Trockene Kopfhaut im Winter: Ursachen und Behandlung

Trockene Kopfhaut ist ein weit verbreitetes Problem, von dem viele Menschen im Laufe ihres Lebens zumindest zeitweise betroffen sind. Besonders im Winter kann die trockene Heizungsluft und die kalte Aussenluft die Kopfhaut zusätzlich belasten. Ist die Kopfhaut gereizt, gerötet oder juckt, kann das sehr unangenehm sein. Manchmal sind falsche Haarpflegeprodukte die Ursache, aber es gibt auch viele andere mögliche Gründe. Eine spezielle Pflege kann die Folgen einer trockenen Kopfhaut oft beheben.

Was ist eine gesunde Kopfhaut?

Die Kopfhaut ist eine besonders empfindliche Körperregion. Ist sie gesund, macht sich das auch am Zustand und am Aussehen unserer Haare bemerkbar. Die Kopfhaut erfüllt einige wichtige Funktionen: Sie schützt den Kopf vor äußeren Einflüssen und trägt dazu bei, unsere Körpertemperatur und den Wasserhaushalt zu regulieren.

Dafür erweitern und verengen sich ihre Blutgefäße und Schweißdrüsen geben bei Wärme Schweiß zur Kühlung ab. Zudem ist sie an der Sinneswahrnehmung beteiligt. Ein ausgeglichener Feuchtigkeitshaushalt der Kopfhaut ist die beste Voraussetzung für gesundes und schönes Haar.

Zusätzlich geben die Talgdrüsen Talg (Sebum) ab. Der hält die Kopfhaut geschmeidig und dient gleichzeitig als Wärmeisolierung. Sind Fett- und Feuchtigkeitshaushalt im Gleichgewicht, ist die Kopfhaut weder zu trocken noch zu fettig. Das ist eine Voraussetzung für schönes, glänzendes Haar, außerdem juckt die Kopfhaut dann in der Regel nicht.

Ursachen trockener Kopfhaut

Bei einer trockenen Kopfhaut ist die Produktion von Fett und Feuchtigkeit in der Haut gestört. Auch der Erneuerungsprozess der Zellen kann aus dem Takt geraten sein. Dafür kann es verschiedene Gründe geben: Sowohl äußere als auch innere Ursachen kommen für die Entstehung infrage.

Eine gesunde Kopfhaut produziert ein öliges Sekret, das sie vor dem Austrocknen bewahrt und geschmeidig erhält. Geschieht das nicht in ausreichendem Maß, trocknet die Kopfhaut aus: Juckreiz, Rötungen und Schuppen können die Folge sein. Für die Entwicklung einer trockenen Kopfhaut spielen auch erbliche Faktoren eine Rolle: Wer genetisch bedingt an trockener Haut leidet, zeigt oft auch eine trockene Kopfhaut.

Häufige Ursachen für trockene Kopfhaut:

  • Nicht geeignete Pflegeprodukte
  • Hormonelle Veränderungen
  • Stress
  • Erkrankungen wie das Seborrhoische Kopfhautekzem oder Schuppenflechte
  • Zu heißes Föhnen
  • Kalkhaltiges Wasser
  • Rauchen
  • Mangelhafte Ernährung
  • Bestimmte Medikamente
  • Wechsel der Jahreszeiten und Temperaturveränderungen

Auch der Kopfhauttyp wird einerseits durch erbliche Faktoren bestimmt. Das heißt, wenn Sie genetisch bedingt beispielsweise zu trockener Haut neigen, zeigt sich das auch an der Kopfhaut. Andererseits können äußere Einflüsse wie eine falsche Pflege das Gleichgewicht der Kopfhaut stören. Auch verschiedene Erkrankungen äußern sich mitunter über Probleme mit der Kopfhaut. Dazu zählen die Schuppenflechte oder das Seborrhoische Kopfhautekzem. Stress oder hormonelle Veränderungen können ebenfalls Beschwerden auslösen. Die Kopfhaut spannt in solchen Fällen meistens, oft brennt oder juckt sie auch. Eventuell bilden sich Schuppen oder rote Flecken.

