Schnipp, Schnapp, Haare ab: Das könnte Udo Walz’ Lebensmotto sein. Udo Walz war ein renommierter deutscher Friseur, der durch seine herausragenden Fähigkeiten und seine prominente Kundschaft bekannt wurde. Er war eine feste Größe in der Friseurbranche und erlangte auch außerhalb des Fachgebiets große Bekanntheit. Neben seiner Tätigkeit als Friseur veröffentlichte er auch mehrere Bücher.
Oder aber: Von nichts kommt nichts. Denn der Promifriseur hat sich schon als Teenager für seinen Traumberuf eingesetzt. Er kannte aber auch gar nichts anderes: Bereits mit 14 Jahren begann Udo nach einem Praktikum eine Lehre zum Friseur in Stuttgart.
Und schon damals wollte er hoch hinaus - und konnte auf sein großes Selbstbewusstsein vertrauen: Udo zog nach Zürich, behauptete einfach mal Französisch zu sprechen, und wurde deshalb nach St.Moritz weitergeleitet. Mit 17 Jahren zog Udo Walz nach Zürich und von dort aus weiter nach St. Moritz. Dort wurde er von einem Zürcher Friseur empfohlen und betreute fortan die Frisuren von Stars wie Marlene Dietrich und Romy Schneider. Dort kam er auch zum ersten mal mit Promis, beziehungsweise ihren Haaren, in Berührung: Mit gerade einmal 18 Jahren zauberte er schon seine beliebten Hochsteckfrisuren auf den Köpfen von Marlene Dietrich oder Romy Schneider. Besonders bekannt war er für seine kunstvollen Hochsteckfrisuren.
Auch wenn Udos Talent im noblen St.Moritz also gefragt war, packte der Friseur nach kurzer Zeit schon wieder seine sieben Sachen und ließ sich in Berlin nieder. Im Jahr 1963 zog Walz schließlich nach Berlin, wo er im Salon Ina Sailer arbeitete. 1968 wurde er Partner von Heinz Schlicht, der einen Salon in der Fasanenstraße führte. Er arbeitete bei verschiedenen Salons und war auch schnell bei den Schönen und Reichen ein gern gesehener Gast.
Nur logisch, dass der ehrgeizige und beliebte Udo dann irgendwann auch seinen eigenen Laden eröffnete - 1985 am Kurfürstendamm. Bis heute sind ganze acht andere Läden dazu gekommen und die Kundschaft kann sich immer noch sehen lassen: Heidi Klum, Claudia Schiffer und sogar Angela Merkel sind dem Friseur schon unter die Schere gekommen - und das, obwohl er nie eine richtige Meisterprüfung ablegte. Durch seine große Expertise wurde Udo Walz allerdings eine Sondergenehmigung erteilt, mit der er einem Meister gleichgestellt wurde. Da hat Udo ja gerade noch mal Glück gehabt.
Udo Walz war nicht nur ein talentierter Friseur, sondern auch ein erfolgreicher Unternehmer. Bis zu seinem Tod im Jahr 2020 war er Inhaber mehrerer Friseursalons. Der erste Salon wurde 1985 am Kurfürstendamm in Berlin eröffnet. Neben den Salons in Berlin und Potsdam besaß Walz auch einen Salon auf Mallorca. Im Zuge der COVID-19-Pandemie musste der Salon am Kurfürstendamm jedoch Insolvenz anmelden.
Udo Walz war nicht nur aufgrund seiner Friseurkünste bekannt, sondern auch durch seine regelmäßigen Auftritte in den Medien. Im Jahr 2004 war er Protagonist der Doku-Serie „Typisch Udo“ auf RTL. Darüber hinaus hatte er Gastauftritte in verschiedenen TV-Shows und Serien, wie beispielsweise in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Pastewka“. Auch in der Krimiserie „SOKO Stuttgart“ übernahm er eine Nebenrolle.
