Frisuren sind seit jeher ein Ausdruck von Persönlichkeit, Kultur und Zugehörigkeit. Auch in der Ukraine gibt es eine Vielzahl von Männerfrisuren, die von aktuellen Trends bis hin zu traditionellen Elementen reichen. In den letzten Wochen hat der Edgar Cut - eine moderne Version des Topfschnitts - für Aufsehen gesorgt und oft auch eine haarige Angelegenheit ausgelöst.
Der Edgar Cut, eine moderne Interpretation des Topfschnitts, hat sich zu einem regelrechten Medienthema entwickelt. Diese Frisur, bei der das Haar oben länger und oft wuschelig ist, während die Seiten und der Hinterkopf akkurat ausrasiert sind, polarisiert. Ältere Generationen spotten oft über diesen Trend und bezeichnen ihn als "hässlich".
Ein Schweizer Friseur, Cheyne Lewin Hofer, trug maßgeblich dazu bei, den Edgar Cut auch in Europa populär zu machen. Seine Vorher-Nachher-Videos, die Fachbegriffe wie Taper-Fade und Hair-Line verwenden, werden millionenfach geklickt. Auch deutsche Fans reisen demnach extra nach Zuchwil (Kanton Solothurn) zwischen Basel und Bern.
Die Männerfrisur „Edgar“: Das ist oben längeres, wuscheliges Haar, gar Dauerwelle, und eine harte Kante am Pony - und dann ganz akkurat ausrasiert an den Seiten und hinten. Pisspottschnitt, Pilzfrisur sagen böse Zungen, Fachleute sagen auch „Hi-Top Fade“ oder „Box Fade“.
Der Name soll auf den Baseballspieler Edgar Martínez zurückgehen, manche nennen auch den 90er-Jahre-Rapper Edgar Esteves. Aber irgendwie weiß man es nicht so recht. Klischee-Träger sind jedenfalls Latino-Jungs.
Neben trendigen Frisuren wie dem Edgar Cut gibt es auch zeitlose Klassiker, die nach wie vor beliebt sind. Der Buzz-Cut, ein Kurzhaarschnitt mit rasierten Schläfen und Hinterkopf, gilt als besonders pflegeleicht und verleiht ein gepflegtes Aussehen.
Der Buzz-Cut zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Es gibt verschiedene Varianten des Buzz-Cut:
Der Buzz-Cut sieht strenger und minimalistischer aus als ein Crew-Cut, deswegen wird er für Männer empfohlen, welche wenig Zeit für das Styling der Haare aufbringen wollen.
Der Look ist ideal für Männer mit rauem, unregelmäßigem Haar, das schnell schmutzig werden kann, da es mit dem richtigen Schnitt auch in jeder Lebenslage zumindest ordentlich wirkt.
Die ukrainische Männerfrisuren-Landschaft ist nicht nur von aktuellen Trends geprägt, sondern auch von kulturellen Einflüssen und Traditionen. So spielen beispielsweise in der Lebensweise ultraorthodoxer Juden strenge Regeln für die Haartracht eine wichtige Rolle.
Will sich ein Mann rasieren, dann darf er das nicht mit einem Messer tun, sondern nur mit einem Rasierapparat. Die Schläfenlocke, die Pejot, muss hingegen immer dran bleiben.
Kernpunkt aller Lehren ist Kapitel 19, Vers 27 im 3. Buch Mose. Was nicht dazu führt, dass jeder strenggläubige Jude die Schläfenlocken sein Leben lang unangetastet lässt.
Andere lassen die Pejot gerade herunterhängen, viele jemenitische und marokkanische Ultraorthodoxe drehen sich hingegen das Seitenhaar zu einer langen Locke.
Auch Frauen können nicht einfach so mit ihrem Haar verfahren wie sie wollen. Alle strenggläubigen, verheirateten Frauen müssen in der Öffentlichkeit ihr Haar bedecken.
Die ashkenasischen Jüdinnen hingegen bevorzugen Perücken. Glatt und glänzend soll das Zweithaar sein, das ist gerade der letzte Schrei.
In Deutschland hat sich eine Kultur entwickelt, in der sich Männer beim Friseur (besser: Barbier) zum Styling treffen. Geprägt sei das von türkischen und arabischen Bräuchen, Einflüssen afroamerikanischer Kultur oder auch von Latinos. „Wer eine akkurate Frisur will, der geht dann öfter zum Barber. Und das ist dann auch ein soziales Event.
Viele Frauen kennen das nur schon länger, dass ein Friseurbesuch durchaus ein Mental-Health-Tool sein kann, also dass es gut tut, sich Zeit für sich selber zu nehmen. Man bekommt danach Komplimente in den Kreisen, die einem wichtig sind, man fühlt sich einfach gut.“
Kopfhaar hat immer eine gewisse Sprengkraft, weil es mit seinem ständigen Nachwachsen Vitalität symbolisiert und sich auch deshalb als Natursymbol anbietet und Haareschneiden dann für die Bändigung des Natürlichen steht.“ Das sei ein Spiel von Natur und Kultur, eine Selbstdisziplinierung, wenn man an den Aufwand denkt, der für eine korrekte Haartracht nötig ist.
Ein besonderes Beispiel für einen ukrainischen Friseur, der in Deutschland erfolgreich ist, ist Artur Shelemba aus Witzenhausen. Er bot dem Spieler an, der Mannschaft die Haare zu schneiden, während sie für die Europameisterschaft in Deutschland sind.
Dovbyk habe nachgefragt, ob das Angebot noch stehe und Shelemba spontan nach Wiesbaden in das Hotel der Mannschaft kommen könne. Außer Dovbyk selbst hätten noch sieben weitere Spieler Interesse an einem frischen Haarschnitt.
Bis in die Nacht hinein habe er Spielern die Haare geschnitten und mit den Fußballstars über den Sport und ihre gemeinsame Heimat gesprochen. Eine Heimat, die vom Krieg gebeutelt ist.
Schon lange hatte der Fußballfan den Wunsch, einmal Stars, am liebsten Fußballstars, die Haare zu schneiden, erzählt Shelemba. Dieser Wunsch, auf den er so lange hingearbeitet habe, sei nun ganz unerwartet in Erfüllung gegangen: „Träume werden wahr.“
Geld habe er, bis auf die Erstattung der Fahrtkosten, nicht für die neuen Frisuren der Spieler genommen, denn „das war für mich eine Ehrensache“.
tags: #ukrainische #Frisuren #Männer
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