 ist eine schrille Komödie, die mit ihrem derben Humor die Lachmuskeln des Zuschauers erreicht. Die scheinbar banale Story von Trottel und Traumfrau wird in "Verrückt nach Mary" erstaunlich unterhaltsam umgesetzt.

Viele Szenen machen den typisch brachialen Ben-Stiller-Humor aus und sind längst zum Klassiker geworden: der teuflische Reißverschluss, der wildgewordene Köter, das biologisch abbaubare Haargel. Dazu kommt in "Verrückt nach Mary" der erstaunliche Mut zur Hässlichkeit und Peinlichkeit bei allen (mitunter hoch dekorierten) Hauptdarstellern.

Vor allem eine feine Balance zwischen Kalauer und Cleverness, die etwa in den famosen Gastauftritten von Jonathan Richman als postmodernem Bänkelsänger deutlich wird - und auch in dem Mut des Films, trotz des vagen Grundkonzepts als romantische Komödie keinerlei Rücksicht auf Political Correctness zu nehmen.

Im Gespräch mit FOX News bekannte Cameron Diaz, dass sie die Rolle in "Verrückt nach Mary" beinahe abgelehnt hätte. Offenbar befürchteten ihre Manager, der oft recht derbe Humor des Films könne für ihre Hollywood-Karriere das Aus bedeuten. Vor allem vor der berühmt-berüchtigten "Haargel"-Szene hatte Diaz Bammel: "Ich wollte sie nicht drehen, weil ich Angst hatte, damit Mary zu diskreditieren."

Den Regisseuren Bobby und Peter Farrelly gelang es, ihre weibliche Hauptdarstellerin umzustimmen - und heute findet Cameron Diaz nur lobende Worte für den Film: "Es war der Höhepunkt meiner Karriere und meines persönliches Lebens", so die 36-Jährige.

Allein in den USA spielte "Verrückt nach Mary" 1998 über 170 Millionen Dollar ein. Weltweit spielte der Film über 370 Millionen US-Dollar ein.

Die Geschichte beginnt in den 80ern. Der schüchterne Teenager Ted Stroehmann ist ein Außenseiter an der Highschool. Trotz seiner Schüchternheit gewinnt Ted Mary als Begleitung für den Schulabschlussball. Mary ist freundlich, bodenständig und mitfühlend.

Der Abschlussball geht schief. Als Ted bei Mary zu Hause auftaucht, um sie abzuholen, passiert eine der bekanntesten und lustigsten Szenen des Films: Ted bleibt mit seinem Reißverschluss an seiner Hose hängen und klemmt sich dabei seine Genitalien ein. Das führt zu einem peinlichen Zwischenfall.

Die Polizei, Sanitäter und Nachbarn kommen, um das „Problem“ zu lösen. Ted muss ins Krankenhaus. Nach diesem Vorfall verliert Ted den Kontakt zu Mary.

Die Geschichte spielt jetzt, 13 Jahre später. Ted ist ein einsamer Single, der immer noch von Mary besessen ist. Für ihn ist sie die Frau seines Lebens. Ted beauftragt einen Privatdetektiv, Mary in Florida aufzuspüren.

Pat Healy findet sie und verliebt sich in sie. Er belügt Ted, um seine Chancen bei ihr zu verbessern. Er sagt, Mary sei übergewichtig und drogensüchtig und habe mehrere Kinder. Pat nutzt die Infos, die er durch die Überwachung von Mary bekommen hat, um sich als der „perfekte Mann“ zu präsentieren.

Er gibt vor, auch ehrenamtlich mit behinderten Kindern zu arbeiten und ihre Interessen zu teilen. Ted findet jedoch heraus, dass Pat ihn belogen hat, und beschließt, Mary selbst zu besuchen.

Das Studio war von der Idee der Farrelly Brüder, Ben Stiller zu casten, zunächst nicht besonders angetan. Die beiden schlugen daraufhin Owen Wilson als Hauptdarsteller vor. Diesen Vorschlag fand das Studio jedoch noch schlimmer - und Ben Stiller wurde letzten Endes doch als Ted Stroehmann gecastet.