Und Glücke hatte er auch privat, denn Udo Walz und sein Freund Carsten Thamm haben sich schon 1994 gefunden und sind seit dem glücklich zusammen. Für etwas Wirbel um die beiden sorgten nur Udos Äußerungen 2004 zum Thema gleichgeschlechtliche Ehe: Da sagte er nämlich, dass er gegen die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare sei. Obwohl der Friseur selber schwul ist. Ein bisschen scheint er es sich dann aber doch noch anders überlegt zu haben, denn seit 2008 leben auch Udo Walz und Carsten Thamm in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Neben seinem Beruf hat der Friseur also auch eine zweite große Liebe gefunden.
Im Jahr 2008 begründete Udo Walz eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit Carsten R. Thamm, der später den Nachnamen Thamm-Walz annahm. Das Paar lebte in Berlin-Schmargendorf. Walz war Mitglied der CDU Steglitz-Zehlendorf in Berlin. Er engagierte sich sowohl beruflich als auch privat für die Belange der LGBTQ+-Gemeinschaft.
Udo Walz litt seit Ende der 1980er Jahre an der Zuckerkrankheit Diabetes. Zwei Wochen vor seinem Tod erlitt er einen Diabetischen Schock, der ins Koma führte. Der Star-Friseur starb daraufhin am 20. November 2020 mit 76 Jahren. Udo Walz verstarb am 20. November 2020 im Alter von 76 Jahren aufgrund von Komplikationen im Zusammenhang mit seiner Diabeteserkrankung. Er hinterließ ein bedeutendes Erbe in der Friseurbranche. Sein einzigartiger Stil und sein Talent werden von vielen anderen Friseuren weiterhin bewundert und nachgeahmt.
Udo Walz wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem in Berlin beigesetzt. Sein Tod löste eine große Anteilnahme in der Branche und der Öffentlichkeit aus.
Auch wenn wir von Star-Friseur Udo Walz leider vor kurzem Abschied nehmen mussten, wird er uns als Person ewig in Erinnerung bleiben. Und mit ihm auch sein unglaubliches Know-How über seine große Leidenschaft: Haare. Wir haben Udos drei wichtigste Haar-Weisheiten zusammengefasst. Haare waren sein Leben: Es gab so gut wie keinen deutschen Promi, den Udo Walz (†) in seinem Friseursalon in Berlin nicht schon zu Besuch hatte. Von Barbara Becker über Sophia Thomalla bis hin zu unserer Kanzlerin Angela Merkel - sie alle vertrauten Udo ihre Haare an. Sein Fachwissen und Know-How teilte der Star-Friseur glücklicherweise gerne; er verfasste sein eigenes Buch und gab einige Experten-Interviews.
Weil die Haare nicht genug Feuchtigkeit speichern können, raut die Oberfläche schneller auf. Sie werden trocken, struppig oder bilden krausige Haare. Wie Udo Walz einmal in einem Interview verriet, dürfen Anti-Frizz-Produkte daher in keinem Badezimmerschrank fehlen. Sie versorgen das Haar mit Feuchtigkeit, füllen poröse Stellen auf und schützen vor dem Austrocknen. Gleichzeitig verhindern sie, dass sich Haare statisch aufladen und abstehen. Ob Serum, Conditioner oder Shampoo: Wichtig sei es, die Produkte aufeinander abgestimmt zu kaufen und sie regelmäßig anzuwenden.
Gerade im Umgang mit Glätteisen, Lockenstab, Föhn & Co. gibt es laut Udo Walz keinen wichtigeren Tipp als die Verwendung von Feuchtigkeitsprodukten. Insbesondere ein Feuchtigkeitsspray wirke wahre Wunder, so der Star-Friseur. Ein großer Vorteil des Sprays sei es, dass man es beispielsweise 15 Minuten vor dem zu Bett gehen in die Haare geben und über Nacht einwirken lassen könne. Oder auch morgens nach dem Föhnen großzügig in die Haare einsprühen, sei eine unkomplizierte Möglichkeit, sein Haar auf die Strapazen des Tages vorzubereiten. Ein weiterer Tipp des Friseurs: "Auf der Arbeit ein Feuchtigkeitsspray deponieren, empfehle ich ebenfalls meinen Kundinnen.
