Der Unterschied zwischen festem Shampoo und Haarseife

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Pflegeprodukte stetig gewachsen. Immer mehr Menschen suchen nach Alternativen zu herkömmlichen flüssigen Shampoos, die oft schädliche Chemikalien und unnötige Plastikverpackungen enthalten. Hier kommen festes Shampoo und Haarseife ins Spiel. Beide Produkte bieten eine natürliche, plastikfreie Lösung, die nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch sanft zur Kopfhaut und zum Haar ist. Doch was genau unterscheidet diese beiden festen Alternativen voneinander?

Endlich können wir uns auch bei Shampoos von Kunststoffflaschen verabschieden und Produkte nutzen, die nur minimale Verpackung benötigen - und trotzdem super reinigen. In der Regel unterscheiden Naturkosmetikproduzenten nicht und verwenden allgemein den Begriff „festes Shampoo“, weshalb es schwierig sein kann, sich bei der großen Produktauswahl zurechtzufinden.

Festes Shampoo selber machen - Grundrezept

Was ist festes Shampoo?

Festes Shampoo ist ein Shampoo in fester Form, das alle reinigenden und pflegenden Eigenschaften eines herkömmlichen flüssigen Shampoos bietet, jedoch ohne Wasser und Plastikverpackung. Es enthält meist sanfte Tenside, die aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen werden und Schmutz sowie überschüssiges Fett effektiv entfernen. Anders als Haarseife wird festes Shampoo oft mit zusätzlichen pflegenden Inhaltsstoffen wie pflanzlichen Ölen, Proteinen und Vitaminen angereichert, die das Haar nähren und glänzend machen. Es schäumt gut, ist leicht anzuwenden und eignet sich besonders für Menschen, die sich eine unkomplizierte und dennoch umweltbewusste Haarpflege wünschen.

Feste Shampoos sind eine umweltfreundliche Alternative zu flüssigen Shampoos. Ihre Zusammensetzung ähnelt der eines flüssigen Shampoos, aus dem jedoch Wasser entfernt wurde. Sie bestehen aus verschiedenen Tensiden, Ölen, Parfums und Farbstoffen. Feste Shampoos schäumen genauso gut wie ihre flüssigen Verwandten, sie sind aber viel praktischer. Ein Stück festes Shampoo entspricht nämlich zwei bis drei Flaschen flüssigem Shampoo.

Flüssiges Shampoo besitzt einen Wasseranteil bis zu 90 Prozent, das macht es anfällig für Keime. Deshalb müssen diesem Konservierungsstoffe hinzugefügt werden. Festes Shampoo dagegen enthält, wenn überhaupt, nur einen sehr geringen Wasseranteil, um die Masse formbar zu machen. Ein festes Shampoo wird aus natürlichen (pflanzlichen) oder synthetischen Tensiden und pflegenden sowie glättenden Zusätzen hergestellt. Naturkosmetikhersteller wie Natural Pure Solids verwenden sulfatfreie pflanzliche Tenside. Diese sind milder und reizen die Kopfhaut nicht. Der pH-Wert von festem Shampoo wird nachträglich angepasst. So trocknen die Haare weder aus, noch werden sie fettig.

Wer es schnell, bequem aber dennoch umweltfreundlich haben möchte, greift zu festen Shampoos aus nachhaltig produzierten Pflanzentensiden. Vor allem für Einsteigerinnen und Einsteiger in die verpackungsfreie Welt ist die Verwendung von festem Shampoo ein guter Start. Ein zusätzlicher Faktor für die Wirksamkeit und Verträglichkeit eines festen Shampoos sind die enthaltenen Duftstoffe. Naturreine ätherische Öle verleihen Pflegeprodukten einen angenehmen Duft und bringen - bei gezieltem Einsatz - gewisse Vorteile mit sich.

Die Anwendung von festem Shampoo ist sehr einfach: das Shampoo direkt auf die nassen Haare streichen und mehrmals gut aufschäumen. Danach wie gewohnt gut ausspülen.