Auch wenn es in dieser Komödie ein paar romantische Szenen gibt: mit der landläufigen romantischen Komödie hat dieser Film wirklich nichts gemein. Er tritt vielmehr in die Fußstapfen von Filmen wie "Verrückt nach Mary" und "Road Trip" und sprengt diese gleichzeitig.

Was bei "Verrückt nach Mary" noch der Höhepunkt war (Mary hält Teds Sperma für Haargel und stylt sich damit eine Beton-Tolle) ist hier Dauerfeuer. Interessanterweise ist das Drehbuch von einer Frau ("South Park" Autorin Nancy M. Piemental) geschrieben worden, die dann auch gleich mit einigen Klischees aufräumt und deren derber Sex einen ungewöhnlich ehrlichen Blick auf das Thema Männer und Beziehungen aus weiblicher Perspektive wirft.

Das der Film nicht in die stumpfe "Schlampen-Ecke" abdriftet, liegt erstens daran, dass es neben schönen Frauen und groben Sex-Lachern noch jede Menge "echte" Comedy in allen Variationen gibt, und zweitens an dem großartigen Zusammenspiel von Cameron Diaz ("Vanilla Sky", "Drei Engel für Charlie") und Christina Applegate ("Eine schreckliche nette Familie", "Mars Attacks").

Mit der scheinbar braveren Selma Blair ("Eiskalte Engel") verkörpern sie das charmante Freundschafts-Trio der erfolgreichen, partymachenden Frauen so realistisch, dass es nicht verwunderlich wäre, wenn sie einfach sich selbst darstellten.

Ihren Charme kann sie denn auch immer dann am besten transportieren (anders als in "Die Maske"), wenn sie neben dem guten Aussehen auch komisch sein darf, wobei sie keine Hemmungen hat, sich selbst auch unvorteilhaft in Szene setzen zu lassen. So selbstbewusst sind wenige Hollywood-Kolleginnen, zwar Drew Barrymore, nicht aber Lucy Liu (in "Drei Engel für Charlie").

Die Farrelly-Brüder inszenierten endlich einmal wieder eine Komödie, die mit ihrem Humor die Lachmuskeln des Zuschauers auch erreicht. Dabei macht "Verrückt nach Mary" aus einer mageren Story recht viel und dosiert besonders schamlose Gags kompatibel auf einzelne Sinnabschnitte.

So beginnt der Film in der Teenagerzeit von Mary und Ted, in der die Darsteller sich bewusst übertrieben in hipper Erscheinung präsentieren. Allein einige Frisuren und nicht zu vergessen ein Ben Stiller mit Zahnspange sind schon ein Genuss. Für den dünnen Handlungsstrang von Bedeutung ist zu Anfang natürlich das Kennenlernen von Mary und dem schüchternen Ted, der seine Chance noch vor dem Abschlussball mit einem äußerst schmerzvollen Missgeschick versiebt und seine Traumfrau eine lange Zeit nicht mehr wiedersehen sollte, bis er schließlich nach einigen Jahren die Initiative ergreift und sie sucht.

Der Humor lässt tatsächlich mehrere herzhafte Lacher zu, auch wenn deren Ursache meist Gags der geschmacklosen Herkunft sind. Das eingeklemmte beste Stück, sowie das Spektakel das daraus gemacht wird und die Haargel-Wichse-Szene sind wahrhaft amüsant, obwohl die Strapazen mit dem Hund, der entweder wiederbelebt werden muss oder auf Speed ist, auch ihre Qualitäten haben. Dazu kommen noch lustige Figuren, wie der an Ausschlag leidende Freund, die Fake-Architekten oder Brathühnchen Magda.

Zwei Punkte fallen jedoch auch negativ auf: Das wäre zum Einen die Darstellung des geistig beminderten Warren, die schon ziemlich hart an die Grenze der Verarschung von Behinderten geht und nicht hätte sein müssen. Zum anderen ist in der deutschen Fassung bei den Musikstücken, die mitten im Film platziert und extra eingedeutscht wurden, was aufgrund des nun mangelnden Witzes der Texte überflüssig war, die Synchronisation in punkto Lippenübereinstimmung absolut grausig und keineswegs kongruent.