Auch wenn es etwas hart klingt: Doch ist das Haar erst einmal kaputt, helfen laut Udo Walz auch keine Pflegeprodukte mehr: "Wenn es erst einmal zu einem Haarbruch gekommen ist, müssen die Haare tatsächlich geschnitten werden", erklärte Walz in einem Interview. Anders sieht es jedoch bei strapaziertem Haar aus: "Die Schuppenschicht kann in der Tat mit strukturaufbauenden Produkten wieder hergestellt werden", sagte der Star-Friseur. Das funktioniere am einfachsten mit keratinhaltigen Produkten. Denn Keratin ist ein natürlicher Baustein, der sich in der Faserschuppenschicht anlagert. Er kitte nicht nur brüchige Stellen, sondern verleihe dem Haar auch neuen Glanz und Geschmeidigkeit, verrät Udo Walz.
Ab dem 4. Mai dürfen Friseuer wieder öffnen. Doch bis dahin wachsen die Haare natürlich weiter. Viele interessieren sich daher nach Möglichkeiten, wie sich Styling und Pflege in den eigenen vier Wänden auch ohne Fachwissen umsetzen lassen. Grundsätzlich findet der Promi-Friseur, man solle sich trotz Social Distancing nicht gehen lassen. Stattdessen hätte man nun viel Zeit für die Haarpflege: "Es sollte ein bis zwei Mal die Woche Pflege eingearbeitet werden, damit der Glanz nicht verschwindet."
Schon seine Großmutter habe immer gesagt, "in schlechten Zeiten wollten Frauen auch Männer immer schön aussehen". Trends wie dem sogenannten Ausfetten, die Haare also eine Weile gar nicht zu waschen, dürfte Walz entsprechend skeptisch gegenüberstehen. Er sagt sogar: "Das Fetten der Haare" sollte "möglichst unterbunden" werden. Demnach sollte man sich die Haare besser weiter waschen wie vor der Corona-Krise.
Spitzen schneiden traut Udo Walz ungeübten Menschen zu - "aber vorsichtig", sagt er. "Eine gute Schere wäre ratsam. Einfach mit dem Kamm vorsichtig bis kurz vor das Ende der Spitzen kämmen und wirklich wenig schneiden. Immer auf die Geradlinigkeit achten." Das Ansatzfärben sollte dagegen lieber dem Profi überlassen werden. Als Notlösung empfiehlt er "Ansatzpuder aus der Drogerie". Sein Tipp dazu: "Wählen Sie einen Farbton dunkler und gleichmäßig auftragen", so der Experte.
Für Männer hat Walz einen anderen Tipp parat: "Haare kann man jetzt auch mal wachsen lassen, um den Typ oder Look zu verändern." Nun könne man mal etwas Neues ausprobieren. Wer partout nicht experimentieren und wachsen lassen möchte, könne sich mit einer Haarschneidemaschine mit Aufsatz selbst regelmäßig die Haare schneiden.
WeddyPlace befragte Udo Walz, den Berliner Star-Friseur zum Thema Brautfrisuren. Udo Walz frisierte bisher mehr als 200.000 Köpfe unter Ihnen Claudia Schiffer, Naomi Campell, Marlene Dietrich, Romy Schneider und unzählige weitere. Der Star-Friseur, berühmt für seine Hochsteckfrisuren und geliebt von den großen Magazinen, beantwortete zahlreiche Fragen rund um das Frisuren-Styling der Braut.
