Enthaarungscremes im Test: Inhaltsstoffe und Empfehlungen

Enthaarungscremes sind eine beliebte Methode, um unerwünschte Körperhaare an Achseln, Beinen und im Intimbereich zu entfernen und so für glatte Haut zu sorgen. Im Gegensatz zur Nassrasur kommt es bei der chemischen Enthaarung nicht zu Verletzungen, und es dauert länger, bis wieder Stoppeln kommen. Allerdings können die enthaltenen Wirkstoffe die Haut reizen.

Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe von Enthaarungscremes, mögliche Risiken und gibt Empfehlungen für verschiedene Produkte, einschließlich der bekannten Marke Veet.

Wirkungsweise von Enthaarungscremes

Enthaarungscremes wirken mit Salzen der Thioglykolsäure (Thioglykolat), die die Hornschicht der Haare auflöst, sodass diese sich nach der Einwirkzeit abschaben lassen. Die »Zauberzutaten« für Enthaarungsmittel heißen Thioglykolsäure und Natriumhydroxid. Im Zusammenspiel entwickeln beide eine chemische Reaktion - das Haar löst sich. Das Natriumhydroxid, auch unter der Bezeichnung Ätznatron bekannt, sorgt nämlich dafür, dass der Säureschutzmantel der Haut durchlässig wird. Als Folge quellen die Poren auf, und die Haut ist aufnahmebereit für die Thioglykolsäure. Die Wurzel wird nicht entfernt, aber der sichtbare Teil der Haare. Die Körperhaare können nun mit einem Spatel entfernt und abgespült werden. Hände waschen nach der Anwendung nicht vergessen!

Dieser Hinweis ist sinnvoll, denn neben dem erwünschten Effekt können die Säure und ihre Salze aber auch zu Hautirritationen führen und die Haut möglicherweise sensibilisieren.

Bedenkliche Inhaltsstoffe in Enthaarungscremes

Bei Tests von Enthaarungscremes wurden verschiedene bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden, die Anlass zur Sorge geben:

  • Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH): Unter den MOAH können sich krebserregende und erbgutschädigende Substanzen befinden.
  • Umstrittene Duftstoffe Tonalid und Cashmeran: Beide reichern sich im menschlichen Fettgewebe an. Tonalid steht zudem im Verdacht, das Hormonsystem beeinträchtigen zu können.
  • PEG-Verbindungen: Können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.
  • Kunststoffverbindungen: Gelangen beim Abspülen ins Abwasser und am Ende möglicherweise durch die Kläranlage in Gewässer oder mit dem Klärschlamm auf die Felder. Dort bauen sie sich nur langsam wieder ab.

Die meisten problematischen Inhaltsstoffe im Test enthalten die beiden Produkte der bekannten Enthaarungscreme-Marke Veet. Sie fallen mit "ungenügend" durch und sind damit Testverlierer. In beiden Enthaarungscremes stecken MOAH, Thioglykolat, PEG-Verbindungen und Kunststoffverbindungen.

Weiteren Punktabzug kassierten einige Enthaarungscremes für Auslobungen wie "sensitiv" und/oder "für empfindliche Haut". Was sie auf Kosmetik bedeutet, ist nicht geregelt.

Bei einem weiteren Produkt fehlte uns zudem der wichtige Hinweis, einen Kontakt der Creme mit den Schleimhäuten zu vermeiden.

Ein Manko in Sachen Umweltschutz sehen wir zudem bei den Verpackungen. Gerade einmal ein Anbieter legte uns Dokumente zum Einsatz von Recyclingmaterial in der Plastikverpackung seiner Produkte vor. Das Ergebnis: Immerhin 55 Prozent Rezyklatanteil.

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Testverfahren und Bewertung

Für Tests wurden konventionelle Enthaarungscremes für Frauen und Männer eingekauft, die Thioglykolsäure enthalten. In zertifizierter Naturkosmetik sind die Stoffe nicht zulässig, weshalb derartige in diesem Test nicht vorkommen.

In spezialisierten Laboren ließen wir die Cremes auf Allergie auslösende und aus anderen Gründen problematische Duftstoffe wie künstliche Moschusverbindungen untersuchen sowie auf bedenkliche Konservierungsmittel, die Formaldehyd abspalten, und auf halogenorganische Verbindungen. Paraffinhaltige Produkte prüfte ein Labor außerdem auf die problematischen Mineralölbestandteile MOAH.

