Viele Menschen suchen nach einer Möglichkeit, ihre Haare zu färben, ohne auf chemische Substanzen zurückgreifen zu müssen. Insbesondere bei der Grauabdeckung sind natürliche und vegane Alternativen gefragt. Dieser Artikel beleuchtet die besten veganen Haarfarben zur Grauabdeckung, basierend auf aktuellen Tests und Bewertungen.
Pflanzenhaarfarben bestehen aus fein vermahlenen Pflanzenteilen wie Henna, Indigo, Cassia, Amla oder Walnussschale. Die natürlichen Pigmente dieser Pflanzen verbinden sich mit der Keratinschicht des Haars und legen sich wie ein schützender Film darum - ganz ohne das Haar zu schädigen. Im Gegensatz zu chemischen Haarfarben wird das Haar nicht geöffnet oder gebleicht.
Neben echten Pflanzenhaarfarben, die tatsächlich aus zermahlenen Blättern, Blüten oder Wurzeln bestehen, gibt es in Reformhaus, Drogerie & Co. Letztere können zwar durchaus viele Pflanzenzusätze enthalten, aber auch mit harter Chemie daherkommen. Auch bei Begriffen wie „Natur-„, „Bio-“ oder „Öko-Haarfarbe“ geht es nach unseren Erfahrungen ziemlich durcheinander. Letztere werben mitunter mit blumigen Versprechen („Von der Natur inspirierte Farben, angereichert mit natürlichen, biologischen Pflanzensamenölen“ usw.), entpuppen sich beim Blick auf die INCI-Liste aber als konventionelle chemische Oxidationsfarben.
Wer seine Haare regelmäßig färben möchte, dabei aber auf Chemie verzichten will, für den sind pflanzliche Haarfarben eine Alternative: Sie sind unbedenklich, nachhaltig und färben Haare besonders schonend. So sind sie mitunter auch für Allergiker geeignet.
Anders als chemische Haarfarbemittel greifen sie nicht in die Haarstruktur ein und schonen die Haare daher. Da sie zu 100 Prozent aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen, sind sie auch besonders umweltfreundlich und für Veganer, Jugendliche unter 16 Jahren und schwangere beziehungsweise stillende Personen geeignet. Auch viele Allergiker können sie anders als Permanentfarben verwenden.
Allerdings können auch Naturhaarfarben ein schönes und lang anhaltendes Färbeergebnis zaubern. Wer seine Haare möglichst schonend färben will, der sollte zu pflanzlichen Färbemitteln greifen. Doch aufgepasst: Nicht jedes pflanzliche Färbemittel ist frei von kritischen Stoffen. Auch Naturhaarfarben können entgegen der Erwartung viele kritische Stoffe enthalten, die für Ihr Haar und die Kopfhaut schädlich sind.
Für die "test"-Ausgabe 03/2022 hat die Stiftung Warentest untersucht, wie gut Naturhaarfarben aus Pflanzen inzwischen sind. Erfreulich: Die getesteten Öko-Farben halten so gut wie Permanentfarben, allerdings haben sie nur eine begrenzte Grauabdeckung. Wir zeigen die Ergebnisse und Sieger des Pflanzenhaarfarbe-Tests.
Für Ihren Pflanzenhaarfarbe-Test hat die Stiftung Warentest sechs Naturhaarfarben in hell- bis mittelbraunen Tönen von Herstellern wie Logona, Khadi und Garnier untersucht. Die pflanzlichen Öko-Farben wurden im Friseurtest auf ihr Färbeergebnis hinsichtlich Farbgenauigkeit, Gleichmäßigkeit und Grauabdeckung untersucht. Auch der Zustand der Haare nach dem Färben sowie der Farberhalt wurden ebenso wie die Anwendung berücksichtigt. Zuletzt achteten die Prüfer auch auf kritische Inhaltsstoffe, die Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung sowie die Deklaration und Werbeaussagen.
Erfreulicherweise schneiden vier von sechs untersuchten Naturhaarfarben im Test "gut" ab. Vorn liegen die Produkte Color Herbalia 100% Pflanzenhaarfarbe & Reichhaltige Pflegekur von Garnier und das Pflanzen Haarfarbe Pulver von Logona Naturkosmetik. Sie erhalten bei der Stiftung Warentest als Testsieger die Gesamtnote "gut (2,2)". Nur knapp dahinter folgen mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,3)" die Pflanzenhaarfarbe von Khadi Naturkosmetik und die 100% Pflanzenhaarfarbe von Sante Naturkosmetik. Die geprüften Produkte der Drogeriekette Müller und von Schwarzkopf, das ein verbotenes Pestizid enthält, erreichen immerhin noch ein "Befriedigend".
Das Testergebnis: Mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,2)" landet die Öko-Haarfarbe von Garnier auf dem geteilten ersten Platz. Das Pulver sorgt den Prüfern zufolge für den besten Zustand der frisch gefärbten Haare: Sie überzeugen mit Kämmbarkeit, Griff und Glanz.
