Fast jeder war schon einmal von Kopfschuppen betroffen. Sie rieseln weiß oder gelblich auf die Schultern und nerven: Fast jeder Zweite hat irgendwann im Leben einmal mit Kopfschuppen zu tun. Verstärkte Schuppenbildung auf dem Kopf ist meist nur ein vorübergehendes, kosmetisches Problem, das du mit ein paar Tipps in den Griff bekommen kannst. Aber Schuppen sind nicht gleich Schuppen. Das Wichtigste: Die Art der Schuppen muss bestimmt werden.
Dass die Kopfhaut sich erneuert und dabei abschuppt, ist eigentlich ganz normal. Hautschuppen spielen hierbei eine wichtige Rolle: Sie sind abgestorbene Zellen, die abgestoßen werden, um Platz für neue zu schaffen. Erst wenn sich dieser Prozess beschleunigt und die Schuppen zu Hunderten zusammenklumpen, werden sie für das bloße Auge auch sichtbar. Jeden Tag stößt unsere Haut auf diese Weise Schüppchen ab, die auf Grund ihrer winzigen Größe unbemerkt bleiben. Für uns werden diese Hautschüppchen erst sichtbar, wenn ganze Zellverbände von der Kopfhaut abgestoßen werden und dabei verklumpen.
Dann versuchen Betroffene das Problem häufig mit der Verwendung spezieller Anti-Schuppen-Shampoos wieder zu beheben. Doch das ist nicht immer die beste Lösung. Im Prinzip lassen sich drei Typen von Schuppen unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben:
Je nach Ursache lassen sich Schuppen auf der Kopfhaut in fettige oder trockene Schuppen unterteilen.
Trockene Schuppen sind als weiße und lose Schüppchen auf der Kopfhaut erkennbar. Sie rieseln oft verstärkt aus den Haaren auf die Kleidung und sind dort gut sichtbar. Bei trockenen Schuppen neigt die Kopfhaut zu teils starker Trockenheit. Neben eventuellem Juckreiz können sich auch Rötungen zeigen.
Ursache für trockene Schuppen kann die falsche Pflege mit einem zu aggressiven Shampoo sein oder ein Austrocknen durch Klimaanlagen und Heizungsluft. Auch mit zunehmendem Alter lässt die Talgproduktion in der Regel nach. Hier ist ratsam, die Haare möglichst selten zu waschen und auf ein milderes Shampoo umzusteigen, das die Kopfhaut weniger reizt und entfettet.
Fettige Schuppen entstehen, wenn die Kopfhaut zu viel Talg produziert und sich die abgestorbenen Hautschüppchen zu Klumpen verkleben. Fettige Schuppen sind eher gelblich gefärbt und meist größer als trockene Schuppen. Sie rieseln weniger herunter, sondern haften stattdessen an der Kopfhaut oder in den Haaren. Die Kopfhaut fühlt sich ölig an, sehr oft wirken auch die Haare fettig. Der Grund dafür ist eine übermäßige Aktivität der Talgdrüsen auf der Kopfhaut. Auf diese Weise verkleben die abgestorbenen Hautschüppchen zu kleinen Klümpchen. Dies kann sich auch großflächiger in Form von sogenannten Plaques zeigen.
Da sich die klebrigen Schuppen nicht so leicht und schnell von der Kopfhaut lösen, begünstigt dies das Wachstum von Bakterien und Kopfhautpilzen. Hier steht vor allem der Hefepilz Malassezia furfur im Vordergrund. Er ist zwar Teil der natürlichen Hautflora, kann aber in Verbindung mit einer erhöhten Talgbildung zu entzündlichen Prozessen auf der Kopfhaut führen. Kurz: Es bildet sich ein Ekzem, das einen langwierigen Verlauf nehmen kann und häufig wiederkehrt.
Spezielle Anti-Schuppen-Shampoos sollen gegen Schuppen helfen. Aber sind sie für jeden Schuppentyp sinnvoll?
Wenn die Kopfhaut sehr viel Talg produziert, treiben häufig auch bestimmte Hefepilze ihr Unwesen: Mikroorganismen wie Malassezia furfur, die in kleinerer Zahl auf fast jeder Haut vorkommen, finden in einer Talgschicht beste Nahrungsbedingungen vor und verbreiten sich dort ungebremst. Der Umstieg auf ein Anti-Schuppen-Shampoo ist hier die richtige Maßnahme. Diese Produkte enthalten meist Anti-Pilzmittel, sogenannte Antimykotika. Naturkosmetik-Shampoos setzen auf pflanzliche Inhaltsstoffe wie Wacholder- oder Teebaumöl, denen ebenfalls eine antimikrobielle Wirkung nachgesagt wird. Wichtig ist, die Schuppenshampoos wirklich gründlich in die Kopfhaut einzumassieren, damit die Inhaltsstoffe wirken können.
Allerdings ist auch klar: Anti-Pilzmittel wirken nur so lange, wie sie auch regelmäßig angewendet werden, denn an den eigentlichen Ursachen für die Schuppen ändern sie wenig. Fettige Kopfhaut ist nämlich meist genetisch oder hormonell bedingt. Deshalb sollten Sie ein Schuppenshampoo nach dem Abklingen der Probleme nicht komplett absetzen, sondern noch etwa ein Mal pro Woche weiter verwenden und dazwischen mit einem normalen Shampoo waschen.
Ein spezielles Anti-Schuppen-Shampoo mit fungiziden Wirkstoffen muss nicht sein, denn Hefe-Pilze spielen bei den Problemen dieses Schuppentyps allenfalls eine untergeordnete Rolle.
Wenn du selbst nicht bestimmen kannst, ob die Schuppen trocken oder fettig sind, ist es ratsam einen Hautarzt aufzusuchen. Nicht nur falsche Pflege kann ein Auslöser für Schuppen sein. Auch Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Pilzinfektionen oder Neurodermitis können das Problem sein.
Schuppen sind in den meisten Fällen völlig harmlos. Bei extrem hartnäckiger oder wiederkehrender Schuppenbildung solltest du jedoch auf weitere Anzeichen achten: Bemerkst du ausgeprägte Rötungen, starken Juckreiz, Haarausfall oder ein Nässen der Kopfhaut, ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Um sicher zwischen Schuppen und Nissen unterscheiden zu können, sollten Sie auf spezifische Merkmale wie Farbe, Haftung und Position achten.
Die folgende Übersicht hilft Ihnen dabei, die Unterschiede auf einen Blick zu erkennen:
| Kriterium | Schuppen | Nissen |
|---|---|---|
| Farbe | weiß oder gelblich | gräulich, oft glänzend |
| Haftung | gleiten leicht aus dem Haar | haften fest am Haar |
| Position | über die gesamte Kopfhaut verteilt, oft auf der Kleidung sichtbar | vor allem nah an der Kopfhaut, besonders hinter den Ohren und im Nacken |
| Untersuchung | Sichtprüfung reicht oft aus | bei Unsicherheiten mit Lupe |
Praktische Tipps, um Nissen und Läuse zu erkennen:
Um einen erneuten Befall zu verhindern, sollten Sie die Haare mehrmals nach Anleitung behandeln und auch die Umgebung (z. B. Bettwäsche, Kuscheltiere) gründlich reinigen.
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