Ulrike Glatz: Expertin für den Mainzer Dom und mehr

Ulrike Glatz ist eine anerkannte Kunsthistorikerin, die sich intensiv mit dem Mainzer Dom und anderen bedeutenden Bauwerken auseinandergesetzt hat. Zusammen mit ihrem Mann, Landeskonservator Dr. Joachim Glatz, hat sie einen kunsthistorischen Hörführer zum Mainzer Dom erstellt.

Innenansicht des Mainzer Doms

Der Mainzer Dom im Fokus

Der Mainzer Dom, die Kathedrale der Erzbischöfe, steht im Mittelpunkt vieler ihrer Arbeiten. Die CD "Der Mainzer Dom. Die Kathedrale der Erzbischöfe" bietet Einblicke in die Geschichte und Architektur der Mainzer Kathedrale in einem Rundgang mit 22 anwählbaren Stationen. Der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, bezeichnete die CD als „gelungen“.

Das 16-seitige Begleitheft enthält neben Beschreibungen des Rundgangs auch Grundrisse, Konstruktionszeichnungen, eine Zeittafel und ein kunsthistorisches Glossar.

Die CD ist der sechste Hörführer einer Reihe, in der unter anderem bereits CDs zu den Domen in Köln, Speyer und Worms (Autorin ist die gebürtige Wormserin Ulrike Glatz) erschienen sind. Wissenschaftlich begleitet wird die Hörführer-Reihe von Christian Freigang, Professor für Kunst- und Architekturgeschichte an der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Erstmals ist ein kunsthistorischer Hörführer zum Mainzer Dom erschienen. Die jetzt vom Verlag Kunst und Reise in Bad Homburg vor der Höhe herausgegebene CD „Der Mainzer Dom. Die Kathedrale der Erzbischöfe“ wurde am Samstag, 8. November, in der Mainzer Dom-Buchhandlung Stoffl vorgestellt.

Hinweis: Ulrike Glatz/Dr. Joachim Glatz, Der Mainzer Dom. Die Kathedrale der Erzbischöfe. Verlag Kunst und Reise, Bad Homburg vor der Höhe 2008. CD mit 68 Minuten Laufzeit, Sprecher: Michael Mentzel, 16-seitiges Begleitheft, 16,80 Euro. Er ist für vier Euro im Pfarrbüro erhältlich.

Historische Ansichten des Mainzer Doms

Historischen Ansichten des Domes sind wichtige Quellen für die Baugeschichte. So zeigen die frühesten Beispiele die beiden Haupttürme mit ihren hohen gotischen Helmen.

Die Veränderungen am Ostturm nach 1579 sind ebenso erkennbar wie der neue Westturm nach dem Brand von 1767 oder die Eisenkuppel Mollers auf dem Ostturm nach 1828. Zugleich zeigen sie die Wandlungen der für Mainz so charakteristischen Domumbauung.

Auch Ereignisse wie die Beschießung und die damit verbundene Zerstörung 1793 werden dokumentiert. Im 19. Jahrhundert finden Ansichten des Domes durch auflagenstarke Druckgraphik weite Verbreitung, z. B. als Illustrationen von Reiseführern.

Die älteste Ansicht zeigt einen Ausschnitt des Stadtpanoramas vom Rhein her. Der Dom mit den beiden hohen gotischen Helmen und die davor stehende Liebfrauenkirche bilden den Mittelpunkt. Davor der Fischtorturm als Zugang zum Rhein.

Auf dem prächtigen Stadtprospekt ist die Dom-Liebfrauengruppe starkt überhöht wiedergegeben. Der Dom überragt die höher liegende Stephanskirche (links davon) deutlich. Gut erkennbar sind die beiden hohen mit Gauben besetzten Helme.

Die kleinformatige Zeichnung , eine Detailstudie zur großen Gesamtansicht der Stadt, zeigt die Kirchengruppe von Südosten hoch aufragend über den Dächern. Gut sichtbar sind die 1579 errichteten Satteldächer und die Laterne über dem gotischen Geschoss des Ostturmes. Der Stich Merians ist das Grundmodell vieler späterer Mainz-Ansichten.

Monumental steht die Liebfrauenkirche vor der Ostfassade des Domes. Architektonische Details sind deutlich erkennbar. Der Kupferstich, ein Lobpreis auf das Mainzer Erzbistum, stellt den Dom inmitten der Stadt von der Nordseite (Marktseite) aus dar.

Die niedrige Domumbauung mit Ladenbuden lässt den Blick frei auf die gotische Kapellenreihe. Auf der Gothardkapelle, vor das Westquerhaus gerückt, ist der später abgebrannte Turm zu erkennen.

Die Federzeichnung bietet den Blick von der Nordostseite vom Liebfrauenplatz über den Markt zum Dom. Besonders die Ostseite mit den beiden noch vom Willigis-Dom stammenden Rundtürmen und dem gotischen Turmgeschoss zeigen in den architektonischen Details bemerkenswerte Genauigkeit.

Pieter de Liender benutzt die Jan de Beyer zugeschriebene Federzeichnung von 1753 als Vorlage für sein Ölgemälde, das bis in kleinste Details damit übereinstimmt. Als Staffage hat er zahlreiche Personen - Soldaten, Frauen, Kinder - hinzugefügt, die den Markt beleben.