Produktdetails: Die Pflanzenhaarfarbe Color Herbalia von Garnier sorgt für natürlich aussehendes Haar mit gesundem Glanz. Sie färbt Haare schonend und mit sanfter Grauabdeckung. Das vegane Pulver enthält ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe wie Henna und Indigo, Kokosnussöl und ätherische Öle und kommt als einziges getestetes Öko-Produkt mit einer pflegenden Haarkur daher. Es ist auch für bereits gefärbtes oder chemisch behandeltes Haar geeignet. Die Pflanzenfarbe von Garnier ist in acht verschiedenen Farbtönen erhältlich.
Das Testergebnis: Die pflanzliche Farbe von Logona Naturkosmetik erhält von der Stiftung Warentest ebenfalls die Gesamtnote "gut (2,2)" und ist damit ebenfalls Testsieger. Das Pulver zum Haarefärben in dem Farbton Nussbraun erzielt beim Färben die besten Ergebnisse im Test.
Produktdetails: Die Haarfarbe von Logona Naturkosmetik besteht aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffe, die das Haar schon beim Färben pflegen. Durch sie ist die Naturhaarfarbe besonders schonend und versorgt die Haare zusätzlich mit Nährstoffen, fördert das Volumen und sorgt für Glanz. Im Farbton Nussbraun eignet sich das Pulver vor allem für mittelblondes bis braunes Haar. Das Ergebnis kann laut Hersteller mit der Einwirkzeit und auch durch Mehrfachfärbung auf Wunsch angepasst werden. Die Öko-Farbe von Logona ist in zwölf Nuancen erhältlich.
Hinweis: Die pflanzliche Naturhaarfarbe von Logona in Nussbraun wird laut Stiftung Warentest nicht mehr hergestellt und ist nur noch in Restbeständen verfügbar. Andere Farbtöne der Pflanzenfarbe wie etwa Kastanienbraun sind jedoch weiterhin verfügbar.
Das Testergebnis: Knapp hinter den Testsiegern von Logona und Garnier liegt bei der Stiftung Warentest die Öko-Farbe von Khadi Naturkosmetik, die mit der Note "gut (2,3)" auf dem geteilten zweiten Platz landet. Sie schneidet im Prüfpunkt Farberhalt als beste Pflanzenhaarfarbe im Test ab.
Produktdetails: Auch die Naturhaarfarbe von Khadi ist pflanzlich, vegan und frei von synthetischen Inhaltsstoffen. Das Pulver aus Henna, Indigo und Co. kommt zudem aus kontrolliert biologischem Anbau. Es ist für alle Haartypen geeignet und kann auch zum Vorpigmentieren genutzt werden. Das Ergebnis hängt von der Ausgangsfarbe, dem Grauanteil sowie der Einwirkzeit ab. In jedem Fall sorgt das Produkt laut Hersteller jedoch für Glanz, Volumen und strahlende Farben. Auch die Pflanzenhaarfarbe von Khadi ist in verschiedenen Tönen erhältlich.
Das Testergebnis: Auch die Pflanzenfarbe von Sante liegt auf dem zweiten Rang (Note "gut (2,3)"). Sie ist nicht nur eins der günstigsten Produkte im Test, sondern schneidet auch bei der Anwendung besser ab als die Konkurrenz von Garnier, Logona und Khadi.
Produktdetails: Die zertifizierte Naturkosmetik von Sante sorgt für lang anhaltende Farbe, mehr Volumen und pflegt das Haar beim Färben. Das Pulver besteht wie die anderen Produkte aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Henna, Kräutern und Weizenproteinen, die dem Haar Glanz verleihen. Die Ergebnisse beim Färben hängen von der ursprünglichen Haarfarbe, der Einwirkzeit sowie der Haarstruktur und den Pflegegewohnheiten ab. Die schonende Öko-Naturhaarfarbe ist in sieben Farbtönen verfügbar, in Nussbraun ist sie ideal für mittelblondes bis braunes Haar.
Die Stiftung Warentest hat auch Oxidationshaarfarben geprüft. Viele solche Haarfarben im Test schnitten insgesamt gut ab, darunter eine besonders günstige für knapp 3 Euro pro Packung. Auch Intensivtönungen arbeiten mit Oxidationsmitteln, waschen sich im Laufe der Zeit aber wieder aus.
Neben den Testsiegern gibt es weitere Marken und Produkte, die sich durch ihre Qualität und Wirksamkeit auszeichnen:
Die Anwendung von Naturhaarfarben aus Pflanzen in Pulverform ist immer ähnlich:
Da Haare sich in Struktur und Farbe unterscheiden, können auch die Ergebnisse beim Färben mit natürlichen Farben variieren. Wer sichergehen möchte, den richtigen Farbton gewählt zu haben, testet das gekaufte Produkt am besten zunächst an einer unauffälligen Stelle.