Was sollten Sie als Braut vor dem Friseurbesuch besser tun oder lassen? Für ein optimales Ergebnis sollte die zukünftige Braut ihre Haare am besten einen Tag vor der Hochzeit waschen und dabei keine Haarkur machen. Geflochtene Zöpfe oder geflochtene Elemente, welche mit Haarreifen oder anderem Haarschmuck unterstrichen werden. Ich hasse zu viele Locken.
Welche Frisur würden Sie Charlene Wittstock, der Verlobten von Fürst Albert II, für deren royale Vermählung empfehlen? Ich würde mir bei Charlene eine Grace Kelly Frisur, also eine Bananen-Einschlagfrisur am liebsten sehen. Viele Frauen müssen bei ihrem Braut-Styling auf das Budget achten und möchten ihre Frisur gern selber machen. Einen Nackenknoten. Dabei ird zunächst ein Pferdeschwanz gemacht, die Haare werden antupiert und dann um das Haarband gewickelt.
Neue Frisur gefällig? Mit der Sommerzeit steigt die Lust auf neue Looks. B.Z. Udo Walz (71): „Ganz besonders im Trend sind Flecht-Frisuren, aber auch glatte und schlichte Frisuren. In diesem Jahr gilt: Weniger ist mehr. Doch Vorsicht! Bei allem Ausprobieren dieser neuen Styles: Die Haare können schnell in Mitleidenschaft gezogen werden. „Sprühen Sie sie daher am besten jeden Tag mit Feuchtigkeitsspray ein. Besonders sommerstrapazierten Haaren (Sonne, Wind, Salz) hilft eine altbewährte Mischung - ganz ohne Chemie. „Rizinusöl mit Eigelb mischen und einwirken lassen“, sagt Walz.
Extra-Tipp des Kudamm-Figaro: Nach dem Waschen die Haare immer noch einmal kalt abspülen. Er wird wieder ganz besonders wichtig diesen Sommer und sollte möglichst üppig und gerade ausfallen. Am besten nicht selbst schneiden, sondern den Friseur des Vertrauens ranlassen. Um den Pony richtig ins Szene zu setzen, können Sie die Haare hochstecken. Dazu mit kleinen, geschlossenen Haarnadeln einen Knoten auf dem Kopf formen und, wenn nötig, mit einer großen geschlossenen Haarnadel feststecken. Wichtig: Haare erst mit Feuchtigkeitsspray einsprühen. Dann hochnehmen und mit dem Eisen die untersten Haare zuerst behandeln. Von oben nach unten ansetzen, immer erste Rille in letzte Rille setzen und so rund um den Kopf arbeiten. Wirkt wie eine über den Kopf gelegte Ähre. Dazu die drei Flechtsträhnen nicht übereinander, sondern untereinander legen. Einzelne Strähnen abteilen, Alufolie drunterhalten und mit Dayglow-Spray für die Haare besprühen. Nicht an den Haaransatz, sondern eher verlaufen lassen. Haare nach hinten nehmen (eine dicke Strähne vorne behalten), abwechselnd mit Haarspray und glatter Kammseite glätten und mit einem Haargummi zusammenbinden. Zusätzlich mit Kabelbinder festziehen, überflüssiges Ende abschneiden.
Sieben Jahrzehnte, sieben Frisuren : Star-Friseur Udo Walz erklärt die Fußballer-Matten. Scheitel, Matte, Vokuhila, Irokese: Die Frisuren der Fußballer haben sich in den Jahrzehnten so gewandelt wie der Fußball selbst. In den 1980er Jahren konnte es vorne nicht kurz und hinten nicht lang genug sein. Strähnchen sind mittlerweile genauso out wie der stilprägende Iroken-Schnitt von David Beckham. Aktuell scheint es in der Bundesliga nur noch eine Frisur zu geben: den Undercut.