Im Unterschied zu Haarseifen ist bei der Herstellung von festem Shampoo auch kein Siedeprozess notwendig. Als „feste Basisbestandteile“ der festen Shampoos kommen oft Kakaobutter, Sheabutter, Stärke oder Tonerde (Kaolin) zum Einsatz.

Haarseifen lassen sich als „Seifen“ an Inhaltsstoffangaben wie Sodium Hydroxide, Sodium Palmate, Sodium Cocoate oder Sodium Olivate in der INCI-Liste erkennen.

Im Gegensatz zu Haarseifen weisen feste Shampoos meist einen neutralen pH-Wert auf.

Was ist Haarseife?

Haarseife ist eine natürliche Alternative zu herkömmlichen Shampoos, die aus einfachen, biologisch abbaubaren Zutaten besteht. Im Gegensatz zu festem Shampoo basiert Haarseife auf einer Verseifung, die es ermöglicht, das Haar sanft zu reinigen, ohne die natürliche Schutzbarriere der Kopfhaut zu zerstören. Diese Seifen eignen sich besonders für Menschen mit empfindlicher Kopfhaut, Allergien oder Hautproblemen, da sie keine aggressiven Tenside enthalten.

Haarseifen sind Seifen zur Haarreinigung (wer hätte das gedacht). Sie werden durch Verseifung von Fetten und Ölen mit Lauge hergestellt. Die Produkte haben einen basischen pH-Wert, weshalb empfohlen wird, nach dem Shampoonieren die so genannte „Säurespülung“ durchzuführen. Die Säurespülung hat viele Vorteile: Sie schließt die Haarschuppen, verleiht ihnen wunderbaren Glanz und verhindert, dass sich Kalk auf den Haaren ansammelt. Die Herstellung ist denkbar einfach: verdünnen Sie einfach einen Esslöffel Essig oder einen Teelöffel Zitronensäure in einem Liter Wasser.

Grundzutaten von Seifen sind Fett und Lauge. Seifen werden in der Regel aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt. Beim sogenannten Seifensieden werden Fette mit einer Lauge (oft Natron- oder Kalilauge) gekocht. Die Fette werden dabei in Glycerin und in die Alkalisalze der Fettsäuren gespalten. Abhängig davon, welche pflanzlichen Fette oder Öle verwendet werden, verfügt die Seife über mehr oder weniger rückfettende Eigenschaften. Weitere Zutaten wie ätherische Öle, Parfumöle, getrocknete Pflanzenauszüge, Farben oder pflegende Inhaltsstoffe sorgen für Duft- und Farbvarianten.

Haarseife hat in der Regel einen pH-Wert zwischen 8,5 und 9,5 - ist also recht basisch. Dadurch wird das Haar geöffnet, Kalk aus dem Wasser kann sich ablagern. Bei kalkhaltigem Leitungswasser kann es nach dem Waschen mit Haarseife zur Bildung sogenannter Kalkseife kommen. Diese zeigt sich mitunter an einem schmierigen Film auf den Haaren. Eine Spülung aus Wasser und Essig schafft Abhilfe und verhindert, dass sich die Kalkseife in den Haaren ablagert.

Haarwaschseifen, enthalten als waschaktive Substanzen genau wie "normale" Seifen die Salze von Fettsäuren. Sie enthalten in der Regel weniger freie Fette als rückfettende Körperseifen. Das Waschergebnis der Haarwaschseife ist eventuell ungewohnt, da der pH-Wert alkalischer ist als bei Shampoos in der Flasche oder festen Shampoos. Hartes Wasser kann außerdem dazu führen, dass sich unlösliche Kalkseifen bilden, die das Waschergebnis beeinflussen. In einschlägigen in Foren wird empfohlen, nach Benutzung der Haarseife eine saure Spülung (auch Rinse genannt) mit stark verdünntem Essig (1-2 Esslöffel pro Liter Wasser) oder stark verdünnter Zitronensäure zu machen.

