Urs Siegenthaler, ein Name, der in der Fußballwelt für analytische Fähigkeiten und taktisches Geschick steht, sorgt nicht nur durch seine Arbeit, sondern auch durch sein markantes Äußeres für Aufsehen. Insbesondere sein Toupet ist immer wieder Anlass für Diskussionen und humorvolle Bemerkungen.
Urs Siegenthaler (2018)
Der gelernte Bau-Ingenieur ist kein Mann fürs Büro.
Er wird sich um Spiel- und Spielerbeobachtungen kümmern, gemeinsam mit Trainer Bruno Labbadia die taktische Ausrichtung festlegen.
Der HSV-Coach hatte Siegenthaler während seiner Trainerausbildung als Dozenten, ist seither begeistert von dessen analytischen Fähigkeiten.
Bei einem Treffen mit Labbadia und der Vereinsspitze des HSV haben Siegenthaler und sein neuer Arbeitgeber erste Eckpunkte der neuen Aufgabenverteilung festgelegt.
Siegenthaler ist Vorstandsmitglied Katja Kraus unterstellt, muss ihr Bericht erstatten.
Vertragsverhandlungen mit potenziellen Zugängen wird er nicht führen.
Der Schweizer soll - anders als sein Vorgänger Beiersdorfer - keinen Platz im HSV-Vorstand erhalten.
Und das auf eigenen Wunsch.
Umso wichtiger wird die Auswahl des neuen Trainers.
Eine Aufgabe, die Siegenthaler selbst angehen will.
"Er muss eine starke Persönlichkeit sein.
Er muss gleich denken, gleich sprechen und gleich handeln."
Kandidaten werden bald benannt.
Dazu wurde Siegenthaler zitiert, dass er gesagt hat, das mit dem neuen Trainer sei nicht soo eilig.
Der Schweizer sprach vor den Aufsichtsräten von den zehn Geboten, die künftig beim HSV gelten sollen.
Das oberste heißt Disziplin.
Kein Profi wird sich mehr erlauben können, später als eine Stunde vor Trainingsbeginn zu erscheinen.
Siegenthaler wird auch eigenmächtige Urlaubs-Überziehungen - Zé Roberto etwa kam im Winter zwei Wochen zu spät aus seiner brasilianischen Heimat zurück - nicht mehr tolerieren.
Ich mag Leute mit Prinzipien und einer klaren Sprache, da wissen alle Spieler sofort vom ersten Tag an, wo sie dran sind.
Ich mag Leute mit Prinzipien und einer klaren Sprache, da wissen alle Spieler sofort vom ersten Tag an, wo sie dran sind.
Doch nicht nur seine fachliche Kompetenz, sondern auch sein Toupet sorgt für Gesprächsstoff.
Jürgen Klinsmann, der damalige Teamchef, hat sich gesagt: Für diese haarigen Aufträge brauchst du einen Spion, der sich eisern bedeckt hält - und als er die massive Kopfbedeckung dieses inzwischen 62-jährigen Baslers sah, war für ihn klar: So einer dreht auf einer Glatze Locken, Hut ab!
Siegenthaler schlägt sie alle - diese spektakuläre Kreation, die er da als Kundschafter auf dem Kopf momentan quer durch Südafrika trägt, wirkt in ihrer Solidität einerseits wie geschnitzt und hingenagelt, ist aber an anderer Stelle gleichzeitig wieder von einer leichten und lockeren Luftigkeit.
Im Musical „Hair“ hätte er damit früher auf der Stelle die Hauptrolle bekommen - und auf jeden Fall ist es die originellste Frisur im Fußball, seit Horst Köppel und Charly Dörfel unter dem Druck der großlockigen Afro-Look-Phase der 70er-Jahre als erste Nationalstürmer zum Haarteil griffen - wegen des beginnenden Zupfens und Zerrens im Strafraum haben sie auf Anraten ihres Psychiaters allerdings abrupt wieder Abstand davon genommen.
Der Perückenträger Dörfel war damals Linksaußen beim HSV, und weil Siegenthaler beim selben HSV demnächst als Sportchef anfängt, wird zur Zeit vor allem in Hamburger Internetforen eine von Shakespeare inspirierte Diskussion geführt: Toupet or not Toupet, that’s the question.
Falls ja, wäre das jedenfalls optisch und überhaupt 100-mal vernünftiger, als sich die Augenbrauen über den Kopf zu kämmen.
So eine Zweitfrisur ist das weit und breit Pflegeleichteste, was die internationale Kopfmode momentan zu bieten hat, ein Kamm, ein Fön und zwischendurch ein Sprüher Dreiwettertaft genügen vollkommen, und sie liegt notfalls da wie eine gusseiserne Dauerwelle - doch besonders perfekt und genial, wie gesagt, kann eine Perücke als Tarnkappe für einen bedeckten Ermittler sein.
„Mich zu verkleiden ist meine Stärke“, hat Siegenthaler vor Jahren einmal sein Erfolgsgeheimnis gelüftet - und gerade in diesem Moment, hören wir, sitzt er wieder inkognito auf der Tribüne beim Training der Argentinier, versteckt bis zur Unkenntlichkeit unter seiner Frisur.
Die Reaktionen auf Siegenthalers Frisur sind vielfältig. Einige sehen darin eine humorvolle Randnotiz, andere betrachten es als Ausdruck seiner Persönlichkeit. Unabhängig von der persönlichen Meinung bleibt festzuhalten, dass Siegenthaler nicht nur durch sein Fachwissen, sondern auch durch sein Auftreten im Gedächtnis bleibt.
Ob mit oder ohne Toupet, Urs Siegenthaler ist eine prägende Figur im Fußball. Seine Expertise und seine unkonventionelle Art machen ihn zu einem interessanten Beobachter und Gestalter des Geschehens.
tags: #Urs #Siegenthaler #Toupet
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