Grundsätzlich kann jeder die Pflanzenhaarfarben aus dem Test verwenden. Besonders stark bieten sie sich für alle an, die keine großen Veränderungen anstreben möchten. Eine Änderung der Farbstufe ist möglich, Aufhellen oder Blondieren dagegen nicht. Dafür sind herkömmliche Farben mit chemischen Inhaltsstoffen notwendig. Ebenfalls gut eignen sich die Öko-Haarfarben für Personen mit nur wenigen grauen Haaren, denn dann funktioniert die Grauabdeckung. Auch Veganer sowie Personen unter 16 Jahren können die Naturhaarfarben aus Pflanzen problemlos anwenden. Für Allergiker sind sie eher geeignet als Permanentfarben, da ihr allergenes Potenzial laut Stiftung Warentest deutlich geringer ist.
Pflanzenhaarfarben ermöglichen im Vergleich zu herkömmlichen Haarfarben kleinere Farbwechsel: Sie färben Haare nicht einheitlich durch, stattdessen bestimmt die Ausgangshaarfarbe das Ergebnis mit. Deshalb ist auch die Grauabdeckung schwächer als bei Oxidationshaarfarben.
Der Markt für Pflanzenhaarfarben wächst - doch nicht jedes Produkt hält, was es verspricht. Viele vermeintlich „natürliche“ Farben enthalten synthetische Zusatzstoffe oder wurden nicht streng kontrolliert. Umso wichtiger ist es, beim Kauf auf folgende Kriterien zu achten:
Vermeiden Sie Produkte, die folgende Inhaltsstoffe enthalten:
Je kürzer die INCI-Liste, desto besser.
Auch Naturprodukte können Schädliches für Natur und Mensch bergen. Die Stiftung Warentest wies Arsen und Schwermetalle nach, in einigen Farben auch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Ein Markenprodukt enthielt sogar ein laut EU-Kosmetikverordnung verbotenes Pestizid.
In der Naturhaarfarbe von Schwarzkopf konnten Rückstände mehrerer Pestizide, darunter das laut EU-Kosmetikverordnung verbotene Monocrotophos nachgewiesen werden - allerdings in sehr geringen Konzentrationen.
Reines Aufhellen ist mit Pflanzenhaarfarbe nicht möglich, da sie das Haar nicht chemisch aufhellt. Sie eignet sich jedoch hervorragend, um Blondtöne zu veredeln, einen goldenen Glanz zu zaubern oder den Farbton leicht zu verändern.
Ja, das ist möglich. Allerdings können die Ergebnisse je nach Haarstruktur und Restpigmenten variieren. Bei stark geschädigtem oder sehr hellem Haar empfiehlt sich eine Strähnenprobe, um ungewollte Farbergebnisse auszuschließen.
Pflanzenhaarfarben enthalten keine synthetischen Farbstoffe oder Oxidationsmittel und sind daher in der Regel sehr gut verträglich. Dennoch können auch pflanzliche Inhaltsstoffe allergische Reaktionen auslösen. Ein Allergietest in der Armbeuge vor der ersten Anwendung wird daher empfohlen.
Da sie das Haar nicht schädigt, kann Pflanzenhaarfarbe im Prinzip so oft angewendet werden, wie gewünscht. Viele Anwender frischen den Farbton alle 3-4 Wochen auf. Wer den Farbglanz zwischendurch verstärken möchte, kann auch nach zwei Wochen nachfärben.
Ja, Pflanzenhaarfarben gelten als unbedenklich in der Schwangerschaft, da sie frei von Ammoniak, Peroxiden und anderen aggressiven Chemikalien sind. Dennoch empfiehlt es sich, Produkte mit möglichst wenigen Zusatzstoffen zu wählen und auf die individuelle Verträglichkeit zu achten.
Tipp: Haarewaschen strapaziert gefärbtes Haar. Verwenden Sie mild reinigendes Kindershampoo. Denn für spezielle Farbschutzshampoos im Test hieß es überwiegend mangelhaft.
In der folgenden Tabelle sind die Bewertungen für sechs Naturhaarfarben, darunter Produkte von Garnier, Khadi, Logona und Sante zusammengefasst:
| Marke | Produkt | Bewertung | Preis |
|---|---|---|---|
| Garnier | Color Herbalia | Gut (2,2) | 4,00 - 10,40 Euro |
| Logona | Pflanzen Haarfarbe Pulver | Gut (2,2) | 4,00 - 10,40 Euro |
| Khadi | Naturkosmetik Pflanzenhaarfarbe | Gut (2,3) | 4,00 - 10,40 Euro |
| Sante | Naturkosmetik Pflanzenhaarfarbe | Gut (2,3) | 4,00 - 10,40 Euro |
tags: #vegane #haarfarbe #grauabdeckung #test
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