| Dekade | Frisur | Beschreibung | Kommentar von Udo Walz |
|---|---|---|---|
| 1950er Jahre | Tolle | Angelehnt an Elvis Presley, mit Fasonschnitt und kurzen Koteletten. | "Die Frisur ist an Elvis und die Rockabilly-Zeit angelehnt, heute mit Fasonschnitt und kurzen Koteletten wieder sehr aktuell. Eigentlich ist sie immer tragbar." |
| 1960er Jahre | Pilzkopf | Bekannt durch die Beatles, oft ungepflegt wirkend. | "Er wirkt bei George Best etwas ungepflegt. Durch den Brit-Pop wurde der Pilz wieder aktuell, ist heute endgültig vorbei." |
| 1970er Jahre | Lange Haare mit Scheitel | Günther Netzer als Stilikone, buschige Kotletten. | "Das ist der Vorreiter des Vokuhilas. Lange Haare sollten immer gepflegt und gesund aussehen. Das ist ein Wahrzeichen aus der Glam Rock Zeit, dieser Look ist hoffentlich Geschichte." |
| 1980er Jahre | Vokuhila | Vorne kurz, hinten lang, oft hochgeföhnt. | "Vokuhila war eine Modeerscheinung in den 80gern. Agassi und Bohlen trugen ihn mit Vorliebe, heute möchte man ihn nicht mehr in dieser Variante sehen." |
| 1990er Jahre | Strähnchen | Blonde Strähnchen als farbliche Akzente. | "Strähnen sollten immer aussehen als wäre man Surfer (sun kissed), ist immer noch Thema bei Männern." |
| 2000er Jahre | Irokese | Bekannt durch David Beckham, rebellisch und gesträhnt. | "Der rebellisch gesträhnte Irokese gehört eigentlich der Vergangenheit an, kommt alle Jahre wieder in verschiedenen Versionen wieder, ist aber nur für junge Männer ein Look." |
| 2010er Jahre | Undercut | Oben lang, Seiten kurz, salonfähig gemacht durch Mario Gomez. | "Undercut war im letzten Jahr Trendfrisur, spaltete die Gemüter. Er ist nicht für jeden Mann geeignet, steht aber für Selbstbewusstsein." |
Sieben Frisuren aus sieben Jahrzehnten: Star-Friseur Udo Walz erklärt die Fußballer-Matten. 1950er Jahre - tolle Tollen wie ElvisElvis Presley feiert seinen Durchbruch. Die Tolle wird zum Markenzeichen des King of Rock 'n' Roll. Auch bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz tragen die Spieler die damals verwegene Locke. Allen voran: Kapitän Fritz Walter, der Deutschland beim 3:2 im Finale gegen Ungarn zum ersten WM-Titel führt.Star-Friseur Udo Walz über die damalige Mode: „Die Frisur ist an Elvis und die Rockabilly-Zeit angelehnt, heute mit Fasonschnitt und kurzen Koteletten wieder sehr aktuell. Eigentlich ist sie immer tragbar.“Gute Musik, Fußballer und Frisuren kommen eben nie aus der Mode.
