Enthaarungscremes sind eine beliebte Methode, um unerwünschte Körperhaare an Achseln, Beinen und im Intimbereich zu entfernen und so für glatte Haut zu sorgen. Im Gegensatz zur Nassrasur kommt es bei der chemischen Enthaarung nicht zu Verletzungen, und es dauert länger, bis wieder Stoppeln kommen. Allerdings können die enthaltenen Wirkstoffe die Haut reizen.
Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe von Enthaarungscremes, mögliche Risiken und gibt Empfehlungen für verschiedene Produkte, einschließlich der bekannten Marke Veet.
Enthaarungscremes wirken mit Salzen der Thioglykolsäure (Thioglykolat), die die Hornschicht der Haare auflöst, sodass diese sich nach der Einwirkzeit abschaben lassen. Die »Zauberzutaten« für Enthaarungsmittel heißen Thioglykolsäure und Natriumhydroxid. Im Zusammenspiel entwickeln beide eine chemische Reaktion - das Haar löst sich. Das Natriumhydroxid, auch unter der Bezeichnung Ätznatron bekannt, sorgt nämlich dafür, dass der Säureschutzmantel der Haut durchlässig wird. Als Folge quellen die Poren auf, und die Haut ist aufnahmebereit für die Thioglykolsäure. Die Wurzel wird nicht entfernt, aber der sichtbare Teil der Haare. Die Körperhaare können nun mit einem Spatel entfernt und abgespült werden. Hände waschen nach der Anwendung nicht vergessen!
Dieser Hinweis ist sinnvoll, denn neben dem erwünschten Effekt können die Säure und ihre Salze aber auch zu Hautirritationen führen und die Haut möglicherweise sensibilisieren.
Bei Tests von Enthaarungscremes wurden verschiedene bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden, die Anlass zur Sorge geben:
Die meisten problematischen Inhaltsstoffe im Test enthalten die beiden Produkte der bekannten Enthaarungscreme-Marke Veet. Sie fallen mit "ungenügend" durch und sind damit Testverlierer. In beiden Enthaarungscremes stecken MOAH, Thioglykolat, PEG-Verbindungen und Kunststoffverbindungen.
Weiteren Punktabzug kassierten einige Enthaarungscremes für Auslobungen wie "sensitiv" und/oder "für empfindliche Haut". Was sie auf Kosmetik bedeutet, ist nicht geregelt.
Bei einem weiteren Produkt fehlte uns zudem der wichtige Hinweis, einen Kontakt der Creme mit den Schleimhäuten zu vermeiden.
Ein Manko in Sachen Umweltschutz sehen wir zudem bei den Verpackungen. Gerade einmal ein Anbieter legte uns Dokumente zum Einsatz von Recyclingmaterial in der Plastikverpackung seiner Produkte vor. Das Ergebnis: Immerhin 55 Prozent Rezyklatanteil.
Für Tests wurden konventionelle Enthaarungscremes für Frauen und Männer eingekauft, die Thioglykolsäure enthalten. In zertifizierter Naturkosmetik sind die Stoffe nicht zulässig, weshalb derartige in diesem Test nicht vorkommen.
In spezialisierten Laboren ließen wir die Cremes auf Allergie auslösende und aus anderen Gründen problematische Duftstoffe wie künstliche Moschusverbindungen untersuchen sowie auf bedenkliche Konservierungsmittel, die Formaldehyd abspalten, und auf halogenorganische Verbindungen. Paraffinhaltige Produkte prüfte ein Labor außerdem auf die problematischen Mineralölbestandteile MOAH.
Wir schauten zudem, ob alle vorgeschriebenen Anwendungshinweise vorhanden waren, sowie der, die Creme von den Schleimhäuten fern zu halten.
Anhand der für die Hersteller verpflichtenden Zutatenlisten erhoben wir, ob die Cremes PEG/PEG-Derivate und weitere synthetische Polymere enthalten, die die Umwelt belasten.
Bewertungskriterien:
Wer sich für eine Enthaarungscreme entscheidet, will Nachteile wie Schnitte, Rasurbrand und Rasurschatten, die sogenannten Erdbeerbeine, vermeiden. Dabei kann man inzwischen auf ganz unterschiedliche Arten zurückgreifen. Das wichtigste Kriterium: Das Ergebnis muss überzeugen.
Einige der getesteten Produkte konnten im Vergleich überzeugen:
Gut zu wissen: Bei den Empfehlungen sind auch Cremes für sensible Haut dabei, da sie laut der Verbraucher-App Codecheck kaum bis gar keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten - aus dermatologischer Sicht auf jeden Fall zu empfehlen.
Bei der Anwendung von Haarentfernungscremes entsteht oft ein leichter Schwefelgeruch, der die Reaktion der Thioglykolsäure als Ursache hat. Oft werden Duftstoffe eingesetzt, um den Geruch zu überdecken.
Die Thioglykolsäure dringt in die oberste Hautschicht ein. Es besteht ein Risiko, dass die Haut diesen Vorgang nicht verträgt. Ähnlich wie bei Haarfärbemitteln empfehlen die Hersteller deshalb, einen Allergietest zu machen. Einfach einen kleinen Klecks des Produktes auf einer zu enthaarende Körperstelle anwenden und nach der empfohlenen Einwirkzeit wieder entfernen.
Wichtige Regeln für die Anwendung:
| Produktname | Bedenkliche Inhaltsstoffe | Bewertung |
|---|---|---|
| Veet Sensitive Haarentfernungscreme | MOAH, Thioglykolat, PEG-Verbindungen, Kunststoffverbindungen | Ungenügend |
| Be Routine Haarentfernungscreme Sensitive | Kaum bedenkliche Inhaltsstoffe | Empfehlenswert |
| Belle Body Enthaarungscreme Soft Skin | Paraffinöl, PEG-Emulgatoren | Mit Einschränkung empfehlenswert |
| Vichy Dermo Tolérance Enthaarungscreme | Kaum bedenkliche Inhaltsstoffe | Empfehlenswert |
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