Die berühmte Haargel-Szene

Eine der bekanntesten und meistzitierten Szenen ist die, in der Mary (Cameron Diaz) eine Substanz (Sperma) als Haargel verwendet, die aus einem Missgeschick von Ted stammt.

Fast hätte "Verrückt nach Mary" ohne Cameron Diaz auskommen müssen: Die Schauspielerin hatte Bedenken vor der legendären Haargel-Szene.

Marys kleiner Terrier „Puffy“ sorgt mit seinen wilden, unrealistischen Bewegungen (die mit animatronischer Technik und Spezialeffekten erzielt wurden) für viele Lacher.

Der Charakter Warren, Marys Bruder mit geistiger Behinderung, wurde bewusst respektvoll geschrieben. Die Farrelly-Brüder wollten sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen nicht das Ziel von Witzen sind.

Die Szene, in der Ted (Ben Stiller) seinen Hosenreißverschluss schließt und dabei seine Genitalien einklemmt, gilt als eine der legendärsten und schmerzhaftesten Slapstick-Szenen der Filmgeschichte.

Fun Fact: Die Genitalien, die man in der Szene sieht, sind künstlich angefertigte Requisiten.

Besetzung und Produktion

  • Regie und Autoren: Der Film wurde von den Brüdern Peter und Bobby Farrelly inszeniert, die bekannt für ihren eigenwilligen, oft derben Humor sind.
  • Drehbuch: Ed Decter, John J.
  • Produktion: Frank Beddor, Bradley Thomas, Charles B.
  • Markie Post als Mrs. W.
  • W. Earl Brown spielt Marys Bruder Warren, der eine geistige Behinderung hat.
  • Jonathan Richman tritt als musikalischer Erzähler in Erscheinung.

Hinter den Kulissen

  • Gedreht wurde in Providence, Rhode Island, sowie an mehreren Orten in Florida (unter anderem Miami).
  • Ursprünglich wurden andere Schauspielerinnen wie Courteney Cox und Sarah Jessica Parker für die Rolle der Mary in Betracht gezogen.
  • Für die Rolle des Ted waren Schauspieler wie Owen Wilson, Jon Stewart und sogar Jim Carrey im Gespräch.
  • Die Figur des singenden Erzählers, der die Handlung in Form von Musik begleitet, war eine innovative Idee der Farrelly-Brüder.

Einfluss auf die Popkultur

Die besten Filme aller Zeiten zeichnen sich unter anderem durch One Liner aus, die wir sofort mit der Szene assoziieren, in der sie gefallen sind. Es handelt sich bei ihnen um Sätze, die uns umgehend zum Staunen oder Lachen bringen, uns motivieren oder traurig stimmen.

Einige von ihnen haben sich in der Popkultur etabliert, werden beständig referenziert, sind möglicherweise sogar Dreh- und Angelpunkt von ganzen Merchandising-Strategien.

Die legendäre Haargel-Szene aus "Verrückt nach Mary" hat sich tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt und wird auch heute noch oft zitiert und parodiert. Sie steht exemplarisch für den unkonventionellen und tabubrechenden Humor des Films, der ihn zu einem Kultklassiker gemacht hat.

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Mickey Rourke und die "Verrückt nach Mary"-Frisur

Wie sieht Hollywoodstar Mickey Rourke (63, „The Wrestler“) hier denn bitte aus? Und nein, wir meinen nicht sein operiertes Gesicht …Es geht um Mickeys Frise, die uns extrem an eine legendäre Filmszene mit Cameron Diaz erinnert.

Erinnern Sie sich noch an den Film „Verrückt nach Mary“ (1998)? In der schrillen Komödie mit Ben Stiller schmierte sich Cameron Diaz Sperma ins Haar, weil sie es für Haargel hielt - und kreierte so ungewollt eine einzigartige Frisur, über die sich die Zuschauer scheckig lachten.

Nun ja, als sich Mickey Rourke am Wochenende mit ähnlicher Tolle in Grau auf den Weg in den „Bootsy Bellows“-Nachtclub (Los Angeles) machte, musste man unweigerlich an diese berühmte Filmszene denken. Da konnten auch Rourkes offene Jacke und seine vielen Tattoos nicht ablenken.

Das FINALE..wird kontrovers! - Die besten Filme aller Zeiten - Platz 10-1

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