Je nachdem, ob man aktuell oder generell eher zu fettigen oder trockenen Haaren neigt, sollten Anwenderinnen und Anwender eine Haarseife mit entsprechend höherer oder niedrigerer Überfettung wählen. Naturseifen, die für die Haarpflege vorgesehen sind, besitzen so zum Beispiel eine relativ geringe Überfettung von einem bis vier Prozent. Somit werden die Haare nicht unnötig beschwert.

Wir empfehlen allen Um- und Einsteigern von Haarseife diesen Anwendungsempfehlungen zu folgen.

Anwendung: Festes Shampoo vs. Haarseife

Festes Shampoo eignet sich besonders für normale bis fettige Haare und für Menschen, die intensiven Schaum und eine einfache Anwendung bevorzugen. Es bietet eine unkomplizierte Reinigung und hält aufgrund seiner konzentrierten Form länger.

Für beide Produkte gibt es unzählige Varianten. Mittlerweile sehen nämlich immer mehr Unternehmen den Vorteil fester Haarreinigungsprodukte und bieten Seifen und feste Shampoos für alle Haartypen und für jeden Geschmack an. Während Haarseifen einfache Formulierungen haben, sind feste Shampoos einfacher zu handhaben, da sie den zusätzlichen Schritt der Säurespülung nicht benötigen. Nun, das Sie wissen, welches Produkt wir funktioniert, können Sie das auswählen, das am besten zu Ihnen passt.

Feste Produkte sind praktisch, kompakt, leicht, wirtschaftlich und platzsparend. Reiben Sie sie einfach zwischen den Händen, um Schaum zu erzeugen, der dann auf die Haare aufgetragen werden kann, indem Sie die Kopfhaut direkt mit der Seife oder den Händen massieren. Diese festen Produkte sind äußerst praktisch auf Reisen, weil sie einfach im Handgepäck mitgeführt werden können.

Oft wird empfohlen, mit Shampoobar oder der Shampooseife die nasse Kopfhaut direkt einzuseifen. Schonender ist es, den Schaum zunächst in den Händen zu produzieren und dann den Schaum auf der nassen Kopfhaut zu verteilen. Auch bei langem Haar genügt es, nur die Kopfhaut einzuschäumen, beim Ausspülen des Schaums wird der Rest der Haare gereinigt aber nicht zu sehr entfettet.

Umweltfreundlichkeit: Festes Shampoo vs. Haarseife

Sowohl festes Shampoo als auch Haarseife bieten deutliche Vorteile in puncto Umweltfreundlichkeit gegenüber herkömmlichen flüssigen Produkten. Beide kommen ohne Plastikverpackungen aus, was den Plastikmüll erheblich reduziert. Haarseifen bestehen aus rein natürlichen Zutaten, sind vollständig biologisch abbaubar und belasten weder Wasser noch Boden.

Ein Shampoobar ersetzt locker zwei bis drei Shampooflaschen. Insgesamt werden weniger Rohstoffe und Energie für die Verpackung benötigt und auch die Transportkosten minimiert. Damit steht es in Sachen Nachhaltigkeit 1:0 für feste Haarwäsche-Produkte.

Während flüssige Shampoos zu 70-90 Prozent aus Wasser bestehen, enthalten feste Shampoos und Shampooseifen kein oder fast kein Wasser. Wegen ihres geringeren Volumens benötigen sie weniger Rohstoffe und Energie für die Verpackung und schneiden auch beim Transport besser ab.

Inhaltsstoffe: Natürlich vs. synthetisch

Die Wahl zwischen natürlichen und synthetischen Inhaltsstoffen ist entscheidend. Haarseifen bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen wie pflanzlichen Ölen und sind frei von Sulfaten, Parabenen oder Silikonen. Sie sind besonders schonend für die Kopfhaut und das Haar. Festes Shampoo kombiniert oft natürliche und synthetische Inhaltsstoffe, um eine bessere Schaumbildung und Reinigung zu erzielen, was für einige Hauttypen irritierend sein kann.