In der Nacht vom 28. auf den 29. Juni 1793 wurde der Dom während der Belagerung von Mainz durch die Alliierten in Brand geschossen. Dieses Ereignis wurde mehrfach auf Bildern wiedergegeben.

Die Folgen der Katastrophe von 1793 zeigt die Ansicht des Domes vom Leichhof her. Die westlichen Teile sind intakt. Die Türme des Ostteils stehen als Ruinen. Die Dächer sind verbrannt, die Maßwerkfenster zerborsten.

Die außerordentlich detailgenaue Darstellung der Ostseite mit dem Heumarkt (heute Liebfrauenplatz) zeigt den Dom in einer ersten Notsicherung. Die Spitzen des gotischen Turmgeschosses ragen in den Himmel. Im Inneren ist eine Abdeckung mit Brettern und Blechen zu erkennen, ebenso auf den Dächern. Die Ruinen der Liebfrauenkirche und des Kreuzgangs auf der linken Seite sind bewachsen.

Nord-westliche Domansicht von Bernhard Hundeshagen um 1820Die Westteile des Domes hatten den Brand nach der Beschießung relativ unbeschadet überstanden, wie diese Nordwestansicht zeigt. Vor dem Westquerhaus das nach 1767 errichtete Walmdach auf der Gotthardkapelle. Sehr präzise ist die Domumbauung mit dem lang gestreckten Domherrenhaus des späten 16.

Auch auf diesem Gemälde erscheint der Dom im Zustand nach der Notsicherung. Erkennbar ist, dass auch das Dach des Langhauses mit Brettern und Blechen abgedeckt war. Auch hier die Bebauung mit dem Domherrenhaus, dem Stadtgericht und dem Haus Halenza.

Nach 1835 erscheint die Nordwestseite des Domes völlig freigeräumt. Das Domherrenhaus und das Stadtgericht sind abgebrochen, nur das Haus Halenza steht noch.

1828 erhält der Ostturm eine neue Bedachung, die sog. Mollerkuppel. Auf das gotische Turmgeschoss wurde eine Konstruktion aus Eisen, bedeckt mit Zinkplatten, aufgesetzt. Die Zeitgenossen bewunderten die technische Leistung, weniger die Form.

Die übrigen Dächer sind jetzt mit Schiefer gedeckt. Auf dieser Ansicht aus Westen ist der Dom mit Mollerkuppel zu sehen. Das Interesse gilt hier besonders dem 1837 errichteten Gutenbergdenkmal, dem auch die Passanten ihre Aufmerksamkeit widmen.

Um 1870 wurde die Mollerkuppel auf dem Ostturm im Interesse eines stilreinen Erscheinungsbildes durch einen neoromanischen Turmaufbau ersetzt. Der Blick vom Höfchen auf die Nordwestseite des Domes lässt die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs an der Häuserzeile erkennen.

Frontale Ansicht des Mainzer Doms

Veröffentlichungen und weitere Projekte

Neben dem Hörführer zum Mainzer Dom hat Ulrike Glatz auch an anderen Projekten mitgewirkt und Publikationen veröffentlicht. Ihr Engagement für die Kunstgeschichte und die Mainzer Kathedrale zeigt sich in ihrer detaillierten und fundierten Arbeit.

Seit dem frühen 16. Jahrhundert ist der Mainzer Dom im Bild überliefert. In den frühen Ansichten ist er eingebunden in Prospekte, die die Stadt von ihrer Schauseite vom Rhein her zeigen. Zusammen mit der Liebfrauenkirche bietet er in seiner das Stadtbild beherrschenden Lage Orientierung und Identifikation.

Die steil aufragenden Türme setzen visuelle und symbolische Akzente. Topographische Genauigkeit geht einher mit der Wiedergabe eines idealen Bauzustandes, der auch in kriegerischen Zeiten ein intaktes städtisches Gemeinwesen zu vermitteln möchte.

Seit dem 18. Jahrhundert rückt das Einzelmonument mit seiner direkten Umgebung stärker in das Zentrum der Darstellung. Der Blick richtet sich nicht mehr nur von außen auf die Stadt.

Hier ist eine Liste von Publikationen und Materialien, die im Zusammenhang mit dem Mainzer Dom und seiner Geschichte stehen:

  • Arens, Fritz: Der Dom zu Mainz.
  • Balzer, Wolfgang: Mainz.
  • Baumgarten, Peter: Baedekers Mainz. Stadtführer.
  • Chagall, Marc; Mayer, Klaus: Die Chagall-Fenster zu St.
  • Dumont, Franz: Mainz. Die Geschichte der Stadt.
  • Glatz, Ulrike; Glatz, Joachim: Der Mainzer Dom. Die Kathedrale der Erzbischöfe. Ein kunsthistorischer Hörführer.
  • Imhof, Michael; Kestin, Simone: Mainz. Dom- und Stadtführer.
  • Lehr, Helmut: Was der Domsgickel so hört...
  • Pfotenhauer, Angela; Lixenfeld, Elmar: Mainz.

Diese Liste ist nicht vollständig, bietet aber einen Einblick in die Vielfalt der verfügbaren Materialien zur Geschichte und Bedeutung des Mainzer Doms.

Mainzer Dom History Doku

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