Veganes Haarwachs erfreut sich wachsender Beliebtheit, da immer mehr Menschen Wert auf tierversuchsfreie und umweltfreundliche Produkte legen. Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe von veganem Haarwachs mit Matt-Effekt, untersucht potenzielle Schadstoffe und gibt Empfehlungen für umweltbewusste Verbraucher.
Veganismus ist eine Lebens- und Ernährungsweise, bei der auf den Konsum von Produkten verzichtet wird, die tierischen Ursprungs sind oder Bestandteile tierischen Ursprungs beinhalten. Dazu zählen Lebensmittel und Kosmetika, die Inhaltsstoffe aus Fleisch, Fisch, Meerestieren, Milch, Ei und Honig enthalten. Veganismus wird meistens aus gesundheitlichen Aspekten und ethischer Überzeugung betrieben. Gründe dafür können unter anderem Tierschutz, Tierrecht und Umweltschutz sein.
Veganes Haarwachs mit Matt-Effekt zeichnet sich durch spezielle Inhaltsstoffe aus, die für den gewünschten Look und Halt sorgen. Ein Beispiel ist das Dick Johnson Ghost Clay Haarwachs auf Ton-Basis. Die spezielle Tonerde verleiht dem Haar einen glatten, matten Look und flexiblen, natürlichen Halt. Das Wachs lässt sich extrem schnell auftragen und hat eine weiche, samtige Konsistenz, die unter keinen Umständen verklumpt oder klebt. Ghost Clay eignet sich am besten für kurze bis mittellange Frisuren, bei denen ein lockeres, natürliches Aussehen gewünscht ist. Das Produkt kann aber auch bei langem Haar verwendet werden, um Kräuseln zu reduzieren. Ghost Clay wird mit den Fingern aufgetragen, so dass du für dieses Produkt nicht unbedingt einen Kamm benötigst.
Verwende Ghost Clay immer auf trockenem Haar, da du auf diese Weise ein natürlicheres Aussehen erreichst und der Matteffekt verstärkt wird. Der Duft von Ghost Clay ist frisch, süß und sehr angenehm.
Ein weiteres Beispiel für veganes Haarwachs ist das Produkt von Greendoor, das folgende Eigenschaften aufweist:
Die ausgewogene Rezeptur mit Bio Sojawachs und Bienenwachs verleiht Deinem Haar einen perfekten Style. Bio Cocosöl virgin, Bio Macadamianussöl und Bio Jojobaöl schützen und pflegen Dein Haar zusätzlich.
Entnimm mit Hilfe eines Fingernagels eine kleine Menge Haarwachs aus dem Tiegel, verreibe das Wachs in der Handfläche und knete das Haarwachs in die Haare ein, um den gewünschten Look zu formen. Dieses Haarwachs ist auch für das Finishing für Bartträger geeignet.
Bei erster Entnahme ist die Oberfläche des Haarwachses noch hart. Etwa kirschengroße Menge aus dem Behälter nehmen. In der Handfläche verreiben und ins trockene oder nasse Haar einarbeiten.
Das Haarwachs befeuchtet die Haare beim Auftragen zunächst leicht. Innerhalb kurzer Zeit verdunstet das Wasser im Haarwachs und bietet nun vollen Halt und volles Volumen. Ein erneutes Nachstylen nach dem Trocknen wird empfohlen. Das Haarwachs bietet starken Halt und kann deswegen auch für mittellange Haare sehr gut verwendet werden. Insgesamt ist das Haarwachs vor allem für trockene matte Looks geeignet. Das Wachs gibt viel Halt und erzeugt auch spürbar Volumen, wenn man durch die Haare fährt.
Öko-Test hat rund 50 Haarwachse und Haargele auf Schadstoffe untersucht. Insgesamt untersuchten die Tester:innen 51 Haarstylingprodukte - davon neun zertifizierte Naturkosmetik-Produkte - auf Inhaltsstoffe und Problemstoffe. Die Tester:innen prüften dabei, ob Formaldehyd, halogenorganische Verbindungen, PEG-Verbindungen, bedenkliche UV-Filter, Mikroplastik, Mineralölrückstände sowie problematische Konservierungsstoffe oder Duftstoffe (etwa Moschusdüfte) enthalten sind.
Das Ergebnis bei Öko-Test fällt sehr gemischt aus: 19 Haarwachse und -gele sind „gut“ oder „sehr gut“, darunter viele Naturkosmetik-Produkte. Vor allem Haarstyling-Produkte mit einem Naturkosmetik-Siegel konnten bei Öko-Test überzeugen. Sie enthielten zwar wie alle Produkte Parfüm, waren aber frei von bedenklichen Inhaltsstoffen.
Deutlich schlechter schnitten viele bekannte konventionelle Produkte ab. Die Mängelliste bei Öko-Test ist lang: synthetische Polymere - also flüssige Kunststoffe auf Erdölbasis - steckten in fast allen Pasten, Pomaden, Wachsen und Gelen. Die Kunststoffe sorgen dafür, dass die Haare standhaft und fest bleiben. Doch beim Haarewaschen gelangt das (Mikro-)Plastik in die Umwelt und ist dort teils nur schwer abbaubar.
Auch Paraffine fand das Labor in vielen Haarstyling-Produkten im Test. Sie sollen die Haare in Form halten. Doch Paraffine basieren auf Mineralöl und damit auf Erdöl. Laut Öko-Test können sich die Fette „in Leber, Niere oder Lymphknoten sammeln“. Zudem ist eine Verunreinigung mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), einem Mineralölbestandteil, möglich. MOAH stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.