Weil Kosmetikprodukte mit hohem Wasseranteil ein gefundenes Fressen für Pilze und Bakterien sind, werden oft Konservierungsstoffe beigemischt. Menschen mit robuster Haut haben Glück, aber bei empfindlicher Haut können viele Konservierungsstoffe zu Allergien führen. Auch hier kann der Griff zu festen Produkten helfen, denn die brauchen keine Konservierungsstoffe.

Allerdings hält das manche Hersteller nicht davon ab, auch bei festen Produkten Konservierungsmittel zuzusetzen - daher ist es wichtig, auch hier auf die Packungsbeschriftung zu achten! Ohne Konservierungs-, Füllstoffe und Kunststoffverbindungen in flüssiger oder fester Form steht es schon 2:0 für die festen Produkte.

Weitere Tipps und Informationen

Trockenshampoo selber machen

Wer es morgens eilig hat, kann sich Trockenshampoo auch selber herstellen. Schütte dazu einfach zwei Teelöffel Speisestärke durch ein feines Sieb in ein luftdicht verschließbares Behältnis. Je nach Haarfarbe kannst du durch das Sieb außerdem noch Kakao oder Zimt dazugeben:

  • bei dunklem Haar: 1 gehäufter Teelöffel Kakaopulver
  • bei rotem Haar: 1 Esslöffel Zimt

Zur Anwendung sollten die Haare gründlich gekämmt und die Kleidung mit einem Handtuch geschützt werden. Das Pulver anschließend mit den Händen oder einem Kosmetikpinsel am Haaransatz verteilen und einreiben.

Aufbewahrung

Nach dem Waschen sollten die Seifen und Shampoos luftig und trocken gelagert werden, damit sie sich nicht unnötig schnell aufbrauchen. Keinesfalls sollten sie in einer Wasserpfütze liegen gelassen werden. Eine Seifenschale oder auch Seifensäckchen sind zur Lagerung gut geeignet.

Damit das Shampoostück gut trocknen kann, sollte man eine entsprechende Seifenablage oder ein luftdurchlässiges Säckchen zur Aufbewahrung verwenden.

Wann sollte man welches Produkt wählen?

Festes Shampoo eignet sich besonders für normale bis fettige Haare und für Menschen, die intensiven Schaum und eine einfache Anwendung bevorzugen. Für diejenigen, die eine natürliche Pflege ohne synthetische Zusätze suchen, ist Haarseife ideal. Beide Produkte bieten umweltfreundliche Alternativen, die Ihre Haare auf schonende Weise pflegen.

Was unsere Haare brauchen, kann sich von Jahreszeit zu Jahreszeit unterscheiden. Auch eignet sich nicht grundsätzlich Haarseife oder festes Shampoo für den ein oder anderen Haartyp besser. Vielmehr sollten Anwenderinnen und Anwender achtsam bei den Bedürfnissen ihrer Haare sein und die Pflege dementsprechend anpassen. Wir bei Natural Pure Solids sind überzeugt, dass die Anwendung von festem Shampoo und Haarseife im Wechsel die beste Pflege für nachhaltig gesunde Haare ist.

Hier ist eine Tabelle, die die wesentlichen Unterschiede zwischen festem Shampoo und Haarseife zusammenfasst:

Merkmal Festes Shampoo Haarseife
Inhaltsstoffe Tenside, Öle, Duftstoffe Fette, Öle, Lauge
pH-Wert Neutral Basisch (8,5-9,5)
Anwendung Direkt auf das nasse Haar Direkt auf das nasse Haar, saure Rinse empfohlen
Schaumbildung Gut Kann variieren
Geeignet für Normale bis fettige Haare Empfindliche Kopfhaut
Besonderheiten Einfache Anwendung, intensive Reinigung Rein natürliche Inhaltsstoffe, biologisch abbaubar

Abschließend lässt sich sagen, dass die Wahl zwischen festem Shampoo und Haarseife von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben abhängt. Beide Produkte stellen jedoch eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Shampoos dar.

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