Wie zeigt sich eine trockene Kopfhaut?

Eine trockene Kopfhaut macht sich an verschiedenen Symptomen bemerkbar. Ein sichtbares Anzeichen sind weiße oder gräuliche Schuppen, die vor allem beim Kämmen vom Kopf fallen und sich dann auf den Schultern dunklerer Kleidung zeigen. Betroffenen ist das meistens sehr unangenehm.

Schuppen können wiederum auch die Voraussetzungen für die Entwicklung einer trockenen Kopfhaut schaffen. Weil durch ihren Verlust die Oberfläche von Hautzellen geschädigt wird, verliert die Haut mehr und mehr ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern. Durch Trockenheit können Spannungsgefühle und Juckreiz verursacht werden - ein Problem, das durch häufiges Kratzen oft zu Irritationen wie Rötungen oder sogar offenen Stellen führt. Schließlich kann auch das Erscheinungsbild der Haare auf eine trockene Kopfhaut hinweisen.

Juckende Kopfhaut: Ursachen, Tipps und die beste Pflege

Was tun gegen trockene Kopfhaut?

Gereizte, trockene und juckende Kopfhaut braucht Schutz und die richtige Pflege. Vermeiden Sie alles, was für die Haut eine zusätzliche Belastung darstellen könnte. Bei akutem Juckreiz gilt: Nicht kratzen! Wenn Sie es nicht aushalten, klopfen Sie leicht mit den Fingern auf die Kopfhaut. Außerdem trägt Kälte dazu bei, den Juckreiz auf der Kopfhaut zu lindern. Legen Sie sich ein feuchtes Handtuch oder ein in ein Geschirrtuch gewickeltes Kühlpad auf den Kopf.

Um trockener Kopfhaut vorzubeugen, sollten die Auslöser reduziert werden. Gerade bei extrem trockener, zu Neurodermitis oder Schuppenflechte neigender Haut kommt es darauf an, dass für die Reinigung der Kopfhaut und der Haare geeignete Pflegeprodukte zum Einsatz kommen.

Tipps für eine gesunde Kopfhaut

  • Milde Pflege: Verwenden Sie ein mildes, pH-neutrales Shampoo, möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Je nach Hauttyp sind spezielle Anti-Schuppen-Shampoos oder rückfettende Produkte eine gute Wahl. Fragen Sie gegebenenfalls einen Dermatologen oder eine Dermatologin oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welches Produkt sich für Ihre Kopfhaut eignet.
  • Weniger Haarwäschen: Waschen Sie Ihr Haar nicht täglich - bei akuten Problemen idealerweise maximal zweimal pro Woche. Denn: Jede Wäsche verringert die natürliche Schutzbarriere der Haut und macht die Kopfhaut empfindlicher.
  • Lauwarmes Wasser: Waschen Sie Ihre Haare nicht mit heißem, sondern mit lauwarmem Wasser.
  • Lufttrocknen: Lassen Sie das Haar nach Möglichkeit an der Luft trocknen oder föhnen Sie es nur kurz und nicht zu heiß.
  • Weniger Chemie: Verzichten Sie weitestgehend auf Haarfärbeprodukte.
  • Kopfbedeckung: Vermeiden Sie sehr enge Kopfbedeckungen und tragen Sie vorzugsweise Mützen aus Baumwolle.
  • Sonnenschutz: Schützen Sie Ihren Kopf gegen starke Sonneneinstrahlung, zum Beispiel durch einen locker sitzenden Sonnenhut.
  • Gesunde Ernährung: Achten Sie darauf, dass Ihr Körper alle Nährstoffe erhält, die er braucht, sowie genug Feuchtigkeit. Davon profitiert auch die Gesundheit der Kopfhaut. Essen Sie viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, wenig mageres Fleisch und Fisch. Außerdem sollten Sie täglich mindestens anderthalb Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken.
  • Stressabbau: Stress und Anspannung können die Kopfhaut negativ beeinflussen. Versuchen Sie, Stress abzubauen. Dabei können Meditation, Yoga oder Progressive Muskelentspannung helfen.