Wir schauten zudem, ob alle vorgeschriebenen Anwendungshinweise vorhanden waren, sowie der, die Creme von den Schleimhäuten fern zu halten.

Anhand der für die Hersteller verpflichtenden Zutatenlisten erhoben wir, ob die Cremes PEG/PEG-Derivate und weitere synthetische Polymere enthalten, die die Umwelt belasten.

Bewertungskriterien:

  • Inhaltsstoffe: Abwertung bei Gehalt von mehr als 10 mg/kg polyzyklischen Moschusverbindungen (Tonalide/AHTN; Cashmeran/DPMI) und/oder MOAH.
  • Weitere Mängel: Abwertung bei synthetischen Polymeren als Kunststoffverbindungen (Acryl- und/oder Methacryl (Co- und Cross-)Polymere, Polyethylen).

Zusätzliche Testverfahren umfassten:

  • Deklarationspflichtige Duftstoffe/Diethylphthalat/Polyzyklische Moschus- und Nitromoschus-Verbindungen/Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC-MS.
  • Halogenorganische Verbindungen: Extraktion mit Essigester, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.
  • Formaldehyd/-abspalter: Saure Wasserdampfdestillation, Photometrie.
  • Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH): LC-GC/FID.
  • Paraffine/Silikone: LC-RI nach Extraktion.

Alternativen und Empfehlungen

Wer sich für eine Enthaarungscreme entscheidet, will Nachteile wie Schnitte, Rasurbrand und Rasurschatten, die sogenannten Erdbeerbeine, vermeiden. Dabei kann man inzwischen auf ganz unterschiedliche Arten zurückgreifen. Das wichtigste Kriterium: Das Ergebnis muss überzeugen.

Einige der getesteten Produkte konnten im Vergleich überzeugen:

  • Be Routine Haarentfernungscreme Sensitive: Mit Sheabutter, Mandelöl und Aloe vera. Ideal für empfindliche Haut.
  • Belle Body Enthaarungscreme Soft Skin: Für Gesicht, Achseln, Arme, Intimbereich und Beine geeignet.
  • Vichy Dermo Tolérance Enthaarungscreme: Mit Thermalwasser und Mandelöl, fast geruchlos.

Gut zu wissen: Bei den Empfehlungen sind auch Cremes für sensible Haut dabei, da sie laut der Verbraucher-App Codecheck kaum bis gar keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten - aus dermatologischer Sicht auf jeden Fall zu empfehlen.

Anwendungshinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Anwendung von Haarentfernungscremes entsteht oft ein leichter Schwefelgeruch, der die Reaktion der Thioglykolsäure als Ursache hat. Oft werden Duftstoffe eingesetzt, um den Geruch zu überdecken.

Die Thioglykolsäure dringt in die oberste Hautschicht ein. Es besteht ein Risiko, dass die Haut diesen Vorgang nicht verträgt. Ähnlich wie bei Haarfärbemitteln empfehlen die Hersteller deshalb, einen Allergietest zu machen. Einfach einen kleinen Klecks des Produktes auf einer zu enthaarende Körperstelle anwenden und nach der empfohlenen Einwirkzeit wieder entfernen.

Wichtige Regeln für die Anwendung:

  • Nach der Verwendung von Enthaarungscreme sollte man 24 Stunden lang keine Deodorants, alkoholhaltige Lotionen und Parfüms benutzen und zudem kein Sonnenbad nehmen.
  • Zwischen zwei Anwendungen müssen mindestens 72 Stunden vergangen sein.
  • Enthaarungscremes mit Thioglykolat nicht großflächig anwenden.
  • Enthaarungscremes dürfen nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen.

Tabelle: Inhaltsstoffe und Bewertung ausgewählter Enthaarungscremes

Produktname Bedenkliche Inhaltsstoffe Bewertung
Veet Sensitive Haarentfernungscreme MOAH, Thioglykolat, PEG-Verbindungen, Kunststoffverbindungen Ungenügend
Be Routine Haarentfernungscreme Sensitive Kaum bedenkliche Inhaltsstoffe Empfehlenswert
Belle Body Enthaarungscreme Soft Skin Paraffinöl, PEG-Emulgatoren Mit Einschränkung empfehlenswert
Vichy Dermo Tolérance Enthaarungscreme Kaum bedenkliche Inhaltsstoffe Empfehlenswert

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