Drei Produkte im Test enthielten zudem Formaldehyd bzw. -abspalter; ein Konservierungsstoff, den Öko-Test kritisiert. Die Verbraucherschützer:innen warnen, dass Formaldehyd Kontaktallergien auslösen kann und bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizt.
Öko-Test kommt zu folgendem Schluss: Der Preis ist für ein gutes Haarwachs und Haargel nicht unbedingt entscheidend. Bereit vor zwei Jahren hat Öko-Test Haarstylingprodukte im Labor prüfen lassen. Damals schnitten ebenfalls viele Naturkosmetik-Haarwachse und -gele „sehr gut“ ab.
Flüssige, gel- oder wachsartige Polymere können über die Abwässer in die Umwelt gelangen, da sie durch Kläranlagen nicht immer vollständig gefiltert werden. Viele synthetische Polymere sind geladen und ziehen im Wasser nicht nur verschiedene Giftstoffe an, sondern werden auch von Wasserlebewesen aufgenommen oder lagern sich an ihre Kiemen. So gelangen sie durch den Verzehr von Meerestieren wieder in unseren Nahrungskreislauf. Klärschlämme werden teilweise auch auf Felder ausgebracht.
Als „Mikroplastik“ werden alle festen Kunststoffpartikel mit einer Größe von weniger als 5 mm bezeichnet. Sie gehören zu der Gruppe der synthetischen Polymere. Synthetische Polymere aber können vielseitige Formen und Eigenschaften haben. Eine Unterscheidung zwischen festem Mikroplastik bzw. flüssigen/gelösten/gel-oder wachsartigen Polymeren ist sehr wichtig. Denn viele dieser Stoffe sind in der Umwelt ebenso schwer abbaubar, wie feste Plastikpartikel.
Meist aus billigem Erdöl hergestellt sind diese Stoffe ein Ersatz für hochwertige pflanzliche Öle. Paraffine sind eine Sammelbezeichnung für unzählige künstliche Stoffe, darunter auch Vaseline, die breite Verwendung in Kosmetika und Arzneimitteln finden. Von einigen Paraffinen weiß man, dass sie sich in Leber, Niere und Lymphknoten anreichern können.
Cyclische Siloxane (D4, D5, D6) stehen auf der Liste besonders besorgniserregender Stoffe der EU, da sie als umweltgefährdend, persistent und bioakkumulierend gelten. Sie verbleiben lange in der Umwelt und reichern sich in Organismen an; einige werden zudem als hormonell wirksam eingestuft. Die Verwendung von D4 und D5 in abwaschbaren Produkten ist bereits seit 2020 weitgehend untersagt. Ab 6. Juni 2026 dürfen Produkte mit einem Gehalt von 0,1 % oder mehr dieser Stoffe in der EU nicht mehr verkauft oder eingesetzt werden, wobei für bestimmte Bereiche wie Kosmetik (Frist bis 2027) und Medizinprodukte (Frist bis 2031) Übergangsregelungen bestehen.
PEG/PEG-Derivate verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett. Diese Stoffe können die Haut durchlässiger machen und Schadstoffe in den Körper einschleusen.
Bildung von Nitrosaminen möglich. Nitrosamine gehören zu den am stärksten Krebs erregenden Substanzen.
Folgender Inhaltsstoff ist aus Bestandteilen der Ölpalme hergestellt: PEG-100 stearate. Folgende Inhaltsstoffe können aus Bestandteilen der Ölpalme hergestellt sein: Cetearyl alcohol, Glycerin, Cetylalcohol, Glyceryl Stearate, Isopropyl Myristate, Caprylyl Glycol.
Um Platz für Ölpalmplantagen zu schaffen, werden grosse Flächen von Regenwäldern gerodet. In Indonesien sind bereits über zwei Drittel der Regenwälder zerstört und zahllose Lebewesen vom Aussterben bedroht. Besonders der Orang-Utan, der weltweit nur in den Regenwäldern von Sumatra und Borneo vorkommt, ist in akuter Gefahr. Die Zahl der wild lebenden Sumatra Orang-Utans ist seit 1900 um 91% gesunken. Seit 2016 gilt auch der Borneo Orang-Utan als unmittelbar vom Aussterben bedroht.
Durch die Waldzerstörung wird so viel Kohlendioxid freigesetzt, dass Indonesien zum drittgrössten Treibhausgasemittenten geworden ist - nach den USA und China. Dabei kommt ein grosser Teil des CO2 Ausstosses von der Zerstörung der Torfgebiete. Diese speichern riesige Mengen von Kohlenstoff.
Für den Anbau von Ölpalmen werden die Torfböden entwässert, wobei Kohlendioxid und Methangas freigesetzt wird. Zusätzlich wird bei der Brandrodung und den damit einhergehenden, alljährlichen Torf- und Buschbränden viel CO2 emittiert. Die Waldbrände in Indonesien im Jahr 2015 setzten mehr klimaschädliches CO2 frei als zeitgleich die ganzen USA. Um den Klimawandel zu stoppen, ist deshalb ein Moratorium auf die Zerstörung von Regenwäldern und Torfgebieten notwendig.
Die Ausdehnung der Palmölplantagen führt immer wieder zu sozialen Konflikten. Die einheimische Bevölkerung verliert ihr Land, welches ihnen als Lebensgrundlage dient, an die Palmölindustrie.
Achte beim Kauf von Haarwachs auf Inhaltsstoffe und berücksichtige die Umweltaspekte, um eine nachhaltige Wahl zu treffen.
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