Hausmittel gegen trockene Kopfhaut

Ein weiterer Tipp: Spezielle medizinische Shampoos können helfen, die Beschwerden zu lindern. Sie enthalten Inhaltsstoffe, die antimykotisch, juckreizlindernd oder entzündungshemmend wirken. Idealerweise lassen Sie sich vor dem Einsatz eines solchen Shampoos ärztlich beraten.

Es gibt auch verschiedene Hausmittel, die bei juckender Kopfhaut helfen können:

  • Apfelessig: Apfelessig gilt als antioxidativ und antimikrobiell und wird als Hausmittel gegen Juckreiz und Ausschläge eingesetzt. Laut Empfehlung der National Psoriasis Foundation in Amerika kann eine Lösung aus Wasser und Bioapfelessig im Verhältnis 1:1 auch gegen eine juckende Kopfhaut helfen. Wenden Sie die Mischung mehrmals pro Woche an und spülen Sie die Kopfhaut nach Auftragen der Lösung gründlich ab.
  • Kokosnussöl: Kokosnussöl werden antimykotische und antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben. Das Kokosnussfett besteht fast zur Hälfte aus Laurinsäure, einer gesättigten Fettsäure. Daher nimmt die Haut Kokosnussöl gut auf. Bei trockener, juckender Kopfhaut kann das wohltuend wirken. Verwenden Sie Öl in Bioqualität.
  • Pfefferminzöl: Pfefferminzöl kann bei Juckreiz helfen, wie eine Studie ergeben hat. Die Teilnehmenden haben dafür das Öl zweimal täglich für zwei Wochen aufgetragen. Am besten ist es, das Pfefferminzöl mit einem anderen Öl wie Olivenöl zu mischen und vor der Haarwäsche in die Kopfhaut einzumassieren.
  • Teebaumöl: Teebaumöl wirkt ebenfalls antimikrobiell und entzündungshemmend. Verwenden Sie es nur sparsam und mit Wasser verdünnt und testen Sie die Mischung erst vorsichtig. Sie können entweder 10 bis 20 Tropfen Teebaumöl für die Haarwäsche mit dem Shampoo mischen oder Sie massieren es direkt in Ihre Kopfhaut ein. Dann sollten Sie es mit Olivenöl verdünnen.

Wichtig zu wissen: Sowohl Teebaumöl als auch Apfelessig und Pfefferminzöl können die Haut allerdings auch reizen. Seien Sie also vorsichtig bei der Anwendung.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Ärztliche Hilfe bei juckender Kopfhaut ist notwendig, wenn der Juckreiz Ihr tägliches Leben beeinträchtigt, länger anhält (über mehrere Tage bis Wochen) oder immer wieder auftritt und Sie die Beschwerden nicht selbständig beherrschen können. Abhängig von der jeweiligen Ursache wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie beraten oder eine Behandlung mit Ihnen besprechen.

Außerdem gut zu wissen: Auch Parasiten und viele andere Krankheiten können hinter den Symptomen stecken, zum Beispiel:

  • Schuppenflechte
  • Neurodermitis
  • Kopfläuse

Die meisten Ursachen für eine juckende Kopfhaut sind harmlos und können mit Hausmitteln und einer angemessenen Pflege behandelt werden.

Ursache Symptome Behandlung
Trockene Kopfhaut Rötungen, Spannungsgefühl, Jucken, Schuppen Feuchtigkeitsspendende Shampoos, Hausmittel, weniger Haarwäschen
Fettige Kopfhaut Übermäßige Talgproduktion, Juckreiz Shampoos für fettige Kopfhaut, Vermeidung von fettigen Produkten
Kontaktdermatitis Ausschlag, Juckreiz nach Verwendung bestimmter Produkte Vermeidung der auslösenden Produkte, antiallergische Shampoos

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