1960er Jahre - Pilzköpfe wie die BeatlesDie Beatles erobern die Welt und die Köpfe ihrer Fans. Alle wollen so aussehen wie die Pilzköpfe. Auch einer der besten Fußballer der 1960er Jahre: George Best.Der smarte Nordire ließ keine Eskapade aus, brachte sein Leben auf den Punkt: „Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst.“Darunter offensichtlich ein paar Pfund zu wenig für seine Frisur. Walz über den Pilzkopf: „Er wirkt bei George Best etwas ungepflegt. Durch den Brit-Pop wurde der Pilz wieder aktuell, ist heute endgültig vorbei.“
1970er Jahre - haarige ZeitenLass es wachsen. In den 1970ern lassen es die Profis einfach sprießen. Stil-Ikone damals: Günther Netzer. Der Weltmeister von 1974 hat sich seinen Kult-Scheitel bis heute bewahrt. Die buschigen Kotletten, die fast jeder Kicker der Weltmeister-Mannschaft trug, haben die Zeit nicht überlebt.Walz: „Das ist der Vorreiter des Vokuhilas. Lange Haare sollten immer gepflegt und gesund aussehen.“ Und weiter: „ Das ist ein Wahrzeichen aus der Glam Rock Zeit, dieser Look ist hoffentlich Geschichte.“
1980er Jahre - das Jahrzehnt der VokuhilasEr trägt die Mutter aller Vokuhilas: Mike Werner von Hansa Rostock. Sein Panini-Bild ist Kult: Oben sind die Haare fein säuberlich hochgeföhnt, hinten fallen sie lässig bis zwischen die Schulterblätter. Mehr Vokuhila geht einfach nicht. Werner erklärt seine Prachtmatte: „Mit 13 Jahren kam ich zum Armeeverein Frankfurt/ Oder. Dort wurde uns befohlen, die Haare kurz zu tragen. Aus disziplinarischen Gründen wurde ich aber entlassen, ging anschließend nach Eberswalde. Dort ließ ich mir die Haare wachsen, fuhr Motorrad, trug Lederjacken und hörte Udo Lindenberg. Das passte alles zusammen. Aber da war nie irgendein Hintergedanke dabei. Ich fand mich so einfach schön.“Sieht der Star-Friseur etwas anders. Walz: „Vokuhila war eine Modeerscheinung in den 80gern. Agassi und Bohlen trugen ihn mit Vorliebe, heute möchte man ihn nicht mehr in dieser Variante sehen.“Vor 30 Jahren sah man ihn aber an jeder Ecke. Besonders in Fußball-Stadien. Beiersdorfer, Zumdick oder Kahn: die Liste der Vokuhila-Träger in den 80ern ist lang.
1990er Jahre - Strähnchen treiben's bunt Aus Vokuhilas werden Vokuhikus (vorne kurz, hinten kurz). Viele Profis greifen neben der Schere auch in den Farbtopf. Blonde Strähnchen bringen Farbe in die Haare. Ob sie auch Freude bringen, ist diskussionswürdig. Bayerns Alexander Zickler setzt nicht nur im Angriff Akzente. Seine blonden Strähnchen machten in der Bundesliga schnell die Runde. Was sagt der Profi dazu? Walz: „Strähnen sollten immer aussehen als wäre man Surfer (sun kissed), ist immer noch Thema bei Männern.“
2000er Jahre - alle haben den BeckhamIro-Träger Bastian Schweinsteiger bei der WM 2006Fußballer, Stil-Ikone, Werbe-Star: David Beckham prägte nicht nur ein Fußball-Jahrzehnt. Der Spieler von Manchester United und Real Madrid wird zum Popstar.Sein Markenzeichen: der Irokese. Die ehemaligen Punk-Frisur wird Mainstream. Auf den Fußball-Plätzen wimmelt es vor Irokesen. Unterschied zu Beckham: Viele ihrer Träger verwandeln auch mal einen Elfmeter. Promi-Friseur Walz: „Der rebellisch gesträhnte Irokese gehört eigentlich der Vergangenheit an, kommt alle Jahre wieder in verschiedenen Versionen wieder, ist aber nur für junge Männer ein Look.“Also werden wir Mister Beckham so wohl nicht mehr sehen.
2010er Jahre - oben den Undercut Haben die alle denselben Friseur? In der Bundesliga scheint seit zwei Jahren die Einheits-Frisur zu regieren. Kroos, Götze, Reus oder Schweinsteiger: Alle tragen oben den Undercut. Salonfähig hat ihn Mario Gomez gemacht. Walz: „Undercut war im letzten Jahr Trendfrisur, spaltete die Gemüter. Er ist nicht für jeden Mann geeignet, steht aber für Selbstbewusstsein.“
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